Roland Winterstein - Naus zum Glubb

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Roland Winterstein trägt ein bittersüßes Los: Er ist seit frühester Kindheit Fan des 1. FC Nürnberg. Obwohl er heute in Hamburg und auf Mallorca zuhause ist, fiebert er immer noch mit dem Traditionsverein. Doch wie sagt er so schön? Du wechselst vieles im Leben: deine Unterwäsche (sinnvoll), deinen Partner (möglicherweise sinnvoll), deine Autoreifen (ohne Profil relativ sinnvoll) und vieles andere mehr. Aber niemals deinen Verein! Und so erzählt Winterstein aus seinem bewegten Leben als Club-Fan früher in Nürnberg und heute im Exil – warmherzig, voller Witz und mit einer gehörigen Portion Selbstironie.

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So eine Konstellation rennt paartechnisch geschehen blindlings ins vorprogrammierte Abseits. Zumal an diesem Abend ausgerechnet Pokal auf dem Programm stand und wir nach Ewigkeiten endlich mal über die zweite Runde hinauskommen wollten. Die Hürde bestand wieder aus einem Verein, der in Sachen Qualität und Geldbörse deutlich über dem unsrigen stand. Ja, ich nannte schon ein Handy mein Eigen, sogar eines mit Antenne, und in Länge und Breite so wuchtig, damit ließe sich prima Wild im fränkischen Forst erlegen. Aus heutiger Sicht stand ich mit meiner drahtlosen Errungenschaft natürlich knietief in der mobilen Steinzeit, doch damals war ich ganz oben mit dabei. Ich rief eine Hotline an, die zur Begrüßung sämtliche Angebote runterleierte, bis man endlich bei dem gewünschten Thema angelangt war: „Wenn Sie die aktuellen Ergebnisse vom DFB-Pokal hören wollen, drücken Sie bitte auf Ziffer 8.“ Das tat ich. Ich tat es oft.

Die Dame meines Herzens reagierte natürlich irritiert, wenn ihr Gegenüber ständig leicht hysterisch an seinem Mobiltelefon rumhantierte und sie keines schmachtenden Blickes würdigte. Ich war wirklich nicht bei der Sache, zumal gerade Marc Oechler den Ausgleich links oben in die Gambel versenkte. Endlich reagierte ich ihrer Meinung nach leidenschaftlich, umarmte und knutschte sie ab, um Sekunden später wieder unruhig die nächste Ansage anzufordern. Dann kam ein folgenschwerer Dialog zustande.

„Was tust du da eigentlich?“

„Hören, wie es beim Club steht!“

Schweigen.

Und ich konnte es ihren Gesichtszügen ansehen. Das für mich Unfassbare nahm in ihr Gestalt (zugegeben recht hübsch) an. Sie besaß nicht den Dunst vom Schimmer einer blassen Ahnung, wer der Club war. Vollkatastrophe. Ich hörte, wie die Nordkurve in mir sang: Sie kann Hause fahren. Ich wollte aber nicht, dass sie nach Hause fuhr. Und dann fiel auch noch das 2:1 für die anderen. Ich steckte das Handy geschlagen in meine Gesäßtasche und lud sie zu einem Spaziergang auf der Kaiserburg ein. Damals ging das noch ohne Voranmeldung. Es war ein wirklich romantisches Plätzchen – heutzutage kommt es eher als Bootcamp für Asiaten daher, die mit begeistert klingenden Lauten alles wegfotografieren, was sich ihnen in der Reichsstadt in den Weg stellt.

Die Dame meines Herzens und ich schlenderten also händchenhaltend am Bratwursthäusle vorbei Richtung Burgberg. In der anderen Hand hielt ich wieder mein Handy, unfassbar, was da in meinen Gehörgang drang: 2:2. Alles war wieder offen. Da standen wir über den Dächern meiner zwar einst zerbombten, aber wieder hübsch aufgebauten Stadt. Ich drückte leise fluchend versehentlich auf die 7: Handballnews. Braucht kein Mensch! „Du magst diesen Club wohl sehr“, flüsterte sie, als ihre Blicke von hier oben bis ins Nürnberger Hinterland schweiften, und es klang wie: Und wie sehr magst du eigentlich mich? Viel zu viele Fragen in dem Moment für mich, denn ich reckte die Faust in die Luft. Yes, Marci, Marci! Dreierpack! Von Marc Oechler! Und mein Marci klang wohl wie: Ich mag dich! Ich mag dich! Das schrie ich runter in die Altstadt wie ein irrsinniger alter Frankenkaiser, der seine Untertanen zum nächsten Feldzug gen Bavaria animieren wollte. Marci! Marci! Fußballgott.

Ich legte ihr lässig meinen Arm und die Schulter.

„Jetzt haben wir sie“, hauchte ich bebend.

„Wen denn?“, fragte sie.

„Na sie, wir haben die dritte Runde erreicht. Und jetzt nur kein schweres Auswärtsspiel zugelost bekommen.“

Sie verstand null, sah dabei aber ganz entzückend aus. Auf dem Weg runter zum Henkersteg weihte ich sie in die heiligen Riten des Pokalmodus ein. In der Weißgerbergasse küsste ich sie voller unbändiger Freude. Denn nicht nur der Club ging an diesem Abend erfolgreich in die Verlängerung. Und ich mit meinem neuen Schatz in die Nürnberger Lochgefängnisse. Der ideale Platz, um Beschützer zu spielen.

