Elinor atmete freier. Jetzt war ihr doch viel leichter ums Herz als vorhin. Sie sagte mit dem Anflug eines Lächelns:
„Glaubst du wirklich, ich werde nicht als Zeugin gerufen, und es kommt dann nicht heraus, ich habe geschwindelt.“
Marlene schüttelte den Kopf. „Du könntest ja doch nichts aussagen. Wir wollen eben das Beste hoffen, Elinor. Solche Sachen sehen wohl meist ärger aus, als sie in Wirklichkeit sind. Schlafe nur ein und nimm dir fest vor, nie wieder solche Torheiten zu begehen! Was glaubst du, wie sich dein Vater aufregen würde, wenn er hörte, womit du deinen gestrigen Nachmittag verbracht hast. Du bist erst sechzehn Jahre, und es gäbe ein böses Geklatsch im Städtchen, wenn die Geschichte durchsickerte.“
„Außer Käthe weiß ja niemand davon“, sagte Elinor mit scheuem Blick der verweinten Augen.
„Wenn also die Polizei sich nicht um euch kümmert, wird alles totgeschwiegen“, tröstete Marlene, „denn Käthe erwähnt bestimmt zu niemand etwas davon. Es liegt in ihrem eigenen Interesse.“ Sie gab Elinor einen leichten Backenstreich. „Tunichtgut du, schlafe jetzt, und den Besuch bei Käthe Klein unterläßt du morgen. Sie ist wirklich keine Freundin, bei der du etwas Gutes lernst.“
Elinor versprach alles. Sie war so kaputt vor Aufregung und Marlene so dankbar, weil sie nicht laut schimpfte und ihr Vorwürfe machte, daß sie das Blaue vom Himmel herunter versprochen haben würde, wenn es die Ältere gewünscht hätte.
Als Marlene sich wieder in ihrem Zimmer befand, veränderte sich ihr Gesichtsausdruck, ward finster und nachdenklich. Es war ein bodenloser Leichtsinn von Elinor gewesen, in so ein Lokal mitzugehen. Das Publikum dort schien nicht das beste zu sein, der Kriminalbeamte, der die Mädchen nach ihrem Namen gefragt, der Tänzer Elinors, der sie vor einer Razzia gewarnt, alles ließ darauf schließen, daß diese Diele von Elementen besucht wurde, die keine Gesellschaft waren für die behütete Elinor Förster.
Ach was, sie wollte sich nicht auch noch den Kopf heiß machen mit dem Nachgrübeln über die dumme Sache, sie wollte lieber daran denken, wie sehr sie Gert Wendemann liebte und daß er gestern so eigen mit ihr gesprochen. In ihrem Herzen war eine wundersame Hoffnung aufgeblüht. Sie wollte nur daran, nur allein daran denken.
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