Danyel Reiche - Verrückt nach den Roten

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Danyel Reiche, «96er» von Kindesbeinen an, berichtet voller Leidenschaft über sein Leben mit den «Roten» (wie die Mannschaft ob ihrer Trikotfarbe genannt wird). Es geht u.a. um Rituale beim Stadionbesuch, um «Rote im Exil» und die ewige Rivalität mit Eintracht Braunschweig.
Mit Geleitworten von Ralf Rangnick (ehem. 96er Trainer), Utz Claassen (ehem. 96er Präsident) und Herbert Schmalstieg (ehem. Oberbürgermeister).

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Zunächst aber kamen meinem Vater ernsthafte Zweifel, ob ich so fußballbegeistert wie er werden würde. Im Alter von sechs Monaten, so ist die Anekdote überliefert, besuchte er mit mir ein Freundschaftsspiel von Lehrte 06 gegen den Hamburger Sportverein. Nach einem Treffer für Lehrte gab ich 30 Minuten lang merkwürdige Schreie von mir – Zeichen des Widerwillens, der Abneigung, der Distanzierung gegenüber dem Lieblingssport meines Erzeugers? Oder erste Anzeichen allgemeiner Fußballbegeisterung? Ratlosigkeit machte sich breit.

Doch es sollte nicht lange dauern, bis sich zum Entsetzen meiner Mutter, aber zur großen Erleichterung meines Vaters eine ganz eindeutige Klarheit herauskristallisierte.

Schon als Grundschüler studierte ich intensiv täglich den Sportteil der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung« und schätzte den »Kicker«. Meine Klassenlehrerin kämpfte mit Rechenaufgaben wie »96 + 96« verzweifelt um meine Aufmerksamkeit, die aber ganz den Roten und meinem Dorfklub, dem TSV Germania Arpke, galt, dessen Kreisliga-Elf von mir und meinem Vater am Wochenende stets unterstützt wurde. Mein eigenes Sporttalent wurde allerdings im örtlichen Tischtennisklub entdeckt, und als Zwölfjähriger wurde ich Tischtennis-Kreismeister. Als Erwachsener versuchte ich mich dann auch noch im Fußball, wo ich meine Stiefel aber nach nur wenigen Jahren in der untersten Kreisklasse wieder an den berühmt-berüchtigten Nagel hängte.

Mein erster Heimatort Arpke liegt in der Region Hannover, und wir wohnten in einer Straße mit dem schönen Namen »Hasendamm«. Der Nachbarort Immensen sollte später zu einiger Berühmtheit gelangen, nachdem der damalige Dorfbewohner Gerhard Schröder 1990 Ministerpräsident Niedersachsens wurde. Dort lebte er mit seiner Frau Hillu, ehe er später mit Doris durchbrannte, mit der er nun im hannoverschen Zooviertel residiert. Dorthin verschlug es auch meine Eltern und mich, als ich zwölf Jahre alt war. Bis dahin waren die gemeinsamen morgendlichen Autofahrten mit meinem Vater von Arpke nach Hannover, wo ich für sechs Jahre die Waldorfschule besuchte, für meine fußballerische Allgemeinbildung und 96-Kenntnisse von unschätzbaren Wert gewesen. Dieses Training fiel nun fort, doch der Umzug machte es mir möglich, meine 96-Leidenschaft in ganz anderen Dimensionen auszuleben: Waren die Spielbesuche mit meinem Vater zuvor noch sporadischer Natur, wurde ich nun Stammkunde!

Ich wechselte in der siebenten Klasse von der Waldorfschule aufs altehrwürdige Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, wo ich nicht nur die für mich ungeliebten Fächer Latein und Alt-Griechisch lernte, sondern – viel wichtiger – mich in fußläufiger Distanz zur Clausewitzstraße, dem damaligen Sitz der 96-Geschäftsstelle, befand. In Felix fand ich einen ebenfalls fußballbegeisterten Mitschüler, mit dem ich fortan die Heimspiele der Roten besuchte. Felix war in den Augen meiner Eltern ein guter Umgang, da sein Vater Vorstandsmitglied bei Preussen Elektra (heute: E.ON) war. So stand meiner ersten komplett im Niedersachsenstadion verlebten Saison nichts mehr im Wege.

Nichts Schöneres gab es für mich, als die Partien der Roten zu besuchen. Ich konnte es nie so richtig erwarten: Ich zählte die Tage, ich zählte die Stunden, und meine Stimmung am Spieltag war gekennzeichnet von Anspannung und Vorfreude. Konnte ich einmal ein Spiel nicht besuchen, beispielsweise weil meine Eltern mit mir in den Urlaub fuhren, brach eine Welt für mich zusammen. Mit zunehmendem Alter, als ich vermehrt selbst meine Reisen plante, kamen solche »Katastrophen« aber immer seltener vor. Über meine Lebenszeit, die ich inzwischen – rein rechnerisch aneinandergereiht – im Stadion zubrachte, will ich besser gar nicht nachdenken …

Bei meiner »Geburt« als 96-Stammbesucher hatte ich Glück, großes Glück: Die erste Spielzeit, in der ich nahezu alle Heimspiele meiner Helden sah, war die Saison 1984/85. Was für eine Saison! Mit Trainer Werner Biskup und einer mit vielen hannoverschen Nachwuchs-Assen bestückten Elf gelang völlig überraschend der Bundesliga-Aufstieg – obwohl die einschlägigen Saisonprognosen eigentlich vom Abstiegskampf ausgingen. Außerdem war ein Braunschweiger Trikotsponsor, die Brauerei Feldschlößchen, eigentlich ein schlechtes Omen gewesen. Zu Fuß konnte ich von unserer Wohnung in der Lüerstraße zur Clausewitzstraße gehen, wo nach dem Sieg gegen Hertha BSC Berlin im letzten Saisonspiel, dem ich gemeinsam mit meinem Vater beiwohnte, die Aufstiegsfeier stattfand: Was für ein Triumph!

