Walther von Hollander - Therese Larotta

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"In einem der Seitentäler des Engadins, zwei Stunden etwa von Sils Maria und ebenso weit von Maloja entfernt, lag das alte 'Haus am Wasser'. Es war ein Engadiner Bauernhaus mit dicken Mauern, winzigen Fenstern, großer Diele und dunklen Stuben und Kammern, in die nur wenig Sonne hineinschien." In diesem Haus ziehen eines Tages der Bauer Peter Larotta und sein deutlich jüngere Frau Therese mit ihren beiden Jungen ein. Eine harte Aufbauzeit beginnt für die Eheleute mit großer körperlichen Anstrengungen, die beide voneinander entfremden. Es gibt nur wenige Momente des Glücks miteinander. Als dann Peter Larotta stirbt, übernimmt die junge, hübsche Witwe alleine die Verwaltung des Bauernhofes. Es kommen Tage, an denen sich Therese wünscht, früh zu altern, damit alles bald ein Ende hat. Aber es gibt auch Momente, die eine glückliche Zukunft versprechen.-

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Therese widersprach mit keinem Wort. Sie wusste, es hatte keinen Sinn. Es war für sie nur gut, dass sie so schlecht empfangen wurde. Sonst hätte sie weiter mit dem Gedanken gespielt, dass sie nach Peters Tode vielleicht ins Unterland zurückkehren könne. Nun wusste sie, dass sie im „Haus am Wasser“ bleiben musste. Sie beeilte sich sehr mit ihren Abrechnungen. Sie strengte sich an, alles ordentlich zu machen, und sie erreichte bei den meisten Bauern, dass sie ihr für das nächste Frühjahr auf alle Fälle wieder ihre Kühe zusagten.

Therese hatte viel Geld eingenommen und konnte allerlei einkaufen. Stiefel und Wollsweater für die Jungen, einen neuen grauen Schal für sich selbst (was sollte sie mit dem bunten anfangen?), eine Tischdecke, obwohl sie das gar nicht mit Peter besprochen hatte, und schliesslich ging sie noch scheu, allein in den Tuchladen.

Sie brauchte schwarzes Tuch für ein Kleid. Der Kaufmann sah sie erstaunt an. Schwarzes Tuch? Sie war doch noch nicht alt genug, um sich das Alterskleid zu nähen, und ihr Mann lebte doch noch, soviel er wusste. Therese antwortete nicht. Sie nahm vom besten schwarzen Tuch vier Meter und legte es ganz unten in den Einkaufskorb. Sie musste sich dann nur noch überlegen, was sie ihrem Mann mitbringen konnte. Es musste eine Kleinigkeit sein, die es ihn aber trotzdem nicht merken liess, dass er nicht mehr ganz zu den Lebenden gerechnet wurde. Sie konnte aber nichts Rechtes finden, und so blieb es denn bei einem kleinen schwarzen Schlips und einem Paar Manschettenknöpfen, die schliesslich die Jungen „einmal“ erben konnten.

Am Nachmittag des zweiten Tages begann sie wieder den Anstieg. Die erste Strecke stieg sie so mühsam, dass sie sich ein paar Kehren vom Esel Josef ziehen liess. Aber je höher sie kam, um so leichter wurde ihr. So war sie schon an die Höhenluft gewöhnt. Alle hundert Meter fiel ein Gewicht von ihr ab.

Der frühe Abend war kalt, aber ganz klar. Die Berggipfel drängten sich nah an die Täler heran, schnitten scharf und glänzend in den grünen Himmel, der nur ganz allmählich abblasste, ergraute und dann schwarzblau wurde, von Sternen überschüttet.

Gegen acht Uhr war sie zu Hause. Larotta hatte sie sicherlich kommen hören. Ausserdem hatte Paul, der Jüngere, sie schreiend angekündigt. Trotzdem ging er ihr nicht entgegen. Er sass steif unter der Hängelampe. Das Licht fiel gleissend auf sein wirres weisses Haar. Das Gesicht, das gespannt auf Therese gerichtet war, blieb im Dunkeln.

Therese holte erst mal das Rechnungsbuch heraus. Sie rechnete vor und zählte das Geld stolz auf den Tisch. Aber es stimmte nicht. Es war eine ganze Menge zu wenig. Sie zählte, sie rechnete. Nein, es war und blieb zu wenig.

Peter wurde zu Hilfe geholt. Er lachte hell auf. Man hatte doch Einkäufe gemacht. Richtig, die Einkäufe! Therese wurde rot und dann blass. Sie holte die Stiefel der Jungen vor und zeigte sie. Sie lobte das Leder und die solide Arbeit. Sie schwenkte die Wollsweater in der Luft, die Tischdecke und den Schal. Dann übergab sie feierlich den Schlips und die Manschettenknöpfe. Dummes Zeug, gewiss, das musste sie zugeben. Sie konnte nicht so schöne Dinge mitbringen wie der grosse Peter, so eine Pelzjacke zum Beispiel. „Die sind vor Neid unten beinahe zerplatzt. Immer wieder haben sie gesagt, dass es noch Herbst ist und nicht schon Winter. Aber sie haben ja auch im Winter nicht so eine Pelzjacke wie ich.“

Sie hatte, während sie sprach, den Korb vorsichtig immer tiefer in den Schatten des Tisches geschoben. Larotta starrte sie schweigend an. Schliesslich sagte er: „Aber es fehlt noch Geld. Fünfunddreissig Franken.“ Er stand langsam auf und kam mit seinem welken Kopf vorsichtig auf ihr glühendes Gesicht zu. „Fünfunddreissig Franken“, flüsterte er. Dann ging er schnell um den Tisch, hob den Korb, lüpfte das Tuch und zog den schwarzen Stoff heraus.

