Stephan Reinhardt - Verrat der Intellektuellen

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Intellektuelle – mittlerweile überflüssig wie ein Kropf? Die Unterscheidung Rechts und Links – Schnee von gestern? Ausgehend von Zeitungslektüre, unternimmt Stephan Reinhardt in seit der Wende unübersichtlicher gewordenen Verhältnissen den Versuch einer Orientierung. Seine These: Urteilsfähige Bürger sind Auskundschafter, Seismographen der Demokratie. Wer die Ideen von Aufklärung und Französischer Revolution – Prinzipien wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sowie die «Achtung vor der Person und vor der Wahrheit» (Julien Benda) – ignoriert, ist in Gefahr, geistige Souveränität auf dem Altar der Real- und Machtpolitik zu opfern – und damit auch «Phantasie für den Entwurf von Alternativen» (Habermas). Etliche ehedem linksliberale Geistesarbeiter haben vor und vor allem nach der Wende die Seiten gewechselt. Stammtischideen der «Konservativen Revolution» wie ethnische Homogenität wurden aufgewärmt in der Forderung nach «deutscher Leitkultur»; im bewußten Mißverständnis des Begriffes Gleichheit werden gesellschaftliche Chancenungleichheit und wachsende Verarmung als unvermeidlich akzeptiert. In einem Klima geistiger Aufrüstung richten sich deutsche Tuis den Terror des Krieges zur selbstverständlichen Option her. Wahre Patrioten aber sind Verfechter der Grundwerte der Verfassung – Kinder der Aufklärung und der Französischen Revolution. Auch in Demokratien brauchen sie Mut, um moralische Sensibilität und Mitleidsfähigkeit für Schwächere und für Minderheiten unter Beweis stellen zu können. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

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Ungetrübt, allenfalls von Rivalität geprägt, blieb Jüngers Verhältnis zu Hitler in den Jahren der Weimarer Republik. Im Gespräch mit Helmut Franke, Jüngers Mitherausgeber des »Arminius«, äußerte Hitler erneut »den dringenden Wunsch«, Jünger endlich kennenzulernen. Und Goebbels, der Jünger davon unterrichtete, fügte in seinem Brief an Jünger vom 10. Mai 1927 hinzu: »Sie können mir glauben, es bereitet mir besondere Freude, daß zum wenigsten einer von denen, die nicht direkt in der NSDAP organisiert sind, sich zu unserem Kampf und unserem Handeln bekennt.« 7Wie sehr, das zeigt auch Jüngers programmatischer Artikel »Der neue Nationalismus«, in dem er am 23./24. Januar 1927 im »Völkischen Beobachter« erneut den Schulterschluß zu den Nationalsozialisten herstellte. Und dabei, eine »straffe Staatsgewalt von schärfster autoritativer Prägung« fordernd und seinem Affekt gegen Meinungs- und Pressefreiheit freien Lauf lassend, hinzufügte: »Wenn diese Gewalt es verhindert, daß jeder Schmierfink die eigene Nation herunterreißen darf, wenn sie also die Pressefreiheit abschafft, so ist das nur begrüßenswert. Daß eine solche Gewalt … die Todfeindin des Parlamentarismus sein muß, ist selbstverständlich.« 8Das ihm seitens der NSDAP sowohl 1927 als auch 1933 angetragene Reichstagsmandat lehnte Jünger ab. Er wollte sich nicht einer Führung unterwerfen, sondern selbst führen. Dem Journalisten Ludwig Alwens gegenüber – der ihm empfahl, der NSDAP beizutreten, um sie und Hitler in seinem Sinne zu benutzen – begründete er sein reserviertes Verhalten am 22. Oktober 1927: »Die Hitler-Angelegenheit liegt so: Unsere Aufgabe … ist es, einen bestimmten Typ, besonders geeignet, die modernen Entscheidungen zu schlagen, … anziehend zu machen … Eine große Apparatur ist vorläufig noch nicht nötig, im Gegenteil scheint es mir, als ob eine etwas exklusivere Haltung nichts schaden könnte … Bei Hitler besteht für uns allerdings eine Gefahr, die in anderen Verbänden weniger scharf ausgesprochen ist: Die Anhängerschaft ist nämlich schon zum Teil nach unserem Prinzip aufgebaut, allerdings aus brüchigerem und schwerfälligerem Material … Daß sie zahlreich sind, spielt nur dort eine Rolle, wo es auf Zahlen ankommt, also in Bezug auf Geld, Propaganda usw. Alles in allem sehen Sie mich also nicht abgeneigt; ein praktischer Modus wird sich auch bei Gelegenheit wahrscheinlich finden.« 9Auf den nichtabgeneigten Jünger ging Hitler schließlich ein drittes Mal zu und ließ ihm im Mai 1929 durch seinen Stellvertreter Heß eine Einladung als Ehrengast des Nürnberger Parteitages vom 1. bis 4. August 1929 zukommen. Jünger nahm die Einladung an, fuhr dann aber doch nicht hin. Möglicherweise, weil eben dorthin auch der von ihm mittlerweile publizistisch attackierte Stahlhelmführer Theodor Duesterberg eingeladen war. Erneut empörte den ideologischen Scharfmacher Jünger der Legalitätskurs der Nationalsozialisten, als am 1. September 1929 vor dem Berliner Reichstag eine Bombe explodierte. Alle Parteien, auch die NSDAP, distanzierten sich von diesem Anschlag. Verübt worden war er von der militanten Landvolkbewegung in Schleswig-Holstein – von Bauern, die ihrer Forderung nach staatlicher Hilfe gegen ausländische Konkurrenz sowie ihrem Protest gegen das »jüdisch-parlamentarische System« mit Sprengstoff Nachdruck verliehen. Jünger, der 1927 von Hannover nach Berlin-Steglitz gezogen war und einen Kreis von Nationalisten um sich geschart hatte, war am Rande mitbetroffen. Die Brüder Ernst und Bruno von Salomon, die zu seinem Kreis gehörten, wurden als Verdächtige verhaftet. Bruno von Salomon hatte als Redakteur der neugegründeten Zeitschrift »Das Landvolk« die sich ausweitende Bewegung unterstützt. Jünger befürchtete, die Distanzierung der NSDAP bedeute Akzeptanz des Parlamentarismus, wie er Bruno von Salomon am 10. September 1929 mitteilte: »Es ist dies die erste praktische Bewegung, an der ich wirklich Anteil nehme. Auch möchte ich gelegentlich wohl einmal nach Holstein fahren, wenn es dort etwas zu sehen gibt, um mir von den Leuten ein Bild machen zu können. Als Positivum begrüße ich es, daß diese Arbeit die Nationalsozialisten, oder wenigstens ihre Führer zwingt, ihren verborgenen bürgerlichen Kern zum Ausdruck zu bringen.« 10

