Viktor Kolupajew - Die Schaukel des Eremiten

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Die Schaukel des Eremiten: краткое содержание, описание и аннотация

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Die Handlung Die Helden eine Zeitungsverkäuferin, die die Zukunft nicht nur voraussehen, sondern auch beeinflussen kann;
ein Architekt, der eine undankbare Stadt verlassen will und es dennoch nicht vermag;
ein Schriftsteller, dessen Geschichten gegen seinen Willen von anderen geschrieben werden;
ein Mann, dem sich eine Parallelwelt auftut, in der er glücklicher wäre und die tödlich für ihn ist, und die Besatzung eines Raumschiffes, die auf einem fernen Planeten geheimnisvolle Maschinen unirdischer Herkunft vorfindet und sich mit unerklärlichen, gespenstischen Vorgängen konfrontiert sieht.

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Als es bis zur Zentralstation etwa noch zwei Kilometer waren, wurde er noch einmal gerufen: „Erli! Lebst du noch? Du bist es doch selbst, Erli?“

„Ich bin’s, Erli. Hast du ausgeschlafen, Eva? Wo bist du jetzt?“

„Erli! Nimm mich mit! Führ mich weg von hier! Mach mit mir, was du willst, aber bring mich fort von hier! Ich verliere den Verstand! Ich begreife überhaupt nichts mehr!“

„Wo bist du, Eva?“

„Ich sitze am Verbindungspult, Erli, so hat es Nik in seiner Mitteilung an mich hinterlassen. Seit einer halben Stunde sitze ich hier. Niemand ruft mich. Als wären alle gestorben oder wieder mal verschwunden.“

„Wir dachten, du schläfst.“

„Hast du sie gesehen, Erli?“

„Wen?“

„Esra und Jumm.“

„Ja — hab’ ich gesehen.“

„Eben sind sie vom Verbindungspult weggegangen. Bring mich von hier fort! Schließlich haben wir ja eine Rakete. In drei Monaten kommt die ›Warszawa‹.“

„Eva, was ist mit dir los? Beruhige dich. Ich werde schnell bei dir sein! Erst muß ich jedoch zu Nik, Esra und Jumm gibt es nicht mehr. Sie können nicht umherlaufen. Sie sind nicht mehr da.“

„Das heißt also, ich habe den Verstand verloren. Dann bleibt mir nur noch dieser Blaster hier.“

„Untersteh dich, Eva! Hörst du? Untersteh dich!“

12

Der Hubschrauber Svens raste mit großer Geschwindigkeit durch die Nebelhülle. Unten war, wohin auch das Auge blickte, die endlose Weite der Selva.

Sven beunruhigte ein bestimmter Umstand. Er kannte das Gelände gut und hatte auch die Karte zur Hand. Doch von Zeit zu Zeit bemerkte er unter sich irgendwelche unbekannten Gebilde: Seen, abgebrannte Stätten, die auf der Karte nicht eingezeichnet waren.

Henry war verstummt und meldete sich nicht. Er hatte nichts zu tun, die Verbindung funktionierte sowieso nicht. So dazusitzen und die Hände in den Schoß zu legen wurde allmählich unerträglich. Sven hüllte sich gleichfalls in Schweigen. Ihm kam nicht ein einziger, für ein Gespräch tauglicher Gedanke in den Kopf…

Wenige Minuten nachdem sie die erste Energiebarriere überwunden hatten, kamen sie an eine zweite, deren Überwindung beinahe mit einer Katastrophe geendet hätte: Sven war einen Moment lang bewußtlos geworden, und der Hubschrauber begann zu sinken. Glücklicherweise hielt die Bewußtlosigkeit nicht lange an, so daß die Sache harmlos verlief.

Etliche Kilometer vor der zweiten Basis trafen sie auf eine dritte Energiebarriere.

Henry war bereit, sich ohne Fallschirm in die Tiefe fallen zu lassen, als die Kuppeln der zweiten Basis auftauchten. Doch es wurde sofort deutlich, daß sich im Terrain der zweiten Basis die Selva ausgebreitet hatte. Die Schutzaggregate funktionierten nicht.

Der Hubschrauber ging bei der Kuppel des Wohngebäudes in die Tiefe. Sicherlich war das Heulen seines Motors in der gesamten Basis zu hören, doch kein Mensch erschien unter den durchsichtigen Kuppeln. Sie flogen langsam um die ganze Kuppel des Wohngebäudes. Es war verständlich, daß sie hier von niemandem begrüßt werden konnten. Ringsherum gab es Spuren der Zerstörung. Die Kuppel selbst war an vielen Stellen beschädigt und wies meterlange Risse auf. Es waren zerbrochene Balken und zerstörte Zwischenwände aus Eisen und Beton zu erkennen, ebenso beschädigte Möbel und zerbrochene Apparaturen.

„Was soll das bedeuten?“ brachte Henry hervor, mit Mühe die Worte formend.

„Selva ist und bleibt eben Selva“, flüsterte Sven.

