Jürgen Bertram - Sehnsucht Australien

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Dreieinhalb Monate, 14 000 Kilometer, unzählige Gespräche zwischen Darwin, Perth und Adelaide. Über dreißig Auswanderer-Geschichten sammelte das Hamburger Journalistenpaar Helga und Jürgen Bertram auf seiner Reise durch Australien. Eine Geschichte von der Sehnsucht nach Aufstieg, Freiheit und Wärme.
AUTORENPORTRÄT Jürgen Bertram, Jahrgang 1940, war SPIEGEL-Redakteur und arbeitete für das Fernsehmagazin «Panorama». Als langjähriger Auslandskorrespondent leitete er u.a. die ARD-Büros in Singapur und Peking. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Helga Bertram, Jahrgang 1942, war, bevor sie mit ihrem Mann für 13 Jahre nach Asien ging, als Redakteurin für die «Hannoversche Presse» und für Zeitschriften («Constanze», «Fernsehwoche», «Für Sie») tätig. Gemeinsam mit ihrem Mann veröffentlichte sie mehrere Reisebücher.

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Harry Maschke entschließt sich 1959, dem Lockruf zu folgen. »Wenn ich jetzt nicht gehe«, sagt er sich, »gehe ich nie.« Der australische Staat checkt seine Gesundheit, verpflichtet ihn für ein Jahr und finanziert ihm die Überfahrt. Am 23. Dezember, dem Geburtstag seiner Mutter, legt sein Schiff, das den verheißungsvollen Namen »Castel Felice« trägt, mit mehr als tausend Passagieren in Bremerhaven ab. »Nicht nur der Himmel«, erinnert er sich, »hat an diesem Tag geweint.«

Die sechswöchige Seereise endet in Fremantle, einem Immigrantenhafen an der australischen Westküste. Auf der mehr als 3000 Kilometer langen Zugfahrt in Richtung Melbourne, die tage- und nächtelang durch Wüste führt, begreift der Facharbeiter aus Hassendorf die Dimensionen des Kontinents, von dem er sich, wie Millionen Auswanderer vor und mit ihm, den Durchbruch zu einem Leben im Wohlstand erhofft.

Ziel des Transports ist Bonegilla, ein Kaff nordwestlich von Melbourne. Der Staat hat dort ein ehemaliges Armeecamp für seine neuen Bürger aus Europa geräumt. Dass sein erstes Zuhause in Australien aus Wellblech besteht, steckt der in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Waldarbeitersohn weg – die berufliche Offerte der Lagerverwaltung nicht. Weintrauben pflücken oder Bahnschwellen verlegen, lautet sie. »Deswegen«, sagt er sich, »bin ich nicht nach Australien gekommen.«

Mit vierzehn setzte er sich in den Zug nach Dortmund, mit 23 stellt er sich an den Highway und trampt nach Melbourne. Der Autofahrer, der ihn die 500 Kilometer lange Strecke bis in die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria mitnimmt, ist Einwanderer wie er. Er stammt aus der Ukraine und war als Kriegsgefangener in einem deutschen Lager interniert. Man kommt ins Gespräch, findet sich sympathisch, und am Ende hat der Anhalter eine Empfehlung für eine Firma in der Tasche, die mit Feinblech arbeitet. Tatsächlich erhält er den Job, der exakt seinen Fähigkeiten entspricht. »Wenn man in Not ist«, philosophiert Harry Maschke in den schwülen Morgen hinein, »dann kommen die Engel.«

Wir sind aus der Hotellobby, in die zunehmend das Geplapper und Geklapper aus dem Frühstücksraum drang, in Harry Maschkes Auto gewechselt, einen Geländewagen mit Vierradantrieb. Solche bulligen Vehikel braucht man am nördlichen Ende des Kontinents. Denn gleich hinter Darwin, wo 80 000 Menschen leben, beginnt der unwegsame Busch.

Allmählich formt sich für uns ein Bild von unserem ersten Interviewpartner auf australischem Boden. Es zeigt, noch etwas klischeehaft, einen Einzelgänger, der sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt und der etwas unternimmt, wenn er mit seiner Lage nicht zufrieden ist, der also, in der einfachsten Bedeutung des Wortes, das Zeug zum »Unternehmer« hat. Die Stadt, durch die er uns führt, bleibt dagegen seltsam konturlos. Kein Kern ist zu erkennen, kein ruhender Pol. Weite Lücken klaffen zwischen den Häusern, breite Straßen zerschneiden tropisches Grün. Als fürchte es sich vor einem neuen Taifun, wirkt Darwin wie eine Stadt auf dem Sprung.

Ein Ort, an dem man vor Anker geht, war Darwin nie. Der Transit, das Provisorische, das Flüchtige prägen seinen Charakter. Chinesische Goldsucher brachen im 19. und 20. Jahrhundert von hier zu den nahe gelegenen Minen auf. Die Schiffe, die heute Erze und Rindvieh nach Asien transportieren, nehmen den umgekehrten Weg. Für die meisten Touristen ist Darwin nur die Durchgangsstation zu den krokodilreichen Nationalparks des Northern Territory. So richtet sich unser Augenmerk, mangels urbaner Reize, schnell wieder auf Harry Maschke. Die Neugier darauf, wie es mit ihm weiterging in Australien, hat unsere Müdigkeit endgültig vertrieben.

