Carlos Zafón - Der dunkle Wächter

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Der dunkle Wächter: краткое содержание, описание и аннотация

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»Der Geist der Frau…«

»… die ihre unvollendete Fahrt auf die Insel zu Ende bringen will. So erzählt man sich.«

»Und, stimmt es?«

»Es ist eine Geistergeschichte. Entweder du glaubst daran oder nicht.«

»Glaubst du daran?«, wollte Irene wissen.

»Ich glaube nur an das, was ich sehe.«

»Ein skeptischer Seemann.«

»So in etwa.«

Irene sah erneut zu der Insel herüber. Die Wellen brachen sich donnernd an den Felsen. Die gesprungenen Scheiben des Leuchtturms brachen das Licht zu einem gespenstischen Regenbogen, der sich in dem Wasserschleier auflöste, der am Riff aufstob.

»Warst du mal dort?«, fragte sie.

»Auf der Insel?«

Ismael straffte die Leine, und mit einer Bewegung des Ruders neigte sich das Boot nach Steuerbord, drehte den Bug in Richtung Kap und durchquerte die Strömung, die vom Ärmelkanal kam.

»Vielleicht würde es dir ja gefallen, dort hinzufahren«, schlug er vor. »Zur Insel.«

»Kann man das?«

»Man kann alles. Die Frage ist, ob man sich traut«, gab Ismael mit einem herausfordernden Lächeln zurück.

Irene hielt seinem Blick stand.

»Wann?«

»Nächsten Samstag. Mit meinem Segelboot.«

»Allein?«

»Allein. Aber wenn du Angst hast…«

»Ich habe keine Angst«, wehrte Irene ab.

»Dann am Samstag. Ich hole dich vormittags am Anlegeplatz ab.«

Irene sah zur Küste hinüber. Das Haus am Kap thronte hoch oben auf den Klippen. Dorian stand auf der Veranda und beobachtete sie mit unverhohlener Neugier.

»Mein Bruder Dorian. Vielleicht möchtest du mit raufkommen, um meine Mutter kennenzulernen…«

»Ich bin nicht so gut bei solchen Vorstellungen.«

»Dann ein andermal.«

Das Segelboot glitt in den kleinen Naturhafen, der von den Klippen unterhalb des Hauses am Kap geschützt wurde. Mit großem Geschick reffte Ismael das Segel und ließ das Boot zum Anlegeplatz treiben. Dann nahm er ein Tau und sprang an Land, um das Boot festzumachen. Als es sicher vertäut war, reichte er Irene die Hand.

»Aber Homer war blind. Wie konnte er wissen, welche Farbe das Meer hat?«, fragte das Mädchen.

Ismael nahm ihre Hand und half ihr schwungvoll ans Ufer.

»Ein Grund mehr, nur das zu glauben, was du siehst«, entgegnete der Junge, der nach wie vor ihre Hand hielt. Lazarus’ Worte am ersten Abend auf Cravenmoore kamen Irene in den Sinn.

»Manchmal täuschen einen die Augen«, stellte sie fest.

»Mich nicht.«

»Danke für die Überfahrt.«

Ismael nickte, während er zögernd ihre Hand losließ.

»Bis Samstag dann.«

»Bis Samstag.«

Ismael sprang wieder ins Boot, löste das Tau und ließ sich von der Strömung vom Ufer wegtreiben, während er erneut das Segel setzte. Der Wind trieb ihn zur Ausfahrt des kleinen Hafens, und nach wenigen Sekunden erreichte die Kyaneos , auf den Wellen schaukelnd, die Bucht.

Irene blieb am Anlegeplatz stehen und sah zu, wie das weiße Segel in der endlosen Bucht immer kleiner wurde. Irgendwann stellte sie fest, dass immer noch ein Lächeln auf ihrem Gesicht klebte und ihre Hände verdächtig kribbelten. Da wusste sie, dass diese Woche sehr, sehr lang werden würde.

4. Geheimnisse und Schatten

In Baie Bleue unterschied der Kalender nur zwei Jahreszeiten: den Sommer und den Rest des Jahres. Im Sommer arbeiteten die Leute im Dorf dreimal so viel, um die benachbarten Küstenorte zu beliefern, in denen es Badeanstalten, Touristen und Städter auf der Suche nach Strand, Sonne und bezahlter Langeweile gab. Bäcker, Kunsthandwerker, Schneider, Schreiner, Maurer und allerlei andere Berufe waren auf diese drei langen Monate angewiesen, in denen an der Küste der Normandie die Sonne schien. In diesen dreizehn oder vierzehn Wochen verwandelten sich die Einwohner von Baie Bleue in fleißige Ameisen, um dann das restliche Jahr vor sich hin zu schmachten wie billige Zigarren. Und wenn es besonders anstrengende Tage gab, dann waren es die ersten Tage im August, wenn die Nachfrage nach heimischen Produkten von Null ins Unermessliche stieg.