„Laß mich ‘raus!“

„Henry, ich lasse dich sofort ‘raus. Aber vorher stellen wir noch einen Plan auf. Kannst du mit einem Flammenwerfer umgehen? Dann nimm einen mit. Am besten wird es sein, wenn du durch die Risse der Kuppeln einsteigst. Drinnen sind wahrscheinlich nicht allzu viele von diesen Gleitern.“

Sven machte ihm den Gürtel fest, gab ihm einen Flammenwerfer in die Hand und hing ihm einen Blaster um.

„Entferne dich nicht allzu weit von den Spalten. Schlimmstenfalls schaffst du dir eine neue Öffnung. Jetzt ist ja sowieso schon alles egal“, gab er Wirt mit auf den Weg und ließ ihn aus der geöffneten Kabine mit der Strickleiter hinab.

Wirt stand auf dem Rondell der zweiten Gebäudestufe, wo sich die Türen zu den Zimmern der Mitarbeiter befanden. Es waren insgesamt zwölf Türen. Doch nur vier von diesen Zimmern waren noch kürzlich von Menschen bewohnt gewesen.

Er öffnete die Tür zu Osas Zimmer, und im Nu stürzte sich irgend etwas auf ihn. Über seinem Kopf polterte es, und dieses

„Etwas“ ließ sich zu seinen Füßen hinplumpsen, krümmte sich ein bißchen, zuckte zusammen und gab einen üblen Geruch von sich. Sven feuerte rechtzeitig einen Schuß ab.

Es wäre richtig gewesen, jetzt mit dem Flammenwerfer im Zimmer hin und her zu feuern und erst dann hineinzugehen.

Dann wäre aber alles verbrannt, was Osa einst umgeben hatte.

Henry ging durch den Schleim und betrat das Zimmer. Alle Möbelstücke waren beschädigt und umgestürzt. Er konnte keinen einzigen Gegenstand finden, der nicht lädiert gewesen wäre. Die niedrige, ehemals so weiche Couch war zerfetzt, der in die Wand eingelassene Kleiderschrank herausgerissen und lag umgeworfen auf dem Boden. Henry drehte ihn um und öffnete ihn vorsichtig. Er war vollkommen leer. Das Nachtschränkchen war umgestülpt, seine Füße zeigten nach oben, es lag auf dem Tonbandgerät. Ein Tonband war nicht darin. Ein nutz- und wertloser Gegenstand. Henry blieb noch einige Minuten stehen und blickte sich in dem Raum um, als hinter ihm ein Schuß zu hören war.

Sven saß auf dem Boden des Hubschraubers und ließ ein Bein heraushängen, mit dem Rücken hatte er sich an den Türrahmen gelehnt, und von Zeit zu Zeit drückte er auf den Abzugshahn des Flammenwerfers.

Von oben aus konnte er sehr gut sehen, was sich unter der beschädigten Kuppel zugetragen hatte. Es war sinnlos, die Kuppel jetzt noch irgendwie zu schonen. Er feuerte einfach durch den durchsichtigen Plast hindurch. Die „Säckchen“, wie man sie hier genannt hatte, spürten irgendwie die Anwesenheit eines Menschen, sie glitten und purzelten jetzt in alle Spalten des Wohngebäudes. Im allgemeinen erreichten sie ihr Opfer durch einen Sprung, obwohl sie keine Füße hatten. Wenn der vordere, kopflose Teil des Säckchens sein Opfer erreicht und berührt hatte, wendete es sich um, indem es sein Opfer fest umschloß, und fing dann an, es mit seiner gesamten Innenhaut in sich aufzunehmen und zu verdauen. Um das nächste Opfer anzugehen, hatte es nicht nötig, sich wieder umzuwenden.

Seine Innenhaut war jetzt das, was eben noch die äußere gewesen war.

„Henry! Geh nicht zu weit weg!“ rief Sven. „Ich kann sie nur noch ungefähr fünf Minuten in Schach halten. Länger schaffe ich es nicht. Hörst du mich?“

Wirt ging schweigend durch die leeren Zimmer.

„Hörst du mich nicht?“ rief Sven abermals in einer Pause zwischen den Schüssen.

Henry winkte mit der Hand, was soviel bedeutete wie ›Ich höre‹. Sein Herz schlug aufgeregt. Eines der Zimmer war leer, absolut leer. In der Außenwand entdeckte er neben einem Durchbruch einige saubere, nicht ausgefranste Öffnungen. Hier hatte jemand mit dem Blaster geschossen. Und der Durchbruch selbst war mit dem Flammenwerfer gemacht worden.

„Henry, halt dich am Gürtel fest!“ schrie Sven. „Es sind zu viele!“

Wirt sah sich um. Die unansehnlichen „Säcke“ kamen mit gezielten Sprüngen auf ihn zu. Er richtete einen Feuerstrahl auf sie und drückte so lange auf den Abzugshahn, bis die brennbare Flüssigkeit aufgebraucht war. Dann warf er den wertlos gewordenen Flammenwerfer weg, sprang ein Stück fort und klammerte sich an den Gürtel zum Hochziehen. Sven, der den Flammenwerfer nicht einen Augenblick aus der Hand legte, ging mit dem Hubschrauber etwa in eine Höhe von fünf Metern über der Kuppel und zog Wirt erst dann in die Kabine. Er sagte kein Wort zu ihm und fragte ihn auch nichts. Henry sollte selbst entscheiden, wann sie den Rückflug antreten wollten.

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