Roland Winterstein - Naus zum Glubb

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Roland Winterstein trägt ein bittersüßes Los: Er ist seit frühester Kindheit Fan des 1. FC Nürnberg. Obwohl er heute in Hamburg und auf Mallorca zuhause ist, fiebert er immer noch mit dem Traditionsverein. Doch wie sagt er so schön? Du wechselst vieles im Leben: deine Unterwäsche (sinnvoll), deinen Partner (möglicherweise sinnvoll), deine Autoreifen (ohne Profil relativ sinnvoll) und vieles andere mehr. Aber niemals deinen Verein! Und so erzählt Winterstein aus seinem bewegten Leben als Club-Fan früher in Nürnberg und heute im Exil – warmherzig, voller Witz und mit einer gehörigen Portion Selbstironie.

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Für Nichteinheimische möchte ich kurz anfügen, dass der Slogan „Basst scho“ in Franken an einer absoluten Obergrenze der Zufriedenheit und des Lobes angesiedelt ist. Dieser Ausspruch wird in einer sehr weitverzweigten Gemengelage angewandt, die schon mal von „Ich habe eine unheilbare Krankheit und sterbe morgen“ über „Meine Frau ist nach Fürth gezogen“ bis zu „ 5 Millionen im Lotto gewonnen“ reichen kann. „Basst scho“ passt also zu allem und irgendwie immer.

Manchmal jedoch, wenn mein Blick düster verhangen war, fragten die meisten gar nicht groß nach und ließen die Häupter gleich solidarisch mit den meinigen weit nach unten in die Abstiegsregionen hängen. Denn sie ahnten, dass ich heute keine glorreiche Botschaft zu verkünden hatte. Aber immerhin teilte man auf diese Weise Freud und Leid. So entschied ich als kleiner Clubberer auch stets ein wenig mit, ob das Wochenende trotz nervigen Familienausflugs um die Wöhrder Wiese oder Schlittenfahren auf der Sommerrodelbahn in Pleinfeld gerettet war. Vorpolieren der Meisterschale oder Teeren und Federn des ahnungslosen Trainergespanns, darüber richtete ich mit meiner kurzen Antwort nach einem „Wie hammens gespielt?“.

Mit der Zeit habe ich mir eine gewisse Gelassenheit angesichts bitterer Niederlagen angeeignet (glatt gelogen). Bis heute denke ich bei verlorenen Punkten an jene Imbissbude direkt am Dutzendteich in der sanft geschwungenen Kurve. An der musste ich nach Schlusspfiff auf meinem Heimweg vorbei. Erst kam dieser klapprige Wohnwagen mit Würstchen, dann passierte ich den Bootsverleih mit nicht minder klapprigen Tretbooten und hinten wartete die Tram, die mir meist kurz vor der Nase wegfuhr. Und wenn nicht, wollte der Fahrer immer wissen, wie es denn ausging. Er rumpelte dann entsprechend euphorisiert oder gemächlich Richtung Holzgartenstraße.

Doch kehren wir noch einmal zurück zur kleinen Fresshütte. Sie bleibt mir bis heute aus mehreren Gründen im Gedächtnis haften: Immer wenn ich sie kreuzte, plärrten nach dem Spiel aus einem kleinen Grundig Transistorradio erste Analysen. Ich roch den Duft der Leckereien auf dem Rostgrill. Dazwischen schwirrten die Stimmen der Spieler. „Eine sehr unglückliche Niederlage, aus der wir lernen können.“ „Wir sind alle sehr froh, den Dreier geholt zu haben.“ „Hätte der Elfmeter nicht den Pfosten getroffen, wäre das heute anders ausgegangen.“ „Nun sind’s schon sieben Punkte Rückstand zum rettenden Ufer.“ Und so weiter … und so fort. Vor zwei Stehtischen brummten dann die immer gleichen schrägen Vögel ihre Analysen, selbst ein 3:0 zuhause reichte denen nicht für euphorische Jubelstürme: „Andere hätten heute 5:0 gewonnen.“ Ich habe diese Meckerecke im Grillnebel nie verstanden. Ich mochte sie auch irgendwie nicht riechen. Denn für diese dunklen Gestalten war mein Club immer abgestiegen, nicht wettbewerbsfähig und eine kickende Katastrophe. Selbst Ratten zeigen mehr Mitgefühl, dachte ich mir damals und war stolz darauf, im Biologieunterricht aufgepasst zu haben.

