Bergbaumuseum Siciliaschacht
Siciliastraße
57368 Lennestadt-Meggen
02721 81434 oder 02721 2257
www.bergbaumuseum-siciliaschacht.de
11 Abtauchen, mitmachen, staunen
Lennestadt-Meggen: Galileo-Park
Nach dem Weg fragen muss wohl keiner, der den Galileo-Park in den Sauerland-Pyramiden sucht. Weithin sichtbar, direkt neben dem Siciliaschacht in Lennestadt-Meggen, erheben sich die weißen Bauwerke auf einer Anhöhe. Giseh im Sauerland? Pharaonen im Kreis Olpe? Nein, so weit trägt der angestrebte Event-Charakter des Galileo-Parks nun doch nicht. Aber: Wissensdurstige können hier in jedem Fall viel lernen und erleben. Ob es die Geheimnisse der Tiefsee sind, in die der Besucher abtaucht, die schier unendlichen Weiten der Galaxien, paranormale Phänomene wie Kornkreise – zu entdecken gibt es vieles in der Zeitmaschine und dem Labyrinth des Unerklärlichen.
Ganz nah am Menschen ist die Science-Pyramide, weil hier das Ausprobieren, Mitdenken und Mitmachen ganz im Vordergrund stehen. Knapp 150 Quadratmeter ist die Pyramide groß, wie eine futuristische Kommandozentrale sieht sie aus und hält in 32 großen Vitrinen interessante Experimente für kleine und große Besucher bereit. Das, was auf den ersten Blick wie eine Fensterfront aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als eine Reihe von überdimensionalen Bildschirmen, die Videopräsentationen zu den verschiedensten Fragen und Erkenntnissen der Wissenschaft zeigen. In der Mitte der Pyramide prangt eine Riesenkugel, deren Geheimnis sich buchstäblich durch die Ausstellung erhellt – sie verbirgt große Teile der Haustechnik und einen Beamer in ihrem Inneren, der auf die Wände der Pyramide Bilder projizieren kann.
Für Entenfreunde und all die Menschen, die neben dem Wissenserwerb auch den Spaß nicht vergessen, bietet die Ausstellung Duckomenta viele neue Einblicke in die Welt der Wesen mit dem großen Schnabel und den Patschfüßen. Wussten Sie, dass die Mona Lisa eigentlich eine Ente ist? Und der Ötzi auch? Nein? Dann: Ab nach Lennestadt und rein in die Pyramide.
Über wechselnde Vorträge, Thementage und Sonderveranstaltungen zu den verschiedensten Wissensgebieten informiert die gut gepflegte Internetseite des Parks.
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Galileo-Park
Sauerland Pyramiden 4–7
57368 Lennestadt-Meggen
02721 6007710
www.galileo-park.de
12 Ein Golddorf setzt auf Tradition
Lennestadt-Kirchveischede: Rundgang durch den Ortskern
Auch der Kreis Olpe hat – wie das Hochsauerland – seine ausgezeichneten Dörfer. Kirchveischede, ein Ortsteil Lennestadts mit rund 1.000 Einwohnern, konnte die Ehrung schon oft einheimsen und darf sich »Golddorf« nennen. Dass es diesen großen Namen zu Recht trägt, wird dem Besucher schnell klar. Malerische Fachwerkhäuser mit liebevoll angelegten Blumengärten prägen das Bild des Dorfes im Tal des Flusses Veischede, einem Nebenfluss der Lenne. Hier blühen Heckenrose und Rittersporn, Schwertlilie und Ranunkel, Lavendel und Sonnenblume. Das älteste Haus Kirchveischedes trägt den Namen Ruitz, wurde 1755 gebaut und 1997 restauriert.
