Klaus M. G. Giehl - Die Methode Cortés

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Nach zwei Jahren Rosenkrieg ist der in den USA tätige Biologieprofessor Jakob Zucker mit den Nerven am Ende. In seiner Verzweiflung (und frei nach dem historischen Vorbild des Hernan Cortés', der seine Schiffe verbrannte, um sich für die Eroberung des Aztekenreichs zu motivieren, sprich, seine Ängste zu überwinden) wirft Jakob seine Forschungskarriere hin und kehrt nach Mainz in seine alte Heimat zurück. Er will einfach nur noch seine Ruhe und wieder Umgang mit den Kindern haben. In der Republik läuft es indes gar nicht gut für ihn: Die Trennung quält ihn, Probleme mit dem Sorgerecht schütteln ihn, die Kosten der Scheidung übermannen ihn, die des Unterhalts «erwürgen» ihn, und mit dem Nachlass seiner Mutter kündigen sich Schwierigkeiten an. Von diesem Schlamassel in die Enge getrieben, beschließt er, mit seinem Segelboot zu fliehen und über die Weltmeere zu reisen. Eine wechselvolle Fahrt in ein neues Leben beginnt.

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Ich riss mich aus meiner Empörung, fasste mir ein Herz, und klingelte. Nach einer geraumen Zeit ( wahrscheinlich wollte das Luder, dass ich mir den Arsch abfror! Gehässiges Pack, gehässiges! ) hörte ich Schritte im Hausflur. Ein dämonisches Schattenwesen ( Wie ein auf Aas landender Geier! Das musste meine Schwiegermutter sein! ) baute sich im Milchglas der ebenfalls geschmacklosen Haustür vor mir auf. Diese öffnete sich.

Und da stand meine Schwiegermutter. Sie schaute mich starr und böse an, was sie mir direkt sympathischer machte ( wenigstens ein Mal nicht schleimig und verlogen lächelnd! ). Im Hintergrund streckte mein Schwiegervater seinen Krähenkopf in den Flur.

„Magnolia föhnt sich noch“, schnarrte meine Schwiegermutter. „Ist gleich fertig und kommt dann runter.“

Sie schloss die Tür. Ich war froh, dass sie mich nicht hereingebeten hatte, und ging zurück zum Wagen, erleichtert auch, dass ich die Kinder nicht in diesem Geierhorst hatte sehen müssen.

Ich fuhr schneller, als es die Vorsicht gebot, um die verlorene Zeit wieder gut zu machen (meine Frau hatte sich offenbar ausgiebig geföhnt!). Es hatte nochmals geschneit und war kälter geworden. Oder hatte ich mir Letzteres nur eingebildet, als meine Frau in den Wagen eingestiegen war? Während der Fahrt unterhielten wir uns nicht. Die Stimmung war gedrückt. Auf dem Parkplatz vor der Praxis fragte ich meine Frau, was für ein Gefühl sie habe.

„Eigentlich gar keins“, antwortete sie, ohne mich anzusehen.

Wir stiegen aus und stapften durch den Schnee auf das Gebäude, einen tristen Betonklotz aus den Achtzigerjahren, zu. Unter meinen Schuhen ächzte es gequält. In meinen Fußballen spürte ich das harsche Knirschen zertretenen Schnees.

Wir hatten den Eingang erreicht. Ich klingelte. Eine Stimme rauschte, die ich nicht verstand, weshalb ich einfach „Zucker“ sagte. Es brummte nasal und die Tür sprang auf.

Das Treppenhaus war nicht minder unansehnlich als das Äußere des Gebäudes. Es roch nach „Sagrotan“ und Moder. Die Wände waren mit eitergelber Ölfarbe gestrichen. Das konnte ja heiter werden! , dachte ich mir. Wir stiegen die billige, gangränbraune Kunststeintreppe nach oben. Die Praxis lag im zweiten Stock.

Die Tür zum Wartezimmer, in dem es dunkel war, stand offen. Aus einem beleuchteten Flur kam uns die Therapeutin entgegen. Sie blieb in der Tür stehen und schien im grellen Licht hinter ihr zu stauben wie eine Mumie. Die Frau war Anästhesistin, hatte eine Praxis für Schmerztherapie und eine Zusatzzulassung für Paartherapie. Ich empfand das als brauchbare Kombination. Ihr Gesicht konnte ich gegen das Licht nicht erkennen, womit mir allerdings nichts entgangen war, wie ich bald feststellen würde. Die Frau bat uns, hereinzukommen. Wir folgten ihr.

Wir nahmen auf einer Couch Platz. Die Therapeutin saß uns gegenüber auf einem Stuhl. Sie hielt einen Notizblock in der Hand und hatte spröde, halblange Haare, denen eine Pflegepackung sicher gutgetan hätte. Schwarz oder dunkelbraun, dieses Reisig. Ihr spitzes Gesicht erinnerte an eine darmkranke Maus.