Er hielt ihn eine ganze Weile, fuhr mit der einen Hand prüfend über das Gewebe, rieb ihn zwischen Daumen und Zeigefinger. Dann aber packte er den Ballen mit beiden Händen, schwang ihn über Thereses Haupt, als wollte er sie niederschlagen, liess ihn mutlos sinken, warf ihn auf den Tisch und ging hinaus.

Als Therese ins Schlafzimmer kam, lag er mit dem Gesicht zur Wand. „Noch nicht“, murmelte er verbissen, „noch nicht. Noch lange nicht.“

6

An diesem „Noch nicht“ klammerte sich der Kranke fest. Er richtete sich daran auf wie an einem Seil. Mit diesen zwei Worten bekämpfte er den Tod länger, als er es sonst vermocht hätte.

Zwischen den Eheleuten war jede Verbindung zerschnitten. Es gab nichts anderes mehr als Hohn von Peter Larotta und Tränen von Therese. Konnte man denn wirklich nicht gutmachen, was man einmal falsch gemacht hatte? Wahrhaftig, sie hatte doch nicht seinen Tod gewünscht, als sie den Stoff kaufte. Der Tod fragte doch nicht bei ihr an, was sie wünschte. Warum wollte er ihr nicht verzeihen?

Larotta antwortete nicht. Er war tagelang ganz abwesend. Er gab es jetzt schnell auf, den Gesunden zu spielen. Er arbeitete nicht mehr oder arbeitete doch nur daran, am Leben zu bleiben. Meist lag er im winterdunklen Schlafzimmer, den Kopf sehr hoch gebettet, und sah zu, wie die Wolken draussen sich hoben und senkten, zusammenballten und auseinanderflatterten, wie der Schnee fiel und immer höher wurde.

Nur selten kam er in die Stube oder in die Diele, stand schweigend da, sah die „Lebenden“ hasserfüllt an oder lachte über ihr Tun und Treiben. Eines Abends tauchte er im Stall auf, stand plötzlich vor ihr, wie damals, als er um sie warb, im Kuhstall von Promontogno, zehn Jahre zuvor. Und wie sie damals weitergemolken hatte, den Kopf tief auf den Eimer gesenkt, damit er nicht sähe, wie sie errötete, so melkte sie auch jetzt weiter, liess die Milch gleichmässig in den Eimer zischen, als könnte sie ihm dadurch entgehen. Und wie er damals im Scherz und Übermut, um sie von ihrer Arbeit abzulenken, den vollen Milcheimer wegtrat, so dass die Milch über den Stallboden floss und Therese erschreckt aufschrie, so trat ihr jetzt der Bauer auch wieder den Milcheimer um, böse und mutlos, als könne er sie dadurch zwingen, ihn von neuem zu lieben. Aber wenn es damals gut geendet hatte in einer heftigen Umarmung und in einem Gelächter über die verschwendete Milch, so endete es diesmal hässlich und mit einem bösen Lachen. „Noch nicht ... noch nicht“, flüsterte der Bauer, indem er die Bäuerin, die aufgesprungen war, wieder auf den Melkschemel zwang, „noch nicht.“

Endlich, Mitte November, war es mit seinen Kräften vorbei. Im Verlauf von wenigen Stunden verfiel er. Er sah es nun wohl auch ein, dass ihm nichts vom Sterben weghalf, trotzdem es ihm gerade in den letzten Tagen so gut ging. Denn er wurde mit einem Male ruhig, sanft und beinahe heiter. Ja — man sollte den Kaplan benachrichtigen. Zwar bis der kam, war es wohl zu spät.

Aber man hatte dann wenigstens getan, was man konnte. Und der heilige Peter, sein Namenspatron, schloss ja selbst die Himmelstür auf. Dann konnte er ihm schon erklären, wie es sich mit dem Sterben hoch oben im einsamen Tal verhielt und dass man auch ohne die Letzte Ölung in den Himmel hineinschlüpfen müsse. Er rief die Jungen. Sie sollten sich nur ruhig ein bisschen aufs Bett setzen und die Mutter neben sie. Nein ... näher die Mutter. Er legte ihr die Hand auf die Schulter. Er krallte sich schmerzhaft mit seinen Fingern in ihrem Winterschal fest. Er zog sie mit letzter Kraft näher und näher, bis ihre Stirn auf seine Stirn zu liegen kam. Er starrte mit grossen fremden Vogelaugen in ihre Augen. „Wo bist du denn?“ stöhnte er. Er konnte sie nicht mehr erkennen. Dann war es vorbei.

Therese Larotta lag ein paar Minuten mit ihrer Stirn auf der Stirn des Toten. Dann erhob sie sich vorsichtig, löste den Schal aus seinen erstarrten Händen und wickelte ihn sich fest um den Hals. Die beiden Jungen drückten sich weinend zur Tür hinaus. Dann liefen sie um die Wette zum Guggis ins Berghotel hinauf und zum Bauern am Hang hinunter, um die Nachricht zu überbringen. Therese drückte dem Bauern die Augen zu und faltete seine Hände. Sie war wehmütig und doch auch erlöst, dass der lange Abschied nun ein Ende hatte.

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