Pavel Kohout - Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel

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Literarisch brillant erzählt Pavel Kohout seine Wandlung vom überzeugten Kommunisten zum freiheitsliebenden Demokraten – das Schicksal von Tausenden in Osteuropa. Den Prager Frühling gestaltet Kohout als Wortführer mit. Dieser wird zur Achse, an der sich sein Leben spiegelt: Vorher meistgespielter Stückeschreiber der CSSR und treues KP-Mitglied, nachher führender Dissident, der Partei und des Landes verwiesen, seine Stücke verboten. Sein Leben – eine Entscheidung gegen die Ideologie und für die Freiheit. Sein Buch – eine spannende Erzählung, die zeigt, wie Politik persönliches Schicksal bestimmt.Im Frühjahr 1948 versucht die Kommunistische Partei die politische Macht in der Tschechoslowakei endgültig an sich zu reißen. Einzig im Weg stehen ihr noch die Sozialdemokraten, an ihrer Spitze der charismatische Parlamentsabgeordnete Fischer, der sich gegen die Auflösung seiner Partei wehrt. Vor diesem realen Hintergrund entspinnt sich die Handlung des Romans. Im Zentrum stehen Felix Fischer, seine Frau, die SchauspielerinKamila Nostitzová, und der junge Dichter Jan Soukup. Letzterer, ein glühender Kommunist, ist leidenschaftlich in die Frau seines Freundes verliebt. Eine Dreiecksgeschichte, deren Ursprünge bis in die Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkriegzurückreichen. Als der tschechische Geheimdienst versucht, Soukup anzuwerben, muss dieser sich entscheiden: Zwischen seinen Idealen und seiner Loyalität, zwischen Liebe und Freundschaft.-

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An seinem Vater Otomar kommt ihm am wundersamsten vor, dass er bei seinem abenteuerlichen Flug durch das Leben und die Welt überhaupt heiratete, dass er sich dafür von allen Frauen, die ihn bis zum Tod umschwirren sollten, gerade jene aussuchte, die er dann heiratete, und dass er als Sechsunddreißigjähriger die Zeit und vor allem die Lust fand, mit ihr einen Sohn zu zeugen, der ihm nachhaltig die Flügel band. Der Student der Handelsakademie unternahm 1914 einen Ferienausflug ins damals russische Warschau, wo ihn der Beginn des Weltkriegs einholte. Just an diesem Tag kaufte er sich einen Amethystring, der in Polen rynk kavalierski genannt wird und signalisiert, dass sein Träger Personen weiblichen Geschlechts voller Wohlwollen alles anbietet – außer der Ehe. Seine Freudenfeiern zog er um ein paar Stunden in die Länge, die ihn dann zwar ein paar Jahre kosteten, ihn dafür aber mit einer ungeheuren Erfahrung für den Rest seines Lebens ausstatteten. Die Zarenregierung schottete die Grenzen urplötzlich komplett ab und erklärte auch den jungen Studiosus aus Prag zum Zivilgefangenen. Als ein Graschdansko-plennyj machte er eine unfreiwillige, dennoch einzigartige Sonderfahrt die ganze sibirische Magistrale entlang. Der bewachte Transport wurde im entlegenen Wladiwostok einfach aufgelöst und man wies die Gefangenen an – o tempora, o mores! –, sich irgendwie durchzuschlagen und sich einmal im Monat bei der Polizei zu melden.

Dem jungen Mann half es, dass er Buchhaltung, Sprachen und das Wodkatrinken beherrschte. Beim Sohn, der das Schmuckstück erbte und es innerhalb der Familie zum Wanderring erklärte, bleiben einige suggestive Schilderungen haften, zum Beispiel, warum der Vater die feste Stelle des Kassierers in einer Firma, die Holzbrücken für die Eisenbahn baute, aufgab: Er musste mit ansehen, wie man von den Baustellen Material abzog, so dass ihm der örtliche Brauch einigermaßen schwerfiel, wonach die Bauherren jede neue Brücke persönlich überqueren und dicht vor dem ersten Zug hergehen mussten, der die Belastbarkeit prüfte. Daher nahm er bald das Angebot irgendeines mongolisch-chinesischen Zirkus an, mit dem er Russland in der entgegengesetzten Richtung durchpilgerte. Das Kriegselend dokumentierte er in seinen späteren Berichten unvergesslich mit dem Bild eines Zuckerkegels, der über dem Samowar im Speisezelt hing, damit jeder vor einem bitteren Schluck Tee wenigstens daran schlecken konnte.

