Marlene Streeruwitz - Die Schmerzmacherin

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Leute werden verschleppt, verschwinden, werden eingesperrt oder gefoltert. Amy arbeitet für einen privaten Sicherheitsservice, sie kann die Korruption und Gewalt nur ahnen, die sich als Abgrund hinter den geheimen Operationen abzeichnet. Als sie beschließt auszusteigen, gerät sie endgültig in die Fänge einer undurchsichtigen, aber brutalen Organisation.
Amys Verlorenheit korrespondiert mit dem Ringen um die Wahrnehmung der Realität. Was kann sie glauben? Wer ist sie selbst? Und vor allem: Was passierte an dem Tag, an den sie sich nicht erinnern kann?
Marlene Streeruwitz entwirft in ihrem meisterhaften Roman ein unheimliches und unvergessliches Szenario und fragt nach dem Ort des Individuums in einer zunehmend privatisierten Öffentlichkeit.
>Die Schmerzmacherin.< wurde mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

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Sie drehte den Verschluss der flask zu und hielt die Flasche kopfüber. Der Verschluss blieb trocken. Das wäre etwas gewesen, wenn mitten im lustigsten Rollenspiel plötzlich der Wodka aus ihrer Tasche zu tropfen begonnen hätte. Sie würden gerade die Sicherheitsanforderungen der Übersiedlung eines IT-Dienstleisters durchspielen. Sie wäre die Leiterin der human resources des Auftraggebers und die Schwachstelle. Sie musste ja immer die Schwachstelle spielen, und es würde zu riechen beginnen. Leder in Wodka eingeweicht, und dann würde es tropfen. Die Tasche würde auf der Lehne ihres Sessels aufgehängt sein, und es würde sich ein kleiner feuchter Fleck auf dem Spannteppich unter der Tasche bilden. Zuerst würde nur sie es bemerken. Aber sie konnte sicher sein, dass Cindy und Gregory es zugleich sehen würden. Die Fragen würde Heinz stellen, und Anton traf dann die Entscheidung. Die Tasche würde auf den Tisch gelegt werden. Wahrscheinlich holte Cindy irgendwelche Tücher. Küchenrolle. Klopapier. Cindy würde Gertrud anrufen, und die würde das bringen, und dann würde die Tasche ausgeräumt. Alles fein säuberlich auf den Tisch gelegt. Und.

Sie schaute auf. Jemand schaute sie an. Sie sah hinter dem Fenster hoch oben in dem Gang ein Gesicht. Es war die Frau aus dem locker room. Sie schaute von oben auf sie herunter. Sie schaute hinauf. Sie sahen einander an. Sie wollte winken. Oder lächeln. Oder springen und» juhuu «rufen. Die Frau sah sie unverwandt an und verschwand dann. Sie ging schnell durch den Gang davon. Sie wollte laufen. Sie zwang sich aber, langsam zu gehen und die Tapetentür normal hinter sich zu schließen und nicht in Panik zuzuwerfen. Gregory kam gerade die Stiegen herunter, als sie versuchte, die Türklinke wieder in das Schloss einzusetzen. Wo sie denn wieder geblieben sei. Die Sitzung. Sie holte ihr handy aus der Tasche und klappte es auf. Es war 9.59 Uhr. Sie hielt Gregory das handy hin. Ja, ja, meinte der. Aber man erwarte ein gewisses Interesse. To show interest. Da wäre es auch einmal gut, zu früh zu kommen. Nein, sagte sie.»No. I don’t think so. «Wäre das nicht genauso unpräzise, wie zu spät zu kommen. Imprecise.»Wouldn’t that show bad manners also. «Gregory probierte die Klinke aus. Er nahm sie dann um die Schultern. Schob sie die Stiegen hinauf.»That’s hairsplitting, my darling. «sagte er beim Schieben.»And you know it. «Sie spürte seine Hand mitten im Rücken und lehnte sich dagegen. Er schob kräftig und zog die Hand dann weg. Sie brauchte die Balustrade, nicht die Stiegen zurück hinunterzustürzen. Bis sie sich abgestützt hatte und gerade dastand, war Gregory schon auf dem Stiegenabsatz und lief rechts hinauf. An der Wand des Absatzes hing ein Bild des Laokoon mit seinen Söhnen. Das Bild in einem dunkelbraunen Rahmen. Fast schwarz. Die Körper der Männer bräunlich vergilbt. Die Schatten grau. Der Hintergrund ein dunkles Ocker. Das Bild füllte die Wand aus. Sie zog sich an der Balustrade hinauf. Durch die Säulchen konnte sie Gregorys Beine sehen, wie er rechts hinaufhastete. Sie stieg links die Stiege hinauf. Sie fühlte sich verletzt, obwohl nichts passiert war. Sie hätte davongehen sollen. Noch in der Halle hätte sie es sagen sollen. Sie fühlte den Trotz sich ausbreiten. Ein Widerwille. Brust und Kopf und der Hals nicht zu spüren. Der Kopf war durch den fühllosen Hals von der Brust getrennt, und sie musste darüber lachen. Sie dachte, sie könnte ihren Kopf auch unter dem Arm tragen und so in den Sitzungssaal gehen. Sie ging laut mit den Absätzen klappernd über den Terrazzoboden des Gangs zum Sitzungssaal. Die Tür stand offen.

