Mirco Drewes - Samba tanzt der Fußballgott

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Das Herz des Fußballs schlägt in Brasilien. Mirco Drewes erzählt Geschichten von Aufstieg und Fall begnadeter Straßenkinder, dem Kampf farbiger Fußballer gegen die Rassendiskriminierung und den Mythen des Maracãna. Magische Mischlingshunde und Voodoo-Zauber am Spielfeldrand prägen das Bild. Besessene Leistungssportler und clevere Karrieristen, kettenrauchende Fußballgenies im revolutionären Kampf und skandalumwitterte Diven- die Helden unterm Zuckerhut sind Legende. Und ebenso Thema wie die Auswüchse des globalisierten Fußballgeschäfts. Ein unterhaltsamer Lauf durch die Geschichten des brasilianischen Fußballs – und Brasiliens Geschichte.
/// «Samba tanzt der Fußballgott erspürt mit viel Gefühl den Pulsschlag des brasilianischen Fußballs. Ein Muss für alle Freunde, Liebhaber und Kurzaffären des Spiels am Zuckerhut.» Uli Hannemann, Schriftsteller
/// «Ein fesselndes Buch über das schönste Spiel der Welt und ein feinfühliger, tiefgründiger und messerscharfer Einblick in die runde Seele Brasiliens.» Paul Bokowski, Schriftsteller
/// «Die passende Lektüre zur Einstimmung auf die Fußball-WM 2014. Informativ und wortgewandt dribbelt sich Mirco Drewes auf 306 Seiten durch die Geschichte des futebol und bleibt bei allem brasilianischen Lebensgefühl kritikfreudig.» Olaf Ernst, Redakteur Bücher-Magazin.

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Blech und Büffelleder

Die wechselhafte Geschichte dieses merkwürdigen Motorsports beginnt in den 1930er-Jahren im badischen Karlsruhe und führte über das Rio de Janeiro der 1970er-Jahre zurück nach Deutschland, wo es der Fernsehentertainer Stefan Raab wiederbelebte. Die Begeisterung für den Ball verbindet eben die Völker – und Autofahrer.

Der in den 1920er-Jahren bekannte Automobilrennfahrer Karl Kappler setzte am 16. Juni 1933 seine eigentümliche Idee eines Spiels um, bei welchem zwei Autos gegeneinander um einen riesigen Ball von 120 cm Durchmesser (praktischerweise von der Reifenfirma Continental entwickelt) kämpften und diesen im Tor des Gegners unterzubringen versuchten. Auf dem Fußballplatz des Frankonia Karlsruhe schlug er im Mercedes-Benz seinen Kontrahenten Willy Engesser (Opel) vor mehreren Hundert Zuschauern. Mit dem Rückzug Kapplers aus dem Autoball 1935 schien das Spiel nach gerade zwei Jahren und einer Handvoll Partien bereits Geschichte zu sein.

Doch schien ein solches Spiel für die Brasilianer und ihre Liebe zu Spektakel und Mischformen aller Art allzu prädestiniert zu sein, um nicht dort eine Renaissance zu erfahren. Und tatsächlich: Nach gut dreißig Jahren in völliger Vergessenheit begannen Anfang der 1970er-Jahre in Rio de Janeiro plötzlich junge wohlhabende Großstädter sich in Gebrauchtwagen um einen gewaltigen Lederball zu balgen.

Die Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei dagewesen sei, lässt sich im Fall der brasilianischen Autoball-Ära eindeutig beantworten: Am Anfang war der Ball.

Nach einem wichtigen Sieg der brasilianischen Fußballnationalmannschaft hatte eine Firma aus São Paulo zur Ehrung der Spieler und als Werbegag einen riesigen Ball aus Büffelleder herstellen lassen. Einmal in der Welt musste mit diesem Ungetüm von Spielgerät doch irgendetwas anzufangen sein.

Nach einigen Jahren der Ratlosigkeit fand sich eine Gruppe von Leuten, die auf Pferdestärken setzten, wenn auch nur auf jeweils eine. In der Stadt Taubaté sollte eine Alternative zum Polo angeboten werden, die die fußballverrückten Brasilianer begeistern sollte: Pferdefußball hieß die Idee. Doch die Premiere misslang. O Globo schrieb: „Das Spiel hätte ein Publikumserfolg werden können, das Stadion war voll. Nur die Pferde waren vor dem runden Ungetüm zu Tode erschrocken. Eines wagte einen Tritt und brach sich sogleich ein Bein.“ Dass sich die beteiligten Akteure vor dem Spielgerät fürchteten und sich an diesem die Knochen brachen, machte den erwarteten neuen Trendsport bei aller Euphorie unmöglich.

Der Zuführung des riesenhaften Spielgeräts, zu dem es noch kein Spiel gab, zu seiner nachhaltigen Verwendung half der Zufall auf die Sprünge. Der Ball geriet in die Hände des Mannschaftsarztes des Fußballteams América. Jener Mário Tourinho, früheres Mitglied des Motorsportverbandes, fuhr in seinem Auto an der Copacabana entlang, als er plötzlich einen Fußball vom Strand kommend auf sein Auto zufliegen sah. Statt auszuweichen hielt Tourinho voll drauf und sah, justament getroffen von einem Geistesblitz, dem in hohem Bogen weit zurück „geschossenen“ Ball hinterher. Mehr Pferdestärken! Das war es.

