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Auf der Suche nach der optimalen Gesundheit
Gleichgewicht: Das ist die Domäne der Eliteturnerin auf dem Schwebebalken oder der Yogini (des weiblichen Yogi), die auf einem Bein steht. Darauf beruht eine nahrhafte Mahlzeit (die wir oft aus Zeitgründen nicht zubereiten oder genießen können). Das ist Arbeit und Leben, Selbst und Familie. Das ist ein von der Seele durchdrungenes Kreisdiagramm, in dem alle Teile sich ergänzen und unseren Geist nähren. Gleichgewicht ist das Mittel und der Zweck. Gleichgewicht ist der Heilige Gral, etwas, wonach wir alle streben. Gleichgewicht ist stabil und nachhaltig. Gleichgewicht ist Gesundheit. Und Gleichgewicht ist schwer zu erreichen.
Wir wissen, dass wir den Spießrutenlauf zwischen Arbeit, Kindererziehung, Einkaufen, Beaufsichtigungs- und Pflegearbeiten, Besorgungsgängen und dem Wahren all unserer anderen Interessen mithilfe des Gleichgewichts bewältigen und gleichzeitig körperlich und geistig gesund bleiben können. Wenn wir im Gleichgewicht sind, können wir diese Aufgaben gelassener, ruhiger und mit mehr Stärke übernehmen. Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass bereits unser unentwegtes Streben nach Gleichgewicht per se Stress bedeuten kann. Und oft genug sind wir frustriert, weil es uns nicht gelingt, ins Gleichgewicht zu kommen.
Es könnte jedoch sein, dass es gar nicht an Ihnen liegt, dass Sie das Gleichgewicht nicht finden. Es könnte vielmehr daran liegen, dass Ihre Hormone aus dem Lot sind, und dass Sie sich daher auch aus dem Lot fühlen. Wenn Ihre Hormone durcheinander sind, können Sie sich träge, reizbar, weinerlich, mürrisch, missachtet, ängstlich und depressiv fühlen. Und dann fällt es Ihnen noch schwerer, Ihre täglichen Pflichten zu erfüllen. Und woher wissen Sie, dass Ihre Hormone daran schuld sind? Hier kommen die Fragebögen ins Spiel.
Gesundheit ist ein komplexes Ökosystem. Die physiologischen Prozesse unseres Körpers beeinflussen unsere Stimmung, Psyche und Lebensart, und zwar egal, ob sie optimal funktionieren oder gestört sind. Ihre Hormone üben also mehr Einfluss aus, als Sie sich wahrscheinlich vorstellen können.
Unterschätzen Sie niemals, welche Macht Stress besitzt. Er kann die biochemischen Abläufe im Körper verändern. Das ist nichts Obskures, das ist eine medizinische Tatsache. Der häufigste Grund für einen Arztbesuch ist Stress und zu den häufigsten Todesursachen, wie Herzkrankheiten, Diabetes, Schlaganfall und Krebs, trägt er mit bei. Eine aussagefähige Anamnese gewährleistet, dass wir alle diese Möglichkeiten berücksichtigen. Wird eine ausgelassen, könnte es sein, dass wir die Ursache der Hormonschwankung nicht finden.
Meine Fragebögen orientieren sich grob an den Theorien von Dr. John Lee, einem namhaften Arzt, der seine Arbeit dem hormonellen Gleichgewicht gewidmet hat. Ich habe meine Fragen im Laufe der Jahre meinen eigenen Beobachtungen und Erfahrungen mit den Frauen in meiner Praxis angepasst und eine erhebliche Menge an Belegen einfließen lassen. Ich ermutige meine Patientinnen dazu, den Weg durch die hormonellen Schwankungen als eine (wenngleich lange und abenteuerliche) Reise zu betrachten – eine weibliche Version der Odyssee. Jede lange und abenteuerliche, lebensverändernde Suche beginnt mit einer Aufgabe. Und genau die wird Ihnen in Form der Fragebögen gestellt: Die Aufgabe, die am Anfang der Reise steht und die die Bereitschaft der Heldinnen auf der Suche nach dem Gleichgewicht auslotet. Ihre Antworten auf diese Fragen bestimmen, wohin die weitere Reise führt. Ihr Handwerkszeug sind die im Gottfried-Programm beschriebenen Behandlungsmethoden.
Die folgenden Fragebögen, die denen ähneln, die ich in meiner Praxis verwende, sollen Ihnen helfen, die bislang nicht diagnostizierten hormonellen Probleme, mit denen Sie vielleicht zu tun haben, richtig zu bestimmen. Je nach Ergebnis versuche ich, weder der Schulmedizin zu folgen, die sich mit einer Diagnose eher schwertut, noch der alternativen Medizin, bei der ich manchmal eine allzu eilfertige Diagnosestellung beobachte, sondern die goldene Mitte zwischen diesen beiden Extremen zu finden.
Lesen Sie die Liste der Symptome aufmerksam durch, markieren Sie all diejenigen, von denen Sie betroffen sind, und zählen Sie die ermittelten Punkte in jeder Gruppe zusammen. Beachten Sie bitte, dass jeder Teil gesondert beantwortet werden sollte. Genau wie in einem Mengendiagramm, bei dem sich Kreise überlappen, können Sie Symptome haben, die zu mehreren Teilen passen (wie Probleme mit der Unfruchtbarkeit und der Stimmung). Mit anderen Worten, einige Ihrer Antworten können sich wiederholen – doch meist kristallisieren sich ein oder zwei Bereiche heraus, die hormonelle Hauptprobleme abbilden. Keine Sorge! Am Ende werten wir Ihre Antworten gemeinsam aus.
Teil A
Haben oder hatten Sie in den vergangenen sechs Monaten …
das Gefühl, unentwegt von einer Aufgabe zur nächsten zu hetzen?
das Gefühl, aufgedreht und trotzdem müde zu sein?
Mühe, vor dem Einschlafen zur Ruhe zu kommen oder neuen Auftrieb, der Sie lange wach hält?
Einschlaf- oder Durchschlafprobleme?
ein Gefühl der Angst oder Nervosität – nicht zu bremsende, unkontrollierbare Sorgen?
rasch auftretende Gefühle von Ärger oder Wut, begleitet von häufigem Anschreien?
Gedächtnislücken oder das Gefühl mangelnder Konzentration, insbesondere unter Druck?
Heißhunger auf Süßes (Sie „brauchen“ eine Kleinigkeit nach jeder Mahlzeit, meist etwas aus Schokolade)?
eine Zunahme des Bauchumfangs auf mehr als 90 cm (das gefürchtete Bauchfett oder der Rettungsring – kein Blähbauch)?
Hautkrankheiten wie Ekzeme oder eine dünne Haut (manchmal im wörtlichen und psychologischen Sinn)?
Knochenschwund (vielleicht fallen bei Ihrem Arzt erschreckende Begriffe wie Osteopenie oder Osteoporose)?
Bluthochdruck oder Herzrasen ohne äußeren Anlass?
einen hohen Blutzuckerspiegel (vielleicht fielen ärztlicherseits die Begriffe Prädiabetes oder sogar Diabetes oder Insulinresistenz)? Zittrigkeit zwischen den Mahlzeiten, auch als Blutzuckerschwankungen bekannt?
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