Gemma Malley - Das letzte Zeichen

Здесь есть возможность читать онлайн «Gemma Malley - Das letzte Zeichen» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: Старинная литература, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Das letzte Zeichen: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Das letzte Zeichen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Das letzte Zeichen — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Das letzte Zeichen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

»Mein Vater«, sagt sie. »Mein Vater ist …« Sie weiß nicht, wie sie den Satz beenden soll, weiß nicht, wo ihr Vater ist.

»Ich bin dein Vater, Evangeline«, sagt der Mann sanft, aber bestimmt. »Der Mann, mit dem du gekommen bist, um den kümmert man sich. Er braucht unsere Hilfe, und du willst doch, dass wir ihm helfen, oder? Du willst, dass wir allen Menschen helfen, die mit dir gekommen sind.«

Sie nickt. Die Wärme dringt ihr bis in die Knochen, sie ist berauschend. Schon lange ist ihr nicht mehr so warm gewesen.

»Hast du Hunger, Evie? Sollen wir etwas essen gehen?«

Dieses Mal hat die Frau gesprochen; ihr Blick ist forschend und macht Evie verlegen. Evie nickt wieder. Die Frau sieht erfreut aus. Sie streckt die Hand aus, und Evie nimmt sie.

»Gut«, sagt der Mann, der sie hereingetragen hat. »Gut. Jetzt wartet bitte hier. Da sind noch mehr. Bitte habt Geduld …«

Evie erwachte und blickte sich um. Sie lag in einem ziemlich kleinen Zelt mit cremefarbenen Wänden und Zeltdach, auf einer Matratze mit Baumwolllaken. Neben ihr lag Raffy, immer noch in tiefem Schlaf, und gab mit seinen gleichmäßigen Atemzügen einen ruhigen Rhythmus vor. Sie waren allein. Seit sie hier angekommen waren, war nicht mehr die Rede gewesen von Gefangenschaft, keine Fesseln mehr, keine Drohungen. Und doch hatte Evie jetzt mehr Angst als je zuvor – nicht um sich selbst. Seit sie die Wahrheit über ihre Vergangenheit erfahren hatte, sorgte sie sich kaum mehr um ihre Zukunft. Sondern um die anderen … Raffy, Lucas …

»Morgen.« Raffy schlug die Augen auf, mit dem gewohnten schiefen Grinsen im Gesicht, sodass Evie unwillkürlich lachen musste. Mit diesem Grinsen war sie jahrelang in ihrem Baum begrüßt worden, dieses Grinsen hatte sie, so kam es ihr vor, fast ihr ganzes Leben lang beruhigt, getröstet und geneckt. Raffy war das einzig Beständige gewesen, der Einzige, auf den sie sich verlassen, mit dem sie offen sprechen und dem sie sich anvertrauen konnte. Doch jetzt, hier, jenseits der Stadtmauer, wo sie sein konnten, wer sie wollten … Da fühlte es sich irgendwie anders an.

»Schau«, sagte er und lächelte. »Wir sind ganz allein.«

Er packte sie, zog sie an sich und schlang die Arme um sie. Doch sie drehte den Kopf weg, sodass sein Gesicht ihren Nacken berührte anstatt …

Anstatt ihre Lippen?

Sie runzelte die Stirn. Früher, in der Stadt, da hatten sie sich die ganze Zeit geküsst. Küsse, die voller Hoffnung waren, voller Verzweiflung und Sehnsucht. Küsse, die sie miteinander verbanden, selbst wenn sie auseinandergerissen wurden. Küsse, die von ihrem Zusammenhalt sprachen, von ihrem festen Glauben aneinander und von ihrem Aufbegehren gegen das Leben, das ihnen vorgeschrieben war.

Aber seit sie hier waren, seit sie in Base Camp angekommen waren, hatten ihre Lippen sich noch nicht einmal flüchtig gestreift.

Evie wusste, dass das nicht Raffys Schuld war; dass nicht er im letzten Moment den Kopf wegdrehte, das Thema wechselte, sich stattdessen in eine Umarmung flüchtete oder einen Scherz machte. Doch sie wusste nicht, warum sie das tat.

Sie schloss die Augen und atmete tief durch. Sie hatte davon geträumt, einmal so mit Raffy dazuliegen, hatte von einer Welt geträumt, in der so etwas möglich war. Jetzt aber empfand sie seine Arme um sie herum mit einem Mal beengend; sein Atem kitzelte sie am Hals; er erstickte sie, zog sie hinunter, wo sie doch unbedingt …

Wo sie doch unbedingt was?

Und dann wusste sie, was sie tun musste.

»Raffy«, begann sie leise. »Ich muss dir etwas sagen.«

»Ich muss dir auch etwas sagen.«

»Ach ja?« Evie sah ihn besorgt an.

