Clara Viebig - Elisabeth Reinharz' Ehe. Es lebe die Kunst!

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Es ist auf dem großartigen Empfang des Bankiers Mannhardt, dass die junge Elisabeth Reinharz, die erst seit kurzem – aus der Provinz kommend – allein in Berlin lebt, eine ihrer Novellen zum Besten geben darf. Die Reaktion darauf ist positiv, aber noch verhalten. Es bedarf schon ihres ganzen Einsatzes in der Folgezeit, ihre Werke bei Redakteuren und Verlegern unterzubringen. Gleichzeitig beginnt aber der eine oder andere, sich für Elisabeth zu interessieren, was das Leben für sie nicht einfacher macht. Es vergeht noch einige Zeit, bis sie den richtigen Weg für ihr Leben gefunden hat.-

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Heute alles still. Das Geräusch der grossen Stadr verstummt an der Grenze von Nacht und Morgen. Es war drei Uhr. Ganz allein ...!

Elisabeth sah sich um. Da lag das schwarzseidene Kleid überm Stuhl, die weissen Spitzenrüschen um Hals und Ärmel waren zerdrückt, die weissen Rosen, die Frau Leonore ihr an die Brust geheftet, abgeknickt. Die kleine Küchenlampe, die Mile auf den Tisch gestellt hatte, brannte trüb und gab dem einsamen Zimmer eine traurige, verlassene Stimmung.

Und doch nicht allein! Eine Flut von Gestalten drängte sich mit mächtigem Schwall herein, belebte den Raum, glitt hin und her und schaffte Wechsel und Bewegung. Wie Wellen auf hoher See, brausend, Schaumkämme hebend, sich teilend, sinkend, sich wieder hebend, höher, höher wogten Gedanken in dem Mädchenkopf. Stimmen flüsterten, Namen schwirrten. Hoch oben, weit draussen am graunächtlichen Himmel, glänzte ein Stern wie das Licht im Leuchtturm. Die Gestalten wiesen hin, die Stimmen flüsterten: „Dein Stern!“

Schaudernd, fröstelnd streckte Elisabeth die nackten Arme aus: „Mein Stern. Lass mich ihn erreichen, Gott! Ich muss ihn erreichen, ich werde ihn erreichen!“

2.

Lützowstrasse acht in der zweiten Etage des Vorderhauses wohnte die Familie Kistemacher; Mann, Frau und vier Kinder. Er war Zahnarzt.

Elisabeth war mit ihnen bekannt; die hübschen, lustigen Kinder waren ihr auf der Treppe, im Flur, auf dem Hof begegnet und hatten die Bekanntschaft mit den Eltern vermittelt.

Frau Kistemacher fühlte eine gewissermassen mütterliche Verpflichtung gegen das einsame Mädchen. „Sind Sie denn so ganz allein?“ hatte sie beim ersten Besuch gefragt.

„Ganz allein“, antwortete Elisabeth mit einem Lächeln, das alles Mitleid weit von sich wies. „Ich bin daran gewöhnt. Ich bin nach dem Tode meines Vaters geboren; meine Mutter starb, als ich noch sehr jung war, ich kam dann aufs Land zum Onkel. Er hat mich so erzogen, dass ich allein sein kann. Er war sehr gut; er hätte natürlich lieber einen Jungen gehabt.“

Sie hatte das ganz ohne Bitterkeit gesagt, es war so selbstverständlich; ein Junge hätte wohl das Gut geerbt, sie musste sich mit dem kleinen Kapital begnügen, von dessen Zinsen sie bescheiden genug lebte.

„Haben Sie denn kein Heimweh nach dem Lande?“ inquirierte Frau Kistemacher weiter.

„Nein.“

Heute hatte Elisabeth Heimweh. Sie sass in ihrer Stube am geöffneten Fenster und starrte mit müden Augen über die Dächer.

Weisse Tauben hockten auf einem First und putzten sich; der matte Glanz der Nachmittagbeleuchtung liess die blauen Schieferplättchen weniger düster erscheinen, aber noch immer waren sie dunkel. Des Mädchens Blick suchte sehnsüchtig den Himmel — mussten nicht die ersten Schwalben schwirren? Drehte sich nicht der goldene Hahn des Dorfkirchturms? Ach, nur Telephondrähte spannten lange, blitzende Fäden; die Dächer waren berusst, die weissen Tauben angegraut vom Rauch der Schlote, die Luft schlaff, dick vom emporwirbelnden Staub der Grossstadt.

Sie schloss die Augen, sie hatte den ganzen Tag gearbeitet. Nun war das Manuskript fertig, dort auf dem kleinen Tisch lag es. Leonore hatte ihr eingeschärft, es ja selbst zu Doktor Bolten zu tragen; doch der Mut fehlte ihr plötzlich. Ob’s auch gut war? Was würde er sagen?

Sie hatte mit Enthusiasmus gearbeitet, wochenlang. Mit einem Glücksgefühl sondergleichen hatte sie begonnen, gleich nach jenem Gesellschaftsabend bei Mannhardts. Die Feder hastete übers Papier, die Hoffnung trug ihre Gedanken auf mächtigen Flügeln. Es war etwas in ihr, das sie trieb, spornte, hetzte; sie galoppierte voran wie ein mutiges Ross ohne Zaum und Zügel. Es war ihre erste grössere Arbeit.

