A. A. - Weißer Mann, was nun?

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Die psychische Entwicklung zweier Männer, die dem Wahnsinn verfallen. Obwohl sie aus nahezu identischen Familienstrukturen und sozialen Hintergründen stammen, ziehen minimale Unterschiede in ihrem Lebenslauf charakterliche Entwicklungen nach sich, die beide Männer auf vollkommen verschiedene Pfade für ihr weiteres Leben setzen. Getrieben von Talent und Talentlosigkeit, Anspruch und Wirklichkeit, Ehrgeiz und Isolation, werden sie zunehmend auf sich selbst zurückgeworfen und verfallen nach und nach ihrem eigenen, ganz privaten Wahnsinn. In einem Land, das sich im Zuge der Flüchtlingskrise geradezu lüstern in Untergangsphantasien und Extremismen steigert und ein entgrenzter Kapitalismus keinen Halt mehr gibt, jenseits des steten Konsums von Objekten und Körpern, scheint der optimale Nährboden gegeben, um ihren eigenen, privaten Radikalisierung freien Lauf zu lassen.

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„Eigentlich wundert es mich schon mehr, dass bisher noch nichts bei uns passiert ist. Wir haben doch mittlerweile garantiert mehr von denen, als die Franzosen.“

„Aber die kommen aus einer anderen Gegend. Mehr aus Afrika. Bei uns sind es doch jetzt Syrer und Iraker.“

„Und Pakistaner.“

„Als ob das einen Unterschied macht.“

„Ich glaube, es heißt Pakistani.“

„Afrikaner haben wir doch auch. Lauf doch nur mal durch die Straßen und mach die Augen auf, dann siehst du wie viele Schwarze hier rumlaufen.“

„Und Drogen verticken.“

„Ach, hör doch mit dem Scheiß auf. Die haben auch richtige Jobs.“

„Ja, unsere.“

„An der Warschauer sind es nur Schwarze.“

„Im Görli auch.“

„Da sind Araber. Keine Afrikaner.“

„Als ob du den Unterschied wüsstest.“

„Fick dich.“

„Ist doch am Ende scheißegal. Jeden Tag kommen mehr von denen, mehr und mehr. Angeblich rechnen die in der Regierung schon mit bis zu zwei Millionen innerhalb der nächsten Monate. Könnt ihr euch vorstellen, was das für eine Scheiße bedeutet? Selbst wenn die wenigsten von denen böse Absichten haben, wenn nur jeder Tausendste ein Terrorist ist, haben wir ein Problem. Dann werden wir in ein paar Jahren gar nicht mehr vor die Haustür gehen können, ohne das uns jemand in die Luft sprengen will.“

„Und unsere Töchter müssen dann bald alle Burkas tragen.“

„Du hast gar keine Tochter.“

„Aber ich könnte eine haben.“

„Dazu muss erstmal eine so tief sinken, sich von dir schwängern zu lassen.“

„Ich soll dich übrigens von deiner Mutter grüßen.“

„Leck mich.“

„Sehr witzig.“

„Es kann nicht sein, dass wir nicht wissen, wer nach Deutschland kommt und was sie hier machen. Wir müssen etwas dagegen tun."

„Klingt schon wie ein richtiger Politiker.“

„Ich sag nur, wie es ist. Sobald hier die ersten Schüsse fallen und die ersten Bomben hochgehen, werden auch die Letzten verstehen, was Merkel für eine Scheiße angerichtet hat. Das geht dann auf ihr Konto und das der ganzen linken Gutmenschen. Wenn ich an die Bilder denke, wie sie denen auch noch Decken und Essen bringen, ich könnte kotzen. Damit auch der letzte Araber im Irak und sonstwo glaubt, er könne hierher kommen und wir dummen Deutschen werden uns um ihn kümmern. Wir füttern die, die uns umbringen.“

„Hätte man sie da verhungern lassen sollen, oder was?“

„Das sag ich ja gar nicht. Aber eben auch nicht so, wie es jetzt läuft. Du glaubst doch nicht, dass wir auf diese Weise weniger an unserer Grenze haben werden. Und warum haben sich nicht die anderen europäischen Länder darum gekümmert? Wo war denn Ungarn? Was haben wir denn von der ganzen EU-Sache, wenn am Ende doch wir wieder auf allem hängen bleiben und für alles zahlen dürfen?“

„Was wundert es dich? Hat Ungarn doch genau richtig gemacht. Alle schön durchwinken, die dummen Deutschen werden sich schon drum kümmern. Wenn unsere Politiker so schlau wären wie dieser Orban, dann hätten wir solche Probleme gar nicht. Und wir können uns ja schon denken, wer am Ende dafür zahlen wird. Garantiert nicht Merkel oder der Fette, oder irgendein anderer Politiker, sogenannte Demokraten, die angeblich unsere Willen vertreten. Das geht alles auf unsere Tasche.“

„Na zum Glück hast du so wenig Geld, dass sie von dir eh nicht viel holen können.“

„Abwarten, die wissen, wie sie ihr Geld aus uns herauspressen. Dafür sind sie ja schließlich in der Politik.“

