Roland Winterstein - Naus zum Glubb

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Roland Winterstein trägt ein bittersüßes Los: Er ist seit frühester Kindheit Fan des 1. FC Nürnberg. Obwohl er heute in Hamburg und auf Mallorca zuhause ist, fiebert er immer noch mit dem Traditionsverein. Doch wie sagt er so schön? Du wechselst vieles im Leben: deine Unterwäsche (sinnvoll), deinen Partner (möglicherweise sinnvoll), deine Autoreifen (ohne Profil relativ sinnvoll) und vieles andere mehr. Aber niemals deinen Verein! Und so erzählt Winterstein aus seinem bewegten Leben als Club-Fan früher in Nürnberg und heute im Exil – warmherzig, voller Witz und mit einer gehörigen Portion Selbstironie.

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Einmal hatte ich etwas zu spät eingeschaltet, weil der Küchenputz auf der Tagesordnung stand. Ohne Mitarbeit im Familienverbund durfte ich den FCN nicht mal im Radio verfolgen – strenge Erziehungsmethoden gab es damals. Der Stapel ungespülter Teller schien kein Ende zu nehmen, der schiefe Turm aus Töpfen mit Essensresten ebenso. Doch irgendwann war es gescha . Radio an. Es meldete sich jemand aus Hamburg, wo der HSV einen Elfer an die Latte knallte. Und dann redete der Hauptsprecher aufgeregt in die Schalte nach Hamburg. Wir müssen schnell rüber nach Kaiserslautern. Da hat sich was getan. Ich hielt den Atem an. Denn dort spielte mein Club. Würde ich gleich tobendes Teufelsgejohle vernehmen? Schon wieder ein viel zu früher Gegentreffer auswärts? Dabei wären Punkte auf fremdem Geläuf angesichts des Tabellenstands doch so eminent wichtig. Ich glaubte meinen Ohren kaum zu trauen. 2:0 für den 1. FC Nürnberg. Ich hatte während des Abwasches den Führungstreffer verpasst und musste erst mal nachrechnen. 2:0 kurz vor der Halbzeit klang gut. Wie Weihnachten und Ostern an einem Tag. Aber ich wollte nicht zu übermütig werden.

Doch es gab ja wie bereits erwähnt die verdammte Schablone. Motto: „Sie vergeigen es doch noch und keiner weiß wie.“ Und in der Tat: Klassischer Anschlusstreffer kurz nach der Halbzeitpause. Darauf, dass der Club nun zwischen der 50. und 70. Minute den ordnungsgemäßen Ausgleich kassieren würde, konnte man sein Häuschen in Feuchtwangen oder die edle Dachgeschosswohnung am Unschlittplatz verwetten. Und zum Schluss darf natürlich das Sahnehäubchen à la Club nicht fehlen: Blutgrätsche eines hüftsteifen Verteidigers in der 89. Minute und Elfmeter gegen uns. Direkt verwandelt. Oder Variation 2, auch gerne genommen: haarsträubender Bock in der Abwehr kurz vor Schluss und darauf ein sehenswertes Eigentor. Wie konnte das nur wieder passieren, würde man anschließend allerorts fragen.

An diesem Tag aber war alles anders. Wir haben mit 3:1 gewonnen – und das sogar haushoch überlegen. Nach solchen Ereignissen wurden bei uns zuhause nicht nur die Nürnberger Nachrichten gelesen, sondern auch die „grüne“ NZ . Denn Erfolgsmeldungen aus der Fremde vom Club lesen sich gleich viel angenehmer. Und ich bekam von meinen Eltern sogar eine seltene Cola spendiert. Natürlich mit dem mahnenden Hinweis: pures Zuckergesöff. Das Roxy-Bahnhofskino blieb für mich Knirps weiterhin ein exotischer Wunschtraum. In meiner Sehnsuchtsskala knapp hinter dem Triple für den Club platziert.

FISCHKOPF AUF DURCHREISE

Es kommt im Leben eines Fans jede Tätlichkeit früher oder später ans Tageslicht. Also beichte ich vorab: Es gab eine Zeit, da ging ich in Sachen clubberischer Vereinstreue bis in den Tod fremd. Bevor der geneigte Leser nun dieses Buch an die Wand wirft und hektisch ein Banner mit den üblichen Tiraden wie „Judas!“ oder „Verräter!“ pinselt, das er dann nächste Woche in die Nordkurve hängt, muss ich zu meiner Verteidigung anbringen: Ich war jung und brauchte die Aufmerksamkeit meiner Klassenkameraden.

Es fing eigentlich relativ harmlos an. Ich besuchte eine neue Schule am Lutherplatz in Nürnberg. Mittlerweile war ich auch schon beinahe halbstark und modisch nicht mehr ganz unbedarft. So trug ich ein ausgeleiertes Baumwollshirt mit dem Wappen meines Clubs unter einer nicht minder ins Auge stechenden lindgrünen Cordjacke. Sie sehen, in Sachen Optik konnte mir keiner mehr einen Beinschuss versetzen.

