5o Meter unter der Erde liegt die Gesundheitsgrotte, wo Menschen mit Asthma, Bronchitis oder Neurodermitis Linderung suchen und finden.
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Atta-Höhle
Finnentroper Straße 39
57439 Attendorn
02722 93750
www.atta-hoehle.de
8 Sauerländer Senf aus Attendorn
Attendorn: Attendorner Senfmühle
Ein würzig-aromatischer Geruch liegt in der Luft – das Wasser läuft mir beim Anblick des gelb-bräunlichen Muses im Mund zusammen. Senf – eine meiner großen kulinarischen Leidenschaften. Hier gibt es ihn in großen Mengen und allen erdenklichen Geschmacksrichtungen. Ein Eldorado für mich und meine Probierwut. Sylvia Hilsmann, Inhaberin der Attendorner Senfmühle, reicht mir geduldig Probierlöffelchen auf Probierlöffelchen.
Ihr Mann hatte die Idee, Senf herzustellen. Volker Hilsmann, ein begeisterter Hobbykoch, nahm die Nachfragen der Touristen ernst: »Was gibt es denn an typischen Lebensmitteln aus dem Sauerland, die sich auch noch gut verschenken lassen?« »Senf!« Die Antwort stand für Volker Hilsmann sofort fest. Er schaffte eine Senfmühle an, sammelte Rezepte und probierte diese aus. Heute besteht das Senfsortiment aus mehr als zwei Dutzend Sauerland-Senfsorten – angefangen vom Verkaufsschlager, dem Attendorner Mühlensenf, über Bier- und Knoblauchsenf bis hin zu Zubereitungen mit Apfel, Walnüssen, Preiselbeeren und Steinpilzen. Aber damit noch nicht genug. Längst haben Sylvia und Volker Hilsmann ihr Angebot erweitert. Und so stehen selbstgemachtes Pesto, Fruchtaufstriche, Soßen, Essig- und Ölflaschen und die selbstgemachten Liköre im Regal. Die seien etwas ganz Besonderes, fügt Sylvia Hilsmann hinzu. Der Clou: der erhöhte Fruchtanteil. Die eingelegten Früchte landen als Püree wieder im Likör. Daher sind die Inhalte der Flaschen etwas trübe – aber auch umso fruchtiger.
In der Wintersaison kommen die Kunden in Scharen, um etwas vom heißbegehrten Rumtopf abzubekommen. Den stellen die Hilsmanns nur in einer kleinen Auflage her. »Der ist schneller weg, als wir gucken können«, freut sich Sylvia Hilsmann, dass sie und ihr Mann den Geschmack ihrer Kunden offensichtlich getroffen haben.
Wer Volker und Sylvia Hilsmann bei der Senfherstellung über die Schulter schauen möchte, kann das bei einer Führung. Eine Verkostung gehört zum Programm.
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Attendorner Senfmühle
Ennester Straße 21
57439 Attendorn
02722 9769938
www.sauerlandsenf.de
9 Ein Pfennig für den Talsperrenbau
Olpe: Biggesee
Als Talsperren-Mitbesitzer dürfen sich die Menschen schon fühlen, die rund um den Biggesee leben. Und das, weil der nordrhein-westfälische Landtag 1956, im Jahr des Baubeginns, ein Gesetz verabschiedete, das als Biggetalsperrengesetz bekannt wurde. Erst im Jahr 2009 wurde die Verpflichtung gelöst, nach der die Bürger der umliegenden Region den sogenannten »Biggepfennig« abführen mussten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Stadtwerke auf jeden verbrauchten Kubikmeter Wasser eine Abgabe geschlagen – 1956 waren das 1,2 Pfennig pro Einheit, 2009 1,79 Cent.
