Johann Widmer - Sandra

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Misserfolge gehören auch zu unserem Leben, das erfährt man schon in jungen Jahren. Da genügen ein paar Bauklötze, die den Gesetzen der Statik nicht trotzen können.
Ich kann nun die Bauklötze voller Wut in die Ecke schmeissen, aber ich kann auch geduldig mein Bauwerk nochmals aufbauen, diesmal die Gesetze der Schwerkraft beachtend und gelange zu einem Erfolgserlebnis.
Es kommt sehr darauf an, wie ich mit Erfolg, Misserfolg, Tiefschlägen, Lob und Tadel oder Schicksalsschlag umgehe. Ich kann kapitulieren, den Kopf in den Sand stecken und im Sumpf des Selbstmitleids ertrinken, aber ich kann auch wieder aufstehen, kann mich wehren, kann dem Schicksal trotzen. Dabei riskiere ich vielleicht alles, aber ich habe auch die Chance, alles zu gewinnen.
Wir haben die Wahl: Spieler oder Spielball zu sein.
Und wenn das Leben seine eigenen Wege geht kann man immer noch träumen.
In der Erinnerung liegen Traum und Wirklichkeit oft sehr nahe.
Bitte, lesen (träumen) Sie weiter …

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Ich fand es beschissen aber ich gehorchte. Die Geschichte kannte ich schon ein wenig, denn ich hatte mit etwa acht Jahren die Bibel zum zweiten Mal gelesen, aus Mangel an anderer Literatur und war vor allem beeindruckt von der altmodischen aber feierlichen Sprache Zwinglis.

Otto der Starke hätte den Religionslehrern und den Pfarrherren viel Ärger erspart, wenn er nicht darauf bestanden hätte, dass ich bei ihnen ein guter Christ und edler Mensch werde.

Der Herrgott der Juden imponierte mir, das war ein ganzer Kerl mit dem man sich raufen und herumbalgen konnte, aber das ganze Christentheater war mir zuwider. Angefangen von Weihnachten, dem Umsatzhoch des Kleinhandels und dem Fest der kitschigen Lieder, dann dieser arbeitsscheue Typ, dieser Wundermann und billige Jakob der da predigend im Land herumzog und schliesslich war da sein schmählicher Tod mit dem er alle unsere Sünden auf sich genommen habe, bis zu seiner Auferstehung die uns falsche Hoffnung machen soll. Wenn sich dann der Herr Pfarrer ereiferte musste ich oft lächeln, wenn ich mir jetzt meinen Vater vorstellte wie er da oben auf einer Wolke hockt mit einer Flasche Bier um den Hals zu entstauben …

Ich war kein beliebter Gast im Religionsunterricht aber ich ging ziemlich regelmässig hin um den frommen Mann zu ärgern. Das machte mir Spass, denn er verkörperte für mich die heuchlerische Gesellschaft der Braven und der hinterhältigen Schleimscheisser mit ihrer kranken Morallehre und hier hatte ich endlich eine Arena in der ich mich wehren konnte, auch ohne starke Arme und harte Fäuste. Ich war gemein und brutal bei meiner Abrechnung.

Im Konfirmandenunterricht, den auch Ida besuchte, war schon die Rede, dass man mich nicht konfirmieren werde, vor allem, weil ich mich weigerte, öffentlich ein Glaubensbekenntnis abzulegen. Ich glaubte weder an diese Kirche noch an die Auferstehung und die Kirche hätte mich so nicht in ihrem Schoss aufnehmen dürfen, aber sie war grosszügig und fand ein Hintertürchen. Statt einzeln das Glaubensbekenntnis abzulegen, wurde es vom Pfarrer vorgelesen und wir mussten im Chor „Ja“ sagen, ein einzelnes „Nein“ würde niemand hören. Das war mir eigentlich alles egal, wichtig war ja lediglich, dass Onkel Otto in den Kirchenrat gewählt wurde. Und siehe da, also geschah es auch.

Das einzig Schöne am Konfirmandenunterricht war, dass Ida auch dabei war und wir nach der Stunde, gemeinsam nach Hause gingen. Es machte mir Freude neben Ida, diesem hübschen Mädchen zu gehen, die so etwas wie meine Schwester gewesen war und nun plötzlich ein fremdes, geheimnisvolles Wesen geworden war. Wenn sich beim Nebeneinandergehen unsere Hände zufällig berührten, stieg eine angenehme Wärme in mir auf und führte dazu, dass sich die Zufälle mehrten und schliesslich kam der Abend, an dem sie meine Hand fasste und nicht mehr los liess bis wir vor ihrem Haus standen.

Ich war im siebten Himmel, ich war von Glück und einer seltsamen Freude durchdrungen, die mir neu war.

Umso schlimmer war dann für mich die Enttäuschung und der Absturz in die Höllengründe meiner Seele, als sie am nächsten Unterrichtsabend unter den Regenschirm des „Eicheliunder“ schlüpfte, ihn lachend am Arm nahm und sich von ihm nach Hause begleiten liess.

Nun es mochte ja nichts Ernsthaftes sein zwischen den Beiden, sie besuchten die gleiche Schule, gleiche Klasse und dass es ausgerechnet an diesem Abend regnen musste und ich keinen Schirm bei mir hatte, konnte ich von ihr nicht verlangen, dass sie an meiner Seite im strömenden Regen sich durchnässen liess.

