Klaus M. G. Giehl - Die Methode Cortés

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Nach zwei Jahren Rosenkrieg ist der in den USA tätige Biologieprofessor Jakob Zucker mit den Nerven am Ende. In seiner Verzweiflung (und frei nach dem historischen Vorbild des Hernan Cortés', der seine Schiffe verbrannte, um sich für die Eroberung des Aztekenreichs zu motivieren, sprich, seine Ängste zu überwinden) wirft Jakob seine Forschungskarriere hin und kehrt nach Mainz in seine alte Heimat zurück. Er will einfach nur noch seine Ruhe und wieder Umgang mit den Kindern haben. In der Republik läuft es indes gar nicht gut für ihn: Die Trennung quält ihn, Probleme mit dem Sorgerecht schütteln ihn, die Kosten der Scheidung übermannen ihn, die des Unterhalts «erwürgen» ihn, und mit dem Nachlass seiner Mutter kündigen sich Schwierigkeiten an. Von diesem Schlamassel in die Enge getrieben, beschließt er, mit seinem Segelboot zu fliehen und über die Weltmeere zu reisen. Eine wechselvolle Fahrt in ein neues Leben beginnt.

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Ich hatte Günter nach meiner Kündigung im September über meinen geplanten Weggang informiert und ihm versprochen, die ausstehenden Experimente unserer Kollaboration bis Dezember abzuschließen. Daran hatte ich mich gehalten. Und schon im Oktober war das Unvorhergesehene geschehen: Wir hatten derart gute und überraschende Ergebnisse bekommen, dass die Fortführung des Projekts im Grunde zwingend gewesen wäre. Für mich war das eine schwierige Situation gewesen: Einerseits war ich mit Leib und Seele Forscher und hätte mir die Haare einzeln ausrupfen können, dass ich diese Studie nicht mehr würde weiterführen können. Andererseits war mein Weggang abgemachte Sache gewesen, der Familie zuliebe. Die Situation hatte ich so „gelöst“, indem ich wie ein Wahnsinniger gearbeitet hatte, um noch möglichst viele Daten in der mir verbleibenden Zeit als Forscher einzufahren. Und hierbei hatten sich die atemberaubenden Ergebnisse weiterhin überschlagen.

Günter hatte mir oft ins Gewissen geredet, ich könne doch bei dieser „Datenlage“ nicht abhauen. Aber ich hatte – trotz „Datenlage“ und trotz meiner Liebe zur Forschung – zu der Zusage gestanden, die ich meiner Frau gegeben gehabt hatte: Dass wir zurück nach Deutschland gehen würden, um endlich ein harmonisches und vor allem „normales“ Familienleben führen zu können. Und dieser Plan hatte gestanden, bis sich meine Frau im Dezember von mir getrennt hatte. Danach hatte die Sache anders ausgesehen. Danach hatte es gegolten, das mir Verbleibende, meinen Beruf, zu retten. Und nungalt es, mein Labor wieder zu beleben, das Projekt mit Günter fortzuführen, aber auch andere Projekte zu reaktivieren. Dieser Aufgabe widmete ich mich fieberhaft.

Die Stille, die um den Jahreswechsel im Institut herrschte, tat mir gut und ich genoss sie. Für gewöhnlich wibbelte und wabbelte es wie in einem Bienenstock in den viel zu engen und zu vollen Fluren und Laboren, was mir auchgefiel. Jetzt hingegen hatte das Ambiente geradezu etwas von einem postapokalyptischen Endzeitmovie, so, als wären alle Geschehnisse inmitten höchster Aktivitäten durch eine nicht zu verstehende Macht angehalten worden, die die Menschen aufgesogen, subtrahiert hätte. Und diese surreale Stille sagte mir zu, vor allem, weil sie für mein momentanes Tagewerk ideal war: Ich musste Daten sichten, Pläne für die nächsten Monate schmieden, und mich in Sachen Literatur auf Vordermann bringen.

Am 3. Januar – ich war gerade über ein Paper vertieft und ärgerte mich an einer besonders interessanten Stelle wieder einmal, dass ich „umzugsbedingt“ meine Literaturarbeit in der zweiten Hälfte des Vorjahres derart hatte schleifen lassen – erschien Günter in meinem Büro. Ich weiß nicht, wie er es schaffte ( kam er wie ein Blitz hereingeschossen oder blendete er sich schlicht ein? ), aber er stand, wenn er mich in meinem Büro besuchte, einfach immer nur im Raum, ohne dass ich ihn je hätte die Türe hineinkommen sehen. Ohne Vorankündigung. Ohne Geräusche. Gut, vielleicht ein kalter Hauch, doch womöglich bildete ich mir den bloß ein.

Günter stammte aus Deutschland und arbeitete seit zwanzig Jahren an der UT Austin. Hoch und schlank gewachsen, stand er nun vor mir, lächelte asynchron (er lächelte, dass man sich nie sicher war, ob er einen Zahnschmerz, ein Angewidertsein, ein Sodbrennen oder all diese Zustände gleichzeitig zu übertünchen suchte), und borstete sich mit der Linken die fahlbeigen Haare nach vorne. Seine große Nase zuckte witternd, seine rechte Braue zitterte sich nervös nach oben, und er fragte, mich aus seinen fast gefährlich funkelnden, hellblauen Augen anblitzend:

