Marius Ivaskevicius - Die Grünen

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"Über den Krieg zu schreiben, wenn man das Schießen nur vom Schießstand her kennt, fällt nicht leicht. Genau genommen fällt es genauso schwer, wie an das Leben im Bunker zu denken, während man in der Dreizimmerdachwohnung am PC sitzt und schreibt. Wozu dann das alles? Ich fand Gefallen an diesem Krieg. Ich stellte fest, dass sich Heldentum und Niedertracht, Mut und Feigheit in etwa die Waage hielten. Die Vaterlandsliebe vermochte die Liebe zur Frau nicht auszutilgen. Allein Tod gab es ein wenig mehr als Leben. Den verängstigten Soldaten empfand ich als lebendiger als den furchtlosen, den verwirrten als wahrhaftiger als den zu allem entschlossenen. Deshalb sind meine Helden etwas Held und etwas Lump, manchmal Monster und manchmal Verlierer. Ich habe ihnen kein brüderliches Grab ausgehoben, sondern nur einen einfachen gemütlichen Erdbunker, in dem sie hoffentlich noch eine Weile leben."

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Damals hockte ich in den Dünen, überflog mit den Augen das Meer, wog die Kräfte des Grafen ab und kam mit meinem kindlichen Verstand zu dem Schluss: das Meer wird die Ouvertüre über sich ergehen lassen, dem Grafen aber droht das Finale.

Ich war sechs. Ich beobachtete das Meer, das Orchester, die Familie des Grafen, den Baumstamm und Kasperavičius. Und Elena – ein Mädchen im Badekleid, unter dem es noch nichts zu verbergen gab. Darunter war genauso nichts wie in der Ankündigung, das Orchester spiele jetzt Mozart für den Grafen. Außer etwas vielleicht, was das Meer verärgern sollte.

Sie zog hier Kreise im Sand. Nur das konnte sie wirklich. Mit dem großen Zeh einmal um sich selbst – das war ihre Erfindung. Ein Bein bewegt sich nicht, das andere – wie ein Zirkel. Sie – Elena.

Und all das hat der Graf nicht für die Zukunft bewahrt, indem er einen einzigen Fehler beging, zu sehr an sich glaubte.

Deshalb komme ich jetzt hierher und sitze am Rand dieses Feldes – um jenen Fehler zu vermeiden.

Juozas Kasperavičius, der jetzt mit dem Fuhrwerk zurückkehrt, war damals nur ein namenloser Rotzbengel mit unbedecktem Vorder- und Hinterteil. Er stieg gern auf vom Meer angeschwemmte Baumstämme. Breitete die Arme aus wie ein Meerhuhn und bohrte sich kopfüber in eine Pfütze, die ein Sturm hier zurückgelassen hatte. Stand wieder auf, stieg auf den Baumstamm, die Arme wieder weit von sich gestreckt und noch einmal kopfüber auf Grund. Ein Meerhuhn – das war Kasperavičius. Als ob er die Pfütze durchstoßen und dann umgehend hier auftauchen könnte – am einundzwanzigsten August 1950 am Rand eines Feldes, durch das zu waten um nichts einfacher war als übers Wasser.

Ein nackter Rotzbengel mit unbedecktem Vorderteil … Doch schon ist er hier und wir stehen auf und wollen einsteigen.

»Was gibt’s Neues?«

»Schüsse«, antwortet Kasperavičius mit dem ernsthaftesten Gesichtsausdruck der Welt. »Und koreanische Flüche. Stellt euch vor, was für eine Stille. Man kann dem Krieg in Korea zuhören.«

»Worüber fluchen sie?«, fragt Molkerei, während sie auf den Wagen klettert.

»Kein Wort über dich.«

»Über Molkerei nur Gutes oder überhaupt nichts.« Sie macht es sich in der Mitte des Wagens bequem, ihr Gesicht wendet sie Kasperavičius zu.

»Deshalb erzählen sie ja auch nichts … Hast du denn auch nur einem einzigen Schlitzauge zu spüren gegeben, wie gut Molkerei ist?«

»Den Koreanern werde ich das niemals erlauben.« Sie knöpft ihr Hemd zu, als ob die, die in Korea Krieg führen, sie von dort aus sehen könnten. »Man sagt, die seien für nichts zu gebrauchen.«

»Wer sagt das?« Kasperavičius lässt die Peitsche knallen. »Nach Korea?«, dreht er sich zu mir um.

Bartkus und Mozūra nehmen auf der linken, die beiden Palubeckas auf der rechten Seite Platz. Ich setze mich hinten in den Wagen.

»Nach Korea«, gebe ich Kasperavičius zur Antwort, »falls es dort ein Stauwehr und ein Stück unter den Bäumen versteckte Seife gibt.«

»Dort ist wirklich Krieg«. Er lässt die Peitsche noch ein paarmal knallen und das Pferd trabt los. »Nach Korea«, wiederholt Juozas.

»Ja«, sage ich, »nach Korea.«

Wir sind unterwegs zum Baden im Fluss.

An eines der Wagenräder hat aus irgendeinem Grund jemand einen Motorradreifen angenagelt.

»Schönling«, sagt Molkerei voller Bewunderung, den Blick auf irgendetwas weiter vorne gerichtet.

»Das Pferd?«, frage ich nach.

»Ja, das.«

»Ungezähmt«, erwidere ich ihr.

