Carlos Zafón - Der dunkle Wächter
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- Название:Der dunkle Wächter
- Автор:
- Издательство:S. Fischer Verlag GmbH
- Жанр:
- Год:2009
- Город:Frankfurt am Main
- ISBN:978-3-10-401696-2
- Рейтинг книги:4 / 5. Голосов: 1
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»Liegt wohl in der Familie…«
Hannah warf ihr einen wütenden Blick zu.
»Ich glaube, ich lasse dich hier am Strand sitzen und überlasse dich den Krebsen.«
»Entschuldigung.«
»Angenommen. Aber wenn du mich geschwätzig findest, dann lern erst mal meine Patentante kennen. Neben ihr wirkt der Rest der Familie stumm.«
»Ich würde sie wahnsinnig gerne kennenlernen.«
»Ha, ha.« Hannah konnte ein spöttisches Lachen nicht unterdrücken.
Ismaels Segelboot durchschnitt sauber die Brandungslinie, und der Rumpf des Bootes schob sich auf den Sand. Der Junge holte rasch das Segel ein und verzurrte es in Sekundenschnelle unten am Baum. An Übung fehlte es ihm offensichtlich nicht. Sobald er festen Boden unter den Füßen hatte, musterte er Irene unbewusst vom Kopf bis zu den Füßen und verlor dabei genauso viele Worte wie beim Segeln. Hannah, die spöttisch die Augen verdrehte und hechelnd die Zunge herausstreckte, stellte sie einander vor, auf ihre Weise natürlich.
»Ismael, das ist meine Freundin Irene«, verkündete sie liebenswürdig, »aber friss sie nicht gleich auf.«
Der Junge stieß seine Cousine mit dem Ellenbogen an und reichte dann Irene die Hand.
»Hallo…«
Sein knapper Gruß wurde von einem scheuen, aufrichtigen Lächeln begleitet. Irene schüttelte ihm die Hand.
»Keine Sorge, er ist nicht einfältig; es ist seine Art zu sagen, dass er sehr erfreut ist und all das«, bemerkte Hannah.
»Meine Cousine redet so viel, dass ich manchmal glaube, sie quatscht ein Wörterbuch leer«, stichelte Ismael. »Bestimmt hat sie dir schon gesagt, dass du mich nicht nach dem Segelboot fragen sollst…«
»Ehrlich gesagt, nein«, antwortete Irene vorsichtig.
»Aha. Hannah denkt, es ist das einzige Thema, zu dem ich etwas zu sagen habe.«
»Wenn es um Netze und Takelagen geht, bist du auch nicht schlecht, aber bei diesem Boot, mein lieber Cousin, bist du nicht mehr zu bremsen.«
Irene verfolgte amüsiert das Wortgefecht, das sich die beiden lieferten. Es schien nicht böse gemeint zu sein, zumindest nicht mehr als nötig, um dem Alltag ein wenig Würze zu verleihen.
»Ich habe gehört, ihr seid in das Haus am Kap gezogen«, sagte Ismael.
Irene betrachtete den Jungen und machte sich ein eigenes Bild. Er war etwa sechzehn; Haut und Haare verrieten, dass er eine Zeit auf See verbracht hatte. Seine Statur ließ die harte Arbeit an der Mole erkennen, und seine Hände waren mit kleinen Narben übersät, wie man sie bei den Pariser Jungs nur selten sah. Eine sehr lange, ausgeprägte Narbe zog sich über sein rechtes Bein, von etwas oberhalb des Knies bis hinunter zum Knöchel. Irene fragte sich, wo er sich diese Trophäe geholt haben mochte. Zuletzt widmete sie sich seinen Augen, dem einzigen Merkmal, das ihr wirklich außergewöhnlich vorkam. Ismaels Augen waren groß und klar und schienen wie geschaffen, um hinter einem eindringlichen und irgendwie traurigen Blick Geheimnisse zu verbergen. Sie erinnerten Irene an die Blicke der namenlosen Soldaten, mit denen sie drei kurze Minuten zu den Klängen einer viertklassigen Kapelle geteilt hatte, Blicke, hinter denen sich Angst, Traurigkeit und Verbitterung verbargen.
»Träumst du, meine Liebe?«, riss Hannah sie aus ihren Gedanken.
»Ich habe dran gedacht, dass ich spät dran bin. Meine Mutter wird sich Sorgen machen.«
»Deine Mutter wird froh sein, dass sie mal ein paar Stunden Ruhe vor dir hat. Aber wie du meinst«, sagte Hannah.
»Ich kann dich mit dem Boot hinbringen, wenn du willst«, bot Ismael an. »Das Haus am Kap hat einen kleinen Anlegeplatz zwischen den Felsen.«
Irene warf Hannah einen fragenden Blick zu.
»Wenn du nein sagst, brichst du ihm das Herz. Mein Cousin würde nicht mal Greta Garbo auf sein Segelboot einladen.«
»Kommst du nicht mit?«, fragte Irene, ein wenig eingeschüchtert.