Ihr Eintritt blieb unbemerkt. Alle saßen weitverstreut an dem riesigen Konferenztisch. Der Tisch war für 34 Personen. Sie hatte das gezählt. Jetzt waren. Sie setzte sich an das untere Ende und begann zu zählen. Anton und Heinz oben. Cindy bei ihnen. Mit dem Rücken zu den großen Fenstern. Cindy beachtete jeden Vorteil. Cindy war eine Art lebendes Lehrbuch. Sie schaute Cindy an und dachte, dass sie nur so hinsehen hätte müssen wie jetzt gerade und sie hätte alles lernen können. Ob sie dann aber auch so aussehen musste wie Cindy. Cindy war mager. Cindy war nicht schlank. Sie war mager. Sie schaute zum Fenster hinaus. Draußen. Der Schnee auf den Dächern der Baracken und Hallen. Alles hatte diese Weihnachtsfestlichkeit. Die Sonne ließ die Schneedächer glänzen und die langen Eiszapfen schimmern. Wann war jemand mager und wann schlank. Die Betsimammi war auch mager.

«Worst case scenario. «hörte sie. Ein Mann rechts oben donnerte.»We have here a worst case scenario and we are helpless. «Sie schaute zu Gregory. Gregory sah dem Mann rechts oben zu. Er beobachtete ihn und wandte sich dann Anton zu. Anton schaute auf den Notizblock vor sich hin.»Ja. «sagte Anton. Hilflos. Das wäre der passende Ausdruck. Nun wüssten aber alle, wie die Lage sei, und man könne mit dem Programm fortfahren. Cindy stand auf und stellte sich ans Fenster. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und schaute die Männer an. Jeden einzeln. Alle sahen sie an. Sie trat einen Schritt an den Tisch zurück. Dann wandte sie sich brüsk wieder dem Fenster zu. Sie könne sich nicht so leicht abfinden. Ihr reiche ein Bericht nicht. Sie wolle alles wissen. Da wäre nichts zu wissen, sagte Heinz. Es wüsste ja niemand etwas. Auch Cindy müsse sich damit zufriedengeben. Es gäbe immer einen Weg. Immer eine Möglichkeit. Cindy stand wieder am Fenster. In diesem Fall nicht, sagte Gregory. Und dass er Cindy verstünde. Er sympathisiere mit ihr. Es sei immer ein neuer Horror, wenn ein Kamerad in die Hände des Feinds falle. In diesem Fall wäre Grotowski allerdings in die Hände der befreundeten Regierung gefallen, was aber die Sache noch schlimmer mache. Was die Sache noch schlimmer machen könne. Cindy setzte sich. Wenigstens Zigaretten könne man schicken, sagte sie böse. Gregory beugte sich über den Tisch ihr zu. Das mache die British Embassy routinemäßig. Wenn etwas funktioniere, dann die Versorgung von britischen Staatsangehörigen in ausländischen Gefängnissen mit Zigaretten. Es gäbe jeweils einen eigenen attaché dafür. Gregory war schon wieder ironisch geworden. Cindy saß zusammengesunken da. Heinz schaute auf. Grotowski wäre Nichtraucher gewesen. Cindy schlug mit der Hand auf den Tisch. Gregory zuckte mit den Achseln.»Ja dann. «sagte er auf Deutsch. Cindy drehte sich um und lehnte sich über die Rückenlehne ihres Sessels. Sie schaute über den Hof in die Hügel hinter den Feldern. Alle blieben still.

Amy, sagte sie sich. Amy. Wenn du Führungsqualitäten an den Tag legen willst. Bei dem Wort» Führungsqualitäten «hätte sie gerne nach dem Wodka gegriffen. Überhaupt hätte sie gerne diese flask. Diesen Flachmann in der Hand gehalten. So wie andere mit Zigaretten hantierten. Aufschrauben und wieder zuschrauben. Gedankenverloren schwenken und ansehen. Amy, jetzt solltest du die Angelegenheit an dich reißen. Jetzt war der Augenblick für einen Auftritt. Die Frage war ja nur, wie ging man da mit Cindy um. Cindy musste benutzt werden. Denn. Cindy hatte gewonnen. Diesen Teil der Sitzung hatte Cindy gewonnen. Cindy hatte es erreicht, dass alle still blieben, solange sie so brütend dasaß. Aber. Cindy hatte die Führung so gebündelt, dass man sie ihr aus der Hand nehmen konnte.

