Rudolf Stratz - Und wenn die Welt voll Teufel wär

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Ein spannender historischer Roman, der die Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn der Weimarer Republik unterhaltsam einfängt!Als Bruno Lotheisen im November 1918 aus russischer Gefangenschaft nach Berlin zurückkehrt und sich voller Freude auf den Weg zu seiner Frau und Tochter macht, erfährt er, dass er inzwischen für tot erklärt wurde. Das Leben des jungen Mannes scheint aus den Fugen, als er nach und nach das durch den Krieg vollkommen veränderte Leben seiner Frau, die aufgeheizte politische Stimmung und die Unruhen der noch jungen Weimarer Republik zu begreifen versucht. -

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Ja — ja! Ich träume! Das da vor mir — das ist freilich das Brandenburger Tor, und oben das Viergespann der Siegesgöttin. Aber solch ein Lastkraftwagen, wie er da unter ihm donnernd vorbeirollt — den sieht man nur in Moskau und Petersburg — diesen Wagen, vollbepackt voll lachender, stehender Soldaten und Zivilisten mit Gewehren in der Hand, voll von lachenden Frauen und Mädchen mit flatternden roten Bändern im Haar, vorn vielläufig glotzend das Maschinengewehr mit dem quellenden Eingeweide seines Ladestreifens. Sie haben glühende Gesichter, trunkene Augen, durch das Gerassel schreiende Lippen: „Es lebe die internationale Revolution!“ Sie rufen es, auf Deutsch. Ich träume. Ich träume. Neue Lastwagen rasen mit rotflatternder Fahne vorbei. Die Leute entblössen das Haupt. Ich nicht. Ich stehe und staune. Gleich werden sie mir jetzt den Hut vom Kopf schlagen und mich verhaftet wegschleppen. Nein. Die Menschen sind alle duldsam, merkwürdig sanft, ihre Züge halb ungläubig, mit weit offenen Augen, als ob ihnen vor ihrem eigenen Tun schwindelte. Ich träume. Ich träume.

Sonst könnte ich doch jetzt nicht mitten durch das Brandenburger Tor gehen, da, wo sonst nur der Kaiser und die Feuerwehr fuhr. Kein Schutzmann wehrt. Nirgends mehr ein Schutzmann. Keine Wache mehr, kein Posten da rechts am Seitenbau.

Und sonst könnte mir doch nicht da der alte zerlumpte Mann entgegenkommen, der zärtlich lallend auf ein Bündel abgebrochener Gewehrkolben wie auf einen Säugling in seinen Armen niederblickt. Und da die Linden! Rotflatternd auf der russischen Botschaft die Sowjet-Fahne. Die breite Riesenfläche der Siegerstrasse fast ohne Fuhrwerk. Nur Menschen überall auf den Bürgersteigen, Fahrdämmen, Neitwegen. Ein schütteres schwarzes Ameisengekribbel.

Gar nicht sehr viele. Weniger als sonst an einem Sonntagnachmittag.

Man kann bequem die Linden hinaufgehen. Im Traum. Im Traum. Bis zum Kastanienwäldchen. Da steht noch die ganze Wache stramm unter Gewehr. Schmucke junge Jäger. In weitem Halbkreis ein Rund von Hunderten von schweigenden, gespannten Menschen. Auf dem freien Raum davor einige Herren in Zivil. Sie reden leise, eindringlich mit dem Wachthabenden. Auf einmal macht die Wache, stramm wie auf dem Exerzierplatz, auf dem linken Fuss kehrt. Die Gewehre rasseln in die Stützen. Bleiben herrenlos stehen. Gleich darauf marschiert die Wache in Sektionen rechts nach Hause. Ein schwaches Hurra umher. Der Wachthabende führt sie, noch den blanken Säbel in der Hand, am Arm die rote Binde . . .

Hammerschläge, dumpf und laut in der gepressten Stille, in dem Palais gegenüber. Nein: Handgranaten! Die Menge tritt respektvoll zurück. Das Tor geht nicht auf. Ein junger Bursche Klettert auf einer Leiter vorn auf den Balkon. Der Alte Fritz sieht es von seinem ehernen Ross mit seinen Königsaugen. Als grauer Hintergrund drüben das Hohenzollernschloss, von dickgeballten, schwarzen Wetterschwaden von Menschen umlagert. Eine Bewegung wie Windstoss über den Wellen. Eine lange rote Schlange rollt vom Balkon des Schlosses hernieder. Hängt still in der Luft — blutfarben leuchtend.

Dabei die Läden offen. Drüben rollt die Stadtbahn. Das Leben geht seinen Gang. Nirgends Zank. Nirgends Streit. Alles so schattenhaft selbstverständlich. So huschendwesenlos, schnell und leicht. Ein merkwürdiger Traum, in dessen watteweiche, geheimnisvolle Stille nur die Lastautos keuchen, mit ihrem jauchzenden Massenruf durch Das Gerassel: Es lebe die Internationale! Es lebe die Revolution!

