Jean Bolinder - Wer ist dein Richter?

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Nachdem der erste Schnee fiel, erprobte ein kleiner Junge mit seinem Vater, dem Landpolizisten, seinen neuen Schlitten. Unterdessen ist der Junge ein erwachsener Mann, doch an jenen kalten Novembertag der 1930er Jahre erinnert er sich haargenau. Es ist der Tag, an dem er seinen Vater zum letzten Mal lebendig sah. Auch wenn die Ermordung seines Vater zum Tabu-Thema geworden ist, entschliesst sich der erwachsene Junge dennoch den Mord aufzudecken. Seine Ermittlungen führen ihn nicht nur in den Kreis einer mächtigen Familie, sondern auch in ein Netz aus Lügen und Intrigen. – Ein literarisch gelungener Kriminalroman. -

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Der gewichste Schnurrbart schien ein verzweifelter Versuch zu sein, sich das fehlende Ansehen einer Persönlichkeit zu verleihen. Die Mundwinkel hingen nach unten, und die scharfen Falten zum Kinn verstärkten den mißmutigen Ausdruck. Die himmelblauen Augen unter den geschwollenen Lidern hatten einen furchtsamen und selbstbedauernden Blick.

Ihn haßte ich. Haßte seinen überheblichen Ton und sein unverschämtes Auftreten. Er war ein echter Noijbe. Ein echter Mörder.

Ich dachte an einen Frühlingsabend in Uppsala zurück. Tage und Nächte des Grübelns waren ihm vorausgegangen. Angst. Dann faßte ich endlich einen Entschluß. Ohne meinen Mantel anzuziehen, ging ich den ganzen langen Weg zur Polizeiwache am Marktplatz. Ging rasch durch die Tür zu dem Pult, schob einen Mann weg, der mit dem diensthabenden Polizeibeamten über einen Fahrraddiebstahl sprach, und sagte mit einer Stimme, die vor Erregung und Entsetzen zitterte:

„Ich habe ihn getötet. Ich halte die Schuld nicht mehr aus. Kann sie nicht mehr ertragen. Hören Sie, ich habe ihn ermordet. Hören Sie mich nicht? Hören Sie mich nicht? Hören Sie mich nicht ...“

Drittes Kapitel

„Ja, heute abend kommen Vater und Irma“, sagte Erland, „und vielleicht noch mehr von der alten Garde, um eine Rede auf dich zu halten, Schwesterlein. Also will ich meine kleine Rede jetzt halten. Wenn du sie zu trocken findest, bist du selbst schuld.“

„Du wirst heute abend noch mehr als genug zu trinken bekommen“, versetzte Beatrice unmutig. „Beklag du dich nicht.“

„Nun wird er von sich selbst reden“, flüsterte Marianne mir zu. „Erland spricht nie von etwas anderem als von sich selbst. Außer meinem Mann Jöran, der Gott sei Dank bei den Kindern in Gotland bleiben mußte, ist Erland der schlimmste Egoist, den ich kenne.“

„Ich selbst bin um zehn Uhr vormittags an einem kalten, windigen Novembertag 1935 geboren“, unterrichtete uns Erland. „Es schneite, und es war der Todestag Karls XII. Deshalb habe ich mich immer ein wenig verfroren und auf der Schattenseite des Lebens gefühlt ...“

Erland war Schriftsteller. Nach mehreren mißglückten Romanen gelangte er zu einem gewissen Erfolg, da eines seiner Bücher vom Fernsehen verfilmt wurde. Das mit der Schattenseite des Lebens war also mit Vorbehalt aufzunehmen.

„Du, Schwesterchen, hast dich immer auf der Sonnenseite des Lebens befunden“, fuhr Erland fort. „Du wurdest auf der Funkausstellung in Stockholm geboren ...“ „Ich muß doch bitten“, fiel Beatrice ein, „ich wurde in Linköping geboren. Vater war allerdings in Stockholm auf der Ausstellung. Egoistisch wie alle Männer.“

„Jetzt halte ich eine Rede“, sagte Erland ärgerlich, aber niemand hörte ihm mehr zu, außer vielleicht seiner Frau. Marianne war damit beschäftigt, kleine Blumen in einem Silberbecher zu ordnen, und Beatrice erzählte mir: „Diesen Becher bekam ich als Taufgeschenk von Tante Irma und ihrem damaligen Verlobten. Ich hole ihn immer an meinem Geburtstag und an meinem Tauftag hervor. Mein Tauftag ist übrigens Vaters Geburtstag. Wir feiern ihn immer hier.“

Ich ließ mir den Becher von Marianne geben und las die Gravierung: „Für Beatrice von ihren Taufpaten Irma und Kurt.“

Die anscheinend harmlose Widmung rüttelte mich auf. Ich wußte, daß sie ein Fadenende der ganzen verwikkelten Geschichte war, die hinter meinem Haß auf die Familie Noijbe lag. Ich bemühte mich, einen unverfänglichen und gleichgültigen Ton anzuschlagen, als ich fragte: „Irma und Kurt — Verwandte von Ihnen?“

„Irma ist meine Patin“, antwortete Beatrice, und ihre Stimme hatte etwas Abweisendes. „Eine Verwandte ist sie eigentlich nicht. Aber ...“ Sie unterbrach sich und sagte gleichsam begütigend: „Sie kommt heute abend. Dann werden Sie sie kennenlernen. Sie bleiben doch zum Essen?“

„Gern, danke“, gab ich zurück. „Wer ist denn Kurt? Kommt er auch?“

Ich wußte, wer Kurt war. Aber Beatrice wußte nicht, daß ich ihn vom Hörensagen kannte. Er hatte in meiner Lebenstragödie eine sehr wichtige Rolle gespielt. Nun wollte ich unter allen Umständen herausfinden, welche Rolle es gewesen war.