Sie beugte sich vor.»Ist genügend Repräsentanz vor Ort?«, fragte sie. Wäre denn jemand von der Firma für Grotowski da, und würde die rechtliche Vertretung von Grotowski wirklich von den Besten wahrgenommen. In jedem Fall sollte zumindest ein britischer Anwalt die rechtliche Vertretung organisieren.

Alle wandten sich ihr zu. Gregory rasch. Anton und Heinz sahen einander an und drehten sich dann zu ihr. Der Mann am oberen Ende des Tischs schaute von seinen Papieren auf. Cindy stand auf und ging zum Fenster. Das wäre doch alles gleichgültig, sagte sie. Es wüssten doch alle, wie gleichgültig eine solche Vertretung wäre. Und alle hier im Raum wüssten, dass es gleichgültig wäre. Jeder wüsste, was in den ersten 3 Tagen mit einem Verhafteten passierte. Das machten sie schließlich als Beruf, und hier ginge es um Korruption. Ob es jemanden gäbe, der sich in dem Dschungel von Korruption da auskennte und die richtigen Leute bezahlen könnte. Die richtigen. Wohlgemerkt. Cindy drehte sich herum und schaute zu Anton und Heinz. Die schauten auf die Papiere vor sich. Anton ließ die Schultern hängen. Heinz setzte sich auf und straffte die Schultern. Er nickte und drehte sich zu Anton. Cindy ging an das flipchart und schaute auf das leere Blatt. Alle schauten wieder auf sie. Sie stand. Dann wandte sie sich in einer schnellen Drehung dem Tisch zu. Sie stand vorgebeugt und sah jedem der Männer ins Gesicht. Einzeln. Und jeder sah ihr ins Gesicht zurück. Sie konnte den Blick von jedem einzelnen Mann halten. Anton und Heinz sowieso. Aber auch Gregory war von ihr gefangen, und die Männer am anderen Ende des Tischs drehten ihre Köpfe zu ihr. Das wäre also die Reaktion, wenn einer von ihnen in Gefahr geraten wäre. In richtige und wirkliche Gefahr. Cindy richtete sich aus ihrer lauernden Haltung auf und ging an das Fenster zurück. Sie lehnte sich an das Fensterkreuz und hielt sich am Fensterbrett fest. Gegen das blendende Weiß von draußen war sie ein dunkler Umriss. Ihre blondierten Haare eine dünne Wolke um den Kopf. Cindy ließ den Kopf hängen. Wenn es nach ihr ginge. Sie schien zu ihren Schuhen zu sprechen. Wenn es nach ihr ginge. Sie würde alles mobilisieren. Und am besten bräche sie jetzt gleich auf. Sie bräuchte ein ordentliches briefing von Gregory. Sie hob den Kopf und sagte noch einmal» ordentliches briefing.«»A solid and full briefing about every little detail concerning this arrest. «Alle weiteren Informationen könnten ihr ja dann an Ort und Stelle übergeben werden. Gregory lehnte sich zurück. Ob sie in Betracht zöge, dass sie als Frau für so eine Mission nicht in Frage käme. Wenn jemand da hingeschickt würde, dann sicherlich keine Frau, mit der niemand überhaupt reden würde. Cindy lächelte Gregory arrogant an. Es gäbe immer noch Kontakte da, die sich daran erinnern könnten, dass Frauen Menschen seien. Es käme nicht in Frage, sagte Gregory. Er wiederholte es auf Englisch.»Under no circumstances. «Das Auftauchen einer renegaten Kommunistin würde die Sicherheit von Grotowski noch mehr desavouieren. Es wäre wahrscheinlich sogar günstig, Grotowskis Biographie zu unterdrücken. Wenn die afghanischen Behörden herausfänden, dass Grotowski als Vopo in der DDR begonnen hätte, dann würde ihm ohnehin gleich die Gurgel durchgeschnitten. Nein. Nein. Grotowski wäre der Angestellte der Allsecura. Das wäre ein britisches Unternehmen. Grotowski wäre damit als britischer Staatsangehöriger anzusehen. Das wäre für Grotowski einmal die beste Situation. Den Fotos nach ginge es ihm ja halbwegs. Ja. Im Internet gäbe es Fotos von Grotowski in Gefängniskleidung. Immerhin habe er Birkenstocksandalen an. Es könne also nicht so schlimm sein. Ja. Al-Jazeera habe berichtet. Das wäre die beste Nachricht. Grotowski könne nicht mehr so einfach verschwinden, wenn einmal über seine Verhaftung berichtet worden wäre. Es würde Geld kosten. Das koste eben immer Geld. Aber er habe immer und immer wieder gesehen, wie Angestellte einfach verschwanden. Wie sie hinter den Mauern von Gefängnissen oder irgendwelchen Sicherheitseinrichtungen der befreundeten Nationen verschwanden und niemand etwas tun konnte. So gesehen, habe Grotowski ohnehin die besten Karten. Und könne man jetzt zur Tagesordnung zurückkehren.

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