Hans Leip - Aber die Liebe

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Auf der Atlantiküberfahrt an Bord eines Containerschiffes berichtet ein Passagier aus seinem Leben. Es handelt sich bei ihm um den Exportkaufmann Bojer Toppendrall, der in Hamburg als Schnitzer von Galionsfiguren begonnen hatte. Er erzählt von seiner Kindheit, seinen Eltern, seiner Schwester, von der Werkstatt nahe dem alten Hamburger Hafen, von Gesellen und Galionsfiguren, von ersten Freunden und erster Liebschaft, von der Begegnung mit bekannten norddeutschen Künstlern wie Alfred Lichtwark und dem jungen Ernst Barlach. Und von seiner nie endenden Liebe zu Rischa Möller. Und mit seinen Beobachtungen und Weisheiten verzaubert Herr Toppendrall alias Hans Leip wieder einmal seine Leser.-

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Eine elende Schinderei, jahrhundertelang fluchend und begeistert erduldet, heute in ein paar Ausbildungsfahrzeugen der Marinen dieser Erde nachhallend und verhallend, dieserweise »eiserne Männer« zu erziehen, wie sie auf den Windjammern erzogen waren, als es anders nicht ging. Heute wird der körperliche Einsatz von erstaunlichen Mechanismen menschenfreundlich zurückgedrängt. Es ist heute leichter, Seemann zu sein.

Mit Romantik hat der Beruf sowieso weniger zu tun, als wir uns eingebildet haben, da unsere Windeln eben trocken waren. Wir haben sogar die Marine gepriesen und haben Seeschlachten gespielt, und Körbe und Schemel waren Panzerkreuzer und erfochten glorreiche Siege.

Saß ich später mal bei einer Senatsmahlzeit, die zu Matthäi oder Mathias dem Datum gemäß, ich hab’s vergessen, seit alters honorige Leute an den Tisch bringt, gegenüber Kapitän Wiehr von der Hapag. Neben ihm saß ein Konteradmiral. Gleich nach der Suppe, die von einem Glas Portwein vorgewürzt war, warf der Mariner einen Blick auf den Ärmel seines Nachbarn, den über den vier Goldlitzen kein pentagrammatischer Stern zierte, und sagte, so gewinnend es bei dem nicht ganz unterdrückbaren schnarrenden Kasinoton möglich war: Kapitän, Sie haben nicht gedient?

Doch, Exzellenz! entgegnete Wiehr in seiner unwiderlegbar sachten Art, aber nicht in Ihrem Kriegerverein, sondern runde 45 Jahre bei der Handelsflotte. Und das ist nu mal so, Ihre Leute und Sie kosten nur was, und es muß das mit unsern Steuern bezahlt werden. Wir indes haben immer nur was eingebracht. Sie arbeiten auf Vernichtung hin, wir auf Versorgung, das steht allerdings unter einem unsichtbaren Stern.

Der Admiral war mächtig verdutzt über soviel Offenheit und lief rot an. Er besann sich aber, wie es einem an Disziplin Gewöhnten zusteht, und schnarrte nur: Na, na! Das ham Se woll aus’m Simplicissimus!

Hob dann aber das Glas eben eingeschenkten Mosels über den aufgetragenen Steinbutt: Prösterchen, Käptn! Und neigte sich zu ihm und stieß mit ihm an und sagte unter zuckender Braue smart undurchsichtig: Auf das Bessere denn, Kollege von der Seefahrt!

Und wir sagen das gleiche, Mister Bit. Ganz recht, unser Kapitän trägt diesen kleinen goldenen Drudenfuß auf dem Unterärmel. Er hat sogar ein Unterseebot gehabt und ist davongekommen und möchte nicht noch einmal und sagte mir kurz angebunden: Herr Toppendrall, alles Schweinerei!

Sie glaubten hoch an Ehr und Zier,

an Ruhm und Majestät.

Das Gold der Litzen kündet dir,

um was es wirklich geht.

Diese Poesie hätte ich ihm kaum und so entlarvend keineswegs zugetraut. Ihre Ansichten, Mister Bit, ergeben sicherlich ganz andere Perspektiven. Den wackeren Bekenner aber zur Rede zu stellen, wollen wir uns verkneifen. Er hat anderes zu tun, um mehr als ein höfliches Wort im Vorbeigehn an uns zu verlieren. Nehmen wir es flüchtig auf, bewahren es im Safe unserer Eigenbrötelei und präsentieren es den Ereignissen nach Bedarf. Und die Besatzung ist beschäftigt wie er. Für sie ist das Wetter weniger Promenadenkonzert als für uns. Der Wind frischt auf auf striktem Gegenkurs, und der Fahrplan muß eingehalten werden.

Ah! Ein Schmollis dem Reeder? Sehr gut, Mister Bit, Sie können soweit Deutsch. Haben in Heidelberg studiert wie der alte Globetrotter Somerset Maugham. Er wußte einiges sehr abseitig Ungetümliche an den Markt zu liefern, an den der Literatur, dem wir nicht viel zu bieten haben außer unserer Geneigtheit in einsamen Stunden. Of human bondage, von des Menschen Abhängigkeit hat er seinen Teil Erfahrung mitgeteilt, hat den brutal bunten Schleier ein wenig gehoben, der uns von Brot und Wein und Kuß und der allereigensten Erkenntnis aller Dinge trennt und vom Zittern eines Ahornblattes und vom Stiefel, der es in den Dreck tritt. Im übrigen war er ein praktischer Lebemeister.

