Benjamin Heller - Erlebnispädagogik und ADHS

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ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung – ist die in Deutschland am häufigsten diagnostizierte kinder- und jugendpsychiatrische Erkrankung. Vor allem Jungen sind betroffen. Die Symptome werden zumeist mit Ritalin behandelt, einem Medikament, dessen Verschreibung zunehmend kritisiert wird. Alternative Behandlungsmethoden rücken aus diesem Grund vermehrt in den Fokus. Dazu gehört die Erlebnispädagogik. Bei Kindern und Jugendlichen in erlebnispädagogischen Projekten mit der Diagnose ADHS ist diese jedoch zumeist kaum zu bemerken. Denn das naturnahe Setting, die abwechslungsreichen Aufgaben und die sportlichen Aktivitäten unterscheiden sich so stark vom Alltag im Bildungssystem, dass ‚negative‘ Verhaltensmuster aus dem Klassenzimmer auf einmal zu wertgeschätzten Fähigkeiten werden. Die Kinder und Jugendlichen können sich ausleben und selbst entdecken – ohne von den Restriktionen der Schule sanktioniert zu werden.
Benjamin Heller untersucht die Gründe dafür, warum die Erlebnispädagogik einen so positiven Einfluss auf Kinder und Jugendliche mit ADHS hat – und wo ihre Grenzen liegen.
Dieses Buch liefert einen Überblick über die aktuelle Rezeption von ADHS und kann sämtlichen Menschen in pädagogischen Settings dabei helfen, ihre Sichtweise auf die Krankheit zu reflektieren und andere Wege zum Umgang mit der betroffenen Gruppe zu erkennen. Herzstück des Buchs ist die spannende Fokusgruppendiskussion, in der sich einige erfahrene Erlebnispädagogen mit der Arbeit mit Jugendlichen mit ADHS auseinandersetzen und sich mit den Möglichkeiten, aber auch den Limits der Erlebnispädagogik konfrontiert sehen.

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Die im vorigen Kapitel erwähnte Studie von Fleishmann und Kaliski aus dem Jahr 2017 zeigt, dass abgesehen von Kosten-Nutzen-Analysen und Abwägungen zwischen positiven und negativen Effekten auch die subjektive Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt werden sollte, da eine dauerhafte Medikation einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Leben der Betroffenen hat.

Allgemein sollten also die Vor- und Nachteile von Ritalin abgewägt und darüber nachgedacht werden, ob der schulische Erfolg und die Beruhigung des Kindes einen Verlust der eigenen Autonomie und potenzielle Langzeitschäden wert sind. Schmidt (2019) ist überzeugt davon, dass Medikation nur im „ wohlüberlegten Einzelfall “ (S. 235), also bei knapp 10% der ADHS-Fälle, verwendet werden sollte. Stattdessen sollten alternative Behandlungsmöglichkeiten, die eine langfristige Besserung der Symptomatik unterstützen, eingesetzt werden.

2.6. Alternative Behandlungsmöglichkeiten

2.6.1. Psychotherapie (Patientenzentriert)

Grundlage jeder therapeutischen Intervention bildet die Psychoedukation der Eltern, aber auch der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Dabei werden den Betroffenen Informationen über die Störung, die Diagnose, Ursachen und den möglichen Verlauf vermittelt. Ziele einer Psychotherapie sind der Aufbau von positiven Lehrer*innen-/Eltern-Kind-Interaktionen, die Strukturierung des Alltags durch klare Richtlinien und Regeln, die Anwendung von positiven Verstärkern und negativen Konsequenzen, um die Verhaltensprobleme zu vermindern. Dies kann über verschiedene Formen geschehen. Im Kinder- und Jugendalter sind Konzentrations- und Selbstinstruktionstrainings und Selbstmanagementmethoden am geläufigsten. Diese zielen darauf ab, die Selbstregulationsfähigkeit zu beeinflussen. Die Betroffenen sollen lernen, in ihrem Umfeld auf ihre eigenen Verhaltensprobleme zu achten, sie zu registrieren und sich für erfolgreiche Situationsbewältigung selbst positiv zu verstärken. Die Grundlage solcher Psychotherapien bilden Programme und Manuale wie THOP (Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten) und SELBST (Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert, - Leistungs- und Beziehungsstörungen). 80

2.6.2. Neurofeedback (Patientenzentriert)

Beim Neurofeedback werden den Klienten Informationen über ihre eigene Hirnaktivität rückgemeldet. Dies geschieht über Elektroden, die am Kopf des Klienten angebracht werden und die elektrische Aktivität des Gehirns mit Hilfe von EEG aufzeichnen. Anschließend werden die Daten ausgewertet. In 25 - 40 Sitzungen über drei bis zehn Monate lernt das Kind durch mentale Übungen und Feedbacktraining die gezielte Selbstregulation der eigenen Gehirnaktivität 81. So können Symptome der Unter- oder Übererregung beeinflusst werden 82. Als Folge sollen Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität reduziert werden und gleichzeitig Konzentration und Aufmerksamkeit aufgebaut werden 83.