„What’s up?“

Wir waren nicht nur Kollaborationspartner, sondern auch Freunde, und unterhielten uns zunächst über private Themen. Günter war überzeugt, dass meine Frau zu mir zurückkommen würde. Er empfand es dennoch essentiell, dass ich gerade jetzt besonders viel arbeitete, um den Frust der Trennung zu überwinden, aber auch, um ein kraftvolles Momentum für den Wiederaufbau meines Labors zu gewinnen. Mit aufs Äußerste gespannter linker Nasolabialfalte erklärte er mir, dass ich zwar Glück gehabt hätte, meine Stelle gerettet zu haben, und jeder könne sicher die ethisch hochstehende Motivation (hier grinste er hämisch!) meines ursprünglich geplanten Weggangs verstehen. Meinem Ruf als Forscher, ergänzte er mit nahezu züchtigendem Zittern der linken Oberlippe, habe der ganze Hokuspokus aber trotzdem geschadet! Da gäbe es, zwinkerte er unruhig, etliche Scharten, die ich auszuwetzen hätte. Er blinzelte nun heftig, gar konvulsiv. (Günter besaß ein interessantes, in dramatisch wohl abgestimmter Sequenz ablaufendes Mienenspiel bei ihn bewegenden Gesprächsinhalten: Es begann mit einer sich in der linken Nasolabialfalte aufbauenden Spannung, die sich hob und hob, bis ein dynamisches Vibrieren in dieser Falte von der Nase aus auf die linke Hälfte der Oberlippe zulief und in diese hineinpeitschte und dort ein Zittern hervorrief, das sich bis hin zu konvulsivem Zucken aufbäumen konnte. Diese hochkinetische Abfolge fand ihre Krönung sowie kathartische Entladung in jähem Blinzeln und vermochte solch nuancierte Affektlagen wie Zustimmung, Ablehnung, Ekel oder – wie jetzt in meinem Fall – Häme und Züchtigung zu vermitteln. Doch zurück zum Gespräch:)

Für mich gab es bei den Punkten, die Günter angesprochen hatte, nichts zu diskutieren, denn mir waren die auch klar. Aber Günter wollte mich offenbar adäquat „einstellen“ auf das mir bevorstehende Ungemach. Als wäre er mein Trainer (er war fünfzehn Jahre älter als ich!), gab er mir einen richtigen „Pepp–Talk“, verdeutlichte mir mit vor meiner Nase bebender Faust, dass das eine „Uphill battle“ werden würde, die mir da bevorstehe, doch dass ich das schaffen könne und müsse und auch würde („verdammt noch mal!“), und er würde mir alle Hilfe geben, die ich brauchte – und, erläuterte er in postklimaktischer Kadenz, die er mir geben könne, natürlich. Er tupfte sich mit einem „Kleenex“, das er aus einer Box auf meinem Schreibtisch herausgerissen hatte, dass es diese von diesem fegte, die leicht glänzende, schmale Oberlippe ab. Ich bückte mich.

Insgesamt hatte Günter die geeigneten Worte gefunden, meinen ohnehin keimenden Optimismus zu düngen, zu pflegen, und weiter wachsen zu lassen. Und obwohl ich noch Oszillationen emotionaler Labilität ausgesetzt war, fand ich im Anschluss über viel Arbeit, meine Liebe zur Wissenschaft, und die nach wie vor eintrudelnden exzellenten Forschungsergebnisse meine Lust am Leben wieder. Im Januar bestand es aus Arbeiten und Schlafen. Mir ging es gut damit.

25 Frau Kurz–Lang

Mitte Januar erinnerte ich mich daran, eine Stelle in der Neurologie in Schwanheim zugesagt zu haben. In den Monaten vor der Trennung hatte ich geplant, nach der Rückkehr nach Deutschland aus der Forschung auszusteigen und in einem ruhigeren, mit dem Familienleben leichter zu vereinbarenden Job zu arbeiten. Ich hatte sogar schon diese Stelle als Assistenzarzt angenommen (ursprünglich war ich Mediziner). Im Februar hätte ich sie antreten sollen. Nach der Trennung war diese Planung hinfällig geworden.

Ich rief die Chefärztin des Krankenhauses an und erläuterte die Situation. Frau Kurz–Lang verstand mich vollends. Es mache überhaupt keine Probleme, wenn ich die Stelle nicht anträte. Gnädige Frau gab mir jedoch zu bedenken, dass in einer Zeit des Umbruchs ein wirklicher Neuanfang vielleicht die bessere Lösung sei, sich also für mich anbiete, die Neurologie dennoch zu erwägen. Für mich stelle sich dann auch einfacher dar, die Verbindung zu meinen Kindern aufrecht zu erhalten.

Ich fand den Vorschlag wenig sinnvoll. Eben weil ich vieles mir Wichtige verloren hätte, wolle ich meine Forschung – das einzige mir verbliebene Wichtige! – behalten. Würde ich sie aufgegeben und mich mit Obliegenheiten befassen, die mich bestenfalls peripher tangierten und sowieso nur als Kompromiss zur Erhaltung der Familie akzeptabel erschienen wären, wäre es für mich deutlich schwieriger geworden. Das lag auf der Hand. Einerseits hatte mich das unerbittliche Einerlei ärztlichen Tuns schon im Studium angeödet. (Ein Grund für meinen Gang in die Forschung!) Allein von daher wäre ein Wechsel in diesen Job unklug gewesen. Andererseits war meine Arbeit in der Forschung kreativ und erfolgreich. Als Assistenzarzt wäre ich in subalterner Funktion mit der stupiden Verrichtung fremdbestimmter Routinen betraut gewesen. Das hätte meinem derzeit ohnehin angekratzten Ego sicherlich nicht gutgetan. Schließlich könne ich nicht davon ausgehen, dass sich Schwierigkeiten beim Umgang mit den Kindern ergäben.

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