Jean Bolinder - Wer ist dein Richter?

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Nachdem der erste Schnee fiel, erprobte ein kleiner Junge mit seinem Vater, dem Landpolizisten, seinen neuen Schlitten. Unterdessen ist der Junge ein erwachsener Mann, doch an jenen kalten Novembertag der 1930er Jahre erinnert er sich haargenau. Es ist der Tag, an dem er seinen Vater zum letzten Mal lebendig sah. Auch wenn die Ermordung seines Vater zum Tabu-Thema geworden ist, entschliesst sich der erwachsene Junge dennoch den Mord aufzudecken. Seine Ermittlungen führen ihn nicht nur in den Kreis einer mächtigen Familie, sondern auch in ein Netz aus Lügen und Intrigen. – Ein literarisch gelungener Kriminalroman. -

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Meine Mutter sagte, ich hätte sie enttäuscht.

1948 wurde ich eingezogen. Ich bekam einen Nervenzusammenbruch und wurde entlassen.

„Dein Vater war ein tüchtiger Soldat“, sagte meine Mutter, als ich heimkehrte.

Aber mein Vater war seit dreizehn Jahren tot. Der Mensch, der ihn getötet hatte, lief frei herum. Und ich, sein Sohn, war nicht stark genug, ihn zu rächen. Zum erstenmal seit fünfundzwanzig Jahren war ich nun auf dem Weg, das zu tun, was ich mußte.

Rache üben.

Neuntes Kapitel

In der Herrentoilette stand ein Mann und wusch sich das Gesicht. Die grünen Kacheln der Wände waren mit Blumen und Vögeln bemalt. Über dem Pissoir war ein kleiner Junge mit Segelboot abgebildet, ganz in Hellgrün, aber einer der Vögel hatte eine goldene Brust und blaßblaue Flügel.

„Es geht kein Zug mehr von Båstad“, sagte der Gesichtslose zu mir. „Früher gab es noch einen.“

Als ich in die Bar zurückkehrte, war sie schon ziemlich voll. Ich bestellte noch einen Tomatensaft und ließ mich an einem Fenstertisch nieder. Draußen strömte der Regen auf die Straße.

„Hallo, Dan. Da bist du ja. Darf ich mich zu dir setzen?“

Marianne Bundin war hereingekommen. Ihre braunen Haare umrahmten das hübsche ovale Gesicht mit der schmalen Nase und den blauen Augen. Sie trug eine Jacke und Jeans. Sie hatte sich also umgezogen, denn bei den Noijbes hatte sie ein türkisfarbenes Kleid mit schwarzem Lackledergürtel angehabt.

„Gern“, antwortete ich. „Ich bin hier ganz allein, und es freut mich, daß du gekommen bist. Möchtest du etwas trinken?“

„Ich hole es mir schon selbst“, erklärte sie. „Die Männerherrschaft ist tot und begraben und damit auch die Ritterlichkeit. Weißt du das nicht?“

Als sie von der Bar zurückkehrte, bemerkte sie: „Komisch, was der General da sagte. Daß er nicht weiß, ob der geheimnisvolle Kurt ermordet worden ist. Findest du nicht auch?“

„Es ist gräßlich zu glauben, man habe einen Menschen getötet“, sagte ich. „Ich habe es einmal erlebt, und ich möchte es nie mehr durchmachen.“

Sie sah mich ernst und fragend an. Offenbar erwartete sie eine Erklärung, und ich gab sie.

„Das war in Uppsala“, begann ich. „Damals trank ich zuviel und ... na ja, das bekam mir schlecht. Eines Morgens wußte ich beim Erwachen nicht mehr, was am Abend zuvor geschehen war. Ein schreckliches Gefühl, zumal mir übel war. Es wurde noch schlimmer, als ich die Zeitung aufschlug und las, daß am vorigen Abend ein Mann ermordet worden war. Ich dachte, vielleicht wäre ich der Mörder, und je mehr ich mich zu erinnern versuchte, desto überzeugter wurde ich. Schließlich glaubte ich mich zu entsinnen, wie ich ihn erwürgt hatte. Das panische Gefühl, das mich erfaßte, ist nicht zu beschreiben. Ich überlegte mir mindestens zehn Selbstmordarten, bevor ich beschloß, mich der Polizei zu stellen. Inzwischen waren mehrere Tage vergangen. Ich hatte nichts gegessen und mich nicht rasiert, hatte mich auch nicht umgezogen. Hatte allen Alkohol getrunken, der im Hause war; unten auf der Straße die Menschen kommen und gehen sehen. Die blauen Autobusse hatten an der Haltestelle gehalten und waren kurz darauf weitergefahren. Wenn es dämmerte, vertiefte sich mein Entsetzen. Jetzt wird es Zeit! Jetzt mußt du dir das Leben nehmen! Jetzt! Aber im Morgengrauen war ich noch am Leben, und ein neuer Tag verstrich draußen vor dem Fenster. Endlich faßte ich meinen Entschluß. Ich ging ohne Mantel den ganzen langen Weg zur Polizeiwache am Markt. Meine Golgathawanderung schloß mit einer Antiklimax. Es zeigte sich nämlich, daß der wahre Mörder bereits gefaßt worden war. Der Polizeikommissar, dem ich mein ‚Geständnis‘ ablegte, war sehr freundlich. Er beruhigte mich und riet mir, einen Psychiater aufzusuchen. Nach mehreren Unterredungen mit dem Psychiater ließ ich mich von ihm in eine Heilanstalt einweisen. Dort war ich ein ganzes Jahr.“