Mein Vater ist Inhaber eines Küchenfachgeschäftes in Hildesheim, damals gab es auch noch einen in Hannover gut bekannten Laden. Zu seinen Kunden zählten neben Altkanzler Schröder, der sich gleich zweimal bei Küchen-Reiche ausstattete, auch so schillernde Figuren wie Porno-Star Teresa Orlowski. So richtig aufmerksam folgte ich seinen Erzählungen aber nur, wenn mal wieder ein 96-Spieler oder dessen Familienmitglieder im Geschäft aufgetaucht waren, so wie etwa Fabian Ernst, als er zu Werder wechselte, oder die Stütze aus der Aufstiegsmannschaft 1984/85, Bastian Hellberg. Winfried Mittrowski, in den sechziger Jahren fünf Spielzeiten Abräumer im defensiven Mittelfeld der Roten, kaufte gleich mehrfach bei meinem Vater ein.

In den achtziger Jahren war es noch üblich, dass der Spielball von einem lokalen Unternehmen gesponsert wurde. Ich erinnere mich noch genau, als mein Vater einmal den Spielball spendete, auch wenn mir der Gegner in meiner kindlichen Erinnerung entfallen ist. Wir besuchten das Spiel gemeinsam, es war ein Abendspiel mit Flutlicht, und dann, kurz vor Anpfiff, ertönte die 400 Mark teure Durchsage: dass das Küchenfachgeschäft Reiche heute den Spielball gespendet habe. Das Spiel endete übrigens mit einem Sieg der Roten.

Das Glück wollte jedoch nur kurz währen, weil 96 gleich nach dem Bundesliga-Aufstieg wieder die Bühne 1. Liga verlassen musste.

In der achten Klasse bekam ich dafür mit Tobias einen neuen Mitschüler. Mit dem Pastorensohn hatte ich nun einen weiteren fußballverrückten Kumpel, von dem später im Buch noch eingehend die Rede sein soll. So langsam spannte sich jedenfalls mein Fußball-Netzwerk. Hing meine Stadionpräsenz in den ersten Lebensjahren noch von Lust und Zeit meines Vaters (und ab und zu meines Patenonkels) ab, hatte ich durch den neuen Wohnort und viele Gleichgesinnte nun die Möglichkeit, den Roten stets treu zur Seite zu stehen.

Sehnsucht nach den Roten

Stell dir vor, die Roten spielen – und du kannst die Partie im Niedersachsenstadion nicht live vor Ort verfolgen. Für mich gibt es kaum einen dramatischeren Umstand. Entsprechend werden Urlaube vorzugsweise in der spielfreien Zeit verbracht und berufliche Termine wegen angeblicher »Unabkömmlichkeit« umgelegt. Zwar erschweren die kurzfristigen Spielansetzungen heutzutage erheblich die zuverlässige Planung, doch sollte es mir eigentlich immer gelingen, live vor Ort zu sein. Als ich im Jahr 2001 einen viermonatigen Arbeitsaufenthalt in den Niederlanden hatte (siehe dazu auch Kapitel »Auswärts«), verpasste ich trotzdem kein Heimspiel – und wurde von Ralf Rangnick und seinem Team um den etwas verrückten, aber genialen Jan Simak mit Traumfußball und den Durchmarsch in die 1. Liga belohnt.

Ein Jahr später ging es für drei Monate nach Warschau. Von der polnischen Hauptstadt gab es damals nach Hannover noch keine Direktflüge, und die Zugfahrt dauerte acht Stunden. Selbstverständlich nahm ich diese Strapaze auf mich, um die ersten Bundesligaspiele nach 14 Jahren Zweit- und Drittklassigkeit live zu erleben. Ein Spiel sollte ich dann aber doch verpassen. Es war das Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Ich dachte, ich müsste mir ja auch mal Warschau etwas genauer angucken – und sollte diesen Entschluss bitter bereuen. Völlig nervös, an Sightseeing war gar nicht zu denken, rannte ich wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Innenstadt Warschaus, um auf den versprochenen SMS-Service meines sehr guten Kumpels Eppe zu warten. Der Ticker ließ auch nicht lange auf sich warten: Jiri Stajner schießt Elfmeter nicht ins Tor, sondern Richtung Maschsee; Dame Diouf fliegt mit Rot vom Platz – ich war mit meinen Nerven am Ende. Nie wieder würde ich, nur um mir läppische 16 Stunden Hin- und Rückfahrt im Zug zu ersparen, leichtfertig auf ein Spiel meiner Roten verzichten. Zwar ging das Spiel gegen den BVB verloren, doch ich ärgerte mich schwarz, bei einer so turbulenten Begegnung nicht live dabei gewesen zu sein – und meine Nerven wurden in der Ferne mehr strapaziert, als es vor Ort der Fall gewesen wäre. Im Stadion hätte ich das Geschehen durch meine Anfeuerungsrufe beeinflussen oder mit Freunden zumindest gemeinsam den Frust abbauen können.

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