Walther von Hollander - Gegen Morgen

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"Der Prozeß Karl Rasta gehört der Kriminalgeschichte an. Sein spannungsvoller Verlauf hat wochenlang die Spalten der Zeitungen gefüllt. Man weiß, daß Karl Rasta wegen Doppelmordes zweifach zum Tode verurteilt wurde, man weiß auch, daß heute noch, nach seinem freiwilligen Ende, die Kriminalisten verschiedener Meinung sind, ob er schuldig, mitschuldig oder unschuldig war, und ich bekenne offen, daß ich, trotzdem ich unter allen Lebenden Karl am besten kenne, nicht weiß, ob ich ihn als Mörder, als tödlichen Verführer oder nur als unerbittlichen Menschen bezeichnen soll." So beschreibt der «Oberlehrer Eberhart Weßler» auf den Einleitungsseiten, die Karl Rastas Lebensbeichte vorangestellt sind, den Charakter seines Freundes. Hier kündigt sich bereits die unbarmherzige psychologische Dichte dieses Romans aus dem Jahre 1924 über einen Mörder an. Dem folgen dann die «Dokumente zu meinem Leben» aus Karl Rastas eigener Hand, die er vor seinem Freitod in der Todeszelle verfasst hat. Ein bewegender, ein aufrüttelnder und im besten Sinne verstörender Roman von einem großen deutschen Schriftsteller, den es nun wiederzuentdecken gilt.-

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Schließlich raffte er sich auf, lächelte ein wenig, streichelte eine Kommode, die neben ihm stand, und ich dachte jetzt erst ein wenig verlegen, daß diese Möbel aus Karls Vaterhause stammten, und daß wohl jetzt sein ganzes Leben auf ihn einstürme. Aber wider Erwarten blieb das Streicheln fast die einzige Gefühlsregung, die ich an ihm wahrnehmen konnte. Er setzte mir vielmehr, indem er alle Fragen über Schuld und Unschuld und über seine Flucht kurz abschnitt, in seiner alten klaren Art auseinander, daß er zu mir gekommen sei, erstens, so sagte er wörtlich, um mir seine Lebensbeichte zu überreichen, die er bei mir in Sicherheit wüßte, während er „immerhin einigen Wechselfällen ausgesetzt sei“, zweitens bat er mich ihm Anzug und Geld zur Flucht zu verschaffen, die er beschlossen habe in der Erkenntnis, daß es ihm nicht möglich sei, seine Unschuld zu beweisen, und es ihm auch nicht angängig erscheine, für eine Schuld zu büßen, die er nicht auf sich lasten fühle. (In diesen spitzfindigen Worten steckt übrigens der ganze Karl Rasta. Ich weiß heute noch nicht, ob er damit sagen wollte, daß er keine Schuld habe, oder daß er seine Schuld nicht als Last fühle.)

Ich will nicht den Kampf schildern, der in mir brannte. Karl mochte spüren, wie schwer es mir fiel, ihm auf diesem ungesetzlichen Wege zu helfen. Er saß, wie um mich nicht zu beeinflussen, ganz unbeweglich da und sah vor sich hin, als ginge ihn meine Entscheidung nichts an. Und ich habe nicht die geringste Veränderung an ihm bemerkt, als ich ihm sagte, daß ich ihm zu helfen entschlossen sei.

Das andere hat sich in kaum fünf Minuten abgespielt und ist nur in seinen Untergründen nicht zu erklären. Äußerlich ist es in ein paar Worten erzählt. Ich ging hinaus, um den Anzug zu holen, und als ich zurückkam, bot sich mir ein Anblick, der mich weit über seine äußere Seltsamkeit hinaus erschreckte, erschreckte, als habe mich ein Blitz durch und durch geschlagen.

Kurz gesagt, als ich zurückkam, stand meine Frau, stand Dorothea, in ihrem Nachthemd an der Tür und lächelte den Mörder an, lächelte Karl Rasta an, als habe sie eine Lieblichkeit gefunden. Dieses Lächeln und Karls Blick, der mir schamlos erschien, erschreckten mich tief, und ich blieb starr mit meinem Anzug dastehen. Dorothea sah mich so flüchtig an, als sei ein Fremder eingetreten. Dann ging sie langsam Schritt um Schritt auf Karl Rasta zu. Über Karls Gesicht aber — und das beruhigte mich damals — ergoß sich mit jedem Schritt, um den sie sich ihm näherte, ein Entsetzen, ganz ähnlich dem, wie ich es vorhin auf dem Gesicht der schlafenden Dorothea entdeckt hatte. Und in dem Augenblick, als Dorothea sich über ihn neigte, ihn auf die Stirn zu küssen, wogte dieses Entsetzen ungehemmt über ihn hin. Ja, ein Meer von Entsetzen war sein Gesicht, ein Meer, über dem unbeweglich das Glasauge blinkte, ein toter Stern.

Dorothea ging zur Tür zurück, ich wollte sie wegbringen oder ihr wenigstens ein Kleid überwerfen, Karl aber lächelte: „Laß das doch und bring’ auch deinen Anzug wieder weg. Ich fliehe nicht. Ich gehe zurück, woher ich kam.“ Meine wirren Fragen beantwortete er nicht: „Ich werde dir den Schluß meiner Verteidigung zukommen lassen. Geh nun. Laß mich. Lassen auch Sie mich, gnädige Frau, zehn Minuten unter den alten Möbeln sitzen, ich gehe dann.“

Warum ich Narr ihm glaubte, warum ich meinen Anzug gehorsam wieder hinaustrug, warum ich so den beiden Zeit ließ zu ihrer verbrecherischen Verabredung, das weiß ich nicht mehr und habe es mit unbehörten Qualen bezahlt.