Besonders fallen die Scheunentore der Fachwerkhäuser ins Auge, jene hohen Einfahrtstore, die deutlich machen, dass die Häuser ursprünglich nicht nur als Wohnhäuser für die Menschen gedacht waren. Neben ihrer Nutzung als Viehstall dienten die Fachwerkhäuser mit ihren großen, geräumigen Scheunen zur Einlagerung der Ernte – in früheren Zeiten, als die Bevölkerung vor allem in der Landwirtschaft tätig war. Im 17. und 18. Jahrhundert waren die Einwohner Kirchveischedes Pächter und Lehnsträger – die Güter gehörten seit dem Jahr 1445 zumeist den Kölner Kurfürsten und Erzbischöfen. Heute sind die Scheunentore wahre Schmuckstücke. Sie begrüßen den Besucher mit einer reichen Ornamentik und Inschriften, die auch an den Giebelseiten der Häuser zu finden sind.
Ein Rundgang durch die Ortsmitte lohnt sich – hier finden sich elf unter Denkmalschutz gestellte Bauwerke, darunter auch die Pfarrkirche St. Servatius. Erbaut wurde das Gotteshaus im 13. Jahrhundert. Im Jahre 1908 wurde die Kirche um einen Anbau im nördlichen Teil erweitert. Doch sieht der Besucher sofort: Die Grundsubstanz und Anmutung des ursprünglich frühgotischen Bauwerks blieben weitgehend unangetastet.
Von Kirchveischede ist es nur noch ein Katzensprung zur Burg Bilstein und dem Aussichtsturm Hohe Bracht, dem Wahrzeichen des Kreises Olpe.
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Rundgang durch
Kirchveischede
Ab Zum Kellenberg
57368 Lennestadt-
Kirchveischede
Informationen:
Stadt Lennestadt
Thomas-Morus-Platz 1
57368 Lennestadt
02723 6080
www.lennestadt.de
13 Sagenhafter Blick ins Sauerland
Lennestadt: Aussichtsturm Hohe Bracht
Das Motto: Augen auf und schauen. Ich stehe auf der Plattform des Aussichtsturms Hohe Bracht und kann mich an dem Panorama nicht sattsehen. Das Sauerland liegt mir an diesem Frühsommernachmittag vor Augen: Bilstein, Altenhundem, das Ebbegebirge und das Lennegebirge, die Saalhauser Berge, das Rothaargebirge und der Astenturm auf dem Kahlen Asten. Sanfte Hügellinien, Bäume, Tannenwipfel – dieses Bild ist typisch ist für meine Sauerländer Heimat – und so schön.
Aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass der Aussichtsturm, die Außenanlagen mitsamt dem dazugehörigen Gastronomiebereich im Erdgeschoss des Turms 2017 umfassend renoviert und restauriert wurden. Es wäre schade gewesen, wenn die Hohe Bracht eines Tages dem Verfall preisgegeben worden wäre. Rund zwei Millionen Euro, heißt es, hat sich der Kreis Olpe die Arbeiten an seinem Wahrzeichen kosten lassen. Es hat sich gelohnt.
Auf dem Buckel hat der Turm schon einige Jahre. Die Einweihung des rundum schiefergetäfelten 36 Meter hohen Turms konnte im Oktober 1930 gefeiert werden – mit einer Premiere! Der Westdeutsche Rundfunk übertrug die Festlichkeiten – es waren die ersten Worte, die aus dem Sauerland gesendet wurden. Die Hohe Bracht sollte den Einheimischen und den zugereisten Gästen die Schönheiten des Sauerlandes vor Augen führen – das war das erklärte Ziel, das die Mitglieder des Gründungskomitees mit dem Bau des Turms verfolgten. Und noch eins hatten sie – ganz modern – im Sinn: die Belebung des Tourismus.
Ihre Rechnung sollte aufgehen. Sportbegeisterte schätzen die Hohe Bracht. Eine Rodelbahn, drei Langlaufloipen mit verschiedenen Längen und eine Skipiste mit Lift und Flutlicht lockt die Wintersportler. Wanderer können sich über Rundwege mit einer Gesamtlänge von rund 30 Kilometern freuen.
Im Erdgeschoss des Aussichtsturms befindet sich das Restaurant Hohe Bracht. Genießen können die großen und kleinen Gäste die Gaumenfreuden im Freien und im Innenbereich des Restaurants.
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