Jürgen Bertram - Sehnsucht Australien

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Dreieinhalb Monate, 14 000 Kilometer, unzählige Gespräche zwischen Darwin, Perth und Adelaide. Über dreißig Auswanderer-Geschichten sammelte das Hamburger Journalistenpaar Helga und Jürgen Bertram auf seiner Reise durch Australien. Eine Geschichte von der Sehnsucht nach Aufstieg, Freiheit und Wärme.
AUTORENPORTRÄT Jürgen Bertram, Jahrgang 1940, war SPIEGEL-Redakteur und arbeitete für das Fernsehmagazin «Panorama». Als langjähriger Auslandskorrespondent leitete er u.a. die ARD-Büros in Singapur und Peking. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Helga Bertram, Jahrgang 1942, war, bevor sie mit ihrem Mann für 13 Jahre nach Asien ging, als Redakteurin für die «Hannoversche Presse» und für Zeitschriften («Constanze», «Fernsehwoche», «Für Sie») tätig. Gemeinsam mit ihrem Mann veröffentlichte sie mehrere Reisebücher.

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1970 kauft er, mit Hilfe eines neuen Kredits, das Feinblechunternehmen, in dem er jahrelang als Facharbeiter tätig war. Er gründet regionale Zeitungen, beteiligt sich an einem Shopping-Center, hat bei Grundstücksgeschäften eine glückliche Hand. Vor allem mit seiner Fabrik gehört Harry Maschke zu den Gewinnern der Globalisierung. Australien, so der ökonomische Mechanismus, klinkt sich ein in die südpazifische Wachstumsregion, und die Indonesien vorgelagerte Hafenstadt Darwin avanciert zu einem wichtigen Vorposten. Wo es boomt, wird gebaut. Und wo neue Gebäude entstehen, braucht man Klimaanlagen. Exakt darauf hat sich Harry Maschke spezialisiert. Er war mit dem richtigen Produkt rechtzeitig am richtigen Ort.

Das Anwesen der Firma »Action Sheetmetal« fügt sich nahtlos in das unwirtliche Industriegebiet, durch das ein noch tristerer, fast ausschließlich von röhrenden Lastwagen befahrener Highway führt. Auch das Allerweltsbüro des Inhabers, der praktischen Safari-Stil trägt statt repräsentativen Zwirn, passt zu dieser grauen Umgebung. Alle Faszination geht in diesem Betrieb von dessen Produkt und einer Betriebsphilosophie aus, die auf Kooperation und Transparenz baut und in einem ebenso einfachen wie seltenen Charakterzug wurzelt: Der Chef hat nicht vergessen, woher er kommt.

»Meine Tür ist immer offen«, sagt Harry Maschke, dessen zwanzig Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten, politisch und kulturell zum Teil miteinander verfeindeten Nationen stammen: Australien, Kambodscha, China, Vietnam, Taiwan, Indien, Deutschland ... »Auch politische Flüchtlinge sind darunter«, betont der Auswanderer, der sich als Kind selbst auf der Flucht befand. Bei Kommunalwahlen hat er für die Labor Party, die australischen Sozialdemokraten, kandidiert. Auch der Gewerkschaft gehört er noch immer an. »Ich bin Unternehmer, aber auch Arbeiter«, sagt er, die These ignorierend, dass dies ein unüberbrückbarer Gegensatz sei. »Und diese Hierarchie, diese Frontstellung, wie ich sie aus Deutschland kenne«, fügt er hinzu, »gibt es in Australien sowieso nicht. Hier geht man lockerer miteinander um.«

Der Besitzer umtriebig und innovativ, die Belegschaft loyal und motiviert: Es ist eine Kombination, die diese mittelständische Fabrik an die internationale Spitze katapultiert. Sie sei auf ihrem Gebiet, heißt es in einer anlässlich einer Fachmesse in Chicago verliehenen Urkunde, »das technologisch am weitesten fortgeschrittene Unternehmen der Welt.«

Eine junge Frau in Arbeitsmontur betritt das Büro. Sie bittet ihren Chef um einen technischen Rat und spricht dabei Deutsch mit badischem Akzent. »Das ist Sandra aus Offenburg«, stellt Harry Maschke sie uns vor. »Sie lebt seit zweieinhalb Jahren in Australien und macht bei mir ein Praktikum als Elektrikerin. Danach will sie ihr Ingenieurstudium fortsetzen.«

Unternehmer wie Harry Maschke sind manisch auf die Marktlücke fixiert – wir als Journalisten auf die Story. In dieser Sucht nach dem Effekt und dem Erfolg und der Angst, etwas zu verpassen, gleichen sich unsere Berufe. Also lassen wir Sandra aus Offenburg nicht gehen, ohne ihr eine Frage zu stellen, von der wir uns eine emotionsgeladene, möglichst überschriftsreife Antwort erhoffen. »Was«, so wollen wir mit pathetischem Unterton wissen, »vermissen Sie als Deutsche in Australien?«

