Jean Bolinder - Wer ist dein Richter?

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Nachdem der erste Schnee fiel, erprobte ein kleiner Junge mit seinem Vater, dem Landpolizisten, seinen neuen Schlitten. Unterdessen ist der Junge ein erwachsener Mann, doch an jenen kalten Novembertag der 1930er Jahre erinnert er sich haargenau. Es ist der Tag, an dem er seinen Vater zum letzten Mal lebendig sah. Auch wenn die Ermordung seines Vater zum Tabu-Thema geworden ist, entschliesst sich der erwachsene Junge dennoch den Mord aufzudecken. Seine Ermittlungen führen ihn nicht nur in den Kreis einer mächtigen Familie, sondern auch in ein Netz aus Lügen und Intrigen. – Ein literarisch gelungener Kriminalroman. -

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Mein unvollendetes Selbstporträt starrte mir höhnisch entgegen. Ich hatte das Gefühl, die Noijbes zermalmen zu müssen, bevor ich es fertigmalen konnte.

General Noijbe wurde zum Abendessen erwartet. Zum erstenmal sollte ich Aug in Auge mit dem Manne stehen, der mein Leben geprägt hatte.

Es gab einen Traum, den ich immer wieder träumte: Mein Vater radelt auf einem verschneiten Landweg. Die ganze Landschaft ist weiß. Auch das Gesicht meines Vaters ist weiß, und er blickt mir entgegen. Ich selbst befinde mich hoch oben und betrachte alles gleichsam von einer Anhöhe aus. Oder durch eine Glasscheibe.

Da entdecke ich auf dem Weg eine Katze. Sie ist noch weißer als die Landschaft. Eine titanweiße Katze in einer zinkweißen Landschaft. Die Katze ist klein, aber sie wächst. Zuerst langsam, dann immer schneller. Sie löscht alles aus, den Boden, das Fahrrad, meinen Vater ... Alles ist weiß und die Luft so verdünnt, daß ich nicht genug Sauerstoff in die Lungen bekomme. Ich erwache und schnappe nach Luft. Das Herz schlägt wild in meiner Brust. Furchtbare Angst beschleicht mich, und ich rufe: Papa, Papa, wo bist du?

Schuldgefühl. Ich trank mehr und mehr. Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen. Die endgültige Katastrophe an einem eiskalten Frühjahrsabend in Uppsala. „Hören Sie, ich habe ihn ermordet. Hören Sie mich nicht? Hören Sie mich nicht?“

Das Jahr in der Heilanstalt. Das Bewußtsein, das während des Traumes wachblieb, wurde immer seltener. Als ich entlassen wurde, war ich auf dem Weg, ins Gleichgewicht zu kommen. Aber ich mußte Bescheid wissen. Mußte vollständige Klarheit gewinnen. Und meine Mutter sah mich mit einem Gesicht an, das in fast vierzigjähriger Einsamkeit gealtert war. „Es sind die Noijbes. Ich hasse sie, Dan. Du mußt sie auch hassen. Das bist du deinem Vater schuldig. Und mir. Und dir übrigens auch.“

Nachdem ich den Blick meines mißglückten Selbstporträts wütend zurückgegeben hatte, ließ ich zum zweitenmal an diesem Tage meinen Saab zum Haus der Noijbes auf dem Hallandhügel hinaufschnurren. Die grünen Laubvorhänge öffneten sich plötzlich, und ich sah das türkis- und ultramarinfarbene Wasser der Laholmsbucht endlos unter mir liegen. Licht und Schatten tanzten über die halländischen Ebenen. Es war ein wenig neblig geworden. Die Farben wurden gedämpft und veränderten sich mit der Lichtstärke. Sollte der sonnige Tag mit Regen enden?

Auf dem Vorplatz standen mehrere Wagen. Marianne Bundins rote Hundehütte. Beatrices linienschöner, elfenbeinfarbener Jaguar. Erlands weißer Triumph Spitfire. Und ein großer Mercedes, noch größer und glänzender als der, mit dem Irma am Nachmittag gekommen war.

Das mußte das Auto des Generals sein. Ich war ein bißchen enttäuscht. Ich hatte einen Lincoln oder einen Rolls-Royce erwartet.

„Guten Abend, Dan. Herzlich willkommen. Erlauben Sie, daß ich Sie mit meinem Vater bekannt mache.“

Beatrice war auf mich zugetreten. Ich vermochte nicht zu entscheiden, ob sie nur die gewöhnliche Liebenswürdigkeit der Gastgeberin entfaltete oder ob ihr Ton mehr enthielt. Auf jeden Fall fehlte der spontane Kontakt, den ich bei unserer ersten Begegnung gefühlt hatte. Aber es lag etwas anderes vor. Erwartung?

Der General war groß und hager. Er hatte ein weißes Schnurrbärtchen unter einer Stupsnase, und das glatte weiße Haar war in der Mitte gescheitelt. Seine Gesichtsfarbe war ziemlich bleich, die dünnen Lippen hatten einen bläulichen Ton.

Er sah aus wie der gebieterische gestiefelte Kater in meinem alten Märchenbuch.

