Klaus M. G. Giehl - Die Methode Cortés

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Nach zwei Jahren Rosenkrieg ist der in den USA tätige Biologieprofessor Jakob Zucker mit den Nerven am Ende. In seiner Verzweiflung (und frei nach dem historischen Vorbild des Hernan Cortés', der seine Schiffe verbrannte, um sich für die Eroberung des Aztekenreichs zu motivieren, sprich, seine Ängste zu überwinden) wirft Jakob seine Forschungskarriere hin und kehrt nach Mainz in seine alte Heimat zurück. Er will einfach nur noch seine Ruhe und wieder Umgang mit den Kindern haben. In der Republik läuft es indes gar nicht gut für ihn: Die Trennung quält ihn, Probleme mit dem Sorgerecht schütteln ihn, die Kosten der Scheidung übermannen ihn, die des Unterhalts «erwürgen» ihn, und mit dem Nachlass seiner Mutter kündigen sich Schwierigkeiten an. Von diesem Schlamassel in die Enge getrieben, beschließt er, mit seinem Segelboot zu fliehen und über die Weltmeere zu reisen. Eine wechselvolle Fahrt in ein neues Leben beginnt.

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Dort gab man mir einen Sedierungsdrink (gegen die Zwangsjacke hatte ich mich verwahrt!) und ein Zimmer im dritten Stock mit Blick auf einen Platz. Ich legte meinen Rucksack ab und machte mich auf, das Revier zu erkunden. Es begann dunkel zu werden.

Die Lage des Hotels war ideal, etliche Restaurants und Kneipen in der Nähe. Nachdem ich mir einen Überblick verschafft hatte, erwählte ich eine Trattoria (leichtlebiger Jugendstil), die genau das Richtige sei für mein Weihnachtsmahl! Ich bestellte einen Rotwein und ein Fischgericht. Während des Essens wunderte ich mich:

Es war schon merkwürdig. Dies war das erste Mal seit acht Jahren, dass ich Weihnachten ohne meine Familie verbrachte. Und überhaupt war dies mein erstes Weihnachten alleine.

Ich wurde melancholisch, genoss das Essen dennoch, weil der Fisch vorzüglich mundete und der Wein sein Übriges tat.

Das Mahl beendet, den Bauch prall voll, begab ich mich wieder auf Wanderschaft. Ohne bestimmtes Ziel lief ich in der Altstadt umher, hierbei „optional“ nach einer Kneipe Ausschau haltend, in der ich mich betrinken könne. So richtig zu sagte mir aber nichts, sodass ich spazierte und spazierte und spazierte. Nach einer Weile – man wird es vermuten: – „spazierte“ ich an einer alten Kirche vorbei, in der eine Weihnachtsmesse zelebriert wurde. Ich stockte:

Wenn schon ein Tag der Premieren, dann richtig.

Ich kehrte auf dem Absatz um, betrat die Kirche, und stellte mich, wie sich dies für einen Novizen geziemte, in der letzten Reihe auf. Die Messe gefiel mir. Obgleich ich stand, entspannte ich, und obschon ich (trotz großen Latinums!) nichts verstand, erzeugte der monotone Singsang des Predigers Ruhe in mir. Und die feierlichen Gesänge und frommen Gebete erfüllten mich mit Behagen und Andacht, wenn ich auch als nicht religiöser Mensch so genau nicht wusste, was Andacht überhaupt sei.

Eine Art Hypnose, wie bei einer fetten Katze, die von der rotierenden Waschtrommel mesmerisiert stundenlang in diese hineinglotzt?

Ich beantwortete mir die Frage nach der „Andacht“ nicht, denn wieder zogen Bilder der jüngsten Ereignisse in mir auf. Mittlerweile betrachtete ich das Geschehene mit einer neutraleren Gefühlslage, tatsächlich wie die Bilder eines Fotoalbums. Ich wusste, dass dies bei meiner momentanen Labilität nicht von Dauer sein würde, aber das Neutrale machte Mut. Irgendwie würde ich mir dieses Chaos, in dem ich gerade steckte, schon zurechtdeichseln und ein für mich akzeptables Leben finden. – Wiederfinden! , wünschte ich.

Die Messe war vorbei. Ich verließ die Kirche und schlenderte durch die Straßen. Nach zehn Minuten fiel mir eine Bar am Ende eines Platzes auf, der etwas von einer Geröllhalde hatte. Verrottete, teils überwucherte Mauern, maroder Grund, und an seinem Ende eben dieses Haus, in dem sich die Bar befand, und das in seiner weißen Tünchung den Eindruck machte, als hielte es hier auf recht verlorenem Posten die hoffnungslose Stellung gegen den allgemeinen Verfall. Ich war angerührt von meinem „profunden“ Bild und diesem profunden Ort, verfiel in eine profunde Stimmung, und wollte einmal hineinschauen in diese profunde Bar.

Mein Eindruck bestätigte sich. Es war profund, im wörtlichen Sinne, weil wie ein mittelalterliches Bergwerk tief hinabführend: Von der Eingangshalle ging es über mehrere Kellerebenen nach unten. Die grottenhaften Räume und die sie verbindenden Gänge waren weiß, die Anlage verwinkelt und von dämmrigem Licht aus urnengroßen Wandnischen beleuchtet. Ich fand Bars, Räume, in die man sich zurückziehen konnte, eine kapellenartige Struktur, und, am tiefsten Ort, eine Diskothek, in der sich eine weitere Bar befand. An diese stellte ich mich und orderte Campari Soda.