Gern erzählte er, wie er während des Bürgerkriegs einen roten Kommissar vor den weißen Kosaken in einem Kamelfell versteckte und ihm so das Leben rettete. Gerade dank dieser Tat durfte er als einer der wenigen Tschechen über die neue polnisch-sowjetische Grenze nach Hause zurückkehren.

Ein ähnlich großzügiges Schicksal, das auch sein Sohn erleben wird, brachte ihn bald nach seiner Rückkehr mit einem der damaligen gesellschaftlichen Dandys zusammen, dem fast gleich alten Grafen Kolowrat. Ganze sieben Jahre arbeitete er für ihn als Sekretär, und man kann sich vorstellen, worauf das in Prag hinauslief, das nach zwei Jahrhunderten der Germanisierung und hundert Jahren nationaler Wiedergeburt allmählich lernte, sich weltläufig zu geben. Es war vermutlich diese Bekanntschaft, welche dem jungen Otomar zur Geschäftsvertretung der tschechischen Automobilmarke Praga verhalf, die der Graf favorisierte. Das unvorhergesehene Erdbeben der Weltwirtschaftskrise liquidierte den jungen Direktor gleich nach seinen Kunden; Anfang der Dreißiger holte er, der nun zu den anderthalb Millionen Arbeitslosen zählte, seine Frau sowie sein Polenbüblein nach Prag zurück. Aus dem Letzteren machte die Prager Schule schnell ein tschechisches Kind; die Münchner Krise und ihr Sieger, der deutsche Führer, machten noch während seiner Kindheit einen politischen Tschechen aus ihm, genauer gesagt einen Tschechoslowaken! Als erwachsener Mann wird er begreifen, dass er dem Führer auch Stalin zu verdanken hat, den Hitler ihm als Befreier von den Besatzern und dann als Befreier von der Freiheit herbeirief.

Die Rückkehr nach Prag war für den Vierjährigen ein Schock. Anstatt der Villa mit Garten ein Zimmerchen, das ursprünglich für die Dienstmagd bestimmt war und das der nette Onkel Josef seiner notleidenden Schwester zur Verfügung stellte; sein dankbarer Neffe wird sich nach vierzig Jahren revanchieren, wenn er ihn, abgeschoben in ein stadtnahes Altenheim, Woche für Woche rasiert. Wie sich die Familie dank zweier fleißiger und begabter Menschen wieder aus ihrer notdürftigen Lage aufzuschwingen begann, gehört zum Genre der klassischen Arbeiterliteratur. Die Gemahlin des Direktors vergisst ihren Stolz und strickt und strickt und strickt Pullover, Schals, Mützen und Handschuhe für hiesige Metzger, Schreibwarenhändler und Schuster, der polnische Salonlöwe kommt und geht, um sich vorzustellen und abermals vorzustellen, bis ihn vielleicht die vereinte Bewunderung der Chefsekretärinnen in die Tschechoslowakische Handelskammer befördert, und von da an bringt ihn sein Talent bereits in eine leitende Position, dieses Mal in das moderne Gebäude der Prager Mustermessen.

Kurz vor dem Krieg ernannte man ihn zum Generaldirektor der Firma Ossa, die einen Fabrikenkomplex im Prager Stadtteil Vysočany besaß. Der erhaben klingende lateinische Name bedeutet schlicht »Knochen«, und um nichts anderes ging es auch; der Vater leitete das wohl am meisten stinkende Unternehmen im Lande, welches aus den ekligsten Abfällen einen betäubend riechenden Leim und eine geschmacksfreie Gelatine für Feinkostprodukte herstellte.