Beatrice antwortete mir nicht. Statt dessen blickte sie zu Erland hinüber, der sich aus einem Barschrank eine Whiskyflasche geholt hatte und sich mit einem Drink versah.

„Man kann einen Siebenunddreißigjährigen nicht mehr erziehen“, murmelte sie und zuckte die Schultern. „Das wird ja heiter werden, wenn Papa kommt.“

Als ich vor ein paar Tagen auf Erland gestoßen war, hatte er in der Bar des Hotels Båstad Bloody Mary getrunken. Eva und Marianne hatten ihn wie unglückliche Kükenmütter umflattert. Das hatte nichts geholfen. Im Verlauf des Abends war er immer betrunkener geworden.

Da ich selbst einst auf dem Wege gewesen war, Alkoholiker zu werden, kannte ich das Verhaltensschema gut. Und ich freute mich, daß ein Noijbe auf den Weg bergab geraten war. Gleichzeitig nahm ich die Gelegenheit wahr, mit ihm in Verbindung zu treten, ich kannte ja Marianne von früher her.

Ihr hatte ich es auch zu verdanken, daß ich zu dem Geburtstagskaffee mitgenommen worden war. Das hatte nun zu einer Einladung zum Abendessen geführt.

„Möchten Sie vielleicht auch etwas trinken, Dan?“ fragte Beatrice. „Da die Flasche doch zum Vorschein gekommen ist ...“

„Nein, danke. Ich trinke keinen Alkohol mehr. Aber Sie haben meine Frage nach Kurt nicht beantwortet. Wer war ... ich meine, wer ist er?“

Es verwirrte mich, daß ich mich versprochen hatte; doch niemand schien es bemerkt zu haben. Dann aber begegnete ich Erlands Blick im Spiegel über Beatrices Kopf. Er sah mich verschlagen und berechnend an, als ob er hinter etwas gekommen wäre, das er für seine Zwecke auszuschlachten gedachte.

Zuerst erhielt ich wieder keine Antwort auf meine Frage, aber dann sagte Erland: „Er hieß Kurt von Spoor. Er ist tot. Körperlich und ... geistig. Sein Andenken ist ausgelöscht, wie man das Andenken an einen verhaßten Diktator in einem totalitären Staat auslöscht, indem man seinen Namen von allen Erinnerungsstätten und Inschriften entfernt.“

Nachdenklich fügte er hinzu: „Wenn man sich vorstellt, daß einer, der gelebt hat, so tot sein kann ... Daß man sich nicht an ihn erinnert. Keiner will sich mehr an ihn erinnern. Dabei war er doch Beatrices Pate ...“

Viertes Kapitel

Knut: Was ist das für ein Fahrgast? Mit wem habe ich die Ehre?

Maske: Ich bin dein bester Freund.

Knut: Danke ergebenst, aber wie ist der Herr zu titulieren? Wie ist der Name, wenn ich fragen darf?

Maske: Ich heiße Tod.

Knut: Ergebener Diener, hochwürdiger Herr! Aber bitte um Entschuldigung, wenn ich mich so schnell wie möglich auf die Beine mache.

Das war 1943. Ein Kriegswinter vor über dreißig Jahren. Noch erinnere ich mich an den Dialog Wort für Wort. Wir saßen in der Aula der städtischen Mittelschule von Tågby und sahen eine Theatervorstellung. Gevatter Tod hieß das Stück, und es war von dem schwedischen Dramatiker August Blanche.

Ich war vierzehn Jahre alt; ich trug Knickerbocker und ein Hemd mit Manschettenknöpfen. Bald sollte ich die Schule verlassen und auf die Kunstakademie gehen.

Die Vorstellung begann und damit meine große Niederlage. Ich wurde von schrecklicher Angst ergriffen, als der Tod die Bühne betrat, und ich zitterte am ganzen Leib. Dann kamen unmännliche Tränen, die ich nicht beherrschen konnte. Ich stürzte aus der Aula, verfolgt von den verwunderten Blicken der Schulkameraden.

Das, was auf der Bühne gesprochen worden war, hatte etwas in meiner Seele berührt. Ich wußte nicht, daß es mit dem zusammenhing, was mich viele Jahre später in eine Heilanstalt brachte.

Als Erland nun von Beatrices totem Paten sprach, überkam mich etwas von der alten Angst. Sie stand zwischen mir und der Pflicht, die ich erfüllen mußte, aber die Pflicht war stärker. Die Pflicht und der Zwang, die Noijbes zu entlarven.

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