Frank Urbaniok - Darwin schlägt Kant

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Der Verstand gilt als schärfste Waffe des Menschen. Durch den Verstand ist er anderen Lebewesen überlegen. Er ist das Beste, was die Evolution in Millionen Jahren hervorgebracht hat, ihr ultimatives Erfolgsmodell. So weit die Legende. Fakt aber ist: Der primär evolutionäre Zweck der Vernunft, nämlich die Überlebensfähigkeit der menschlichen Art zu steigern, wird oft zu wenig beachtet. Ihr Potenzial hingegen wird überschätzt.Denn in den menschlichen Verstand wurden viele Mechanismen eingebaut, die sich in der Evolution über Millionen von Jahren als sehr erfolgreich erwiesen: stereotype Automatismen und emotionale Kurzschlüsse, sogenannte evolutionäre Stoßdämpfer, die oft zu verzerrten Beurteilungen führen. Diese Mechanismen stehen im Widerspruch zu den Ideen der Aufklärung und des Humanismus und werden bis heute in Diskussionen stark vernachlässigt.Frank Urbaniok analysiert differenziert, welche fatalen Folgen daraus für das Individuum und die Gesellschaft resultieren können. Nicht zuletzt, so sein Fazit, zielen gerade populistische und extremistische Kräfte mit ihrer Propaganda genau auf diese Schwächen und erschüttern die Demokratien bis in die Grundfesten.

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Auch hier darf noch einmal auf Kant verwiesen werden. Er demonstrierte am Beispiel der Physik – übertragen gilt das für jede Naturwissenschaft –, dass experimentelle Methoden keineswegs mit Empirie gleichzusetzen sind. Patzig schreibt dazu: »Der Physiker, wie jeder Naturwissenschaftler, muß von einer bestimmten Hypothese ausgehen, und seine Experimente müssen Antworten auf gezielt formulierte Fragen liefern.« [3, S. 15]

Bei Kant klingt das so: »Sie begriffen, daß die Vernunft nur das einsieht, was sie selbst nach ihrem Entwurfe hervorbringt, daß sie mit Prinzipien ihrer Urteile nach beständigen Gesetzen vorangehen und die Natur nötigen müsse, auf ihre Fragen zu antworten, nicht aber sich von ihr allein gleichsam am Leitbande gängeln lassen müsse; denn sonst hängen zufällige, nach keinem vorher entworfenen Plane gemachte Beobachtungen gar nicht in einem notwendigen Gesetze zusammen, welches doch die Vernunft sucht und bedarf.« [2, S. XIII]

Die Vernunft erkennt Kant zufolge in der Natur also nur das, »was sie selbst nach ihrem Entwurfe« in die Natur hineingetragen hat. »Diese Aussage«, so Patzig, »räumt der Spontanität der Vernunft bei der wissenschaftlichen Erkenntnis der Wirklichkeit eine führende, ja ausschließliche Rolle ein.« [3, S. 15]

Neben der Vorstrukturierung durch Hypothesenbildung gibt es einen weiteren Nachteil von naturwissenschaftlichen Experimenten: Immer wird durch ein Experiment die Komplexität der wirklichen Verhältnisse drastisch reduziert. Häufig führt das auf dem Papier und in PowerPoint-Präsentationen zu schön darstellbaren Ergebnissen, die aber leider zu Verzerrungen und falschen Schlussfolgerungen führen. Das ist ein gravierender Einwand gegen experimentelle Methodik. Wir werden uns mit den vielfältigen praktischen Konsequenzen dieser Problematik noch genauer beschäftigen. Genau das ist aber ein großer Vorteil von Gedankenexperimenten. Denn sie sind weit weniger auf die Reduzierung von Komplexität angewiesen.

Die Strukturregeln unseres Erkenntnisvermögens laden zwar zu Verzerrungen ein und sind mit zahlreichen Limitationen verbunden. Aber wenn man die Prinzipien und die Fallstricke kennt, lässt sich dessen Potenzial besser nutzen. Und dieses Potenzial ist trotz aller Einschränkungen groß. Denn die Strukturprinzipien unseres Verstandes eröffnen ein Spektrum von unendlich vielen möglichen Gedanken und Kombinationen von Gedanken. Dass dadurch – zumindest manchmal – nicht nur eine quantitative Aussage gemacht ist, sondern auch qualitativ – ähnlich dem oft zitierten Quantensprung – eine über die ursprünglich engen Grenzen hinausweisende Erkenntnis möglich sein soll, scheint mir eine plausible Annahme zu sein. Warum soll etwas Unendliches von vornherein begrenzt, also qualitativ endlich sein?