Aber zurück zu meiner damaligen etwas verwirrten Huldigung anderer Vereine: Joachim war schuld. Der saß in meiner Klasse zwei Bänke hinter mir. Ein dünner Hüne, mit dem ich mich bald anfreundete. Ich verpasste ihm den Spitznamen „Chicken“, denn er hatte ein Faible für gesundes Essen und rannte ständig mit einer Tupperware, Reis mit Hühnchen darin, über die Schulflure. Sehr fremdartig, denn wir anderen glänzten mit Leberkässemmel und kalten Bratwürsten vom gestrigen Abendessen, jetzt kleingeschnitten auf Egloffsteiner Landbrot. Essenstechnisch lag Chicken damit weit vorne, obwohl er hinten im Tor stand. Genauer gesagt war er zweiter Torwart in einer Jugendmannschaft des 1. FC Nürnberg. War für uns „Normalos“ natürlich sehr spektakulär. Die Sache hatte nur einen Haken: Chicken war eingefleischter Bayern-Fan.

Ich kann mir das bis heute auch nicht recht erklären, aber ich denke, er war eben wohl geistig etwas umnachtet. Und er mochte den HSV überhaupt nicht. Damals noch der große Gegenspieler der Bayern. Also musste ich die Blutgrätsche rausholen. Denn ein Clubtorwart und legitimer Nachfolger Stuhlfauths mit Bayernfaible verdiente einen Denkzettel. So mutierte ich zum Fan der Raute, die ja eigentlich genau genommen gar keine Raute ist, wo wir doch schon beim Thema Schule sind. Hrubesch und Keegan wurden also meine Übergangshelden. So spazierte ich als eingefleischter HSVer jeden Montag in den Klassenraum und feierte die zahlreichen Siege des Nordclubs. Damit trieb ich Chicken in den Wahnsinn, denn der Stern des Südens leuchtete einst noch nicht so blendend wie heute. Mein Fremdjubel fühlte sich damals schon falsch an, so wie heute, wenn man spaßeshalber zu einem Spiel zweier Teams geht, die einen nicht sonderlich interessieren. Dann steht man da und soll sich für eines entscheiden. Geht gar nicht.

Als Jugendlicher ist die Selbstüberschätzung ein tägliches Ritual, und so tyrannisierte ich meine Mutter, sie solle mir doch einen Schal in Blau-Schwarz-Weiß stricken, was sie nach einigen Wochen des fränkischen Widerstands endlich tat. So kam es zu einer legendären Begebenheit beim Fußballturnier des Schulfestes. Dieses spielte sich auf den Bolzplätzen neben dem Stadion ab, wo heute die Arena der heimischen Puckjäger steht. Ich wurde in meiner Mannschaft als Außenstürmer nominiert. Also rannte ich mit einem HSV-Schal um den Hals, den ich partout nicht ablegen wollte, die Außenbahn in Manni-Kaltz-Manier rauf und runter. Die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuschauer hatte ich auf jeden Fall. Unsere Auswahl war der Hingucker. Chicken, der fast Zweimetermann mit Bayerntrikot, im Tor. In der Abwehr „Pommi“, dessen Herz am englischen Fußball und Musik von der Insel hing. Er spielte stets in Lederjacke mit Stickern von Madness und The Police. Im Sturm unser damaliger Ishaak, genannt „Berndi“, ein Koloss aus Altdorf, der trotz Übergewicht in guten Momenten grazil unterwegs war wie einst Zaubermaus Zarate. Zugegeben, die guten Momente von Berndi waren spärlich gesät, aber es gab sie. Und natürlich „Wiesel“, der Klassenstreber, der überall auf dem Feld unterwegs war, nur nicht da, wo der Ball herumkullerte.

An diesem Tag belegte unsere Freakshow einen ausgezeichneten siebten Platz von sieben Mannschaften. Ich schenkte dem natürlich parteiischen Schiedsrichter in der Halbzeit meinen HSV-Schal, da ich herausbekam, dass er an der Elbe geboren sei. Für uns gepfiffen hat der Blinde trotzdem nicht. Chicken und ich versöhnten uns. Das Trikot wollte ich trotzdem nicht mit ihm wechseln. Er hat es leider nicht ganz zu den Profis gescha und strandete in einer unterklassigen Liga beim TV Glaishammer. Danach wechselte er zum Post SV und eines Tages haben wir nie mehr was von ihm gehört. Womöglich ein Fall für den Friedhof der gestrandeten Fußballerhoffnungen. Aber wie wir ja alle wissen, ist vorne ganz schön weit weg. Wir siebte Sieger und kleine Helden zogen umarmt als schwankende, aber fröhliche Menschenkette über das Zeppelinfeld zurück nach Hause. Jeder von uns trug endlich wieder stolz sein ausgeleiertes weißes Baumwollshirt. Ja, heute waren wir die Schlusslichter. Und trotzdem fühlten wir uns unabsteigbar bis in alle Ewigkeit. Wir waren Freunde, wir waren Halbgötter und wir waren und sind bis heute Vollblutclubberer.

FAN IN LOVE

Clubfan hin, Cubfan her, manchmal klopft jemand an die Türe deines Herzens, die eigentlich mit einem rot-schwarzen Wimpel fest vernagelt ist. Meistens handelt es sich um eine Vertreterin des weiblichen Geschlechts, mutmaßlich eine äußerst liebreizende. Im allerbesten Falle besitzt sie schönere Beine als die aktuellen Sturmspitzen des FCN. Da stand ich nun ganz lässig im Café Ruhestörung und es war um mich geschehen. Und sie hatte noch nicht mal einen Clubschal durch ihr wallendes Haar geflochten. So schlingerte ich in mein fußballfreies Verderben, denn die Höchststrafe erwartete mich. Sie gab keinen müden Heller auf meine Lieblingssportart.

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