Nur der Wirt war okay. Er winkte mir mit den Jahren immer freundlich zu, weil ich an Werktagen als Zivi mit meinem Rollstuhlfahrer Herrn Stöbinger, allseits nur „Stöbi“ gerufen, regelmäßig hier Halt machte. Stöbi orderte ein Weizen. Ich erhielt leider nur eine Fanta, obwohl ich auf Schwipp-Schwapp bestand. Stöbi sammelte Münzen und versprach mir seit Ewigkeiten eine ganz wertvolle zu schenken. Die erhielt ich genauso wenig wie mein Colamischgetränk. Da standen wir also. Die Anticlubberer waren auch wieder anwesend, wie eigentlich immer. Ich hatte sie im Verdacht, dass alle hier lebten und abends, wie die Mülleimer, vom Wirt in die Bude gestellt wurden.

Stöbi, muss man wissen, war hingegen ein unverbesserlicher Optimist. Ja, so etwas gibt es im Frankenland, logisch also, dass er und die Grantler sich immer sehr rasch in den wenigen Haare hatten, wenn es um den FCN ging. Während ihrer legendären Auseinandersetzungen mit sehr wenig „Basst scho“ betrachtete ich mir immer dieses Club-Mannschaftsfoto von 1979, das über der Fritteuse hing. Man konnte vor lauter Fettflecken nur noch wenig erkennen, außer ein C vom FCN und den einen oder anderen Kopf eines langhaarigen Spielers. Stöbis Leitspruch war immer: That’s the way it is – damals verstand ich kein Wort, er strahlte dabei aber eine souveräne Gelassenheit aus. Keine Ahnung, woher er das hatte, aber es war wohl sein „Basst scho“. Und ich war nach einem 1:4 gegen eine Gurkentruppe, die hier doch niemals hätte gewinnen dürfen, nicht mehr ganz so traurig, wenn er mir dieses verbale Trostpflaster auf meine geschundene Seele klebte. Stöbi ist bereits vor langer Zeit eine Etage höher gewechselt – und lässt sich nicht mehr von mir, sondern vermutlich von Herrn Stuhlfauth durch die Gegend schieben.

Die Bude steht hingegen noch immer, der Inhaber aber ist längst ein anderer und das Mannschaftposter auf fränkische Art aktualisiert, 2003. Basst scho! Hauptsache, wir sind auf dem Platz auf der Höhe der Zeit. Und wenn wir heute mal keine drei Punkte einfahren, wird mich auf dem Heimweg niemand mehr fragen: „Wie hammse gespielt?“. Denn alle sind bereits mit Abpfiff informiert. Die Maulhelden existieren auch nicht mehr. Heute vermisse ich diese Miesepeter, inzwischen ist mir klar, dass sie den Club genauso tief im Herzen verankert hatten wie ich und ihre Leidenschaft eben nur etwas anders zum Ausdruck kam. Nur weil sie permanent gestänkert haben, heißt das nicht, dass sie den Club nicht liebten.