„Ach, sieh mal an“, hörte ich eine lallende Stimme. „Sie waren also im Irrenhaus. Ein ganzes Jahr?“

Ich blickte auf. Vor mir standen Erland Noijbe und seine Schwester Beatrice. Das waren die beiden Menschen, auf die ich Jagd machte, die meine Rache treffen sollte.

Statt dessen hatten sie mich nun in der Hand, da sie über mich und meinen wundesten Punkt Bescheid wußten.

Beatrice und Erland gingen zur Bar, um sich etwas zu trinken zu holen. Marianne sah ihnen stirnrunzelnd nach, und als sie außer Hörweite waren, beugte sie sich über den Tisch und fragte leise: „Ist die Sache mit Kurt von Spoor sehr wichtig für dich?“

„Wieso?“ gab ich mit möglichst gleichgültiger Miene zurück.“

„Ich merkte, daß du Erland anstacheltest“, erklärte sie, „daß du ihn dazu bringen wolltest, etwas zu tun. Vielleicht ist es nur so ein Gefühl, aber es würde mich nicht wundern, wenn du mehr in die Angelegenheit verwikkelt wärst, als du wahr haben willst.“

„Das bildest du dir bloß ein“, murmelte ich, aber es glückte mir nicht, überzeugend zu klingen.

„Ich bin nicht neugierig“, versicherte sie. „Das ist es nicht. Wenn du dich aber wirklich für Kurt und seinen geheimnisvollen Tod interessierst, kann ich dir vielleicht helfen. Sein Name erweckt nämlich einige Erinnerungen in mir.“

„Erzähle!“ drang ich eifrig in sie.

In diesem Augenblick kehrten Erland und Beatrice mit ihren Getränken zum Tisch zurück, und Marianne machte eine beiläufige Bemerkung über das Wetter. Erland war wie gewöhnlich mit sich selbst beschäftigt, aber Beatrice bedachte Marianne mit einem forschenden Blick. Offenbar war Marianne nicht die einzige, die sich in Gesellschaft nichts entgehen ließ.

Zehntes Kapitel

Es herrschte zwar eine aufgeräumte Stimmung an unserem Tisch, doch das war nur Fassade. Beatrice konnte ja nicht erfreut sein, daß ihr Bruder ihr Geburtstagsfest gestört hatte, und Erland setzte Marianne lang und breit auseinander, daß er sich in einer Phase befinde, in der ihm das Schreiben schwerfalle. Ich selbst dachte immer wieder an das lange, trostlose Jahr in der Heilanstalt zurück.

Schuldkomplex hieß das Schlüsselwort bei meinen Schwierigkeiten. Der Arzt brauchte nicht lange Zeit, um das herauszufinden. Aber welche Schuld ich mit mir herumtrug, das war nicht so leicht zu ergründen.

Ein klinischer Psychologe fand schließlich den Faden, der in den dunkelsten Winkel des Labyrinths führte. Er ließ mich in ganz kurzen Zeitabständen Bilder betrachten, und dann mußte ich zeichnen, was ich gesehen hatte.

Als Maler fand ich den Versuch interessant. Vielleicht kamen wir dadurch zu einem Ergebnis. Ohne mir dessen bewußt zu sein, entschleierte ich des Rätsels Lösung.

Dem Psychologen fiel es auf, daß in meinen Zeichnungen immer eine Katze vorkam. Nicht klar und deutlich, eher wie in einem Fixierbild, mir selbst ganz unbewußt. Eines Tages fragte er mich unumwunden: „Warum fürchten Sie sich vor Katzen?“

Diese harmlose Frage hatte eine Wirkung auf mich, die geradezu unglaublich war. Plötzlich brach mir der Angstschweiß aus, und mein Herz klopfte, als hätte ich ein Gift in mir. Ich wurde kalt, fast gefühllos, und ich dachte, ich würde ohnmächtig. Mit wurde schwindlig, nur weil mich der Arzt gefragt hatte, warum ich mich vor Katzen fürchtete!

Auf einmal erkannte ich, daß ich tatsächlich schreckliche Angst vor Katzen hatte. Daß ich seit meiner Kindheit an dieser Angst litt und sie immer auf irgendeine Weise überspielt hatte.

Einmal brach ich mit einem Mädchen, das sich eine Katze zugelegt hatte. Ich redete mir ein, ich hätte es nur getan, weil ich mir nichts mehr aus dem Mädchen machte.

Ein andermal fuhr ich nach Paris und stieg dort in einem Hotel ab, wo überall eine Menge Katzen herumstrichen. Ich blieb eine ganze Woche in meinem Zimmer und kehrte dann nach Hause zurück. Nach Paris fuhr ich nie wieder.

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