Niels Brunse - Der Meermann

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Auf einmal passiert es. Beim segeln. Mitten in der Nordsee. John Vivilt, 35 Jahre alt und Radioredakteur, wollte eigentlich nur ein wenig segeln und befindet sich plötzlich mitten im England des 17. Jahrhunderts wieder. Genauer gesagt im England des Jahres 1647. Genau die Zeit als Cromwell gerade seine Schreckensherrschaft errichtet. Vivilt macht das beste aus seiner Situation als gestrandeter Zeitreisender, verschafft sich eine zeitgenmäße Identität und versucht in den Lauf der Weltgeschichte einzugreifen. Ob das eine so gute Idee ist?.– Spannender Historienroman über das England des 17. Jahrhunderts.-

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Mop schaute mich an und grinste. »Sie ist gut zu mir«, sagte er mit einer seltsam näselnden Stimme, und plötzlich verstand ich den Ausdruck seiner Augen. Er war ein fünfjähriges Kind in dem muskulösen Körper eines erwachsenen Mannes. Ich wusste in diesem Moment nicht, wie ich mit ihm umgehen sollte, doch darüber hätte ich mir gar keine Gedanken machen müssen, denn Mop hatte ganz einfach Vertrauen zu mir gefasst und dabei blieb es. Ich habe nie erfahren, wie er ins Strawberry kam, ob er ein Verwandter oder möglicherweise sogar der Sohn des Ehepaars Swottle war – ihr Alter war kaum zu bestimmen, allerdings sah er keinem von beiden ähnlich. Vielleicht war er ja genauso wie ich, durch einen Zufall, aufgetaucht und hängen geblieben.

»Sie lässt mich das machen«, erklärte Mop.

»Was machen?«

»Mit dem Stöckchen.« Er nickte vielsagend mit dem Kopf. »Und wenn ich das mit einer anderen Frau mache, dann schneidet sie mir das Stöckchen mit einem Messer ab.«

Beinahe hätte ich mich am Hering verschluckt. Ich spülte mit einem Schluck dünnem, lauwarmem Ale nach.

»Und woher weiß sie, ob du’s mit einer anderen Frau machst?«, wollte ich wissen, als ich mich geräuspert hatte.

Mop lehnte sich mit kugelrunden Augen über den Tisch. »Sie hat’s mir erzählt. Sie kann es hinter ihrem Silberlöffel sehen.«

»Ihrem Silberlöffel?«

»Sie hat so einen«, sagte er mit geflüsterten Nachdruck, als würde das alles erklären.

The Strawberry wurde in diesen Monaten zu meiner Freistatt. Wenn ich ein bisschen Geld verdient hatte, konnte ich bezahlen, was ich trank, manchmal sogar meine Schulden; und wenn ich kein Geld hatte, bekam ich bei Mutter Swottle Kredit, half ein wenig beim Schleppen der Bierfässer oder hackte Brennholz. Fand ich keinen anderen Ort zum Schlafen, durfte ich in einem kleinen dreieckigen Verschlag unter dem Dach übernachten, direkt am Schornstein. War der Kamin richtig angefeuert, wurde es manchmal erstickend heiß – es war allerdings besser, als zu frieren –, und bisweilen musste ich die dreckigen Säcke auf dem Boden mit einem anderen notleidenden Freund des Hauses teilen. Aber ich kam niemals vergebens dorthin.

So gut wie jeden Tag begab ich mich auf die Suche nach Arbeit. Die wenigen Pence, die ich in die Stadt mitgebracht hatte, reichten nicht lang, nur hatte ich nichts anderes anzubieten als meine Muskeln. Ich fragte Priester und ich fragte Diener, ob ihre Herrschaften nicht einen des Schreibens und Lesens kundigen Mann benötigten, aber ich hatte kein Glück. Ich beherrschte kein Handwerk, ich konnte nicht reiten, nicht einmal Pferde versorgen, ich fühlte mich wie ein vollkommen überflüssiges Produkt meines eigenen Jahrhunderts. Ich bekam eine Chance als Aushilfe in der Küche der venezianischen Botschaft, die plötzlich Leute brauchten, aber nach ein paar Stunden wurde ich gefeuert, weil ich die anderen Küchenhilfen behinderte und anrempelte. Die Arbeitsgänge in dem dunklen Raum mit der offenen Feuerstelle waren für mich einfach nicht durchschaubar. Einen Tag oder vielleicht auch mal eine ganze Woche hatte ich das Glück, Schiffe entladen zu dürfen, auf einem Bauplatz Steine oder Bretter zu einem Lager zu transportieren, Kornsäcke zu schleppen oder aus einem Weinkeller Fässer über eine Holzrampe zu rollen – es war harte und schlecht bezahlte Arbeit, die zusätzlich dadurch erschwert wurde, dass es überall Gilden, Zünfte, Vereinigungen und Cliquen zu geben schien, die Fremde von allem fernhielten, was nach einer festen Anstellung aussah. Die Buchhändler rund um St. Paul’s schauten misstrauisch auf meine dreckigen und aufgerissenen Hände, wenn ich sie fragte, ob sie einen Assistenten benötigten. Die Bootsmänner auf der Themse, die Passagiere hin- und herruderten, hatten in ihrer Verwandtschaft genügend eigene Leute. Sogar die Bettler achteten eifersüchtig auf ihre Plätze. Als ich ein einziges Mal aus Verzweiflung versuchte, mich an eine Hausmauer zu setzen und bettelnd die Hand auszustrecken, wurde ich von einem Invaliden, der neben mir hockte und plötzlich überraschend gesund und rüstig schien, regelrecht aus dem Weg getreten.

