Wilfried Steiner - Schöne Ungeheuer

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Der Physiker Jan Koller wird am Vorabend eines Kongresses tot aufgefunden. Wenig später wird die Täterin verhaftet: Seine Forscherkollegin Jelena Karpova hat den Mord gestanden. Doch nicht alle sind von Jelenas Schuld überzeugt: Ihre Anwältin Eva Mattusch glaubt, dass Karpova durch ihr Geständnis den wahren Täter schützen will. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsjournalisten Georg Hollaus beginnt sie zu ermitteln.
Ihre Nachforschungen führen sie nach Genf und tief hinein in das faszinierende Forschungszentrum CERN. Sie tauchen ein in die Welt besessener Wissenschaftler, die nicht weniger ergründen wollen als die Entstehung des Universums, eine Sphäre voller komplexer physikalischer Theorien, aber auch reich an Eitelkeiten und Eifersucht. Verbirgt sich hier die Lösung des Rätsels um Jelena Karpova? Oder hat die Stadt Genf noch andere Antworten zu bieten? Schließlich wurde hier nicht nur Wissenschafts-, sondern auch Literaturgeschichte geschrieben: Zweihundert Jahre zuvor entstand in der Villa Diodati der Roman «Frankenstein», der von der Hybris der Wissenschaft erzählt und von ihrem Scheitern.
Die Literatur und die Naturwissenschaft, der Journalist und die Juristin: Sie alle treibt die Suche nach der Wahrheit um, nach der einen Erzählung, die alles erklärt. Wilfried Steiner gelingt es, diese konträren Welten zusammenzuführen in einem ebenso inspirierenden wie unterhaltsamen Roman, der den Blick weitet für die Wunder einer verborgenen Welt.

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„Das unnötige Aufschieben von Projekten, die man sich vorgenommen hat, die ständige Unterbrechung, das Sich-Verzetteln“, dozierte er einmal, „ist weit verbreitet. Und das häufig trotz vorhandener Gelegenheiten und Fähigkeiten, wie bei dir!“ Mir war nicht ganz klar, ob er Wikipedia zitierte oder einen seiner eigenen Psycho-Ratgeber. Ich senkte den Kopf, aber nicht wie ein ertappter Klient, eher wie ein Stier, bevor das Gatter geöffnet wird, und umklammerte die Stoffserviette, um meine Hände von anderen, gesellschaftlich weniger akzeptierten Tätigkeiten abzuhalten.

„Siehst du?“ Helga schaute mich triumphierend an.

Diese Frage fällt mir auch immer ein, wenn ich über Helga und Manfred nachdenke. Ich glaube nicht, dass sie in ihn verliebt war. In meiner Deutung war er genau das: ein Siehst-du-Freund, der immer dann herhalten musste, wenn Helga wieder einmal an meiner Therapieresistenz verzweifelte. Siehst-du-Freunde oder -Freundinnen sind in Beziehungen von enormer Wichtigkeit, man kann sich nach ihren verständnisinnigen Worten zurücklehnen, den Partner schweigend betrachten und hoffen, dass der unabhängige Blick von außen einen Veränderungsprozess in Gang setzt . Solche Zeilen würde ich schreiben, sollte ich jemals einen Ratgeber publizieren müssen, wovor mich das Schicksal bewahren möge.

Am 30. Juni 1908 gegen 7:15 Uhr Ortszeit fand im sibirischen Jenisseisk in der Nähe des Flusses Steinige Tunguska ein Ereignis statt, das die Welt so noch nicht gesehen hatte. Augenzeugen berichteten von mehreren hellen Lichtblitzen, einem blauweiß leuchtenden Objekt, das vom Himmel fiel, einem Sternschnuppenregen bei Tag, mehreren (bis zu vierzehn) Explosionen, die noch in fünfhundert Kilometern Entfernung wahrgenommen werden konnten, ebenso wie gleißende Feuersäulen. Ein alter Mann erzählte von einem steten Brummen, das immer lauter geworden und schließlich zu einem Grollen und Scheppern angeschwollen sei. Der Sternregen wurde immer intensiver und ließ die Sonne verblassen. Dann folgten die Blitze, so hell, dass nichts mehr sichtbar war außer dem Licht, gefolgt von einem ungeheuren Knall und einem Beben, das die Erde durchlief. In einem Umkreis von tausend Kilometern hörte man die Explosion, seismologische Stationen in Irkutsk, Tiflis, Jena und sogar in Washington und Potsdam zeichneten Erschütterungen auf. Es zeigte sich, dass die Druckwelle den Globus einmal umrundete. Ein ähnliches Phänomen gab es nur 1883 bei der Eruption des Krakatau. Über die Stärke der Detonation scheiden sich die Geister. Russische Wissenschaftler errechneten, dass sie der Energie von tausend Atombomben des Hiroshima-Typs entsprochen haben müsste.

Auf einer Fläche von über zweitausend Quadratkilometern wurden Schätzungen zufolge sechzig bis achtzig Millionen Bäume entwurzelt. Überraschenderweise waren im Epizentrum die Bäume zwar verkohlt, aber nicht umgeknickt. Aufrecht und schwarz hatten sie dem Feuersturm widerstanden, während ihre Zweige und Blätter binnen Sekunden verglüht waren.

