Eva Ashinze - Winterthur 1937

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Winterthur 1937: краткое содержание, описание и аннотация

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Der historische Kriminalroman führt ins Winterthur des Jahres 1937. Die politische Lage in der Schweiz ist von Unsicherheiten geprägt. Man geht gegen Faschisten und Kommunisten vor, unterhält gleichzeitig diplomatische Beziehungen zu Deutschland und zu Russland – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. Beim Fussballländerspiel Schweiz–Deutschland vom 2. Mai kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen deutschen Fans und Einwohnern des Winterthurer Quartiers Töss. Kurz darauf wird ein Deutscher ermordet aufgefunden. Macht jemand gezielt Jagd auf deutsche Staatsbürger? Den Polizisten öffnen sich unerwartet Abgründe. Nichts ist, wie es scheint. Eva Ashinze hat diesen spannenden Roman in Zusammenarbeit mit dem Historiker Miguel Garcia geschrieben.

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«Ich bin spät dran.»

«Dann nehmen Sie wenigstens ein Butterbrot mit.» Sie geht in die Küche, er hört, wie sie den Brotkasten öffnet. Emil weiss, wann Widerstand zwecklos ist. Er lehnt sich an den Türrahmen und wartet geduldig.

Draussen atmet Emil die noch kühle Mailuft ein. Der Himmel ist bedeckt, es sieht nach Regen aus. Er eilt raschen Schrittes die Metzggasse entlang. Bevor er nach links in die Marktgasse abbiegt, ruht sein Blick einen Moment auf dem Ozeandampfer; so nennt er das Gebäude des Eisenwarengeschäftes Hasler. Im Gegensatz zu vielen Altstadtbewohnern gefällt ihm der schnörkellose, elegante Neubau mit seinem runden Bug und den langen Fensterbändern gut.

Die Marktgasse ist noch ruhig um diese Uhrzeit, die Geschäfte sind geschlossen. Wie Emil sind einige andere Passanten auf dem Weg zur Arbeit. Ein Fuhrwerk liefert Waren aus, bei der Kreuzung zum Neumarkt lässt Emil einem Wagen den Vortritt. Vor dem Café Kränzlin bleibt er stehen, nimmt die Ordonnanzmütze vom Kopf, streicht seine Haare glatt. Er durchquert den Confiserie-Laden, geht ins Café dahinter. Es ist gut besucht, Geschäftsleute, Handwerker und Anwälte sitzen an den runden Tischchen, trinken den ersten Kaffee des Tages, tauschen sich über Neuigkeiten aus. Emil schaut sich um. Elli Altherr ist nicht zu sehen. Er ist enttäuscht. Vergangene Woche hat er es wegen seines Nachtdienstes nie ins Café geschafft; heute scheint sie verhindert. Nach ihrer letzten Unterhaltung hat er eigentlich fest mit ihr gerechnet.

«Dann also bis am Montagmorgen in einer Woche, Herr Kern», hat sie gesagt und ihm zum Abschied die Hand gereicht. Die hat er ein wenig länger als üblich festgehalten.

«Kern, hierher!» Emil wird aus seinen Gedanken gerissen, schaut in die Richtung, aus der der Ruf kommt.

«Mist», flüstert er. Er geht zur Nische, in der sein Vorgesetzter, Leutnant Adolf Schäppi, auf einem gepolsterten Stuhl sitzt.

«Herr Leutnant.» Emil grüsst und bleibt verunsichert stehen.

«Was stehen Sie so herum? Müssten Sie nicht längst auf dem Posten sein, Kern?»

«Ich …» Emil schaut verstohlen auf seine Uhr. «Ich dachte, ich habe noch eine halbe Stunde, Herr Leutnant.»

«Ha, ha …» Schäppis massige Gestalt bebt vor Lachen. «Jetzt hätten Sie mal Ihr Gesicht sehen sollen, Kern.» Schäppi beisst von seinem Hefegebäck ab. «Natürlich haben Sie noch eine halbe Stunde. Dienstbeginn der Tagesschicht ist um acht.»

Emil kennt seinen Vorgesetzten noch nicht lange genug, um auf solche Spässe zu reagieren. Erst seit knapp zwei Monaten ist er auf dem Posten der Kantonspolizei am Neumarkt stationiert. Vorher war er in Rafz. Er ist froh, von dort weg zu sein, er ist und bleibt ein Stadtjunge, und viel los war in Rafz auch nicht. Von Winterthur erhofft Emil sich mehr, auch wenn es im Vergleich zu seiner Heimatstadt Zürich recht provinziell daherkommt.

«Nun setzen Sie sich Kern, setzen Sie sich schon.» Schäppi wedelt ungeduldig mit der Hand, schiebt sich den Rest des Gebäcks in den Mund.

Emil faltet seinen langen Körper und nimmt Schäppi gegenüber Platz. «Einen Kafi Crème bitte», bestellt er bei der Bedienung.

«Darf es auch etwas zu essen sein? Ein Canapé vielleicht?»

Emil lehnt ab. Er muss sein Geld zusammenhalten; sein Lohn als Gefreiter ist nicht besonders hoch, und Quartiergeld erhält er als Unverheirateter auch nicht.

«Sie sind wohl öfter hier.» Schäppi mustert Emil.

Der zuckt mit den Schultern. «Ab und zu, wenn es der Dienstplan erlaubt. Ich wohne möbliert, ohne Küche.»