»Die Leberwurst.«

»Sonst nichts?«

»Eigentlich nicht.«

»Und was schätzen Sie an Australien besonders?«

»Das Leben ist hier weitaus entspannter. Die Menschen sind höflicher und unbeschwerter als in Deutschland.«

Möglichst viele junge Landsleute in die Wachstumszone an der Timor Sea zu locken, gehört zu den Prioritäten des Auswanderers. Er fördert, neben lokalen Bildungs- und Umweltprojekten, einen Austausch zwischen Gymnasiasten aus Nordrhein-Westfalen und dem Northern Territory und pflegt einen engen Kontakt zur Industrie und den Technischen Hochschulen der Bundesrepublik. Dabei kommt ihm ein Amt zugute, das die Karriere dieses Immigranten vorerst krönt: Seit 1988 ist er der regionale Ehrenkonsul der Bundesrepublik.

1500 Deutsche residieren mittlerweile im Northern Territory, das viermal größer ist als die Bundesrepublik, in dem insgesamt aber nur etwa 150 000 Menschen leben. Auf den ersten Blick ist das ein relativ kleiner Anteil, aber wenn man bedenkt, in welch ein abgelegenes Gebiet sich diese Menschen begeben, handelt es sich um eine beachtliche Zahl.

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Erfolgreicher Unternehmer und Ehrenkonsul: Harry Maschke in Darwin

Auch die Ziffer der deutschen Urlauber, besonders der Rucksacktouristen, steigt ständig. Geht einem von ihnen das Geld aus oder wird jemand mit Rauschgift aufgegriffen, ist der Konsul die erste Anlaufstelle. »Das Schlimmste, was bisher passiert ist«, berichtet er, »war der Fall einer jungen Deutschen, die nachts während einer Party in einen Fluss stieg und von einem Krokodil getötet wurde. Klar: Es war auch Leichtsinn im Spiel, aber das ändert ja nichts an der Tragik.«

Die äußeren Kennzeichen des Ehrenamtes beschränken sich in Harry Maschkes Büro auf die schwarz-rot-goldene Fahne und Fotos der wichtigsten Repräsentanten des Staates. Auf seinen Habitus strahlt der Posten nicht aus. Es sei ihm eher peinlich, sagt er, »wenn deutsche Besucher vor mir fast auf die Knie fallen. Die denken: Konsul – das ist etwas ganz Besonderes. Diese Fixierung auf die Obrigkeit und die Bürokratie – nicht zu fassen. In Australien sind die Beamten wirklich servants , und die Bürger empfinden sich nicht als Bittsteller. Diese Mentalität habe ich übernommen.«

Vor einem solchen Hintergrund wundert es nicht, dass der Diplomat nicht vor Ehrfurcht erstarrt, als er uns von seiner Begegnung mit dem Australienbesucher Helmut Kohl erzählt. Am meisten hat ihn an dem damaligen Kanzler ein anatomisches Merkmal beeindruckt: »Der hat Hände wie Schaufeln.«

In unser Lachen mischt sich, wie aus heiterem Himmel, ein metallenes Kichern. Es entfährt einer Puppe, die einen Chinesen darstellt und bei Harry Maschke auf dem Schreibtisch steht. Automatisch springt sie an, wenn die Tonlage im Raum eine bestimmte Frequenz erreicht. Infantil, denkt man zunächst. Doch dann spürt man, dass die Witzfigur aus dieser Amtsstube den letzten Rest an leerer Konvention vertreibt.

Am Abend, bei einem Essen in einem Restaurant an einer traumhaften Bucht, stellt uns Harry Maschke seine zweite Frau vor. In Sydney, der Weltstadt an der Südostküste, hat er sie kennengelernt. Jannice Murdoch ist mit ihrer scheuen Noblesse und ihrer zarten Figur der optische Gegenpol zu dem vor Optimismus strotzenden Unternehmer, der hochtourige Autos und Boote schätzt. Vor kurzem, erzählt er, hat er seine Frau nach Hassendorf geführt, ihr die kleine Kirche gezeigt, die Behausung, in der er einen Teil seiner Kindheit verbrachte, die Schule, in der er den Klassenlehrer mit seiner Neugier nervte.

Es ist die Souveränität des Großbürgers, auf der das Bekenntnis zur ärmlichen Herkunft basiert. Dass Harry Maschke diesen gewaltigen gesellschaftlichen Sprung geschafft hat, belegt er, als er in der belebenden Kühle der Dämmerstunde über seine Rolle als Mäzen sinniert. Er unterstütze, verrät er, eine Universität für klassische Musik und die schönen Künste. »Und an die«, bemerkt er eher beiläufig, »geht eines Tages auch mein Erbe.« Hat er ein Vorbild?

Harry Maschke beantwortet die Frage, indem er uns eine Abhandlung über einen anderen Deutschen reicht, der in dieser Gegend gewirkt hat. Paul Heinrich Matthias Foelsche heißt er – und obwohl er einer ganz anderen Generation angehört, sind Parallelen in der Vita, vor allem aber in der Lebensphilosophie, unverkennbar.

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