Er grinste. »Ich muss dir sagen, wie sehr ich dich liebe. Und ich muss dir sagen, wie schön du bist.« Er zog sie wieder an sich, küsste sie und sie erwiderte den Kuss. Sie beugte sich zu ihm hin, und er zog ihr das alte T-Shirt aus, in dem sie geschlafen hatte, zog sein eigenes Hemd aus, und ihre Haut an seiner Haut fühlte sich so wunderbar an, so gefährlich und so richtig. Und als sie sich hinlegte, suchte er ihren Blick und sah ihr so eindringlich und tief in die Augen, dass sie das Gefühl hatte, er könnte es vielleicht sehen, wusste es vielleicht schon, hatte sich vielleicht damit abgefunden und ihr vergeben. Und dann wusste sie, dass es so sein musste, denn er war in ihr und sie waren eins, und die Wellen, die durch ihren Körper strömten, verzehrten sie, ließen sie aufschreien und sich an Raffy klammern wie an ein Rettungsboot, als wäre er ihre Erlösung. Und dann weinte sie, Tränen der Freude, aber auch noch etwas mehr, und als Raffy die Tränen wegküsste, kamen immer neue, bis ihre Wangen, ihr Hals und das Kissen unter ihrem Kopf nass waren.

»Weine nicht, Evie. Wein’ doch nicht«, flüsterte Raffy. »Alles wird gut. Alles wird wieder gut.«

Und Evie nickte, weil sie ihm glauben wollte. Sie musste ihm glauben.

»Und was war es, was du mir sagen wolltest?« Er grinste, rollte sich zur Seite und küsste sie noch einmal. »Meine wunderschöne Evie. Was ist?«

Sie schloss die Augen und schlug sie wieder auf. »Ich muss dir etwas erzählen, was passiert ist. In der Nacht, als wir geflohen sind.« Ihre Stimme bebte.

Raffys Miene verdüsterte sich leicht. »Ach, ich weiß doch, was in der Nacht passiert ist«, sagte er und drehte sich weg. »Ich weiß, dass ich Lucas unrecht getan habe. Und du hast getan, was du tun musstest. Ich …« Er schluckte und drehte sich wieder zu ihr. »Schau, das spielt doch keine Rolle, oder? Wir sind frei. Wir sind hier. Und wir haben uns.«

Evie nickte. Vielleicht hatte er recht. Vielleicht spielte es ja keine Rolle. Aber sie wusste, dass es doch eine Rolle spielte. Er liebte sie, aber er wusste nicht alles. Die Liebe war nicht echt. Noch nicht.

»Ich habe Lucas geküsst«, sagte sie.

Raffy lachte. »Ich weiß. Ich habe euch gesehen. Aber das war nicht in der Nacht, als wir geflohen sind. Es war bei der Arbeit. Ich habe euch gesehen, weißt du noch? Es hat mir nicht gepasst, aber du warst schließlich mit ihm verlobt. Du konntest nicht anders. Das weiß ich.«

Evie schüttelte den Kopf. »Das meine ich nicht. Ich habe ihn geküsst, als er zu mir nach Hause kam, in meinem Zimmer. Als er mir gesagt hat, wir beide müssten fliehen.«

Raffy bewegte sich nicht. Seine Miene blieb unverändert. Eine Sekunde lang, eine selige Sekunde lang dachte Evie, dass sie sich vielleicht zu viele Gedanken gemacht hatte, und dass Raffy verstand, dass er verstand, dass ein Kuss nichts zu bedeuten hatte … Aber dann sah sie seine Augen; sah, dass sie fast schwarz geworden waren und dass seine Miene nicht so unbewegt blieb, weil er verstand, sondern aus Wut – aus rasender, alles verzehrender Wut.

»Du hast ihn geküsst?« Er starrte sie an. Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, seine Miene war so kalt wie Eis. »Du hast Lucas … geküsst?«

»Ich … ich weiß nicht, wie das passiert ist«, hörte Evie sich sagen. »Ich wollte das nicht. Es ist einfach …«

Raffy stand auf. »Ich habe dir vertraut. Mehr als irgendjemandem sonst. Es war mir egal, ob sonst noch jemand auf der Welt war, solange nur du da warst. Und jetzt … jetzt erfahre ich, dass du meinen Bruder geküsst hast?«

Auch Evie stand auf, wickelte ein Laken um sich und streckte die Hände nach Raffy aus. »Es tut mir leid. Ich wollte es dir sagen, dir erklären. Ich liebe dich, Raffy. Nur dich. Aber ich musste es dir sagen. Ich musste …«

»Du liebst mich? Du weißt gar nicht, was Liebe ist«, spie er aus und zog die schlecht passenden Sachen an, die Linus ihm geliehen hatte. »Ich weiß nicht mal mehr, wer du eigentlich bist.«

Evie versuchte es noch einmal – ihn zu berühren, ihn dazu zu bringen, dass er sie ansah, ihr verzieh, aber er schüttelte sie ab. »Ich … ich gehe spazieren«, verkündete er wütend und marschierte aus dem Zelt.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Das letzte Zeichen»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Das letzte Zeichen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Robert Masello - Das letzte Relikt
Robert Masello
Yrsa Sigurdardottir - Das letzte Ritual
Yrsa Sigurdardottir
Michael Chabon - Das letzte Rätsel
Michael Chabon
J.P. Conrad - Das letzte Mahl
J.P. Conrad
Winfried Wolf - Das letzte Opfer
Winfried Wolf
Günther Kernhoff - Das letzte Opfer
Günther Kernhoff
Bernhard Giersche - Das letzte Sandkorn
Bernhard Giersche
Harald Schneider - Das letzte Mahl
Harald Schneider
Hans Heidsieck - Das letzte Signal
Hans Heidsieck
Отзывы о книге «Das letzte Zeichen»

Обсуждение, отзывы о книге «Das letzte Zeichen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.