Hans Leip - Die Sonnenflöte

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Der Hafenbaumeister Tidemut hat nach Fertigstellung seines Lebenswerkes körperlich und seelisch Schiffbruch erlitten; seine Frau hat sich von ihm getrennt. Auf der stillen Insel im Chiemsee sucht er, zur Ruhe zu kommen. Doch stellt sich heraus, dass er dort gar nicht so ruhig ist. Er begegnet dem Maler Lorns und dem Matrosen Kulli Wupp. Und insbesondere ist dort das Mädchen Silwe, mit dem Tidemut über den grünen See kreuzt. Wieder klingen bei Hans Leip die Motive Fernweh und Abenteuerlust an, die seine Bücher so unverwechselbar machen.-

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Tidemunt atmete verhalten, zerbiß die Zigarre und spie sie zu Boden. Seine Faust klammerte sich um den Knopf einer Schublade, und da sie aufging und der Knopf zerbrach, krallten sich seine Finger um die Kante, so, als halte er sich an einem Gitter, von dem aus er in eine qualmverhangene Unwegsamkeit hinüber zu sprechen habe. Fern verging die angestiegene Schärfe der Vorgesetzten- und Freundesstimme. Sonderbar leise entgegnete er ihr: „Doktor, so muß ich denn wünschen, daß baldigst irgendeine Katastrophe — der Himmel verzeihe mir die Ungeheuerlichkeit — die Anlage noch im Entstehen vom Erdboden wischt, damit mein Nachfolger Gelegenheit findet, sie richtig zu machen.“

Der Stadtbaumeister stand blaß und bewegungslos. Tidemunt, von Rechtlichkeit lodernd, löste die Finger von der Schublade und streckte dem Freund die Hand entgegen, als wolle er ihm helfen, seinen Beistand nicht zu versagen. Erst nach geraumer Weile sank die Rechte des andern nieder.

Der Stadtbaumeister nickte, griff wie zerstreut nach einer Zeitung, die unentfaltet am Rand des Tisches lag, und sagte freundlich: „Ihre Gattin, hörte ich, soll in München geäußert haben, sie beabsichtige, mit einem Violinkonzert aufs Podium zurückzukehren?“

Tidemunt hatte die Nachricht nicht gelesen. Er wußte nur aus einem kurzen Brief seiner Frau, daß der Maler Lorns ihr ritterlich behilflich sei, sich aufs neue in der Welt zurechtzufinden und auch die Presse alarmiert habe. Was aber sollte das hier? Er sagte finster: „Sie sehen, Doktor, meine Frau opfert sich, um mir freie Bahn für die Umzeichnung der Pläne zu lassen.“ Und da der Angeredete in sich hineinschwieg, setzte er hinzu: „Oder möchten Sie hier so etwas wie ein gefährdetes Eheglück in die Waage meiner beruflichen Verantwortung schieben, Doktor?“

Die Antwort kam nüchtern: „Tidemunt! Es muß alles so bleiben!“

Tidemunt unterdrückte ein Aufbrüllen und sagte durch die Zähne: „Nein!“

An diesem Nein straffte sich merklich die schmächtige Gestalt des Stadtbaumeisters. Dem Nein zu begegnen, hatte er in den hansischen Belangen seines Sektors genugsam Gelegenheit gehabt. Er sammelte sich, indem er von Tidemunts ungesund umschatteten, metallisch funkelnden Augen weg auf die Schublade blickte, darin allerlei Krimskrams auflugte und eine Kehrseite offenbarte der strengen technischen Klarheit alles dessen, was der Behörde je von den Arbeiten des Hafenbaumeisters zu Gesicht gekommen war. Da gab es eine grellgekleidete chinesische Puppe zu erspähen in Gesellschaft von Meeresschnecken, Kolibribälgen und Dämonenhunden aus Speckstein.

Tidemunt folgte dem Blick und versuchte, die Schublade zuzudrücken. Was war noch zu sagen? Nichts! Das Nein füllte den Raum bis in die Ecken.

Der Oberbaudirektor nahm den Hut. Und dabei sagte er sanft, ja beklommen, als betreffe es ein lange gehütetes Geheimnis: „Ein paar winzige Grade, im Scheitelpunkt ohne Belang, in der Unendlichkeit Unendlichkeiten, darin alles mündet und einbeschlossen vergeht, das Richtige und das Falsche.“

Tidemunt fühlte, wie er entwaffnet wurde. Aber ehe der ohnmächtige Zorn der Gegenwehr, der in seinen Schläfenadern schwoll, Ausbruch fand, war der Vorgesetzte von dannen, unversehens und sachte wie ein Nebelstreif.

7

Tidemunt riß die Schublade vollends heraus, darin er den „munteren Trödel der unweißen Unschuld“ zu sammeln pflegte. Er hegte es dort als Speicher für die kleinen häuslichen Geschenke, wie er sie hafenlängs bei den Althändlern als vertanes Seemannsangedenken aufstöberte, zumeist keine wertvollen Stücke, sondern für den Fremdenverkehr ferner Küsten zurechtgedrehtes billiges Zeugs und dennoch nicht ganz der Ursprünglichkeit entkleidet, Abbild des Dämonischen zu sein und der Beschwörung zu dienen. Es ärgerte Tidemunt, sich dieser allzu privaten Sammlung eben geschämt zu haben, und er schüttete den ganzen Krempel in den Papierkorb.

