Marion Petznick - Das Böse ruht nie

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Um dem Meer nah zu sein, zog Lisa Liebich von Rostock nach Graal-Müritz. Viele Jahre arbeitete sie als Polizistin, jetzt plant sie beruflich eine neue Herausforderung anzunehmen. Die Nachricht, dass ihre Jugendfreundin Sarah tot in der Rostocker Heide aufgefunden wurde, wirbelt ihre Pläne heftig durcheinander. Die Polizistin will sich unbedingt an der Suche nach dem Täter beteiligen. Eine Soko wird gegründet, die den Namen der Blume trägt, die eines der Markenzeichen des Täters zu sein scheint.

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Einfachheitshalber bewohnte er von Anfang an nur den oberen Bereich im Haus. Nie würde ihm in den Sinn kommen, die einstigen Räume der Eltern zu betreten. Allerdings brachte in letzter Zeit seine Phantasie häufig Bilder zum Vorschein, die ihn mehr verwirrten als trösteten. Trügerisch ließen ihn diese Sinnbilder Umrisse seiner Eltern erkennen. Zwar halfen solche Sinnestäuschungen manchmal, mit dem Alleinsein fertig zu werden, doch meist blieb er deprimierter als zuvor zurück. Und diese Tagträume waren auch der Grund, dass er an der äußeren und inneren Seele des Hauses kaum etwas verändert hatte. Peinlichst genau achtete er auf winzigste Details. Alles sollte im Haus originalgetreu erhalten bleiben. Sämtliche Gegenstände befanden sich auf ihrem ursprünglichen Platz. Haargenau, so wie es war, als sie noch zu dritt hier lebten. Neue Möbel, Teppiche, Geschirr oder derlei Sachen brauchte er ohnehin nicht. Im Wohnzimmer stand auch noch der einstige Lieblingssessel seines Vaters, den er schon sehr früh auf besondere Weise kennengelernt hatte. Dieser Sessel blieb für ihn für immer das hässlichste Relikt aus seinen Kindheitstagen. Niemals durfte er ohne den Vater darauf Platz nehmen. Schon beim Anblick des antiken Ohrensessels lief ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken. Dieser Sessel versetzte ihn mehr als alles andere im Haus in die Tage seiner Kindheit zurück. Damals schien sein Vater ganz und gar darin zu versinken und der Junge beobachtete ihn häufig dabei. An einigen Tagen saß der Vater reglos darin und grübelte. An anderen Tagen saß er wie auf einem Thron und las konzentriert in seiner Zeitung. In den vielen Jahren des Alleinseins bemühte sich der junge Mann den Teil seiner Erinnerung, die mit diesem Sessel zusammenhingen, auszulöschen. Das gelang mal mehr und mal weniger. Fühlte er sich einsam, ging er hinters Haus, um einen Blick auf den Sessel zu erhaschen. Manchmal erschien dann das Phantombild des Vaters. Seine Silhouette in der typischen Haltung: Angespannt nach hinten gelehnt und die Hände auf seinem Bauch waren gefaltet. Er sah sie wieder, seine nervösen Augen, die mit langem Blick nach etwas gierten. Wenn er aus seinem Sessel hervorkroch, sahen seine Augen leer und kalt aus. Bei den Gedanken an diese kalten Augen seines Vaters wurde er von Ekel gepackt. Selbst der grobe Griff fiel ihm wieder ein, mit dem er ihn an Händen und Füßen packte. Die damals empfundenen Schmerzen wurden plötzlich real und deutlich zu spüren. Gab es für ihn einen Ausweg aus diesem Martyrium oder sollte er für immer darin gefangen bleiben? Unzählige Fragen tauchten wieder auf. Wo sollte er damit hin? Er blieb gefangen in der Vergangenheit, ohne Licht oder dem Gedanken an einen neuen Tag. Er musste etwas tun, um sich von seinem inneren Wirrwarr zu befreien …

Graal-Müritz im August

In der Luft lag noch immer die letzte Stille der Nacht. Die Sonne war gerade über dem Meer aufgegangen und erste Geräusche eines Tages, der gerade anbrach, wurden im Sekundentakt lauter. Noch bevor die Küstenbewohner ihre Augen richtig offen hatten, wussten sie, dass ein heißer Sommertag bevorstand. Endlich ein Sonntag, der diesen Namen tatsächlich auch verdiente. Die nicht enden wollende Hochdrucklage schob seit Wochen eine derartige Gluthitze vor sich her, dass dieser Sommer mehr an einen am Mittelmeer als an den an der Ostseeküste erinnerte. Jahrelang zeichnete kein Wetterdienst an der mecklenburgischen Küste so ein stabiles Hoch mit Werten über 30 °C auf. Der beste Grund für den Rostocker Meteorologen, Stefan Kreibohm, auf der Insel Hiddensee grienend vor der Kamera zu stehen. Selten genug hatte er so viel Gutes zu berichten. In Fachkreisen der Wetterfrösche wurde der diesjährige Sommer längst als der „Jahrhundertsommer“ gehandelt.