»Ungezähmt«, wiederholt sie geheimnisvoll.

Sie sagt noch etwas, doch ich höre ihr nicht zu.

»Ich habe nicht zugehört«, sage ich.

»Den Pimmel, oder den Feind«, wiederholt sie.

»Schrei doch nicht so«, bittet sie Bartkus, denn Molkerei brüllt und wir fahren über das Feld, das Kasperavičius überquert hat, während wir ihm beobachteten, ob er nicht einsinken würde.

Doch das treibt Molkerei nur noch mehr an.

»Pim-mel«, skandiert sie im Stehen.

»Sie ist ein hartes Weibsstück«, sagt Kasperavičius.

Als ob er sagte: »Sie wird für uns alle kämpfen, wenn wir wegen ihr in die Klemme geraten.«

»Sollen die harten Weiber sich doch nach dem Krieg versammeln und aus vollem Halse grölen«, entgegnet Bartkus.

Und das ermutigt Molkerei zum Mottowechsel.

»Fe-eind«, skandiert sie jetzt und was könnten wir gegen sie unternehmen? »Einen Feind mit so einem Pimmel«, sagt sie und zeigt mit dem Finger auf das Pferd.

Wir sind machtlos.

Dann fällt sie auf den mit Heu bedeckten Wagenboden.

»Und Sie?«, fragt sie mich und schaut mir dabei direkt in die Augen.

»Ich?«, erwarte ich ihre Frage.

»Werden Sie sich am Fluss vor mir ausziehen?«

Ihr Kopf liegt im Schatten meines Ellbogens. Da sind immer welche, die sich von ihrem unreinen Mund beleidigt fühlen. Doch dann gibt es auch immer welche, die ihren perfekten Körper verteidigen. Sie ist ein Kuckucksweibchen, das seine Kinder aus dem Nest geworfen hat, bellt wie das allerletzte Schandmaul von Hund und »trägt« Kuhzitzen mit sich herum. Doch mancher Mann begehrt sie mehr als die anderen Frauen, ihre Brüste – groß und stramm – entfachen die Leidenschaft, so wie die Freiheit, über die man spricht, die man aber nicht berühren darf. Ihre Worte sind roh und unrein – und ansteckend.

Und jetzt fragte sie mich, ob ich mich heute ausziehen würde. Als ob wir nicht jeden Tag vor den Augen der anderen auf demselben Eimer hocken würden.

»Du wärst enttäuscht«, antworte ich ihr, während ich bald sie, bald das Ding da vorne anblicke, das sie »Schönling« nennt.

»Nein«, antwortet sie schelmisch. »Und wissen Sie warum?«

»Nein.«

»Weil ich schon so viele gesehen habe und nicht ein einziges Mal war ich enttäuscht.«

In Fontainebleau 1938 kannte ich eine andere Molkerei, Natalia, meine Friseurin.

»Sie kommen schon seit einem Jahr zu mir zum Haareschneiden, Žemaitis«, pflegte sie zu sagen. »Hat das etwas zu bedeuten?«

»Noch immer nicht.«

Dasselbe sagte sie zu unserem Dozenten für Artilleriegeschichte. Der Zufall wollte es, dass ich oft gleich nach ihm an der Reihe war.

»Monsieur Juvaly, seit drei Jahren bringe ich Ihr Haupt in Ordnung, ich und keine andere. Für Sie sind drei Jahre ein Pappenstiel, doch ich bin erst 21. Ein Siebtel meines Lebens, Monsieur Juvaly.«

Sie war Molkerei, nur naiv und jünger. Und subtiler, denn sie lebte in Frankreich und erinnerte sich nicht an den Krieg.

»Jahr um Jahr wühle ich in ihren Scheiteln herum, klappe die Ohren um, um sie nicht mit der Schere zu treffen, bade in ihren Haaren, und das alles bedeutet noch immer nichts.«

»Ich komme erst seit einem halben Jahr zu Ihnen«, berichtige ich sie.

»Ich meinte Monsieur Juvaly.« Sie wendet sich um und sieht nach, ob Monsieur Juvaly schon gegangen ist. Monsieur Juvaly steht in der Tür und winkt ihr zu. »Auf Wiedersehen, Monsieur Juvaly. Nicht zu viel Brillantine. Sonst bekommen sie vorzeitig eine Glatze.«

»Warum bist du hier, Natalie, in Fontainebleau?«

»Ich bin Natalia«, berichtigt sie. »Das sind zwei verschiedene Namen.«

»Also, Natalia, warum hier und nicht anderswo?«

»Žemaitis, Sie sprechen so, als würden Sie aus Paris anrufen. Warum sind Sie nicht in Afrika sondern hier?«

»Dort wird keine Artillerie unterrichtet.«

»Weshalb nicht in Afrika sondern hier, in Fontainebleau, bei der armen Natalia, die Ihnen immer noch nichts bedeutet?«

Wir blicken einander im Spiegel an. Passend zu ihren Vorwürfen macht sie ein ernstes Gesicht, verzieht den Mund.

»In Afrika gibt es nichts zu tun.«

»Genau das Richtige für Sie. Dort fehlt es an guten Heerführern.«

»Wem?«, frage ich.

»Woher soll ich das denn wissen? Ich, eine arme Friseurin aus Fontainebleau. Vielleicht den Affen. Haben die gute Heerführer?«

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