Er hasste diese mittäglichen Unterhaltungen, egal, auf wessen Seite er stand, und ob er sich einer zugehörig fühlte. Sie waren ohnehin zu größten Teilen aus Langeweile entstanden. Würden sie nicht aufgrund ihres Jobs in diesem Gebäude festsitzen und aufgrund neuer, ungeschriebener Regeln nicht mehr die volle Zeit der Mittagspause nutzen, wie es ihnen per Arbeitsvertrag zustand, dann hätten sie sich wahrscheinlich in dutzende Richtungen auf verschiedene Restaurants und Bars verteilt, um sich zumindest für eine bis zwei Stunden am Tag aus dem Weg gehen zu können. So war es nur ein weiteres, ritualisiertes Interludium zwischen bedeutungslosen Arbeitsakten und den Feierabendbieren, die es ihnen ermöglichten, nicht zu schnell nach Hause zurückzukehren, zu ihren Familien, Ehen oder leeren Wohnungen, wie an jedem verdammten Tag. Die meisten der Frauen und Männer am Tisch wussten nicht einmal, was ihr Nebensitzer genau arbeitete. Vage Jobbezeichnungen waren bekannt, aber alles was darüber hinausging hätte eine Intensität von Neugier vorausgesetzt, die keiner von ihnen aufzubringen gedachte. Müde, mit schmerzendem Schädel, begann er die Namen auf einen Zettel zu schreiben. Ein kleines Stück Papier, das sich langsam mit Bleistiftstrichen füllte, Buchstabe für Buchstabe verewigend, Name für Name in das Blatt hineinkratzend, um es danach wieder wegzuschmeißen. Niemandem schien es aufzufallen, was daran lag, dass es niemanden interessierte. Ein weiterer zerrissenen Zettel, eine weitere zerknüllte Liste, an der sich nichts mehr zu ändern schien.

8What's disgusting you, is the nature of my game

„Die Terroristen wollen uns ja vor allem für unseren Lebensstil bestrafen. Sie glauben nicht an unsere westlichen Werte, die es uns erlauben, Alkohol zu trinken, zu feiern, sich zu kleiden, wie man möchte. Es war kein Zufall, dass sie sich Cafés, ein Fußballspiel und einen Nachtclub ausgesucht haben. Damit wollten sie Wahrzeichen treffen, wofür wir, wofür der Westen und eine demokratische, aufgeklärte Gesellschaft stehen. Für die Möglichkeit, sich frei entfalten zu können und das eben auch und vor allem im Privatleben. Dafür wollten sie uns bestrafen, dagegen kämpfen sie.“

„Spüren Sie nun auch die Angst hier in Berlin?“

„Die Terroristen wollen, dass wir nicht mehr ausgehen – also machen wir das jetzt erst recht. So denken viele Pariser mit denen ich in den letzten Tagen gesprochen habe, und so denken auch viele in Berlin. Alle wissen, dass es hier jederzeit zu einer ähnlichen Tragödie kommen kann. Es war ein Angriff auf Paris: eine bunte Stadt, in der sehr verschiedene Menschen leben. Aber es war ebenso ein Angriff auf Deutschland, als sie das Spiel zwischen unseren befreundeten Nationen als Ziel auswählten."

„Was wäre denn Ihre Botschaft an die Menschen in Paris?"

„Das sie – oder besser gesagt wir – uns nicht unterkriegen lassen sollen. Wir werden weiter unser Leben führen, wie wir es immer getan haben, uns frei bewegen, unsere Werte feiern. Wir müssen weiter ausgehen, das Leben genießen, feiern, tanzen, alles machen, was sie an diesem Freitag zerstören wollten. Es geht um Demokratie, um unseren Weg des Lebens, um unsere Werte. Und um die Freiheit."

„Vielen Dank, für dieses Gespräch."

Die Kamera wurde abgeschaltet. Sein Magen rebellierte, mit Mühe rang er den Brechreiz nieder. Kalter Schweiß klebte auf seiner glühenden Stirn, er konnte seinen eigenen, säuerlichen Gestank riechen. Sie sprach mit ihm, ein paar Worte, lächelte mit ihren lächerlich weißen Zähnen unter ihrem zu rotem Mund, der ihn eigentlich hätte anziehen müssen, wenn ihm nicht so unvorstellbar übel wäre. Er war schnell gewesen, oder besser gesagt, seine Agentin war ihr Geld mehr als wert, selbst wenn sie wirklich nicht hübsch und deutlich älter war, als er. Andererseits hätte er sich wohl nicht einer jüngeren anvertraut. Natürlich war er nicht der Erste mit einer solchen Aussage gewesen und auf keinen Fall der Letzte, doch konnte er sicher sein, viele Zuschauer – vor allem junge, gebildete – erreicht zu haben, die solche Worte vielleicht schon gehört hatten, aber nicht von jemandem, der noch ihrer Alterskohorte angehörte und alleine schon dadurch an Glaubwürdigkeit und somit Öffentlichkeit und dadurch Bedeutung gewann. Bald würden die ersten Ausschnitte seines Interviews auf Facebook und anderen Netzwerken gepostet, repostet und kommentiert werden, wie er sie aufforderte, weiter zu feiern, mehr zu feiern. Er gab ihnen genau das, was sie hören wollten und was sie glaubten zu brauchen. Hinzu kam noch die Bestätigung, dass sich nichts für sie ändern würde, sondern, ganz im Gegenteil, sich gleichzeitig alles und nichts ändern würde. Denn um der neuen Situation zu begegnen, müssten sie erst recht mit dem weitermachen, was sie ohnehin schon die ganze Zeit taten. Nur war es jetzt ein politisches Statement. Der Widerstand bestand darin, zu saufen, ficken und feiern. Solch einem Messias folgte man doch gerne.

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