Beatrice stellte mich ihm vor: „Das ist Dan Johansson, Papa. Er ist ein hervorragender Kunstmaler. Ein guter Freund von Marianne Bundin.“

Der General nahm meine Hand und drückte sie stumm. Dann machte er eine Bewegung zum Fenster hinüber und bemerkte mit Bezug auf den strahlenden Sommerabend: „Warum malt man Bilder, Herr Johansson? Kann mir nichts Unnötigeres denken. Wenn die Natur an sich so schön ist, daß sie sich nicht übertreffen oder nachschaffen läßt.“

Der Mann, der meiner Überzeugung nach meinen Vater ermordet hatte und dessen Ehre und Stellung ich anzuschwärzen oder niederzureißen gedachte, hatte zuerst angegriffen.

Er hatte tatsächlich schon vor dem Kampf mit dem Händeschütteln zugeschlagen.

Siebentes Kapitel

„Liebe Beatrice“, sagte der General, als wir später am Abend mit dem ausgezeichneten Essen fertig waren. „Die Jahre vergehen. Merkt man es nicht selbst, so begreift man es, wenn das eigene Kind herangewachsen und ein reifer Mensch geworden ist.“ Mit einem Blick auf Erland verbesserte er sich: „Ein mehr oder weniger reifer Mensch.“

Nach einer Pause fuhr er fort: „Na ja, jedenfalls erinnere ich mich gut an den Tag, an dem du geboren wurdest. Das war 1930 während der Ausstellung in Stockholm. Ich meine die berühmte Funkausstellung. Einige von uns waren hingefahren, um all das Neue, eingehend Beschriebene zu sehen. Ja, Mariannes Vater, der Doktor, und auch dein Onkel Tor, der Forschungsreisende, waren eigens mitgekommen. An diesem Tag lernten wir übrigens deine Patin Irma kennen. Das war der Grund, daß sie deine Patin wurde.“

Draußen vor den Fenstern zog sich der Nebel mit einem Stich ins Kobaltblau zusammen, und die ersten Regentropfen klopften an die Scheiben. Die kleinen Papageien bewegten sich unruhig in ihrem Bauer und zwitscherten neurotisch.

„Tor und ich waren damals junge Leutnants, und wir hatten gerade Svea Livgardes Konzert gehört, als es mir in den Sinn kam, in Linköping anzurufen, um zu erfahren, wie es deiner Mutter ging. Und da sagte man mir, ich sei Vater geworden. Ich hätte eine Tochter, die über drei Kilo wog, und ihr beide, du und deine Mutter, wäret wohlauf. Das war der freudigste Augenblick in meinem Leben!“

Erland schnitt eine Grimasse. „Als ich geboren wurde, war es natürlich keine große Sache.“

„Red keinen Unsinn“, verwies ihn der General. „Ich meine selbstverständlich, es war bis dahin das freudigste Ereignis. Fünf Jahre später war ich auch sehr glücklich. Da bekam ich einen Sohn. Aber das ist eine andere Geschichte.“

„Wo warst du damals, Papa?“ fragte Erland, dessen Interesse sofort erwachte.

„Das war 1935 während des großen Manövers oben in Norrland. Das war auf seine Weise auch ein denkwürdiges Ereignis. Der Kronprinz kam zur Inspektion, er war da, als wir uns nachmittags im Stabszelt einfanden. Der Oberst, ein alter Biedermann, ließ mich vortreten und sagte: ‚Königliche Hoheit, das ist Hauptmann Noijbe. Er hat heute einen Sohn bekommen.‘ Ich faßte mir ein Herz und fragte: ‚Erlauben Eure Königliche Hoheit, daß ich meinen Sohn Gustav Adolf nenne?‘ Er lachte und nickte gnädig. Darum heißt du Erland Gustav Adolf Noijbe, mein Sohn.“

„Das klingt sehr patriotisch“, bemerkte Erland. „Soviel ich weiß, wurde in einer Zeitung darüber geschrieben.“ Der General nickte mit zufriedener Miene. Ich fand die Beziehung zwischen ihm und seinen Kindern sonderbar. Sie hielten eine unpersönliche und gefühllose Distanz.

„Es war für mich beide Male ergötzlich, Vater zu werden“, sprach der General weiter. „Bei der Ausstellung in Stockholm zogen wir in eins der Restaurants und stießen mit Sekt an.“

Erland, der sich deutlich für nichts anderes als sich selbst interessierte, hörte nicht mehr zu. Statt dessen ergriff er den Silberbecher mit den Blumen, der mitten auf dem Tisch stand, und betrachtete ihn. Beatrice bekam dann einen langen Blick ab. Aber sie schaute geflissentlich ihren Vater an, dessen Rede kein Ende zu nehmen schien.

„Sehen Sie sich das an“, flüsterte er mir über Marianne zu, die zwischen uns saß. „Sie hat den Becher ausgetauscht.“

Damit schob er mir den Becher zu. Er enthielt immer noch dieselben Blumen wie am Nachmittag, und es war ein ähnlicher Becher. Aber er war nicht graviert. Es fehlte die Inschrift von dem geheimnisvollen Kurt.

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