Faszinierende Sonnenuntergänge ließen die zuvor andauernden Regenwochen vergessen. Das waren unzählige Wochen, in denen eine unvorstellbare Menge Wasser, wie aus Kannen gegossen aufs Land klatschte. Überall in Graal-Müritz, auf den Wiesen, im Wald und selbst in den Ortschaften ringsherum, kam es zu Überschwemmungen. Blitzschnell waren die Wiesen voll mit Wasser, riesige Seenlandschaften bildeten sich und verwirrten den Blick des Betrachters, selbst Souterrainwohnungen mussten ausgepumpt werden. Über eine längere Zeit waren die Graal-Müritzer Einwohner mit außergewöhnlich hohen Schäden beschäftigt, nicht nur an den eigenen Häusern. Das viele Wasser zerstörte Pflanzen und Bäume, auch gab es Schäden im beliebten Rhododendron Park. Selbst die größte Buche im Park, um die herum sich im Sommer Lyrikfreunde trafen, um ihrer Muse freien Lauf zu lassen, wurde so stark beschädigt, dass sie ein Opfer der übermäßigen Wassermassen wurde. Obendrein durchzog ein penetrantes Lüftchen alle Ecken des Ortes. Selbst das Meer konnte den Geruch von stinkendem Morast nicht übertünchen. Die hoch gepriesene Meeresbrise, dahin war sie und das für lange Zeit. Noch schlimmer sollte es kommen, weil der eklige Geruch unzählige Insekten anzog, die kamen jetzt aus nicht erkennbaren Löchern gekrochen. Überall schienen sie sich breit machen zu wollen.

Wetterkapriolen sind an der Küste oft zu erleben. Einheimische und Touristen waren an manch ein außergewöhnliches Ereignis gewöhnt, nicht nur die Herbststürme schienen gefährlich zu sein. Aber während der stürmischen Tage dieses Sommers waren sich die Einheimischen in Graal-Müritz ausnahmsweise mal einig.

„So schlimm wier dat noch nie, all gor nich in’n Sommer“, meinte auch Karl Hansen. Er war einer von vier alten Graal-Müritzer, die sich fast jeden Abend um Punkt 19 Uhr zum Klönen auf der Seebrücke trafen. Kamen sie ins Streiten, wurden sie sich meist beim Wetter einig. Beim abendlichen Snack auf Platt kamen interessante Neuigkeiten aus dem Ort ans Licht. Trotz unterschiedlicher Meinung war immer etwas dabei, das sie eher verband als trennte. Jeder von ihnen sorgte Abend für Abend für spannenden Gesprächsstoff. Auf diese Weise standen alle vier Männer wenigstens einmal am Tag im Mittelpunkt. Allein deshalb waren ihnen diese abendlichen Treffen auf der Seebrücke wichtig, denn zu Hause gaben meist ihre Frauen den Ton an.

So war es nicht verwunderlich, dass vor allem die pikanten und frivolen Geschichten in ihrer Altherrenrunde heiß begehrt waren. Selten genug passierte etwas in dem beschaulichen Ort Graal-Müritz. Die vier Alten von der Seebrücke passten auf. Egal, ob es brannte oder ein Einbruch passierte, sie wussten über alles als erste Bescheid. Bei der Überführung harmloser Täter half der eine oder andere schon mal mit. Vor kurzem erst hatte einer von ihnen zwei Jungs erwischt, die ein geschnitztes Holztier im Klangwald zerstören wollten. Alle außer Erwin hatten ihr ganzes Leben hier verbracht, sie waren nicht weit rumgekommen.

„De Krimistoff licht bi uns up de Straat“, wusste Hansen zu berichten. Er war der Älteste der Vier. Mit seiner über jedes Ziel hinausschießenden, kriminellen Phantasie ließ er seine Freunde von der Seebrücke oft irritiert zurück. Doch die spannendsten Geschichten kannte nur er und brillierte in spannender Erzählweise täglich damit. Er wusste von kriminellen Jugendlichen genauso zu berichten, wie von aufgesetzten Hörnern manch eines Ehemanns.

„Dat is so as in anner Kaffs och. Wat fählt, is mal so ein echtet grotet Ding as vör twei Johr“, stellte Hansen spitzfindig fest. „Uns’ Urt ist väl tau ruhig, passiert rein gor nix, von den välen Touristen in’n Sommer mal ganz afseihn.“

Von der Seebrücke, dem zentralen Platz im Ort, ließen sich Neuigkeiten rasant wie ein Lauffeuer verbreiten. Erwin, der einzige Zugezogene unter ihnen, war des Plattdeutschen nicht mächtig. Heute erinnerte er an den einzigen aktiven Detektiv im Ort: „Erinnert ihr euch an Kommissar a.D. Ole Timm? Der hat ja jede Menge auf dem Faden. Wie viele Strolche der wohl inzwischen hinter Gitter gebracht hat?“

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