Walther von Hollander - Therese Larotta

Здесь есть возможность читать онлайн «Walther von Hollander - Therese Larotta» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Therese Larotta: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Therese Larotta»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

"In einem der Seitentäler des Engadins, zwei Stunden etwa von Sils Maria und ebenso weit von Maloja entfernt, lag das alte 'Haus am Wasser'. Es war ein Engadiner Bauernhaus mit dicken Mauern, winzigen Fenstern, großer Diele und dunklen Stuben und Kammern, in die nur wenig Sonne hineinschien." In diesem Haus ziehen eines Tages der Bauer Peter Larotta und sein deutlich jüngere Frau Therese mit ihren beiden Jungen ein. Eine harte Aufbauzeit beginnt für die Eheleute mit großer körperlichen Anstrengungen, die beide voneinander entfremden. Es gibt nur wenige Momente des Glücks miteinander. Als dann Peter Larotta stirbt, übernimmt die junge, hübsche Witwe alleine die Verwaltung des Bauernhofes. Es kommen Tage, an denen sich Therese wünscht, früh zu altern, damit alles bald ein Ende hat. Aber es gibt auch Momente, die eine glückliche Zukunft versprechen.-

Therese Larotta — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Therese Larotta», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Sie wäre gern mitgegangen, aber der Mann merkte nichts von ihren Wünschen, obwohl Therese ihn weit über Maloja hinaus begleitete, obwohl sie ihren Lodenmantel anhatte und das rote Tuch um den Kopf, mit dem sie gekommen war. Weil er dann immer noch nichts sagte, musste sie am oberen Ende der Seen stehenbleiben. Sie trug noch allerlei Grüsse auf, klopfte noch dieses oder jenes Tier zum Abschied. Dann ging sie schnell wieder ins Tal zurück. Denn ein Unwetter zog sich vom Berg herunter, streifte mit tiefhängenden Wolkenfetzen den Arvenwald und schlug auf Therese ein mit einem Wind, der von allen vier Seiten gleichzeitig zu blasen schien, mit körnigem graupelhaftem Schnee und dann wieder mit riesigen nassen Flocken, die im Gesicht schmolzen und es eiskalt machten.

„So ist der Winter“, sagte sie sich und bekam eine furchtbare Angst. Sie ging so schnell sie konnte. Sie lief das letzte Stück. Sie war froh, dass sie einen Stecken hatte, auf den sie sich stützen konnte, denn sonst wäre sie immer wieder ausgeglitscht.

Über den Flusssteg musste sie sich wie eine Blinde tasten, so wild wirbelte hier der Schnee, und der Fluss begrüsste sie mit lautem, lockendem Gurgeln, als wäre er bereit, sie schnell und billig ins Tal hinunterzuschaffen mitsamt den Hölzern und Steinen, die es auch nicht mehr hier oben aushielten und die er brodelnd mit sich zog.

Als sie endlich atemlos beim Hause ankam — Gott sei Dank, die Jungen prügelten sich noch, die Kühe, die Schweine, die Ziegen schrien nach Futter — war der Schnee schon hoch vor der Tür zusammengeweht. Sie musste sich ganz umziehen, so nass war sie von Schnee und Schweiss.

Nachher heizte sie in der einen Stube, setzte sich im Dunkeln an den Ofen und wärmte sich den Rücken. Immer wieder schob sie die Holzkloben ins Feuer und horchte auf das Knacken und Prasseln, auf das Rasseln des Wassers, das aus den feinen Holzadern herausgekocht wurde. „Ich friere wie der Mann“, flüsterte sie und schauderte zusammen. Jetzt in diesem Augenblick, jetzt wusste sie es, jetzt gestand sie es sich ein, dass der Mann auf den Tod krank war und dass sie viele Jahre noch so allein würde sitzen müssen, zwischen Herbst und Winter. Wollte sie etwa mit dem Mann sterben? Nein, nein! Sie hob abwehrend die Hände. Nein, nein! Sie wollte noch leben, und sie hatte in diesem Augenblick eine fürchterliche Angst, dass er sie mitziehen würde.

Lange stand sie nachher am Bett der beiden Jungen, die nun schon grosse kräftige Kerle geworden waren, Bengels, denen die harte Hitze und die schneidende Kälte gut taten, stand im Dämmer des kleinen Schlafzimmers, starrte die Wiege an, die zwischen den Betten stand und nun leer bleiben musste, und sagte leise in die Dunkelheit hinein: „Ich will noch bleiben.“

Als Larotta nach zwei Tagen wieder vom Tal heraufkam, fiel sie ihm zum ersten Male in ihrer Ehe leidenschaftlich um den Hals. Sie umarmte ihn, als wäre er vom Himmel zurückgekommen. Und so war es auch für sie. Noch hatte sie ihn, den sie in der ersten Nacht schon tot gesehen, den sie schon hergegeben hatte, noch hielt sie ihn, noch konnte sie zu ihm sprechen.

Der Bauer war ganz verdutzt. Woher wusste sie denn, dass er zum ersten Male in seinem Leben leichtsinnig gewesen war, dass er ihr aus Dankbarkeit etwas Grossartiges mitgebracht hatte, einen Schafspelz nämlich, nicht einen Kutscherpelz etwa, wie seiner war, sondern eine richtige Pelzjacke vom Kürschner gearbeitet, mit einem guten kunstseidenen Futter, wie sie die Damen im Sommer hier trugen? Nein ... Therese ahnte nichts von diesem Pelz. Sie war ganz beschämt, als er das Paket vor sie hinstellte. Sie musste es gleich aufmachen. Das verlangte er. Er hob mit zwei Fingern die Jacke aus dem Seidenpapier des Kartons, drehte sie nach allen Seiten und hielt sie ihr hin.