Dabei fauchte er des öfteren: „Ich gebe nicht nach!“ Doch indes er dieses gegen die Wände hervorstieß und die hastige zerklirrende Melodie der Geige sich darunterschob, krampfte sein Eingeweide sich übel zusammen. Und als er nun gar in den Modellsaal stürmen wollte, wo auf riesiger Platte in reizvoller Akribie die plastische Darstellung der neuen Hafenanlagen aufgebaut war, und er sich mit seinen Fäusten darauf zu stürzen gedachte, schlug er an der Tür jäh rücklings zu Boden.

Im Nu aber war er wieder auf den Beinen. Verdutzt taumelte er an seinen Arbeitstisch zurück, sank auf einen Hocker. Ich bin plötzlich ohnmächtig geworden, dachte er. Das ist mir noch nie passiert. Er horchte, ob etwa der Hausmeister den peinlichen Aufschlag bemerkt habe. Es blieb aber alles still. Nur der Lärm der nächtigen Stadt drang von fern durch die Vorhänge der Fenster, verging und schien entsetzlich anzuschwellen, zugleich mit einem schraubenden Schmerz unterm Zwerchfell. Tidemunt krümmte sich vornüber, lag hingepreßt über die verwirrten Pläne. Die Höhlungen und Gefäße seines Körpers, bis dahin wenig bedacht, kündigten an, daß sie nicht lange mehr geneigt sein würden, bei weiterem Mißbrauch den überlasteten Kräften zu dienen.

8

Eben nach Mitternacht fand Tidemunt sich in der Wachbude der Sektion Außendienst des Strom- und Hafenbauamtes und veranlaßte ohne viel Worte, daß die Barkasse ihn nach dem neuen Hafengelände befördere. Da der Beamte ihm zu schläfrig fuhr, ging er selber in den Führerstand, nahm das Rad und ließ, keinem Einwand erreichbar, den Motor das äußerste hergeben. Er mußte gegen die Flut an und kümmerte sich nicht um den Sprühschwall, der übern Bug hereinstob. Der Hut wehte ihm davon. Er blickte ihm nicht nach. Er hob auch kein Auge auf zu den vorbeirauschenden Ozeanern und spürte nicht wie sonst bei deren Anblick das alte knabenhafte Erschauern vor der gnadenlosen Ferne. Er hatte nur das eine hämmernde Verlangen, den Baggern zu Böwerder und deren fressenden, saugenden und speienden Rachen zuvorzukommen und sie seiner rücksichtslosen Einsicht gemäß in die neue Richtung umzulenken. Dabei summte er vor sich hin: Fünf Grad West, fünf Grad West ... Immer nur diese drei Worte, diese drei Töne vielmehr, und es war ihm, als seien sie aus den hastigen Geigenschreien des letzten Abends, den er seine Frau gesehen, in ihm hängengeblieben. Doch war die Betonung sonderbar auf das Wort Grad verschoben, und die Worte verwandelten sich, indes die Töne verharrten, und hämmernd im Takte des Motors summte es in ihm: Ach, bleib doch! Ach, bleib doch! Er vermochte aber den Zusammenhang mit seiner Fahrt nicht zu fassen; es klang auch nicht verzweifelnd, es klang nicht nach Schrei, es war ganz sanft und wehmütig, und er wollte es grimmig abstoßen, er wollte in den spritzenden Gischt hineinbrüllen, aber es war hinwider angenehm, so unbeschwert dahinzusummen.

Das Gelände der Sände und der Uferstrecke Böwerder lag unter dem grell violetten Schein der Tiefstrahler und übertobt von dem Gejaule einer Herde riesiger Saugbagger, die dabei waren, die neue Abfangrinne für den Schwemmsand des Stromes und die Einfahrt der neuen Hafenbecken zu schlürfen und den aufgenommenen Grund durch lange, mannsdicke Rohrleitungen hinter die Ostkante zu blasen, dorthin, wo die großen Zufahrtsstraßen und Parkplätze für den Fernlastverkehr entstehen sollten. Tidemunt kletterte auf die schmierigen Decks von Bagger zu Bagger und stoppte den Betrieb. Die Pumpen kamen stöhnend zur Ruhe. Er zeichnete den Baggermeistern die neue Peilstrecke ein und ordnete die Verholung auf zweihundert Meter stromabwärts und die entsprechende Verlegung der Rohre für den Beginn der Tagschicht an. Dann ließ er sich an Land setzen und schickte die Barkasse nach Hause.

Auf den Vorländern bis zum Deich hin weideten rasselnd die Krangreifer, Sauriern der Urzeit gleichend, und schlangen das Erdreich und spien es in die Feldbahnen, die es landein beförderten. Tidemunt, aus Morast aufwatend, schwang sich hoch und faßte Fuß auf dem Kipprahmen einer Lore, der letzten eines eiligen Zuges. Vor ihm wölbte sich der aufgepackte Marschboden grabhügelgroß. Er atmete den Geruch der aus dem Frühling gerissenen schwärzlichen Krume, diesen gesegneten geheimnisvollen Urgeruch des Werdens. Die Humusschicht sollte nicht unterm Beton verfaulen, sondern soweit sie nicht den Gartenanlagen im eigentlichen Hafengelände zugute kam, im Austausch gegen Sand und Kies zu fruchtbarer Auflagerung in die Lüneburger Heide hinter Buxtehude gelangen, wo eine vorbildliche Siedlung für dreitausend Hafenarbeiterfamilien entstand.

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