«Können Sie nicht mit den Vermietern essen?»

«Doch schon.» Das Fräulein stellt den Kaffee und das Rahmkännchen vor ihn hin. «Aber …» Emil lässt den Satz unvollendet und trinkt einen Schluck.

«Verstehe. Manchmal muss ein junger Mann raus unter die Leute.» Schäppi streicht sich über den Schnurrbart. «Wie alt sind Sie gleich, Kern?»

«Zweiunddreissig.»

«Zweiunddreissig, so, so. Bald an der Zeit, eine Familie zu gründen.»

Emil starrt verlegen in seine Tasse.

«Gibt es denn da jemanden?»

«Ich … ich weiss nicht», stottert Emil.

«Ich sag Ihnen was, Kern.» Schäppi beugt sich vor. «Erst einmal konzentrieren Sie sich auf die Arbeit. Sie sind clever und fleissig. Ihre Jahre als Gefreiter haben Sie bald beisammen. Bei den nächsten Ernennungen zum Korporal haben Sie gute Chancen. Danach heiraten Sie, gründen eine Familie. Alleinstehende werden auf hohen Posten nicht gern gesehen.»

Emil nickt und glüht innerlich vor Stolz. Die gelbe Korporalschnur ist in Griffweite. Er wird dem Korpskommandanten Hauptmann Müller in Zürich beweisen, dass er das Zeug für eine Polizeilaufbahn hat.

«Ohne Frau wäre ich verloren, Kern. Verloren. Sehen Sie mich an. Meine Frau ist für ein paar Tage bei ihren Eltern, und schon sitze ich morgens im Café. Zu Hause allein Kaffee trinken, das ist nichts für mich. Der Mensch braucht Gesellschaft, Kern. Der Mensch braucht einen Gefährten.»

Emil hat plötzlich das Bild seines Vaters vor Augen, wie er in der dämmrigen Küche allein am Tisch sitzt, eine Suppe löffelt. Er muss leer schlucken. «Sie haben recht», sagt er. «Der Mensch ist nicht zum Alleinsein geboren. Ich …»

«Adolf, auch hier?» Ein schlanker Endfünfziger in elegantem grauem Anzug, ein farblich passendes Einstecktuch in der Brusttasche, viel Pomade im dunklen Haar, ist neben dem Tisch stehen geblieben.

«Conrad.» Schäppi nickt grüssend.

«Hast du das gelesen?» Conrad Schwarz nimmt das Neue Winterthurer Tagblatt, das er unter den Arm geklemmt hat, zur Hand und liest vor. «Ein Skandal. Gestern fand in Zürich das Fussballländerspiel Deutschland-Schweiz statt. Es war seit vier Jahren die erste deutsch-schweizerische Begegnung in Zürich und eine sportliche Veranstaltung erster Ordnung: Mehrere zehntausend Zuschauer umsäumten den grünen Rasen, darunter ein Drittel deutsche Gäste. Sie waren auf der Zürcherstrasse, als …»

«Kenn ich», unterbricht ihn Schäppi. «Du kannst aufhören.»

«Angefangen hat es bei der ‹Krone› in Töss, das Auspfeiffen der Deutschen, als sie abends nach sechs Uhr in ihren vielen Gesellschaftswagen von Zürich her kamen», liest Schwarz unbeirrt weiter. «Es fielen auch zahlreiche beleidigende Zurufe, geballte Fäuste wurden gereckt. Den Fahrgästen wurden Fähnchen aus der Hand gerissen und zerfetzt. Am unrühmlichsten aber war die Rolle der Polizei. Der ganze Skandal spielte sich unter ihren Augen ab, …»

«Ich habe gesagt, du kannst aufhören», sagt Schäppi aufgebracht.

«Kommt nicht gut weg, die Polizei.» Schwarz steckt sich eine Brissago in den Mund. «Anscheinend haben die sogenannten Freunde und Helfer tatenlos zugesehen, als die Roten aus Töss unsere deutschen Gäste angepöbelt und beleidigt haben.»

«Das ist eine Angelegenheit der Stadtpolizei.» Schäppi wischt einen imaginären Krümel von seinem Hemd.

«Es geht ums Prinzip, Adolf. Es kann nicht sein, dass die Polizei die sozialistischen Lausebengel schalten und walten lässt.»

«So ist es nicht, Conrad, und das weisst du. Ich sage nur Tössemer Krawall. Da habt ihr Frontisten mit eurer demonstrativ in Töss durchgeführten Generalsversammlung die Arbeiter provoziert. Die Polizei musste euch da rausholen.»

Schwarz’ Miene verfinstert sich. «Ich wurde damals schwer verletzt, vergiss das bitte nicht. Die Roten haben mich beinahe umgebracht.»

Schäppi seufzt unhörbar, wendet sich Emil zu, der dem Wortwechsel stumm gefolgt ist. «Kern, das ist Doktor Schwarz, Arzt und Ortsgruppenleiter der Nationalen Front. Conrad, das ist Emil Kern, seit Kurzem am Neumarkt stationierter Gefreiter. Doktor Schwarz und ich kennen uns von der Vitodurania. Das ist die Mittelschulverbindung hier in Winterthur», schiebt er auf Emils fragenden Blick erklärend nach. «Schwarz ist politisch aktiv und mischt sich gern in diverse Angelegenheiten ein, unter anderem auch in polizeiliche. Nicht wahr, Conrad?»

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