Trotz seiner Befürchtung, die NSDAP beschreite den Weg des »westlerischen« Parlamentarismus, wünschte ihr Jünger doch, wie er 1929 in Ernst Niekischs Zeitschrift »Der Widerstand« schrieb, »von Herzen« den Sieg. Wie auch anders. Es war Wasser auf seine Mühle. Und als Hitler 1933 den Sieg errungen hatte, erwies Jünger ihr im »Nachrichtenblatt für die Ritter des Ordens ›Pour le Mérite« ausdrücklich seine Reverenz: »Der neue Staat, der sich von der Novemberrepublik auch darin unterscheidet, daß er sich auf die Taten und Leistungen im großen Kriege beruft, fordert die Mitarbeit jeder wertvollen Kraft. Sein Aufbau ist der eines Führerstaates; der geborene Führer wird ihm daher willkommen sein …« 11

Jüngers frühe Kriegsprosa und seine politische Publizistik der Weimarer Jahre läuft hinaus auf das, was er 1930 im Titel seines Essays »Die totale Mobilmachung« nannte: auf die totale Ausrichtung aller auf ihr Deutschtum und auf dessen Realisierung um jeden Preis, auch oder gerade in einem neuen Krieg. In seinem im Herbst 1932 erschienenen Essay »Der Arbeiter« hatte Jünger seinen Zukunftsstaat modelliert: die Ablösung der liberalen Demokratie und des »bürgerlichen Individuums« durch den »Typus des Arbeiters«, durch eine Art Soldat der Werkbank, in einem totalitären, militarisierten »Arbeitsstaat«. Dieser Staatstypus entsprach weitgehend dem des »Dritten Reiches«. Als das NS-Regime dann aber den rassischen Antisemitismus der Reden und Programme tatsächlich in die Realität umsetzte, ging Jünger – erfreulicherweise – mehr und mehr auf Distanz. Dabei lehnte zwar auch er jede jüdische Assimilitation oder Integration ab, weil dadurch die von ihm befehdete Verwestlichung und Liberalisierung Deutschlands nur vorangetrieben werden würde, nicht aber billigte er die physische Vernichtung der Juden. Jünger 1985 im Gespräch mit dem französischen Literaturwissenschaftler Julien Hervier: »Natürlich war eine Reihe von sehr guten Gedanken da. Deshalb hatten die ja auch den großen Zulauf, zum Beispiel daß sie die Folgen des Versailler Vertrages weitgehend rückgängig machen wollten. Das leuchtete mir natürlich ein. Aber die Art und Weise der Ausführung hat mich eben zunehmend befremdet. Und eigentlich der wirkliche Abstand, den habe ich erst nach dieser Kristallnacht gewonnen. Das waren ja also Dinge, die mir von Grund auf widersprachen.« 12Und nach dem Ende des »Dritten Reiches«? Distanzierte sich Jünger da von der nationalen, ›wehrhaften‹, autoritären Idee des Nationalsozialismus? Keinesfalls. Eben das ignorierten zu Jüngers hundertstem Geburtstag am 29. März 1995 etliche seiner Jünger. Selbstkritische Korrektur totalitärer Irrtümer, unter diesem Leitgedanken flocht Frank Schirrmacher in der »FAZ« dem vitalen Alterswunder Jünger wahre Kränze. Vom konservativen Revolutionär und blutrünstigen Heißsporn zum gemäßigten, christlich inspirierten Anarchen und Waldgänger, der – bewußt Abstand haltend zur gewöhnlichen Normgebung der Masse – seismographisch in vermeintlich geschichtsfreiem Naturraum allein das Geschehende registriert, so wollten es viele seiner alten und neuen Verehrer wissen. Hat Jünger sich wirklich der Mühe einer Korrektur unterzogen? Noch der Siebenundachtzigjährige erklärte am 16. August 1982 in einem »Spiegel«-Interview, daß die eigentliche Realität für ihn noch immer das »Deutsche Reich« und daß sein Hauptwerk »Der Arbeiter« sei, eine verquaste demokratieresistente Phantasmagorie. Am 20. April 1945 notierte Jünger in sein Tagebuch: »Für den Autor kommt es nicht nur darauf an, die Lage zu erfassen, sondern sie zugleich zu bändigen, sie in einen Spiegel zu bringen, in den sich auch die Schreckensbilder einfügen.« 13– »Unsere Aufgabe besteht im Sehen, nicht aber in der Wertung«.

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