An Kranzlers Ecke hält ein solches Auto. Es hält überall, wo Feldgraue auf dem Bürgersteig kommen. Die Feldgrauen werden entwaffnet. Entwaffnen sich selbst. Fort mit den Achselklappen! Koppeln und Seitengewehre fliegen in weitem Bogen über die Köpfe der Menschen auf das Auto, häufen sich dort zu Stössen. Überall auf der Welt die Waffen nieder! Ein altes Mütterchen, barhaupt, in verschossenem Kaschmirschal, weint vor Glück: „Nu ist der olle Krieg zu Ende! Nu schmeissen alle ihr Mordzeug in den Dreck!“

Und Ordnung überall . . . merkwürdige Ordnung . . . Ruhe . . . Freundlichkeit. Wie aus der Erde gewachsen, statt der Schutzleute, alle hundert Schritt längs der Friedrichstrasse, ein bewaffneter Arbeitsmann mit rotem Ärmelabzeichen. Die Leute sitzen in den Kaffeehäusern wie sonst, kaufen sich Zigarren, mustern die Schaufenster. Bruno Lotheisen fuhr sich über die Augen. Wenn das ein Traum ist, dann ist das nicht Moskau, sondern Berlin. Unzweifelhaft Berlin. Ich bin in Berlin. Im Traum erlebe ich hier das alles, dass da in einer Stunde Jahrhunderte zu Staub werden . . .

Ein feldgrauer, mächtiger, achtzigpferdiger Kraftwagen einer hohen Heeresstelle fegte sausend um die Ecke. Zwei Matrosen auf dem Rücksitz hingelehnt, die freie Brust dem Wind entgegen. Die Bänder ihrer Mützen flogen. Es war der Schnittpunkt der Mohrenmit der Friedrichstrasse. Der Justizrat . . . der wohnte da . . . Bruno Lotheisen kam langsam zu sich. Ging schleppend zu einem der nächsten Häuser der Querstrasse. Er wusste immer noch nicht recht, was geschah . . .

Eine Gruppe Leute stand vor dem Haus. Hier sah er zum erstenmal finstere, drohende Gesichter. Sie richteten sich nicht auf ihn, sondern in den offenen Hausflur. In dem lehnte ein bleicher junger Mensch in Feldgrau. Er biss die Zähne zusammen. Er schüttelte den Kopf. Er hielt die Hand am Seitengewehr: „Nein. Ich gebe meine Waffe nicht her!“ Ein bärtiger, älterer Mann redete ihm gut zu.

„Nu mach’ keine Zicken, Kamerad — ’s hilft doch nischt!“ Und einer seiner Begleiter begütigte: „Wenn’s doch alle tun . . . Jetzt gehn alle nach Hause — wir und die Feinde drüben . . . Mensch . . . sei vernünftig . . .“

Aber von draussen, von der Strasse, klangen Rufe der Ungeduld. Entwaffnung! Entwaffnung! „Nu, wird’s? Na also: da schnallt er ja sein Koppel ab! . . . Los! Weiter!“

Bruno Lotheisen stieg die Treppe zum Büro des Geheimen Justizrats hinauf. Alle Türen standen offen. Das Personal war ausgeflogen. Er ging durch die aktengefüllten Vorderräume. Hinten, in seinem Arbeitskabinett, sass der alte Herr am Tisch. Ein feiner Kopf. Glatze. Hakennase unter der goldenen Brille. Langer, grauer Schnurrbart. Die rosig-runzelige Haut eines hohen Sechzigers. Im altväterisch hoch zugeknöpften, schwarzen Gehrock das vergilbte schwarzweisse Bändchen von 1870. Der alte Herr hielt den Kopf zwischen den Händen, starrte geistesabwesend vor sich hin, dann auf den Eintretenden.

„Herr Geheimrat . . . Kennen Sie mich?“

„Herr Lotheisen! . . . Nehmen Sie Platz . . .“

„Wundert es Sie denn nicht, mich zu sehen? Ich gelte doch für tot.“

„Wir alle sind tot“, sagte der alte Preusse. „Wir alle sind gestorben!“

„Ich lebe. Ich bin aus Russland zurück!“

„. . . und kommen hier gerade zurecht zum Jüngsten Tag . . . Nein . . . Ich staune nicht, dass Sie da sind! Mir ist das Staunen seit ein paar Stunden vergangen.“

Der Geheime Justizrat krampfte die Hände ineinander. Er beugte sich über den Tisch vor. Er flüsterte: „Wissen Sie, was eben geschieht: Ein halbes Jahrtausend wird zu Staub und Asche! Alles geht dahin! Alles, woran man geglaubt hat, wofür man gelebt hat, worauf man stolz war, was einem so selbstverständlich erschien wie das Sonnenlicht . . . Alles umgeweht wie ein Kartenhaus!“

Und dann dumpf: „Sie kommen aus Russland, Herr Lotheisen! Sie haben das dort wohl schon alles gesehen. Sie sind abgebrüht. Auf Sie macht es keinen Eindruck. Aber mir altem Mann ist es neu. Mir ist es zuviel!“

Der Justizrat schnellte verzweifelt von seinem Sitz empor. Er war trotz seines Alters straff, hager, sehnig. Er fasste den anderen. Schüttelte ihn krampfhaft.

„Wissen Sie denn, was geschieht? Der Weltbrand aussen und der Weltbrand innen! Achtzehnhundert Millionen Menschen gibt es auf der Welt. Fünfzehnhundert Millionen sind unsere Feinde. Sie kommen! Sie kommen! Unsere Mauern stürzen vor ihren ein . . .“

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