IM TRIKOT MEINES LEBENS

Ein Haus bauen. Einen Baum pflanzen. Eine Familie gründen. Soll man alles mal gemacht haben, heißt es oft. Nichts dagegen zu einzuwenden, aber für einen echten Clubberer fehlt in dieser Aufzählung noch etwas wirklich Entscheidendes: der Kauf eines echten und aktuellen Trikots. Die Betonung liegt hier auf „echt“ und „aktuell“, also eine Oberbekleidung, die direkt vom Verein offeriert wird, zu Saisonbeginn natürlich. So viel Aktualität schraubt den Preis in schwindelerregende Höhen.

Die Berge von Geldsäcken, die man schon früher ranschaffen musste, um so ein exquisites Kleidungsstück zu erwerben, überforderten damals den Inhalt meines neuen Sparschweinchens alias Altstadtturms, den ich von der Nürnberger Sparkasse an der Wodanstraße zum Weltspartag geschenkt bekommen hatte, erheblich. Auch meine Erziehungsberechtigten zeigten wenig guten Willen, mir diesen Herzenswunsch zu erfüllen. Wieso ich für die damaligen Werbepartner wie ARO, Reflecta oder Grundig freiwillig als Litfaßsäule durch die Gegend laufen wollte, entzog sich komplett ihrem Verständnis.

Also musste ich für mein Glück arbeiten. Und wenn meine Mannschaft Gras fraß, konnte ich das auch. Wenn meine Mannschaft90 Minuten ackerte, um den spielstärkeren Gegner mürbe zu machen, dann würde für mich ein brandneues Trikot unter die Bezeichnung „hart umkämpft“ fallen. Motiviert zog ich mit unserem Bollerwagen los. Ich wurde Ferienjobber mit Unmengen von Flugblättern, auf denen die Sonderangebote vom Schocken gedruckt waren, einem Kau aus in der Nürnberger Südstadt, auch als Horten bekannt. Der Schocken war ein Kau aus der Marke: Wenn etwas Entscheidendes fehlt oder der Junge etwas Besonderes benötigt, einen Winteranorak zum Beispiel, dann gehen wir halt zum Schocken. Der hat alles. Nein, Clubtrikots hatte er leider nicht im Sortiment, wenigstens keine „echten“. Die gab es nur im Epizentrum namens FCN-Fanshop.

Ich stampfte also bei Nieselregen die Münchener Straße Richtung Amikaserne entlang und stopfte die Werbebroschüren in die Briefkästen des Nibelungenviertels. Eine harte Schule, denn als ich nachrechnete, wie viele von diesen widerspenstigen Flyern ich noch loswerden musste, um meinem Clubleibchen nahezukommen, waren das eher finstere Aussichten. Diese und die nächste Saison „overdressed“ im Stadion flanieren, konnte ich schon mal abhaken. Es setzte starker Regen ein, als ich mich in die Gudrunstraße schleppte. Ich konnte die auf den Prospekten als besonders lecker gepriesene Hähnchenkeule für 2,34 DM nicht mehr sehen. Auch die Vollmilch der bayerischen Milchwerke für weniger als eine Mark stieß mir schon seit längerem sauer auf. Also beschloss ich, eine Pause einzulegen. Ich saß auf einer Parkbank, und plötzlich kamen sie: die Zupfer! Die in der Stadt stationierten Amerikaner. So nannten wir sie: Zupfer. Ich habe bis heute keine Ahnung, was das bedeuten sollte.

Die Zupfer trotteten immer eine Runde um den Dutzendteich, singend und in Dreierreihen. Einer intonierte, die anderen stimmten ein. Ein spektakulärer Chor in Soldatenuniformen. Die amerikanischen Boys belebten am Wochenende die Diskos, schnappten uns die Mädels weg und putzten am Sonntagnachmittag ihre tollen, langen Autos auf dem Zeppelinfeld. Natürlich mit lauter Musik, vornehmlich Soul: Earth, Wind & Fire, Commodores oder The Whispers. Und sie spielten auf der Wiese beim Schuttberg neben dem Silbersee (der heißt wirklich so) mit diesem komischen Ei. „Das ist denen ihr Fußball“, sagte mein Vater immer kurz angebunden, weil er wohl auch nicht viel mehr darüber wusste. Meine Mutter ergänzte dann immer: „Wenn die beim Club so rennen würden …“. Und dann folgte ein tiefer Seufzer von beiden.

Das laute Singen der Zupfer riss mich aus meinen Gedanken. Sie trotteten gerade an mir vorbei, manche nickten oder grinsten, aber die meisten der muskelbepackten GIs ignorierten mich mageren „German“ Grünschnabel. Obwohl sie vermutlich dafür verantwortlich waren, dass ich Jahre später in ihrem Treff, dem Superfly, Stammgast wurde. Meist endeten solche Besuche immer in Prügeleien wegen Nichtigkeiten, Sprachbarrieren oder wegen der Girls.

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