Da die Region dünn besiedelt war, gibt es keine verlässlichen Opferzahlen. Manche sprechen von Hunderten verbrannten Rentieren, von Hirten, die samt ihren Zelten durch die Luft geschleudert wurden. Eine Quelle berichtet von zwei getöteten Menschen. An anderer Stelle heißt es: „Jemand brach sich den Arm, es gab einige blaue Flecken, und ein alter Mann starb vor Schreck. Ein günstigeres Verhältnis von Ausmaß der Katastrophe zu Anzahl der Verletzten wird man lange suchen müssen.“

In den folgenden drei Nächten war der Himmel hell erleuchtet, nicht nur am Ort des Geschehens, sondern weit darüber hinaus. Im fernen London konnte man mitten in der Nacht Zeitung lesen, im schottischen St. Andrews absolvierten einige stoische Golfspieler um drei Uhr früh ohne zusätzliche Beleuchtung ihre Runden.

Die naheliegende Erklärung für all diese Phänomene wäre der Aufprall eines schweren Meteoriten oder Asteroiden. Doch das musste man erst beweisen.

Manfred vertrat die Meinung, meine Fixierung auf den alten Knall , wie er das Ereignis nannte, hänge mit einem verdrängten Erlebnis in meiner Kindheit zusammen. Irgendetwas ganz Frühes, Schreckliches, das sich der kleine Bub nicht erklären konnte und das sein Vertrauen in die Welt quadratkilometerweit einknicken ließ. „Die plötzliche Abwendung der Mutter“, sagte er leise, als könnte mich die unerbittliche Wahrheit seiner Worte aus der Bahn werfen, „kann bei einem Kleinkind zu einer Todeserfahrung werden. Als Erwachsener suchst du nun auf einer verschobenen Ebene nach einer Erklärung für diesen Schock.“ Er lehnte sich zurück und legte die Fingerkuppen aneinander. Mein Blick suchte das scharfe Steakmesser, es lag in Reichweite, doch am Ende siegte wie immer die Vernunft und Manfred behielt seine Finger.

Helga betrachtete mich in solchen Momenten mit einer Mischung aus Empathie und Ungeduld. Einerseits war ich der bemitleidenswerte, schon als Baby traumatisierte Neurotiker, andererseits der renitente Starrkopf, der sich weigerte, Hilfe anzunehmen. Helga durfte auf eine wohlbehütete Kindheit zurückblicken, stets war sie von verständnisvollen Eltern verhätschelt und gefördert worden, und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Selbstbewusst, bildschön und klug, wie sie war, wurde sie von allen auf Händen durchs Leben getragen. Schon mit dreißig war sie leitende Chemikerin in einem angesehenen Konzern. Durch ihre regelmäßigen Besuche in allen möglichen Fitnesszentren sah sie fünfzehn Jahre jünger aus als ich, obwohl der Altersunterschied nur fünf Jahre betrug. Einzig bei der Partnerwahl hatte sie danebengegriffen.

Was genau der Grund war, warum sie mich letztlich verließ, darüber kann ich nur spekulieren. Ich hätte es in unserem sogenannten letzten Gespräch gerne herausgefunden, doch für Helga war alles so klar gewesen, dass sie es für unnötig gehalten hatte, ihre Motive im Detail vor mir auszubreiten.

„Aber du weißt es doch, Georg“, hatte sie gesagt.

Nachdem sie ausgezogen war, wartete ich auf den großen emotionalen Einbruch. Doch er kam nicht. Zwar vermisste ich sie in manchen Momenten; der tiefe Abgrund jedoch, in den ich zu stürzen fürchtete, tat sich nicht auf. Vielleicht ein weiterer Beweis für meine mangelnde Gefühlstiefe.

Möglicherweise hing es damit zusammen, dass meine innere Grundhaltung, für den Rest der Welt – aber besonders für Helga – eine Zumutung zu sein, sich allmählich auflöste. Oder nein, das stimmt nicht ganz. Ich saß abends auf dem Balkon, eine Zigarette in der Hand, ein Glas Wein vor mir auf dem Campingtisch, und empfand mich immer noch als Zumutung. Aber nur für mich selbst.

Manfred hätte das sicher als eine besonders perfide Form des Narzissmus interpretiert. Doch er war weg. Nie wieder musste ich ein Steak vor ihn hinstellen, mit dem gequälten Lächeln des Gastgebers wider Willen.

Nur Helgas Parfum in den Polstern hielt sich lange, gegen alle Naturgesetze.

Eine Art zerbrechliche Selbstgenügsamkeit stellte sich ein. Sollten die Tage doch hingehen, wie sie wollten.

Die große Veränderung stellte sich erst ein, als Herbert mich mit verschwörerischer Miene in sein Büro bat. Das war unüblich. Ging es etwa um so lebenswichtige Angelegenheiten wie einen Relaunch des Layouts?

Weit gefehlt.

Alles fing an.

ZWEI

Die ersten Forschungen am Schauplatz begannen erst neunzehn Jahre später.

In einer alten sibirischen Zeitung, die ihm 1921 zufällig in die Hände fiel, entdeckte der Meteorologe und Meteoritenforscher Leonid Alexejewitsch Kulik einen Bericht, der seine Neugier entfachte: Er las über eine rätselhafte Himmelserscheinung. Im Jahr 1908 sei in der Nähe der Ortschaft Kansk in Ostsibirien ein riesiger Brocken auf die Erde gestürzt. Es gebe zahlreiche Zeugen. Sogar Passagiere der Transsibirischen Eisenbahn, deren Trasse Hunderte Kilometer vom Einschlagsort entfernt verlief, hätten ein Zittern der Schienen und ein Schlingern der Waggons wahrgenommen. Einige sprachen von einem rotglühenden Objekt, das aus dem Boden der Taiga ragte. Professor Kulik wusste sofort, was geschehen war.

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