Da stehe ich nun an der modernisierten Imbissbude mit meinem Söhnen. Wenigstens der Dunst des Grillfleischs nebelt einen noch ein. „Schade, dass wir heute nichts gerissen haben“, flüstert mein Großer und beißt in sein Weckla. So oft sind wir als Exilfranken nicht mehr hier. Heimsiege sind aktuell ein rares Gut, denke ich und nuschle etwas anders: „That’s the way it is“ – und es kommt mir ein wenig so vor, als ob mein Nachwuchs nicht mehr ganz so traurig kaut, obwohl er garantiert so wenig verstanden hat wie ich damals. Als wir über den Luitpoldhain heimschlendern, habe ich eine Hand in der rechten Hosentasche und spiele mit einer wertvollen Münze, die uns nächste Woche ganz sicherlich wieder mehr Glück bringen wird als heute. Oder übernächste Woche …

AUSWÄRTSSIEGE VIA ÄTHER

Als minderjähriger Fan durfte ich den Club natürlich nicht in die Ferne begleiten, auch massive Trotzgebärden und diverse Tobsuchtsanfälle halfen nicht. Eine Fahrt in ein fremdes Stadion inmitten gleichgesinnter Intensivunterstützer (teilweise mit Alkoholfahnen, teilweise mit Clubfahnen und manchmal beidem) kam meinen Eltern einem heimlichen Besuch im schmuddeligen Roxy-Kino in der Bahnhofshalle gleich.

So blieb mir nichts anderes übrig, als vor unserem Radio zu kauern, um mitzukriegen, wie das Team sich gegen den FC 08 Homburg, auf dem Betzenberg oder im Westfalenstadion schlug. Diese Truppen gehörten zur Kategorie Gegner, die uns nicht so liegen. Aber egal, jedenfalls war mein Tag bereits nach dem Frühstück nur auf eines zentriert: der Fußballübertragung auf Bayern 1. Es gab damals keine große Auswahl. Sender, die mit haufenweise gutgelaunten Moderatoren auch bei einem verdienten 0:3-Rückstand immer noch Partystimmung verbreiten, waren glücklicherweise noch Zukunftsmusik.

Ich hatte mir aus den Nürnberger Nachrichten alle wichtigen Informationen ausgeschnitten. Aufstellungen, letzte Interviews und die Einschätzung des Trainers zum kommenden Aufeinandertreffen. Die Nürnberger Zeitung kam bei uns nicht ins Haus. Man muss sich im Leben eben entscheiden. Und Zeitungen mit grünen Lettern gingen und gehen bis heute gar nicht. Das sollen die drüben in Fürth lesen, murmelte meine Mutter und ihre Lippen wurden dabei immer ganz schmal.

Ich presste meine Ohren an den Lautsprecher. Noch immer stand es 0:0. So starteten die guten Tage, die aussichtsreichen Auswärtsspiele. Doch dann legte sich diese verdammte unsichtbare Club-Schablone auf die meisten dieser Spiele, die ich via Antenne verfolgte. Kurz vor der Pause das obligatorische 1:0 für den Gegner, der es sich nicht nehmen ließ, gleich noch eins hinterherzusetzen, sodass man überhaupt kein Licht mehr am Ende des Tunnels zu entdecken vermochte. Genauer genommen sah man nicht mal mehr den Tunnel. Ich zerknüllte in dieser aussichtlosen Lage die vorsortierte Lokalpresse und schoss damit wenigstens den Ausgleich, was keinen außer mir im Wohnzimmer zwischen Eichenschrank und Stehlampe interessierte. Und das Schlimmste war die Konferenz. Sowieso schon nahe am Blattschuss musste man mitanhören, wie die Radiofuzzis ins Olympiastadion nach München schalteten, wo gerade das umjubelte 5:1 für die Hausherren fiel. Ich hingegen ließ mich endgültig auf die Couch fallen und heulte ins Clubkissen, was meiner Mutter gar nicht gut gefiel, weil sie dieses in langen fränkischen Wintertagen mühevoll gestickt hatte. Aber es gab auch die seltenen Momente des Erfolgs. Diese besonderen Augenblicke, die ich gerne zaghaft festhalten wollte, damit sie nicht wieder so schnell verschwanden.

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