„Immer einsteigen“, krächzte er und versuchte eine Verbeugung wie ein Sommergast. „Immer einsteigen. So machen’s doch die Männer da oben bei ihren Frauen.“

Therese wurde über und über rot, fasste die langen Ärmel des Kleides mit den Fingerspitzen und fuhr, ohne sich umzusehen, in die Pelzjacke hinein. Es war der glücklichste Tag in der Ehe Peter Larottas und seiner Frau Therese.

4

Der Winter hatte drei Abschnitte. Oktober, November mit den wolkigen und nebligen Tagen, mit den Stürmen, die in den Schluchten heulten, über die Berge kamen und in die Täler fegten. Das waren die einsamen Monate, in denen das Land seinen Einwohnern gehörte.

Dann kamen die sonnigen Monate: Dezember, Januar und Februar, die Monate, in denen die Bauern ein bisschen mit den Gästen herumstanden und an den Sportereignissen teilnahmen. Sie bewunderten die Schlittschuhläufer und die Skispringer, die sich nur zum Spass (und nicht um zueinanderzukommen) die Eisen und die Hölzer unter die Füsse schnallten und die manchmal besser laufen und springen konnten, als die Einheimischen, die doch mit den Hölzern an den Beinen geboren waren.

März bis Mai herrschten wieder schlechtes Wetter und Einsamkeit, und dann war der Sommer wieder da und das Jahr hatte sich um sich selbst gedreht. Auf diese Weise gab es auch hier vier Jahresviertel, obwohl man nur zwei Jahreszeiten hatte, Sommer und Winter, die noch nicht einmal ganz deutlich voneinander zu unterscheiden waren, weil es im Sommer so viele kalte Nächte gab und im Winter so viele heisse Tage.

Die Larottas trotteten auch das zweite Jahr noch immer ein bisschen neben dem Zeitverlauf her. Bald waren sie der Zeit voran, zum Beispiel im Oktober, als ihnen der Schnee zum erstenmal wieder bis an die Fenster stand und man sich vom Haus zum Stall durchschaufeln musste, und bald waren sie zurück. Sie konnten es nicht verstehen, dass schon März sein sollte und die Wintersaison zu Ende und anderenorts gar schon der Winter beendet war. Denn jetzt legten sich Guggis und Frau zum Winterschlaf nieder, jetzt fingen die Bauern im Nebental die richtige Winterarbeit an, das Spinnen und Schnitzen, das Hobeln und Tischlern, das Flechten von Matten und Hüten, das Schweineschlachten und Würstemachen.

Peter Larotta, der von dem Herumsitzen, von dem Vorsichhinstieren, Essen und Rauchen schon ganz unruhig war, liess sich bei Guggis im Tischlern unterrichten. Er zimmerte mit dem Wirt zusammen Vorratsgestelle für die Konserven, Holzstühle, neue Raufen für das Vieh, und er konnte sogar schon gleichmässige Besenstiele drehen. Das Handwerkern war das einzige, was das Herzklopfen ein wenig milderte und die Unruhe vertrieb, die sich seiner sonst immer mehr bemächtigte. Wenn er ordentlich arbeitete, wurden sogar die Schmerzen betäubt, die oben in den Lungenspitzen sassen und langsam, Woche für Woche, sich weiter nach unten durchfrassen.

Er arbeitete manchmal die halbe Nacht in dem Riesenkeller des Berghotels und kam sehr spät nach Hause, die Hände klebrig vom Harz des Holzes, die Schürze voll feinen Holzstaubes und die Lungen so überreizt, dass er oft bis in den Morgen hinein wachlag und leise in die Kissen hineinbellte.

Therese Larotta begann in dieser Zeit ihren Mann ein wenig zu lieben. Sie verstand es immer wieder, ihn ohne Worte zu beruhigen und zu trösten, und es war seltsam, wie der Trost, den sie dem Kranken spendete, sie selbst wieder tröstete. Sie schämte sich auch nicht mehr, ihn anzureden, ihn zu sich hinüberzuziehen, ihn zu streicheln und vorsichtig zu küssen, alles Dinge, die sie früher nicht gewagt hatte und die der gesunde Bauer wahrscheinlich sich verbeten hätte. Oder? Vielleicht hätte er sich auch als gesunder Mensch ihrer Liebe erfreut. Aber jetzt zog er sie manchmal an sich, als müsse er sich ihrer Gegenwart versichern, packte er sie bei den Schultern, als wollte er sie für alle Ewigkeit festhalten, sah er sie an, flehentlich und drohend zugleich, aber natürlich wortlos. Denn wie hätte er sagen können, was er eigentlich fühlte. Er wollte sie nicht auf dieser Welt lassen. Er wollte sie mit nach drüben nehmen, wenn er sterben musste.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Therese Larotta»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Therese Larotta» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Walther von Hollander - Kleine Dämonen
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Lucia Bernhöven
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Der Granatapfelbaum
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Grenze der Erfüllung
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Akazien
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Auf der Suche
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Als wäre nichts geschehen
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Zehn Jahre, zehn Tage
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Licht im dunklen Haus
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Oktober
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Komödie der Liebe
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Vorbei ...
Walther von Hollander
Отзывы о книге «Therese Larotta»

Обсуждение, отзывы о книге «Therese Larotta» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x