Ich begegnete ihm, als er im Gepäck eine Tür mitführte, wie man sie in den Tropen kunstlos zimmert, wenn man europäische Vorstellungen von Privatbesitz mitschleift und unterm Feldbett ein paar Flaschen versteckt hält, die man keinem ungebetenen Schlunde gönnt. Auf eine solche Scheidewand hatte Paul Gauguin etwas hinterlassen, so flüchtig als deutbar, eine Scène érotique im genußreichen Aufbau zweier brauner Gestalten, eine grobe und dennoch delikate Malerei vielleicht zur Begleichung einer Bananenschuld oder eines Beischlafs, wer weiß das noch.

Maugham erwarb diesen schon leicht verrottenden Kunstmarktwert im Tausch gegen ein paar Dosen Exportbier und eine Pyjamahose, hörte ich. Legenden sind nicht kleinlich im Erfinden. Der Brauchbarkeit nach mochte es ein annehmbarer Preis sein in Gefilden, wo weder ein echter Gauguin noch eine Tür so begehrt waren wie die genannten Artikel. Die Nachfrage macht’s, nicht das Angebot. Maugham, der geborene Pariser, ehemaliger Arzt und erfolgreicher englischer Schriftsteller, äußerte damals am Kapitänstisch den Grundsatz seiner Daseinsbewältigung: Ärger frißt mehr, als wir Gutes zu uns nehmen können.

Später hat er es publiker gefaßt: Jede Minute Ärger raubt sechzig Sekunden die Möglichkeit, dich glücklich zu stimmen. Er scheint sich trotz aller späten Brummigkeit diesem Rezept mit Wirkung verschrieben zu haben. Er wurde sehr alt. Und alt zu werden ist gut, wenn der Verstand durchhält.

Ziehen wir unsere Lehre daraus. Nehmen wir die Sachlagen in gelassener Einschätzung. Wie dieses Containerschiff, das uns die Weile beherbergt. Wir sitzen auf geronnenem Transportwillen, auf geschickter Nutzung. Hier ist die Fracht ökonomisch gepackt wie eine Schachtel Würfelzucker, eine wohltuende Vorstellung von genormter Handlichkeit. Auch Sie, Mister Bit, haben etwas darunter, unter unseren wachsamen Füßen, jedes Kolli ein Würfel, groß wie ein Wochenendhaus, wasserdicht und stabil wie eine Munitionskiste, verladegünstig, unmittelbar für Bahn und Schwergutlaster passend ab Hafenrampe und umgekehrt. Vier Kolli Sie, sechs ich, Sie Elektrogeräte, ich Schaufensterpuppen.

Unsere Vertreter haben drüben ein paar Abschlüsse gemeldet, die erquicklich genug scheinen, die Abnehmer Auge in Auge zu begutachten. Geschäft ist Geschäft, sagte Emil Jannings, der seinerzeit in einem Stück dieses Titels sich selber spielte und gerade im Deutschen Schauspielhaus zu Hamburg des Beifalls sicher sein durfte. Und er schenkte einer jungen Dame, die aus purer Verehrung ihn zu einer Tasse Tee bat und ihm überdies zu Gefallen zu sein nicht zögerte, zehn Mark. Und sie wies es nicht ab.

Sind wir ebenso? Wir an der Küste sind so. Wer weiß, wann die Springflut oder ein Devisensturz uns die Existenz unterwühlen. Jede Einnahme eine Dämpfung gegen unvorhergesehenen Anprall. Das Woher und Warum schweigt, wenn die Kasse sich füllt. Und wir sind im Umgang wählerisch nur mit Rücksicht auf unsern Bestand.

Er prüfte in der Runde

jedes Gesicht.

Konkurrent oder Kunde,

andres gilt hier nicht.

Ja, ein Schmollis dem Reeder! Er hat dem Trakt der Offizierskammern zwei Sonderkabinen mit Bad und Zubehör anfügen lassen, weil er gelegentlich mitzureisen gedenkt nebst Sekretärin. Darum auch der winzige Sonderraum für Mahlzeit, Geplausche und Diktat. Uns kommt es zugute.

Sein und nun unser Steward ist dreifarbig gemischt, dreeklörig wie die besten Hamburger Katzen, und versteht nicht viel mehr als unsere Tafelwünsche. Wir sind auf unser eignes Geschwätz angewiesen und brauchen uns keine Zurückhaltung aufzuerlegen. Das Angestaute darf überkämmen und ins Leere fließen. Die Zeit hat uns gehabt. Jetzt haben wir Zeit. Der Stopper ist los, das Kabel rollt ab, die Kette rauscht aus. Es stäubt ein bißchen Rost, es sprühen ein paar Funken. Es quietscht, rasselt, poltert, knirscht, zischt ein wenig, beruhigt sich, der Anker ist zu Grund, faßt oder faßt nicht, hält seine Weile oder nicht, wir stehn bei uns selber, als stünden wir auf sicherer Mole. Und betrachten das Unsere, als sei es ein Film zu Bangkok.

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