Die Stadt stank. Nach Pisse und Scheiße, nach Kohlenqualm und Brennholzmief, nach vergammeltem Abfall und Pferdeäpfeln. Das Pflaster war selten ganz trocken, nicht einmal, wenn die Sonne schien, denn Abwässer und undefinierbarer Dreck flossen in den Rinnsteinen und verteilten sich über die runden Rücken der Straßen – wenn das holprige Pflaster nicht ohnehin planlos eingesunken war und sich überall Pfützen und schlüpfrige Drecklachen bildeten. Wagen und Kutschen rollten vorüber, dazwischen zwängten sich Reiter: mal eine Standesperson zu Pferde, dann wieder ein reitender Bote. Fußgänger hielten sich meist an den Straßenrändern auf, bisweilen liefen sie in diesem chaotischen Verkehr aber auch quer über die Straße. Ich lernte die Straßen ziemlich gut kennen, denn ich durchstreifte sie beinahe täglich. Von anderen Tagelöhnern, die ich in den Docks oder auf den Bauplätzen traf, hörte ich Gerüchte, wo möglicherweise neue Arbeit zu finden war; und oft gingen wir mehrere Meilen, nur um herauszufinden, ob es stimmte.

Das größte Angebot gab es am Nordufer der Themse. Auf der Südseite hatte man noch nicht sonderlich viel gebaut, dort musste man nicht sehr weit laufen, bis man auf offene Felder mit grasenden Kühen stieß. Dennoch ging ich häufig auf die Südseite, nicht nur, weil The Strawberry dort lag, sondern auch, weil die Brücke einfach nicht aufhörte, mich zu faszinieren. Die einzige Brücke über den Fluss, London Bridge, mit ihren zwanzig Steinbögen, den massigen Strompfeilern und diesen unglaublichen Häusern, die man auf der eigentlichen Brücke gebaut hat – mit Anbauten und Lokushäuschen, die über dem Wasser hingen. Wenn man die Brücke überquerte, war es beinahe so, als ginge man durch eine Straße oder eine lang gezogene Torwölbung, denn vielfach waren die Häuser an den Giebeln zusammengebaut. Es gab nur wenige Stellen mit freier Sicht auf die Themse und in der Mitte hatte die Brücke eine Zugbrücke, damit größere Schiffe passieren konnten. Händler hatten kleine Buden aufgebaut, die Leute traten aus den Türen der Häuser direkt auf die Fahrbahn, und auf ein paar Stangen am Torgebäude des südlichen Endes der Brücke hatte man die Furcht einflößenden, geteerten Köpfe von enthaupteten Staatsfeinden gespießt.

Es kam vor, dass in Southwark Handlangerarbeiten gebraucht wurden. Einmal lud ich auf einem leeren Grundstück in der St. Tooley Street Bauholz ab, da ein Kaufmann sich dort ein dreigeschossiges Haus bauen wollte. Einige der Hölzer waren gebraucht, darunter einige schwere Eichenholzbalken, die rot bemalt und mit gelben Verzierungen versehen waren. Ich fragte den Zimmermeister, der neben mir stand, woher das Holz käme. Seine Gesellen nannten ihn heimlich »Beerless«, weil er nur Wasser trank und sich damit brüstete, dass ein hochgestellter Kunde ihn einmal den beispiellosen Baumeister genannt hatte, the peerless builder.

»Das da?«, fragte er. »Das ist vom Globe, diesem gottlosen Ort. Es wurde vor drei Jahren abgerissen, der Herr sei gepriesen. Aber das Holz ist noch gut.«

The Globe, Shakespeares Theater. Ich legte die Hand auf einen der roten Balken und dachte daran, was sie wohl erzählen würden, wenn sie reden könnten. Eine Ohrfeige des bier- und beispiellosen Baumeisters brachte mich allerdings rasch auf andere Gedanken. »Träumst du, du Köter!«, brüllte er. »An die Arbeit!«

Demütigungen. Kälte. Läuse. Häufig ein knurrender Magen. Erbärmliche Unterkünfte, aus denen ich mich einige Male nachts fortschleichen musste, weil ich sie nicht bezahlen konnte – der Dachboden im Strawberry war lediglich ein Nothafen, das hatte Mutter Swottle mir klar zu verstehen gegeben. Flöhe, die in meine Kleider zogen und dort ausharrten, selbst wenn ich meine Wäsche auf einem Hof in eiskaltem Wasser wusch und vor einem qualmenden Kamin trocknete, so dass ich am nächsten Tag roch wie ein Brandherd.

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