»Ich würde nicht mal in diesen Kahn steigen, wenn man mir Geld dafür gäbe. Außerdem ist heute mein freier Tag, und heute Abend ist Tanz auf dem Dorfplatz. Ich an deiner Stelle würde es mir gut überlegen. Die guten Partien findest du an Land. Und das sagt die Tochter eines Fischers. Aber was rede ich. Los, mach schon. Und für dich, Seemann, wäre es besser, wenn du meine Freundin heil in den Hafen bringst. Hast du verstanden?«
Das Segelboot, das der Schrift auf dem Rumpf zufolge den Namen Kyaneos trug, nahm Kurs auf das Kap, während sich die weißen Segel blähten und der Bug durchs Wasser pflügte.
Ismael warf dem Mädchen immer wieder ein scheues Lächeln zu, während er das Boot manövrierte, und setzte sich erst hin, als das Boot auf stabilem Kurs in der Strömung lag. An die Sitzbank geklammert, spürte Irene die Wassertropfen auf ihrer Haut, die der Wind ihnen entgegensprühte. Hannah war zu einer winzigen Gestalt geschrumpft, die ihnen vom Ufer aus hinterherwinkte. Die Kraft, mit der das Segelboot durch die Bucht glitt, und das Geräusch der Wellen, die gegen den Rumpf schlugen, entlockten Irene ein Lachen, für das es keinen offensichtlichen Grund gab.
»Das erste Mal?«, fragte Ismael. »Auf einem Segelboot, meine ich?«
Irene nickte.
»Ist was anderes, stimmt’s?«
Sie nickte erneut und lächelte, ohne die Augen von der großen Narbe abwenden zu können, die sich über Ismaels Bein zog.
»Eine Muräne«, erklärte der Junge. »Ist eine ziemlich lange Geschichte.«
Irene sah auf und betrachtete die Umrisse von Cravenmoore, die hinter den Wipfeln des Waldes auftauchten.
»Was bedeutet der Name deines Bootes?«
»Das ist griechisch. Kyaneos – Cyan«, antwortete Ismael geheimnisvoll.
Als Irene verständnislos die Stirn runzelte, fuhr er fort:
»Die Griechen verwendeten dieses Wort, um ein dunkles Blau zu beschreiben, die Farbe des Meeres. Wenn Homer vom Meer spricht, vergleicht er seine Farbe mit dem von dunklem Wein. Das war sein Wort: kyaneos. «
»Ich sehe, du kannst auch über etwas anderes reden als über dein Boot und Fischernetze.«
»Ich gebe mir Mühe.«
»Wer hat dir das beigebracht?«
»Zu segeln? Das habe ich mir selbst beigebracht.«
»Nein, das über die Griechen…«
»Mein Vater hatte eine Schwäche für Geschichte. Ich besitze noch einige seiner Bücher…«
Irene schwieg.
»Hannah hat dir sicher erzählt, dass meine Eltern gestorben sind.«
Sie nickte nur. Ein paar hundert Meter vor ihnen kam die Leuchtturminsel in Sicht. Irene betrachtete sie fasziniert.
»Der Leuchtturm ist seit vielen Jahren außer Betrieb. Jetzt wird der im Hafen von Baie Bleue genutzt«, erklärte er ihr.
»Kommt niemand mehr auf diese Insel?«, fragte Irene.
Ismael schüttelte den Kopf.
»Und warum?«
»Magst du Geistergeschichten?«, gab er ihr zur Antwort.
»Kommt darauf an…«
»Die Leute im Dorf glauben, dass die Leuchtturminsel verhext ist oder so. Es heißt, vor langer Zeit sei dort eine Frau ertrunken. Manche wollen Lichter gesehen haben. Jedes Dorf hat seine Geschichten, und dieses hier ist keine Ausnahme.«
»Lichter?«
»Die Septemberlichter«, sagte Ismael, während die Insel backbords zurückblieb. »Der Legende zufolge– falls du es so nennen willst– beobachteten die Leute in einer Nacht im Spätsommer, als im Dorf der Maskenball stattfand, wie eine maskierte Frau im Hafen ein Segelboot bestieg und aufs Meer hinausfuhr. Einige glauben, dass sie zu einem heimlichen Treffen mit ihrem Geliebten auf der Leuchtturminsel fuhr; andere, dass sie vor einem schändlichen Verbrechen floh… Alle Erklärungen sind möglich, denn tatsächlich fand niemand je heraus, wer sie wirklich war. Ihr Gesicht war ja verhüllt. Aber als sie durch die Bucht fuhr, schleuderte ein furchtbarer, plötzlich aufkommender Sturm ihr Boot gegen die Felsen und zerstörte es. Die geheimnisvolle Frau ohne Gesicht ertrank vermutlich, zumindest wurde ihre Leiche nie gefunden. Tage später schwemmte die Flut ihre von den Felsen zerstörte Maske an. Seit damals erzählen die Leute, dass im Spätsommer, wenn es Nacht wird, Lichter auf der Insel zu sehen seien…«
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