Sobald sein Sohn anfängt, aus dem eigenen Leben eine Bilanz zu ziehen und schrittweise die einzelnen Summae summarum zusammenzuzählen, wird er bis zum Überdruss proklamieren, dass das schicksalhafte Versagen des Kapitalismus, das er an seiner eigenen kindlichen Haut miterlebte, die früheste Motivation gewesen war, die ihn gleich nach dem Krieg zusammen mit seinen Eltern in die kommunistische Partei führte.

Einstweilen befinden wir uns allerdings noch tief in Masaryks Vorkriegsdemokratie, und der Junge leidet vor allem daran, dass er ein Kümmerling ist.

3. Kapitel

Freud und Leid des kleinen Kümmerlings

Nachdem unser Pawlik die ganzen damaligen Kinderkrankheiten – Diphtherie, Masern, Windpocken und Co. – nacheinander bekommen hatte, war er so schwach, dass ihn seine Mutter hin und wieder auf dem Rücken in die zweite Klasse der Volksschule tragen musste. Er fühlte sich gedemütigt, mehrfach versteckte er sich während der Pause hinter den Mänteln in der Kleiderablage, um seinen Traubensaft wenigstens nicht vor den Mitschülern trinken zu müssen oder gar – Schande, Schauer und Schauder, der schiere Schrecken! – Lebertran.

Mit Rücksicht auf seinen jämmerlichen Zustand konnte ihn seine Mutter nicht einmal verprügeln, so dass sie auch nur im Stillen am Verzweifeln war. Die Weihnachtsfeste des Knaben wurden traditionell von einer eitrigen Angina begleitet, und vor dem Ersticken rettete ihn jedes Mal ein chirurgischer Schnitt im Hals, der aus irgendeiner ärztlichen Erwägung heraus ohne Narkose vollzogen wurde. Als sich die schmerzhafte Bescherung zum dritten Mal wiederholte, hatte der Himmel mit dem Jämmerling Erbarmen, und das Christkind legte ihm, während er beim Herrn Doktor litt, ein herrliches Puppentheater unter den Weihnachtsbaum, ja, das Christkind!, denn dieses Geschenk überstieg eindeutig die finanziellen Verhältnisse. Erst viel später wird ihm seine Mutter gestehen, dass sie und der Vater sich in der ganzen Familie Geld zusammengeliehen hatten.

Das Theater war mit einem Dutzend Kulissen – dem Fond, vier Seitenstützen und auch einer Soffitte – prunkvoll ausgestattet; zum Mobiliar gehörten der Königssaal, die Bauernstube, der dichte Wald, die Höhle und die Hölle, wo sich die meisten klassischen Puppenstücke abspielen, und ein Ensemble von etwa zwanzig Drahtfigürchen samt einem Spielkreuz, mit dem die Handgelenke und die Knie durch Fäden verbunden waren. All dies wurde von elektrischer Beleuchtung gekrönt, nicht einmal ein Reflektor mit Farbfiltern fehlte! Es war ein wunderbares Theater, das viele Jahre seinen Dienst tat, und dennoch geriet es irgendwie in Vergessenheit, so dass man gar nicht mehr zurückverfolgen kann, zu welchem Zeitpunkt dies eigentlich geschah. Es fiel wohl der pubertären Eruption zum Opfer, wo auf einmal nahezu alle Requisiten der Kindheit verschwinden, um durch die neuen Utensilien des Erwachsenwerdens ersetzt zu werden. Als die erste ernste Kulturinstitution, in deren geräumigem Rumpf sowohl die Dekorationen als auch die Puppen das Meer der Zeit durchschwommen hatten, sticht sie dem aus dem unfreiwilligen Exil Heimkehrenden erst im Jahre 1990 ins Auge, als er sie, in verblasstes Packpapier gewickelt und mit Bindfäden umschnürt, auf einem ausgemusterten Schrank in der Garage der kleinen Villa in Sázava mehr erahnt als entdeckt.

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