2.6.3. Familientherapie (Eltern- und familienzentrierte Ansätze)

Bei der Familientherapie steht das Familiensystem im Mittelpunkt der Behandlung. Es wird davon ausgegangen, dass die individuellen Symptome eines Familienmitglieds nur durch bestimmte familiäre Dynamiken aufrechterhalten werden. Diese Dynamik muss verändert werden, um folglich die Symptomatik abzuschwächen 84. Die Familientherapie findet ihre Wurzeln in den systemischen Ansätzen, in der der Einzelne immer innerhalb von seinem Umfeld betrachtet wird. Entscheidend sind die Beziehungen zwischen den einzelnen Elementen in einem System. Noch weiter geht diese Idee, wenn auch noch das weitere Umfeld, also zum Beispiel die Schule, in die Therapie miteinbezogen wird. Neraal (2012) betrachtet dabei die unspezifischen Phänomene Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität und Hyperaktivität als einen Ausdruck von inneren Spannungszuständen, deren genauer psychodynamischer Hintergrund erst entschlüsselt werden muss. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Familie. Gestörte Kommunikationsmuster, Traumata und Beziehungsproblematiken sollen entschlüsselt werden. Der Aufwand der Familientherapie ist größer als bei einer medikamentösen Behandlung, da hier eben nicht nur das Kind mit seiner Symptomatik im Vordergrund steht, sondern der Austausch des Kindes mit seinem Umfeld. Vater, Mutter und im Idealfall auch die Geschwister sollen an der gemeinsamen Therapie teilnehmen 85.

2.6.4. Kindergarten- und schulzentrierte Ansätze

Diese Ansätze stellen in der Regel eine Erweiterung der familientherapeutischen Ansätze dar. Die Lebensbereiche wie Kindergarten und Schule werden mit in die Therapie einbezogen. Grundlage bilden verhaltenstherapeutische Ideen. Token-Systeme werden eingesetzt, um erwünschtes Verhalten zu belohnen, damit sich dieses Verhalten unmittelbar häufiger im schulischen Alltag zeigt. So sollen Aufmerksamkeitsschwächen und Hyperaktivität positiv beeinflusst werden 86.

2.6.5. Multimodale Behandlung

Einen Mittelweg zwischen den verschiedenen Ansätzen stellen multimodale Behandlungen dar. Hierbei sollen die Vorteile der verschiedenen Ansätze genutzt werden, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzeugen. Eine medikamentöse Behandlung wird hier also zum Beispiel mit einer Familientherapie oder einem Neurofeedback verbunden. Die multimodalen Ansätze sind häufig Pharmakotherapien, also eine pharmakologische Behandlung in Kombination mit klienten- und umfeldzentrierten psychotherapeutischen Ansätzen 87.

2.6.6. Projekt Via Nova

Die Sinn-Stiftung unter Gerald Hüther versuchte 2009 Erlebnispädagogik (EP) als Therapie gegen ADHS zu verwenden. In der Beschreibung des Programms wird es nicht als EP angeboten, sondern als „ naturnahes Potential-Entfaltungsprogramm “ 88. Das Konzept lässt jedoch schlussfolgern, dass auf alle Fälle erlebnispädagogische Elemente präsent sind. Nicht nur die Grundidee klingt bereits danach, auch die Anwesenheit von Prof. Dr. Werner Michl – einer der wichtigen Autoren für erlebnispädagogische Lektüren – lässt auf ein erlebnispädagogisches Programm schließen. Gerald Hüther selbst bezeichnet die Wirkungsweise des Projektes als „ systemische Impulstherapie, die sich an den Ressourcen und Kompetenzen der Kinder orientiert “ 89. Die Kinder seien Teil eines Systems, zu welchem sie beitragen können und von dem sie etwas zurückbekommen, von dem sie geprägt würden 90. In dem „Via Nova Alpen Projekt (VNAP)“ lebten elf mit ADHS diagnostizierte Jungen im Alter von 8 - 14 Jahren, welche normalerweise unter Medikation in Form von Psychostimulanzien wie Ritalin standen, sechs bis acht Wochen auf einer einsamen Berghütte in den Alpen mit einigen hochqualifizierten Pädagogen, Medizinern und Wissenschaftlern. Dort gab es keinen Fernseher, kein Handy, keinen Zucker und vor allem auch kein Ritalin. Ziel war das „ dauerhafte Natur- und Selbsterleben ohne medikamentöse Einnahmen “ 91. So kümmerten sich die Jugendlichen zusammen mit den Betreuern um die Alm und die Tiere. Ein weiteres Ziel war die „ sukzessive wachsende Selbstverantwortung “ 92der Kinder und das Erlernen von neuen Kommunikationsstrukturen. Man wollte den Kindern außerdem genug Raum geben, um selbst schöpferisch tätig zu werden.

Obwohl das Projekt sehr vielversprechend wirkte, standen dem Erfolg leider einige Hindernisse im Weg. Einer der Betreuer des Almprojektes wurde wegen sexueller Gewalt gegen Kinder angeklagt. Es kam wiederholt zu Missbrauchsfällen, teilweise auch auf der Alm 93. Eine Mutter berichtet nachträglich von ihrer Erfahrung mit dem Projekt auf einem Forum für ADHS. Neben unerwartet hoher Eigenbeteiligung an dem Projekt beklagt die Mutter, dass „ kein einziges Kind seine ADHS-Symptomatik gebessert hat “. 94Eines ihrer zwei Kinder, welches an dem Projekt teilnahm, habe unbedingt wieder Ritalin nehmen wollen. Zeitgleich bemerkte sie aber, dass die Sozialkompetenz und die kommunikativen Fähigkeiten sich sichtbar gebessert hatten 95.

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