1.4Zusammenfassung erkenntnistheoretischer Grenzen

Unsere Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeiten sind durch viele Vorstrukturierungen geprägt, bevor sie überhaupt in Gang gesetzt werden. Ich habe diese Grundeinstellungen vorangehend mit einem Betriebssystem verglichen. Es gibt nur dieses eine Betriebssystem, das den Rahmen vorgibt. So wie ein Computer durch sein Betriebssystem begrenzt wird, gehen mit dem menschlichen Gehirn bestimmte Dinge und andere gehen nicht. Diese Grundeinstellungen sind die harten Grenzen unserer Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeit. Psychologische Mechanismen spielen hier noch keine Rolle. Gerade sie sind es aber, die im vorliegenden Buch im Zentrum stehen. Dazu zählt z. B. unser Hang, Beurteilungen, Prinzipien, allgemein verbreitete oder subjektiv höchst naheliegende und vertraute Meinungen zu verabsolutierten und als allgemeingültig anzusehen. Notwendige Differenzierungen und das Sowohl-als-auch bleiben auf der Strecke. Das hat kleine oder große Katastrophen zur Folge. Damit verwandt sind all die bequemen, naheliegenden und sowohl bei einzelnen Menschen als auch bei ganzen Gesellschaften verbreiteten typischen psychologischen Urteilsfehler. Bei ihnen geht es oft darum, der gefühlten Wahrheit den Vorzug gegenüber der Wahrheit zu geben, die durch das Potenzial der eigenen Vernunft eigentlich erkannt werden könnte. Die Konsequenzen für die Praxis sind ähnlich verheerend.

Bei diesen psychologischen Mechanismen lässt sich eine Verbindung zu philosophischen Erkenntnistheorien erkennen. Auch dort und somit schon in der Grundstruktur unseres Erkenntnisprozesses angelegt ist die Tendenz, Erkenntnisse über die Welt mit eigenen Projektionen in diese Welt zu verwechseln. So ist das, was der Mensch als vermeintliche Wahrheit in der Welt erkennt, oft nichts anderes als das, was und wie er selber denkt. Die vermeintliche Wirklichkeit gleicht dann einem Spiegel, in dem einem die eigene Person in neuem Gewand entgegentritt. Der Mensch sieht in dem, was er in der Welt erkennt, nur sich selbst, geht aber davon aus, dass er Eigenschaften der Dinge dieser Welt erkennt. Dass wir darauf hereinfallen, ist aber nicht zwangsläufig. Denn wir haben gute Gründe anzunehmen, dass den Erscheinungen ein »Ding an sich« zugrunde liegt, auch wenn es uns in einem objektiven Sinne stets verborgen bleiben muss.

Zugespitzt formuliert: Dass uns ein Auto von A nach B bringt, dass wir mit absoluter Zuverlässigkeit prognostizieren können, dass ein Apfel, der sich vom Baum löst, nicht zum Himmel steigt, sondern zu Boden fällt, spricht dafür, dass vieles, was die Vernunft erkennt, in der Praxis gut funktioniert und seine Nützlichkeit für den Umgang mit der Welt, in der wir leben, unter Beweis stellt.

Es wird noch davon die Rede sein, dass sowohl die Aufklärung als auch die Vernunft als ihr zentrales Instrument immer wieder stark kritisiert und in ihrem Nutzen infrage gestellt wurden. Nun ist aber unsere Vernunft – zum Beispiel basierend auf unseren Sinneswahrnehmungen – das einzige Instrument, das uns gegeben ist, um Dinge zu erkennen, einzuordnen, zu verstehen und Urteile zu bilden. Etwas anderes haben wir nicht. Sie ist trotz ihrer naturgegebenen Limitationen und Schwachstellen auch gar nicht so schlecht und hat in der Menschheitsgeschichte doch einiges Brauchbares hervorgebracht. Wir haben also guten Grund, uns ihrer mit einigem Zutrauen in ihre Fähigkeiten zu bedienen.

Mit diesem Buch ist die Hoffnung verbunden, dass die Leser für sich aus der Lektüre einen praktischen Nutzen für den Umgang mit eigenen Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeiten generieren können. Damit ist mein tiefer Glaube verbunden, dass wir mit all unseren erkenntnistheoretischen Limitationen und den Grenzen unserer Erkenntnismöglichkeiten wirklich sehr viel erreichen und verbessern können. Dafür ist es nützlich, wenn uns die wichtigsten Fallstricke bekannt sind und wir sie umgehen können – vielleicht nicht immer, aber zumindest ab und zu.

2Allgemeine psychologische Schwachstellen der menschlichen Vernunft

Die Psychologie hat eine Fülle von Schwächen unseres Wahrnehmungsapparates und unseres Urteilsvermögens herausgearbeitet, die zu systematischen Verzerrungen und Fehlbeurteilungen führen. Es handelt sich um Fehlerquellen, die aus der Art und Weise resultieren, wie unsere Wahrnehmungs- und Urteilsfähigkeiten psychologisch konstruiert sind. Es sind gewissermaßen Konstruktionsmängel, die durch die Evolution bis heute noch nicht beseitigt wurden. Genau genommen sind es aus Sicht der Evolution aber gar keine Mängel, sondern bewusst in Kauf genommene Schwächen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

All diese archaischen Programme und Mechanismen stecken nach wie vor in uns. Manche von ihnen sind in unserer modernen Zeit nicht mehr so wichtig wie vor 500 000 Jahren oder sogar nachteilig. Vielleicht wird die Evolution noch das ein oder andere verändern, an unsere heutigen Lebensgewohnheiten anpassen und damit optimieren. Da »denkt« die Evolution aber in sehr, sehr langen Zeiträumen. Es kommt hinzu, dass die hier angesprochenen Probleme aus Sicht der Evolution keine Priorität genießen. Denn die Fortpflanzungsfähigkeit wird kaum dadurch beeinträchtigt, dass man von unsinnigen Meinungen über sich und die Welt überzeugt ist. Aus Sicht der Evolution ist oft sogar das Gegenteil der Fall. Das werde ich später noch vertieft darlegen.

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