Ich spazierte langsam nach Hause voller trüber Gedanken, die ich nicht einordnen konnte.. Ich fühlte mich krank und elend, mit wachsendem Selbstbedauern als ich spürte wie das Wasser durch mein Hemd drang und an meinem Körper herunterrieselte.

Dass ich die beiden beobachten musste, etwa drei Tage später, wie sie auf ihren Velos von der Schule kamen, eifrig diskutierend und lachend, das erfüllte mich mit Wut und Trauer. Ich glaubte, noch Stunden später ihr fröhliches und glückliches Lachen zu hören.

Schon in den ersten Tagen in der Sekundarschule fiel mir ein Schüler auf, der mir wohl den Platz als Klassenbester streitig machen würde. Er war ein ruhiger, keineswegs arroganter Typ, der sich bewusst zu sein schien, dass er nichts dafür konnte, dass er so gescheit war. Bei mir hatte sich in der letzten Zeit eine Tendenz bemerkbar gemacht, vor allem gegen das Ende der Primarschulzeit, dem Lehrer zu beweisen, dass er nicht allwissend war. Wehe er machte einen Fehler auf der Wandtafel oder einen Versprecher. Dann wurde er gleich von mir korrigiert und zwar auf eine Art, die ihn ins Lächerliche zog. Und die Mitschüler, eine Bande von Halbwilden und Holzköpfen spielte mit, indem alle lauthals zu lachen begannen und so den Lehrer richtig zur Sau machten. Ich genoss diese Augenblicke der Rache. Rache, wofür denn eigentlich?

Dass er mich nicht ans Gymnasium lassen wollte? Eigentlich störte mich das wenig. Dass er mich die ganze Schulzeit ungerecht, oft sadistisch und bösartig behandelt hatte? Ich weiss es nicht.

Mindestens drei Mal brachte ich den alten Mann zum Heulen, man sah die Tränen glänzen unter seiner grossen Brille, seine Stimme wurde leiser, rauer und schliesslich begann er zu husten und sich zu räuspern.

Meist verliess er an dieser Stelle das Zimmer fluchtartig unter dem Gebrüll der Wilden oder er haute mir eine runter, dass es klatschte. Auch diese Entgleisung war ein Triumph für mich und ich sonnte mich in der Woge der Bewunderung der Mitschüler.

Aber mir war nicht wohl dabei. Innerlich heulte ich vor Verzweiflung und ich schämte mich in Wirklichkeit in Grund und Boden. Was war ich denn für ein elender Mistkerl wie ich mit dem alten Mann (er war 65) umging.

Aber sobald er mir wieder Gelegenheit bot, machte ich ihn aufs Neue fertig. Er möge mir verzeihen, aber ihn damals um Verzeihung zu bitten wäre mir niemals eingefallen.

Damit ich ein bisschen unter die Leute komme (statt immer nur zu lesen) empfahl mir mein Onkel einer Jugendorganisation beizutreten, zum Beispiel bei den Pfadfindern.

Ich fand das toll und fragte gleich bei der „Pfadi“ an. So probehalber durfte ich dann dort mitmachen und ich fand vieles sehr spannend, vor allem das echt Pfadfinderische. Ich gab mir grosse Mühe mich einzupassen aber irgendwie war mir das Militärische, das in jenen Nachkriegsjahren noch im Zentrum stand richtig zuwider, diese Hierarchien, die was weiss ich wie begründet waren, dieser Kasernenhofton und diese Art von Freundschaft, die da gepflegt wurde, passten mir nicht. Zudem merkte ich, dass auch hier ein Klassendenken, ein Klassenvorurteil herrschte, der mich meiner Herkunft wegen ausschloss. Ich war grossmütig geduldet aber man liess mich merken, dass ich eigentlich nicht zu ihnen gehörte.

Der Turnverein hatte kein grosses Interesse an mir, zum Glück, denn gewisse Turngeräte, wie zum Beispiel der „Bock“ und der „Barren“ bereiten mir heute noch Angst und Unbehagen.

Bei den Jungschützen war ich mit Vaters Armeekarabiner nicht unbedingt eine Medaillenhoffnung, da ich immer beim Abdrücken die Augen schliesse, das hängt bei mir irgendwie zusammen ist aber der Treffsicherheit im Wege.

Da war noch die „Junge Kirche“ bei der Ida mitmachte. Sie versuchte mich immer wieder für diesen Verein anzuwerben, aber da war mein Vorurteil stärker. Ich hasste schon im Konfirmandenunterricht diese endlosen und sinnlosen Diskussionen über irgend eine Bibelstelle und da war es mir unvorstellbar dieses zweifelhafte Vergnügen zu meiner Freizeitbeschäftigung zu machen.

Als ich einmal mit Paul, meinem neuen Freund über dieses Problem sprach, meinte er, dass er das Richtige für mich wüsste, nämlich die Gruppe der „roten Pioniere“.

Ich musste gestehen, dass ich von der Existenz dieser politischen Gruppe noch nie etwas gehört hatte, aber es interessierte mich.

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