„Es hängt ungemein viel vom ersten Auftreten ab,“ hatte Frau Leonore gesagt, „nimm dich zusammen, Herzchen!“

Einem Nachtwandler, der ruhig im Vollmondschein über Dächer und Firste wandelt, war Elisabeth in diesen Wochen ähnlich gewesen. Nun war sie angerufen — sie erschrak, taumelte, ihr schwindelte. „Nimm dich zusammen!“ Wie macht man das, wenn da etwas herausdrängt, herausstürzt aus tiefster Seele, uneinschränkbar wie schäumendes Wildwasser aus der Felsenkluft?

Sie hob die Hände an die Schläfen, die glühten und schmerzten in der quälenden Gedankenflucht. Würde es ihm gefallen? Jetzt wusste sie’s, es würde ihm nicht gefallen. Was war sie denn, wer? Nichts.

Elisabeth senkte die Stirn tiefer und tiefer, bis sie auf dem Fensterbrett lag und ihre fiebernden Pulse an das kalte, fühllose Holz klopften. Ach, nur eine Seele haben, der sie ganz vertraute, die ihr ganz vertraute, die da sprach: Ich glaube an dich!

Die Tür ging auf, Mile steckte den Kopf herein: „Fräuleinchen, ’s is Zeit, wenn Sie zu dem Herrn gehn wollen; halb fünfe.“ Ihr dürrer Arm reckte sich wie eine Fahnenstange, Hut und Jäckchen baumelten daran.

„Ich gehe nicht.“

„I du meine Zeit, warum denn nich?“

„Es gefällt ihm doch nicht.“

„Gefällt ihm nich? Na so was! Allens, was Sie schreiben, is wunderschön; wenn ich nur eine Zeile lese, muss ich weinen. Wenn ich man bloss die Überschrift sehe. Das sollte ihm nicht gefallen?“ Sie rümpfte geringschätzig die Nase. „Dann versteht er nichts!“

„Ach, Mile,“ Elisabeth hob den Kopf und starrte geradeaus, „du verstehst es nicht!“

Wenn sie nur jemand ein paar Stellen vorlesen könnte! Da lag das Manuskript, es lockte und winkte. Elisabeth überlegte — Leonore? Nein. Eine unbewusste Scheu hielt sie zurück. Die wollte immer so viel Eigenes dazutun, hier einen geistreichen Gedanken einflicken und dort. Man wurde zum Schluss irre an dem eigenen Werk, man kannte es nicht mehr.

Nein, das war nun einmal fertig. Elisabeth fasste das Manuskript mit fester Hand. Aber wohin in der Unruhe des Herzens?

Kistemachers fielen ihr ein, das waren so verständige, nette Leute, die hatten gewiss ein Urteil.

Sie sprang eilig die Treppe hinunter.

Kistemachers Kinder waren im Tiergarten, das Ehepaar sass allein. Die Sprechstunde war beendet, Herr Kistemacher hatte gut gegessen und rauchte nun behaglich seine Zigarre. Frau Julie stopfte Strümpfe. Elisabeth wurde freundlich begrüsst.

Frau Kistemacher streckte ihr die rechte Hand hin, die linke liess den Kinderstrumpf, in dem das Stopfei steckte, nicht fahren. „Trinken Sie ein Tässchen Kaffee?“ Schon zog sie den schwarzen Wollfaden wieder aus und ein, sie sah nicht mehr auf.

„Nein, ich danke sehr, ich ...“ Elisabeth zögerte. Sie hielt das Manuskript hinter dem Rücken versteckt.

„Was haben Sie denn da, Fräulein Reinharz?“ Kistemacher beugte sich ein wenig aus seinem Schaukelstuhl vor.

„Ich? Ach!“ Das Sprechen wurde ihr sauer, die Luft war hier so — so — sie wusste nicht, woran es lag, sie kam sich plötzlich ganz überspannt vor.

„Setzen Sie sich doch, Fräulein Elisabeth!“ Das Stopfei wurde aus dem Strumpf gezogen. „Fertig!“ Aber da war schon wieder ein anderer mit einem grossen Loch. „Was die Kinder reissen!“

„Ich ...“, Elisabeth raffte sich auf, „ich wollte Sie sehr bitten ... ich möchte Ihnen gern ...“, sie zog plötzlich das Manuskript hervor, „Ihnen etwas von mir Geschriebenes vorlesen. Ich schreibe.“ Sie senkte tief errötend den Kopf.

„Was, Sie schreiben? Sie, Sie?“ Frau Kistemacher sah nun doch für einen Augenblick auf; da sie die Hände zum Zusammenschlagen nicht frei hatte, drückte sich das ganze Erstaunen in ihren weitgeöffneten Augen aus. „So was! Sie schreiben? Wie interessant! So was!“

„Bitte, Fräulein Reinharz!“ Herr Kistemacher war aufgestanden und ging mit knarrenden Stiefeln im Zimmer auf und nieder. „Das wird uns sehr interessieren. Mich ganz besonders.“ Er lächelte, halb eitel, halb verschämt. „Sie müssen wissen, in meinen Mussestunden verbreche ich zuweilen auch etwas. Es ist mir der genussreichste Zeitvertreib!“

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