Sie, die Therapeutin, ergriff das Wort. Nach einigen einleitenden Worten bat sie meine Frau, das Problem aus ihrer Sicht, also der Sicht meiner Frau, darzustellen. Und meine Frau legte los. In schillernden Farben schilderte sie mein vermeintlich unerträgliches Verhalten: Ich sei total egoistisch, würde nichts für die Familie machen, mich nicht an Zusagen halten, sei ständig eifersüchtig, anerkenne gar nicht, wie sehr sie sich aufopfere, wolle nie ... Natürlich trug sie die Tirade in Form einer kohärenten Geschichte vor, die plausibel klang, die ich allerdings vergessen habe. Ich erinnere mich derweil, dass ich mich während der Ansprache bisweilen wunderte und dachte:

War schon lustig, wie Magnolia unsere Ehe sah. Vielleicht hatte sie die letzten Jahre mit jemand anderem verbracht und ich saß jetzt nur „aus Versehen“ hier.

Sporadisch bat mich die Therapeutin ums Wort. Ich wollte diese Gelegenheiten nutzen, diejenigen Aussagen meiner Frau, an die ich mich (gerade noch) erinnern konnte, zu korrigieren, wurde aber ständig von ihr unterbrochen. Letztlich kam ich während der gesamten „paartherapeutischen“ Sitzung, die annähernd eine Stunde dauerte, maximal fünf Minuten zu Wort.

Das Spektakel mutete grotesk an. Mir war klar, dass es meiner Frau nicht um eine Einigung ging, sondern um meine Verurteilung. Die Paartherapeutin nickte regelmäßig wie einer dieser Plastikdackel, die man gelegentlich auf der Hutablage von Pensionärswagen sieht. Die Straße schien recht holprig zu sein, denn sie nickte unentwegt.

Als die Sitzung vorbei war, fragte mich die Therapeutin, ob alles in Ordnung sei und ich mir auch bestimmt nichts antun wolle. Ich beantwortete den ersten Teil ihrer Frage mit „ja“ und den zweiten mit „nein“. Sie lächelte befriedigt – Staub schien aus ihrem Mund zu rieseln! – und steckte mir ihre Visitenkarte zu. Ich ließ diese schleunig in meiner Gesäßtasche verschwinden und wischte mir hierbei unauffällig die Fingerspitzen, die sie gehalten hatten, ab. Endlich verließen wir den Ort.

Wieder im Freien, steuerten wir schnurstracks den Wagen an und stiegen ein. Ich startete den Motor. Da ich vergessen hatte, das Radio bei der Ankunft auszuschalten, lärmte es auf einmal und ich erschrak mich. Es spielte „Open Road“ von Bryan Adams.

Open Road? Das war doch okay! , beruhigte ich mich, und fuhr los. Wie auf der Hinfahrt sprachen wir nichts. Es bedurfte keines Gespräches. Die zwanzig Minuten bis zum Hause Kamp kamen mir viel zu lang vor. Ich atmete befreit aus, als meine Frau ausstieg.

Zehn Minuten war ich bestimmt gefahren, als ich bemerkte, dass ich vergessen hatte, meiner Frau die Weihnachtsgeschenke für die Kinder mitzugeben. Ich ärgerte mich, machte mir aber klar, dass dieses Weihnachtsfest eben ein „besonderes“ sein würde.

10 Schlechtgeschnitzt

Der Wagen steuerte wie von selbst durch den Schnee. In meinem Kopf wirbelten Gedankenstücke wie Schwemmholz. Gelegentlich verklemmten sich Stämme an einer Engstelle, zu deren Logik sie nicht gehörten, und es stockte. Der Wagen fuhr trotzdem weiter. Irgendwann bog er in die Einfahrt zum Haus meiner Mutter ein. Ich stoppte ihn fünf Zentimeter vor der Mauer am Ende der Einfahrt und grinste, weil ich mich an den Rat meiner Frau erinnerte, als sie sich zum letzten Mal von mir getrennt hatte.

„Fahr den Karren jetzt nicht an die Wand!“, hatte sie gesagt.

Wenn du wüsstest, dass in der schon ein großes Loch ist! , hatte ich seinerzeit gedacht.

Dieser Zeit zog ich die Handbremse an und dachte, ob ich nicht einfach abhauen sollte durch dieses Loch. Ich dachte an Cortés, an diese merkwürdige Geschichte, die mir Gonzalo vor Jahren erzählt hatte. Ich nickte versonnen und überlegte:

Warum verbrennst du deine Schiffe nicht? Wie dieser Cortés. Und haust ab, lässt diesen Mist hier hinter dir! Ich stemmte die Handballen gegen das Steuer. Ja, ein verdammter Mist wird das. Das riech ich! Hadernd presste ich die Lippen zusammen. Nein! Was sollte ich denn an besonderem Mist zu erwarten haben. Ehen gehen nun mal auseinander. Und manche kommen wieder zusammen!

Ich erinnerte mich an Günter Kaufmann, einen Kollegen und Kollaborationspartner aus Austin. Dessen Frau hatte sich auch von ihm getrennt und war nach sieben Jahren zurückgekehrt. Nach sieben Jahren! Vielleicht ... Mein lächerliches Gedankenstückchen hatte sich verklemmt. An einer Engstelle, für die es keine Logik gab. Nie eine Logik gegeben hatte? Nie eine geben würde?

Ich kam zu mir, führte mir vor Augen, dass es in meinem Leben einiges Gute gab, jede Menge anderes gab als Mist, doch resümierte: Aber vergiss diesen Ansatz von Cortés nicht. Der hat Potential!

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