Jedenfalls war Dorothea fort, als ich wiederkam, Karl aber ging auf mich zu, umarmte mich und küßte mich. Es war der einzige Kuß, den er je mir gab (unsere Freundschaft war ganz unzärtlich), und war ein Judaskuß. Er schob mich in mein Zimmer, ich legte mich nieder und hörte keinen Laut von nebenan. Etwa nach einer halben Stunde erst — gerade wollte ich ihn mahnen, daß er nun gehen müsse — hörte ich ihn leise das Fenster öffnen, hinaussteigen und Weggehen. Unter seinen letzten Schritten schon fiel ich in totenähnlichen Schlaf.

Es ist bekannt, daß der Mörder Karl Rasta, nachdem er von seiner Flucht freiwillig zurückgekehrt war, am nächsten Tage unter Hinterlassung eines Briefes an mich seinem Leben im Gefängnis selbst ein Ende setzte.

Ich hatte die Nachricht erwartet und atmete auf, denn es schien mir der einzige Ausweg dieses Menschen aus den Netzen, in die er sich verfangen. Da reckte der Tote sich auf und zerschlug mein Leben. Dorothea fiel bei der Nachricht von seinem Tod in eine sanfte Ohnmacht. Als sie erwachte, erzählte sie mir ganz ruhig, und als sei es nichts Ungeheuerliches, daß Karl Rasta sie in der letzten Nacht verführt habe, oder, wie sie sich ausdrückte, und was ich nun und nimmer glaube, daß sie ihn unter dem mächtigen Zwang der Liebe verführt habe.

Wie ist es möglich, daß diese Frau erst bei meinem Aufschrei spürte, was da geschehen war, daß da erst die Schleusen in ihr brachen und Entsetzen, Hohn, Krampf und Gelächter sie überschwemmten? Wie ist es möglich? — das sind die Höllenworte, die mein Herz verbrannten, und die keine Antwort gefunden haben. Auch nicht, in jenen letzten Erklärungen Karls, die meinem Schmerz, meinem Verlust, diesem teuren Leben gegenüber mir erscheinen wie eine höhnische Farce.

Nein, bei aller Anerkennung Karls: hier in seinem Sexus lag der Keim zu seinem Verderben, und zu dem Verderben, das er um sich gesät hat. Er gehörte zu jener Klasse von unersättlichen Männern, die jede Frau besitzen zu müssen meinen. Und es gehört nicht viel dazu, Pessimist zu werden bei der Erkenntnis, daß es nur wenig Frauen gibt, die sich aus solchem Grund von solchen Männern abwenden.

Wie ist es möglich, daß Dorothee ... aber nein, es sind genug Fragen über meinen Kopf geschwirrt, und haben mir mit Sensen das Haar abgemäht. Ich bin alt geworden und wäre mein Kind nicht ...

Dennoch stehe hier das Bekenntnis: Dorothea, ich habe dich immer geliebt, und nicht weniger seit jener Nacht, und, so sehr ich vielleicht wollte, es hat mich nie geekelt vor dir, ich habe schließlich (o Rätsel!) nie zu richten vermocht über dich.

Sicher ist, daß ich sie nicht mit Vorwürfen in den Tod trieb. O nein, ich sah angstvoll ihr Welken, ich habe sie beschirmt und behütet. Der Name Karl Rasta ist zwischen uns nicht gefallen. Auch nicht, als sie schwanger wurde und wir beide wußten, daß sie ein Kind trug, das nicht mein Kind war. Dieses Kind — ich mag nicht länger schreiben — hat Dorothea getötet. Karl Rasta hat Dorothea getötet. Und wenn es wahr sein mag, daß er wirklich an dem Tode der anderen nicht schuldig war, so kann ich nicht anders, als seinem Schatten, der mich oft nächtens peinigt, zurufen: Mörder! Mörder!!

Dorothea starb im fünften Monate ihrer zweiten Schwangerschaft, ohne daß eine Krankheit an ihr festzustellen war. Ihr Herz hatte eines Nachts ausgesetzt. So fand ich sie morgens tot, mit dem Schrecken im Gesicht, von dem ich sagte.

Ich lebe, mein Kind lebt. Es wird Frühling. O wie wenig, wie wenig ist das! Die Erde bricht auf zu Blüte und Gras. Unten aber liegen die Toten, denen kein Licht scheint, und der Schrei der Nachtigall dringt nicht durch die Decke der Erde.

Ich aber trete in die Dunkelheit zurück und gebe das Wort an Karl Rasta. Es wird sich vielleicht doch jemand finden, der besser versteht als ich, was es um diesen Mann ist.

Karl Rasta

Dokumente zu meinem Leben

Der erste Tag

In dem Augenblick, da die Verwerfung meines Revisionsantrages mir ausgehändigt wurde, fühlte ich nichts. Als aber der Barbier die Maschine ansetzte, um mir den Glattschädel des Strafgefangenen zu scheren, begann das Frösteln, und als ich in die neue Zelle geführt wurde, nun nicht mehr angeklagt, sondern verurteilt, brach ich zusammen.

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