Die Melbourner Fabrik, in der Harry Maschke einen angemessenen Job findet, liegt fünf Kilometer von seiner Behausung, einer Arbeiterunterkunft, entfernt. Also ersteht er für fünf australische Pfund ein gebrauchtes Fahrrad. Ein Kollege, der vor dem gleichen Transportproblem steht, kauft es ihm für zwölf Pfund ab. Der Auswanderer aus Hassendorf hat eine Marktlücke entdeckt. Er kauft so viele alte Fahrräder wie möglich auf und zieht damit nach Dienstschluss und vor allem an den Wochenenden in seinem Viertel von Haus zu Haus. »Bis zu zehn habe ich samstags abgesetzt, die Leute waren ganz verrückt nach den Dingern.«

Drei Monate nach seiner Ankunft in Melbourne erwirbt Harry Maschke in einem Vorort sein erstes Stück Land. Fünf Jahre später bezieht er sein eigenes Haus. 1966 heiratet er die Australierin Lynette Joan Carrodus, eine Bibliothekarin. Schon bald bekommt sie zu spüren, dass sie an einen unruhigen Geist geraten ist. Ihr Mann will endlich etwas von dem Land sehen, dessen Sprache er mittlerweile beherrscht. Und er hat gehört, dass man im tropischen Norden gutes Geld verdienen kann. Also setzen sich die beiden in ihren Volkswagen und juckeln über Stein und Schotter in Richtung Darwin. Etwa 4000 Kilometer lang ist die Strecke, die mitten durch den Kontinent führt. »Tagelang«, erinnert sich Harry Maschke, »sind wir nur gefahren, gefahren, gefahren.«

Tatsächlich ist es kein Problem, in Darwin zunächst einen Job in der Blechverarbeitung zu finden und sich schon nach einem Vierteljahr mit einer Werkstatt selbstständig zu machen. »Natürlich ging das nicht ohne einen Kredit. Aber schwierig war das, ehrlich gesagt, nicht. Wenn man sich versteht und vertraut, besiegelt man das mit einem Handschlag, ohne große Formalitäten. In Australien ist das so, auch heute noch.«

Das Ehepaar hat sich in Darwin gerade eingerichtet, als Harry Maschke ein Schlag trifft, gegen den auch die stärkste Natur machtlos ist. Nierenkoliken plagen ihn. Er muss operiert werden. Der wilde Norden Australiens bietet alle Freiheiten – solange man gesund ist. Was die medizinische Versorgung betrifft, so vertraut der Auswanderer mehr den deutschen Hospitälern. Also begibt er sich, ständig unter Morphium stehend, mit seiner Frau per Schiff zurück nach Bremerhaven. Nach seiner Heilung arbeitet er so lange in der Bundesrepublik, bis er sich ein Auto kaufen kann. Er schickt es als Fracht nach Australien – und damit steht endgültig fest: Dort ist sein Zuhause.

Seine Abenteuerlust und seine Neugier haben unter dem gesundheitlichen Rückschlag nicht gelitten. Per Bus und per Bahn bestreitet das Ehepaar den größten Teil der Heimreise. Türkei, Persien, Afghanistan, Pakistan, Indien ... Auch mit dem einen oder anderen Kriegsschauplatz werden die beiden auf dieser brisanten Strecke konfrontiert. »Aber Angst«, sagt Harry Maschke, »war nie meine Schwäche. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, kann ich ziemlich stur sein.«

Zu stur, findet irgendwann seine Frau. Sie leidet zunehmend unter der erfolgsorientierten, risikoreichen Dynamik ihres Mannes und konsultiert einen Psychotherapeuten. »Der hat ihr klipp und klar gesagt, dass ich das Problem bin. Und daraus hat sie dann ihre Konsequenzen gezogen.«

Die Bibliothekarin verlässt die Gegend, in der noch immer das eindimensionale Denken der Goldgräber herrscht, und begibt sich in die südaustralische Universitätsstadt Adelaide, eines der intellektuellen Zentren des Landes. Dort nimmt sie ein Stipendium an. Die Scheidung, die der Trennung folgt, ist nach der schweren Krankheit die zweite Zäsur in der Vita das Auswanderers und Tatmenschen Harry Maschke. Das psychische Loch, in das er fällt, füllt er zunächst mit sinnlosem Aktionismus. »Ich habe mich«, blickt er zurück, »in meinen VW gesetzt und bin kreuz und quer durch die Gegend gefahren.« So reagiert ein Mensch, der nach einem Schock nicht mehr ein noch aus weiß und der die eheliche Katastrophe ja nicht durch seine Rücksichtslosigkeit herbeigeführt hat, sondern durch eine Passion, die als rücksichtslos begriffen wurde.

Erst als er im Hafen von Darwin ein beschädigtes Schiff entdeckt, erwacht wieder der Unternehmer in ihm. Er bietet sich an, den Generator zu reparieren, bekommt den Auftrag und erhält dafür die stattliche Summe von 1200 Dollar. Es ist das Startkapital für einen beispiellosen wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg.

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