Doch obwohl die Bürger über Jahrzehnte für die Talsperre in die Tasche greifen mussten, deren Wasser nicht einmal ihnen, sondern den Menschen des Ruhrgebietes zugutekommt, lieben sie »ihre« Bigge doch sehr. Im Herzen des Naturparks Ebbegebirge, zwischen Attendorn und Olpe, erstreckt sich der blaue Wasserspiegel des Biggesees über eine Fläche von fast neun Quadratkilometern. Gestaut sind rund 150 Millionen Kubikmeter Wasser. Viel Raum – der bei Baubeginn erst einmal gewonnen werden musste. Mehr als 2.500 Bürger mussten vom später gefluteten Gebiet umgesiedelt werden. Im Olper Ortsteil Sondern direkt am Biggesee erinnern an diese Umsiedlung noch heute Schautafeln, die zeigen, wie es in der Region vor 1956 aussah.
Heute erfreut sich der Biggesee nicht nur bei den Einheimischen, sondern auch bei den Touristen großer Beliebtheit. Für Freunde des Wassersports ist die Talsperre ein wahres Paradies. Hier tummeln sich Segler, Surfer, Angler und Taucher. Wer nicht selber aktiv werden möchte, kann sich von einem der beiden Ausflugsschiffe, der MS Westfalen und der MS Bigge, über das Wasser schippern lassen und einfach das tun, wozu die Talsperre einlädt: zurücklehnen, schauen und genießen.
Die Talsperre hat mit dem Biggeblick seit Juli 2013 eine neue Attraktion. Die 90 Meter hohe Plattform bietet einen unvergleichlichen Ausblick über den Biggesee.
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Personenschifffahrt Biggesee
Am Hafen 1
57462 Olpe
02761 96590
www.biggesee.de
10 Südlich des Äquators
Lennestadt-Meggen: Bergbaumuseum Siciliaschacht
Der Mann strahlt, als ich ihn frage, ob er hier gearbeitet hat. »Ich habe mein Leben hier verbracht«, erklärt Wegbert Eberts stolz. »Hier« – das ist der Siciliaschacht in Lennestadt-Meggen, wo 140 Jahre lang alles im Zeichen des Abbaus von Schwefelkies-, Blei-, Zink- und Schwerspat stand. 1992 war Schluss damit. Auch für Wegbert Eberts. Leicht sei ihm das Ende nicht gefallen. Da verwundert es nicht, dass er sofort Ja sagte, als sein ehemaliger Chef ihn bekniete, beim Aufbau eines Museums mitzuhelfen. »Eine Ehrensache«, sagt Eberts und beginnt dann seine Führung durch die Anlage.
In der Schachthalle sind das Fördergerüst und das Gefäß für die Erzförderung zu sehen. »Zehn Meter in der Sekunde ging es in die Tiefe«, erzählt Eberts, »bis runter auf die elfte Sohle.« Die lag 567 Meter unter der Erde. Dort wurden mithilfe von zwei Maschinen täglich 5.000 Tonnen Erz und 1.000 Tonnen totes Gestein gefördert. Leichter wurde die Arbeit, als Anfang der 1970er-Jahre unter Tage Dieselgeräte eingesetzt wurden. Trotzdem: Die Arbeit im Siciliaschacht sei ein Knochenjob gewesen, erklärt der altgediente Bergmann.
Weiter geht es in die ehemalige Markenkontrolle, wo sich heute ein Informationszentrum mit Vitrinen und Schautafeln befindet. Das Thema: Erzbergbau und die Verwendung der geförderten Metalle. Wegbert Eberts muss weit zurückgehen, um zu den Anfängen des Siciliaschachts zu gelangen. Und er tut das mit einem Satz, der die Besucher aufhorchen lässt: »Das Sauerland liegt südlich des Äquators!« Leider nur in der Kambriumzeit vor etwa 500 Millionen Jahren. Spannend ist die Zeitreise, auf die Wegbert Eberts seine Besucher mitnimmt. Auch wegen seiner Begeisterung. Und der seiner Kollegen, die mit ihm »Dienst« im Museum tun. Sie sorgen dafür, dass die Erinnerung an den Bergbau in Meggen nicht verloren geht.
Direkt am Siciliaschacht beginnt ein Wanderweg, der auf 4,3 Kilometern anhand von 17 Schautafeln einen Einblick in die Bergbaugeschichte bietet.
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