Böse Zungen mochten behaupten, dass sich der Erfinder des Autoballs als Chirurg bloß neue Patienten zuführen wolle. Doch nicht nur Tierschützer dürften sich über das Substitut zum Pferdefußball gefreut haben. Tourinho selbst sah sich mit seiner Idee Autoball in bester hippokratischer Tradition: „In unserer heutigen Zeit, da der Alltagsstress bei so vielen Menschen immer mehr Neurosen hervorruft, ist Autoball keine schlechte Therapie.“

In der Halbzeit des Fußballspiels zwischen Flamengo und Madueira fand am 19. September 1970 das erste Autoballspiel auf einem Nebenplatz statt. Doch noch zog der neue Sport die Massen nicht an. Die klapprigen Gebrauchtwagen und das niedrige Spielniveau vergraulten anfangs viele Zuschauer. Mário Tourinho erinnerte sich der zwei unschlagbaren Komponenten, die zusammengenommen stets die Massen seiner Landsleute zu überzeugen wussten. Es musste ein publicityträchtiges Spektakel her und die Nähe zum Fußball, nicht nur über das ähnliche Reglement, ausgebaut werden. Also organisierte Tourinho 1971 eine Sperrung der Avenida Atlântica, der auf mehreren Kilometern entlang der Copacabana läuft, für ein Autoballspiel, das niemand ignorieren konnte. Die Fahrer hatten sich von Leihfirmen nagelneue Sportwagen geliehen und konnten so die Massen beeindrucken.

1973 war Autoball bereits als Massensport etabliert, die Fahrer fuhren unter den Flaggen der großen Fußballvereine Rios. Die erste Stadtmeisterschaft Rios sah Teams von Fluminense, Vasco, Flamengo und América vor. Die Autos waren in den Vereinsfarben lackiert, Nummern und Vereinsembleme schmückten die Türen. Sportreporter motivierte dies, die Spiele wie Fußballspiele zu kommentieren und weitere Rituale aus dem Fußball wurden übernommen: Einem Mannschaftssport entsprechend kamen unterschiedliche Fahrzeugtypen zum Einsatz, um ihre spezifischen Qualitäten einzubringen. Ein VW-Käfer war dank der gekrümmten Motorhaube in der Lage, hohe Bälle vor das gegnerische Tor zu „flanken“, wo Fahrzeuge mit höherem Dach, wenn man so will die „Dachballungeheuer“, diese ins Tor zu lenken versuchten. Fahrzeuge mit rechteckiger Motorhaube waren Spezialisten für präzise Pässe oder Standardsituationen.

Auch für das medizinische Wohl der Sportler wollte gesorgt sein. Es kamen zwar selten ernsthaft die Fahrer zu Schaden, dafür blieben umso häufiger „verletzte“ Autos auf dem Feld liegen. In diesem Fall eilten Mechaniker, die man in schönster Fußballmetaphorik „Masseure“ nannte, mit Werkzeug auf den Platz und behandelten die Patienten. Der berühmteste „Masseur“, ein Mechaniker namens Castro, bekam den Künstlernamen „Doktor“ verliehen, weil es diesem in zwanzig Minuten gelang, ein eben noch brennendes Auto wieder fahrtüchtig zu machen.

Ein lauter, dreckiger und chaotischer Spaß für alle großen Jungs der Strandmetropole war geboren. Im Autoball ließen sich wie in einem großen Kinderspiel die Triumphe der brasilianischen Fußballmannschaften und des Rennsports, den der Brasilianer Emerson Fittipaldi dominierte, nachspielen und -empfinden. Der frühere Autoball-Fahrer Ivan Sant‘Anna, im Brotberuf Finanzmakler, erinnerte sich im Gespräch mit Autor Alex Bellos: „Es war wirklich ein teurer Sport. Ich gab viel Geld aus. Pro Spiel etwa 3.000 Dollar. Für jedes Spiel musste man einen Wagen kaufen. Meistens alte Taxis, die wir für unsere Zwecke frisierten. Einige Leute leisteten sich sogar zwei oder drei Autos pro Spiel.“ Aus diesem Grund taugte Autoball verständlicherweise nicht zum aktiv ausgeübten Breitensport. Selbst die Heroen des motorisierten Ballsports konnten sich aus finanziellen Gründen kein Training erlauben. Bis zu 15.000 Zuschauer strömten dennoch zu den Spielen der tollkühnen Männer in ihren rasenden Kisten. Adrenalin, Benzin und eine gehörige Portion Testosteron machten den Sport derart attraktiv, dass sich selbst das US-Magazin Time des Autoball-Helden Walter Lacet exemplarisch annahm: „Walter Lacet verzichtet verächtlich auf den Sturzhelm; der Reißverschluss seines schwarzen Fliegeranzugs steht offen, sodass seine Brusthaare zu sehen sind, und so donnert er mit überdrehtem Machismo, der für den neuen Sport unverzichtbar zu sein scheint, über den Platz. Wenn der Ball zwischen zwei Autos festhängt, setzt Lacet bis zum äußersten Spielrand zurück und schießt von dort mit heulendem Motor auf das gegnerische Auto los. Wenn dessen Fahrer stur bleibt, ist es an den Mechanikern, mit Vorschlaghämmern die Wracks zu entwirren.“

Das Akquirieren von Plätzen stellte neben den Kosten für die Fahrzeuge ein weiteres Problem dar. Ebenso wie von den Fahrzeugen blieb von den Spielstätten häufig nicht viel übrig. Die Attraktivität des Sports für die Massen war jedoch unweigerlich mit dessen verschwenderisch-destruktivem Potenzial verbunden. Ein Dilemma. Ivan Sant’ Anna resümierte nach dem Ende der großen Zeit des Autoballs drastisch: „Die vier, fünf Jahre, in denen Autoball gespielt wurde, waren eine interessante Zeit. Wir hatten gute Publicity. Aber es hätte zu einem tödlichen Unfall kommen müssen. Mir war das immer klar, egal was passiert, Autoball würde beim Publikum nur ankommen, wenn es Tote gab.“

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