Einer der wenigen, der von dieser Regel ausgenommen war, war Christian Hupert. Wie auch die anderen Besitzer der Fischkutter des Dorfes schuftete er zwölf Monate im Jahr wie ein Pferd. Diese Gedanken gingen dem erfahrenen Fischer jeden Sommer zur gleichen Zeit durch den Kopf, wenn er sah, wie das Dorf ringsum in Fahrt geriet. Dann dachte er, dass er den falschen Beruf gewählt habe und es klüger gewesen wäre, mit der Tradition über sieben Generationen zu brechen und Hotelier, Ladenbesitzer oder was auch immer zu werden. Vielleicht müsste seine Tochter Hannah dann nicht die Woche über in Cravenmoore dienen, und vielleicht würde der Fischer dann seine Frau länger als dreißig Minuten am Tag sehen, eine Viertelstunde am Morgen und eine Viertelstunde am Abend.

Ismael beobachtete seinen Onkel, während beide mit der Reparatur der Lenzpumpe des Schiffes beschäftigt waren. Der abwesende Blick verriet die Gedanken des Fischers.

»Du könntest eine Schiffswerkstatt eröffnen«, schlug Ismael vor.

Sein Onkel antwortete mit einer Art Knurren.

»Oder das Schiff verkaufen und in den Laden von Monsieur Didier investieren. Seit sechs Jahren liegt er dir mit diesem Vorschlag in den Ohren.«

Sein Onkel unterbrach die Arbeit und musterte seinen Neffen. In den dreizehn Jahren, die er ihm nun den Vater ersetzte, war es ihm nicht gelungen, dem Jungen das auszutreiben, was er an diesem am meisten fürchtete und bewunderte: seine unerschütterliche, unübersehbare Ähnlichkeit mit seinem verstorbenen Vater, bis hin zu dem Hang, seine Meinung zum Besten zu geben, wenn niemand ihn um Rat gefragt hatte.

»Vielleicht solltest du das machen«, gab Christian Hupert zurück. »Ich gehe schon auf die Fünfzig zu. In meinem Alter wechselt man nicht einfach den Beruf.«

»Was beklagst du dich dann?«

»Wer beklagt sich denn?«

Ismael zuckte mit den Schultern. Die beiden widmeten sich wieder der Lenzpumpe.

»Schon gut. Ich werde kein Wort mehr sagen«, murmelte Ismael.

»Das wird uns wohl nicht vergönnt sein. Mach mal die Klemme da fest.«

»Die ist völlig hinüber. Wir sollten die Pumpe austauschen. Irgendwann werden wir eine böse Überraschung erleben.«

Hupert setzte sein berüchtigtes Lächeln auf, das den Schätzern der Warenbörse, den Hafenbehörden und anderen Schlaumeiern vorbehalten war.

»Diese Pumpe hat schon meinem Vater gehört. Und davor meinem Großvater. Und davor…«

»Genau das meine ich«, fiel Ismael ihm ins Wort. »Vielleicht wäre sie in einem Museum besser aufgehoben als hier.«

»Amen.«

»Ich habe recht. Und du weißt es.«

Seinen Onkel zur Weißglut zu treiben war neben den Ausflügen mit seinem Segelboot eine von Ismaels Lieblingsbeschäftigungen.

»Ich habe keine Lust, weiter über das Thema zu diskutieren. Schluss. Aus. Ende.«

Um letzte Unklarheiten zu beseitigen, unterstrich Hupert seine Aussage mit einem energischen, entschlossenen Drehen des Schraubenschlüssels.

Plötzlich war ein verdächtiges Knirschen im Inneren der Lenzpumpe zu hören. Hupert lächelte dem Jungen zu. Zwei Sekunden später schoss die Klemme, die er soeben festgedreht hatte, im hohen Bogen über die Köpfe der beiden hinweg, gefolgt von etwas, das wie ein Kolben aussah, einem kompletten Satz Schraubenmuttern und allerlei Metallteilen. Onkel und Neffe verfolgten die Flugbahn des Schrotts, bis dieser nicht sehr diskret auf das Deck des Nachbarschiffs von Gerard Picaud niederging. Picaud, ein ehemaliger Boxer mit der Konstitution eines Stiers und dem Grips einer Muschel, nahm die Teile in Augenschein und starrte dann in den Himmel. Hupert und Ismael wechselten einen Blick.

»Ich glaube nicht, dass wir den Unterschied merken werden«, gab Ismael zu bedenken.

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