Jan Mohnhaupt - Auf der Kippe

Здесь есть возможность читать онлайн «Jan Mohnhaupt - Auf der Kippe» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Auf der Kippe: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Auf der Kippe»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Der frühere Stürmer Michael Tönnies litt jahrelang an einer unheilbaren Lungenkrankheit. Erst der ausdauernde Einsatz zahlreicher MSV-Fans konnte ihn dazu ermutigen, sich einer überlebenswichtigen Lungentransplantation zu unterziehen. Der Journalist Jan Mohnhaupt hat nun in enger Zusammenarbeit mit Michael Tönnies dessen ungewöhnliche Lebensgeschichte aufgeschrieben. Michael Tönnies hat eine Profikarriere gelebt, wie es sie heute nicht mehr gibt. Samstags in der Bundesliga Fußball spielen, anschließend 'steil gehen': 'Ich bin in Kneipen groß geworden', sagt Tönnies. Von Ernährungsplänen hielt er nichts. In die Geschichte der Bundesliga ist er dennoch eingegangen, als er im August 1991 beim 6:2-Sieg des MSV Duisburg gegen den Karlsruher SC drei Tore in fünf Minuten schoss. Nach seiner Karriere ist Tönnies abgestürzt: Kneipe, Scheidung, 80 Zigaretten am Tag, Lungenemphysem. Heute ist er Stadionsprecher beim MSV und hat den Weg zurück ins Leben gefunden, auch dank der MSV-Fans.

Auf der Kippe — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Auf der Kippe», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Ab und zu kommt auch sein Vater mit, wenn er nicht arbeiten muss. Werner Tönnies besitzt eine Gebäudereinigungsfirma, ein Knochenjob ist das, vor allem im Winter, wenn man aufpassen muss, dass einem das Putzwasser nicht an den Glasscheiben festfriert. Früher hat er unter Tage als Bergmann gearbeitet, aber das musste er irgendwann aufgeben, weil er davon eine Staublunge bekommen hat. Im Käfig stellt sein Vater leere Coladosen auf die Torlatte und Michael muss sie herunterschießen. Sie reden kaum, nur das leichte Klatschen beim Schuss, das Scheppern der Dosen und das zitternde Gitter, wenn der Ball dagegenprallt, sind zu hören. Sein Vater stellt die Dosen wieder auf, und Michael versucht sie wieder herunterzuschießen.

Werner Tönnies zeigt seinem Sohn auch den großen, den lauten Fußball. Hier im Essener Nordosten, an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen und Wattenscheid, überlappen sich die Reviere der Bundesligaklubs. Nur manche fahren bis nach Dortmund ins Stadion Rote Erde – entweder geht man zu RWE an die Hafenstraße oder auf Schalke. Und solange Michael Tönnies denken kann, hat sein Vater ihn in die Glückauf-Kampfbahn mitgenommen. Sie fahren meist erst eine halbe Stunde vor Anpfiff los, dann ist das Stadion zwar schon voll, aber sie haben immer eine kleine Holzbank dabei, die sie in der Kurve hinter den Zuschauerreihen aufstellen. So können sie über die Köpfe der anderen hinwegschauen. Wenn Michael die Schalker Spieler auf dem Rasen sieht, stellt er sich vor, auch mal dort unten zu stehen, und sein Vater wünscht sich das insgeheim wohl auch.

Dass Michael ein guter Fußballer ist, haben seine Mitschüler in der Hauptschule an der Immelmannstraße auch bald bemerkt. Sie überreden ihn, mit zum Training zu kommen, und so geht er einfach mal mit. Der Jugendtrainer bei der Spielvereinigung Schonnebeck 1910 will ihn sofort dabehalten, und weil Michael sowieso immer Fußball spielt, spielt er nun auch hier. Bald darauf wird er zum ersten Mal in die Kreisauswahl Essen Nord/West berufen, mit der er als 13-Jähriger Niederrheinmeister wird. In der Kreisauswahl entdeckt er auch sein sportliches Idol. Bei einem Turnier in der Sportschule in Duisburg-Wedau schauen sich die Auswahlspieler gemeinsam einen Lehrfilm an. Darin zeigt Günter Netzer, wie man richtig passt und schießt. Netzer bewegt sich elegant, als wäre es reine Leichtigkeit, nie Anstrengung. Das imponiert Michael, so will er auch werden, denkt er sich – ein Spielmacher. Von nun an ist Netzer sein großes Vorbild, und wie Netzer läuft er am liebsten mit der Nummer 10 auf. Wenn er sich mit seinen Kumpels aus der Nachbarschaft im Käfig trifft, sagt er meistens schon: »Heut’ bin ich der Netzer.« Aber im Käfig spielt er alle Positionen. Manchmal ist er dann auch Dortmunds Stürmer Lothar Emmerich, manchmal sogar Bayern Münchens Libero Franz Beckenbauer – dann versucht er genauso überheblich und aufreizend den Ball zu führen wie Beckenbauer.

Nach zwei Jahren verlässt er die Schonnebecker wieder. Denn Rot-Weiss Essen, der größte Klub der Stadt, ist auf ihn aufmerksam geworden und holt ihn in seine Nachwuchsabteilung. Mit RWE wird Michael Stadtmeister. Sein Vater ist meist mit dabei, weil die Mannschaft immer Eltern braucht, die ein Auto haben und die Kinder zu den Auswärtsspielen fahren können.