Nach meinem zweiten gesellte sich eine schwarzhaarige Frau zu mir. Sie war wie aus dem Nichts erschienen und angetrunken, roch aber gut (es war dieser brunftige Duft, der einem die Hoden kitzeln lässt!). In ihren knackigen Rundungen hatte die Dame eine überaus erotische Ausstrahlung, wenn mir auch die Nase einen Hauch zu groß und das Gesicht eine Nuance zu rattig vorkam. Doch wollte ich nicht wählerisch sein und befand, sie könne mir einen wohltuenden Ausklang eines besinnlichen Weihnachtsfestes bescheren.

Wir schossen uns schnell aufeinander ein, orderten unsere Camparis nun gemeinsam, und plauderten angeregt miteinander, wenn man dies „plaudern“ nennen konnte, denn es lärmte so sehr, dass wir uns unsere Plauderfetzen geradezu ins Ohr schreien mussten. Das Geschreie, allerdings, führte zu erbaulichen Berührungen, die uns zwangsläufig einander nah und näher kommen ließen, ebenso zwischen den Plauderfetzen, sodass wir schließlich auch ohne Plaudern schmusten, ja, uns verschlangen und ...

Nach einer Zeit bestellten wir uns noch einen Campari, Nummer sechs, soweit ich mich erinnere. Die Frau prostete mir wankend zu und fragte, wo ich wohnte.

„In Austin“, antwortete ich, ebenso wankend, und stieß auf.

„Und wieso kommst du über Weihnachten hierher?“

„Bin eher zufällig hier vorbeigekommen“, hielt ich mir die Hand ein wenig verspätet vor den Mund, und erläuterte: „Bin in meinem Urlaub in der Gegend herumgefahren und hab spontan entschieden, Weihnachten in Genua zu verbringen.“

„Hast du denn keine Familie?“

„Schon. Sogar zwei Kinder. Aber meine Frau hat sich vor ein paar Tagen von mir getrennt. Da bot sich eine Rundreise an.“

„Ach so“, antwortete sie mit einer Mimik, die desintegrierte wie ein Wachsengel im Ofen, und trank ihr Glas aus. Sie schluckte und sagte: „Ich muss mal austreten.“

„Ah ja“, antwortete ich, ahnend.

Sie verschwand – und kehrte, wie geahnt, nie zurück. Einerseits war ich enttäuscht, diese Nacht nun doch alleine verbringen zu müssen. Andererseits war ich wegen der mir erspart gebliebenen Ernüchterung „am Morgen danach“ erleichtert. Die Nase war mir schon ein bisschen zu groß und zu spitz gewesen. Und besaufen konnte ich mich alleine, was ich auch ausgiebig tat.

In der Frühe ging es mir, trotz bohrender Kopfschmerzen, gut (das Hotel hatte ich überraschenderweise gefunden). Ich versorgte mich mit „Aspirin“ und rauchte eine Zigarette am Fenster. Auf dem Platz vor mir bemerkte ich neben einem mächtigen Baum ein pavillonartiges Café. Dort wollte ich frühstücken. Ich zog mich an und machte mich auf den Weg.

Der Platz glänzte schwarz wie fauler Speck und roch nach nassem Waldboden im Herbst. Es hatte geregnet. Ich genoss den Duft, blieb stehen, inhalierte tief, und begab mich in das Lokal, wo ich mich an einen Fenstertisch hockte.

Mich angenehm ruhig fühlend schaute ich nach draußen und den Tauben und dem Laub zu, das der Wind über das Kopfsteinpflaster trieb. Nach einigem Treiben des Laubes bemerkte ich, dass mich bislang niemand nach meinen Verzehrwünschen gefragt hatte!

Ich ließ meinen Blick durch das Café schweifen. Einen Ober sah ich nicht, andere Gäste auch nicht, außer zweien, ein junges Pärchen, die sich in eine Ecke verzogen hatten. Sie hatten sich offenbar viel zu erzählen. Die Frau beugte sich auf einmal über den Tisch, nahm den Kopf des Mannes in ihre Hände, und gab ihm zärtlich einen Kuss. Dann lagen ihre Lippen aufeinander. Ich zündete mir eine Zigarette an. Und die Lippen der beiden lösten sich voneinander.

16 Fast vergessen

Paris, März 1997

Endlich war es soweit! Endlich würde sich zeigen, ob meine DMSO–DiI–Kristalle funktionierten! Wochenlang hatte ich das Problem begrübelt, und jetzt würde ich bald wissen, wie viel der neue Lösungsansatz wert war!

Schon nervös, legte ich den Rattensäugling auf sein Eisbett, um mit der Präparation des Gehirns zu beginnen. Seit November des vergangenen Jahres arbeitete ich als Gastwissenschaftler am Hôpital de la Salpêtrière, um die Technik der Schicht–spezifischen organotypischen Langzeitgewebekultur des früh postnatalen Rattencortex zu erlernen. Ein ganzes Sabbatjahr hatte ich mir für meine jüngsten wissenschaftlichen Pläne genommen (die erste Hälfte dieses Jahres hatte ich an der University of Washington in Seattle verbracht, wo ich mich mit einem anderen Projekt befasst hatte). Kurz zum Hintergrund meines Aufenthaltes in Paris:

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