Der Junge mit den großen Füßen

Eines Tages kommt ein Talentspäher auf Werner Tönnies zu. Er solle sich mit seinem Sohn mal bei Uli Maslo vorstellen. Maslo leitet die sogenannte Knappenschmiede, die Nachwuchsabteilung des FC Schalke 04. Für Vater und Sohn geht damit ein Traum in Erfüllung: Nun könnte Michael selbst bald für ihren Lieblingsverein spielen.

Als sie das erste Mal zum Training der Schalker B-Jugendmannschaft kommen, hat die alte Glückauf-Kampfbahn als Bundesligastadion längst ausgedient. Vor der Weltmeisterschaft 1974 ist im Nachbarstadtteil Erle ein neues entstanden – das Parkstadion. Eine weite, flach abfallende Betonschüssel, die mehr als 70.000 Menschen fasst. Dort stehen nun Vater und Sohn auf der Tartanbahn im Schatten der zweistöckigen Tribüne. Sie fühlen sich ganz klein, als Uli Maslo vom Rasen langsam auf sie zukommt.

Der Junge hat ja unwahrscheinlich große Füße, denkt sich Maslo, als er auf die beiden zugeht. Vater Tönnies stellt seinen Sohn Michael vor, und Maslo sagt nur so etwas wie: »Wir freuen uns über jeden Spieler, der bei uns mithält.« Was man als Trainer eben so sagt, wenn ein neuer Spieler kommt, den man nicht kennt.

Neben der Fitness legt Maslo vor allem Wert auf die Schusstechnik seiner Spieler. Er zeigt ihnen, dass sie beim Spannstoß den Fuß strecken und die Fußspitze nach unten drücken müssen, damit der Ball nicht flattert, dass sie beim Schuss genau auf die Stelle des Balles schauen müssen, an der sie ihn treffen wollen. Und dass der Ball dort hinfliegt, wohin die Fußspitze zeigt. Maslo bemerkt, dass der Junge seine übergroßen Füße gut einzusetzen weiß: »Micha hatte einen sauberen Spannstoß. Er konnte als B-Jugendlicher aus 30 Metern aufs Tor schießen, und das war dann auch ein strammer Schuss, da war richtig was hinter. Aber das ist keine Frage der Kraft, sondern nur der Technik.«

Uli Maslo besucht seine Spieler auch in der Schule. So hält er Kontakt zu ihren Lehrern, damit sie die Jungen auch mal für Sondereinheiten während des Unterrichts freigeben. Seinen Spielern zeigt er damit, dass es um mehr geht als nur Fußball zu spielen: »Wir waren ja keine Pfadfindertruppe, wo es egal war, wie wir kickten.« Denn die Ausgaben für den Talentschuppen kann Präsident Günter Siebert vor dem Vorstand nur rechtfertigen, wenn die Mannschaften erfolgreich sind. »Je mehr Titel wir holen, desto besser«, sagt Siebert zu Maslo.

Vier Jahre lang spielt Michael in der Schalker Jugend. Vier Jahre, in denen er kaum ein Spiel verliert. 1976 wird er mit der B-Jugend Westdeutscher Meister: Mit vier Toren – drei davon innerhalb von zwölf Minuten – ist Michael der »Star des Spiels« im Halbfinale gegen den 1. FC Paderborn, wie die WAZ schreibt. Im Finale schlagen sie den 1. FC Köln mit 5:0. »Es spricht für die Überlegenheit der Truppe«, ist diesmal in der WAZ zu lesen, »dass Mittelstürmer Tönnies, der in ›Alltagsspielen‹ immer für ein Tor oder meist mehrere Tore gut ist, diesmal kein Tor schoss, sondern seinen Kameraden Feldmann und Thomas (je zwei) diese Aufgabe überließ.«

Alles, was er auf dem Fußballplatz anstellt, scheint ihm zu gelingen.

»Micha war immer einer von denen, die spielerisch gut mitgehalten haben, obwohl er einer der Jüngeren war«, sagt Uli Maslo über ihn. »Er hat das Spiel gelesen und konnte den Ball auch mal prallen lassen für den Mitspieler.«

Er ist ein Bewegungstalent: Mit 15 schafft er das Sportabzeichen als Siebtbester in Nordrhein-Westfalen. Mit 16 wird er im Gerätevierkampf Zweitbester seiner Schule. Bei Uli Maslo läuft er im Training 100 Meter in handgestoppten 12,3 Sekunden. Obwohl er noch in der B-Jugend spielt, zieht ihn Trainer Maslo schon bald in den Kader der A-Junioren hoch.

Die Schalker A-Junioren spielen 1976 um die Deutsche Meisterschaft. Im Vorjahr haben sie im Endspiel 0:4 gegen den VfB Stuttgart verloren, aber in diesem Jahr wollen sie erstmals den Meistertitel nach Gelsenkirchen holen. Im Endspiel wartet Rot-Weiss Essen. Die Essener um Kapitän Frank Mill haben im Halbfinale gegen den Vorjahressieger aus Stuttgart gewonnen, Verteidiger Burkhard Steiner ist dabei ein sehenswerter Treffer gelungen, als er eine Flanke von links mit dem Rücken zum Tor annimmt, den Ball zweimal mit links jongliert und ihn dann aus der Drehung in den Winkel schießt. Das Tor wird später zum Tor des Monats Juli 1976 gewählt. Aber Steiner kann auch anders. Wenn er am Ball ist, legt er ihn sich gern ein Stück zu weit vor, um dann mit gestreckten Beinen voran in den Gegenspieler grätschen zu können. Solange er den Ball trifft, ist das erlaubt. Jahre später sollen sich Steiner und Michael Tönnies noch mal über den Weg laufen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Auf der Kippe»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Auf der Kippe» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Auf der Kippe»

Обсуждение, отзывы о книге «Auf der Kippe» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x