Rich Schwab - Paaf!

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Juli 1986, zwölf Wochen nach Tschernobyl. Die Grünen und die Anti-Atom-Bewegung triumphieren: Das große Pöckensdorfer Anti-Atom-Festival, kurz Paaf!, kann stattfinden – alle behördlichem Hürden sind genommen. An die hunderttausend Protestpilger werden erwartet, und in dem beschaulichen Dörfchen in der Oberpfalz ist der Teufel los. Nicht nur dort – natürlich wollen etliche Geschäftemacher auf den Zug aufspringen, und nicht zuletzt versuchen diverse politische Gruppierungen – und der Verfassungsschutz – ihr eigenes Süppchen zu kochen.
Das könnte Büb Klütsch und seiner Band Penner´s Radio ziemlich wurscht sein, sie sind froh, dabei zu sein und geben natürlich alles, um vor dieser Kulisse ein denkwürdiges Konzert hinlegen – da macht es am dritten Festivaltag wirklich Paaf!, und hinter der Bühne gibt es einen Toten. Wieder einmal stolpert Schlagzeuger Büb, gewohnt selten nüchtern, in seinem vierten Abenteuer durch ein kaum durchschaubares Dickicht von politischen Ränken und kriminellen Machenschaften – und das, wo doch sein Kopf und sein Herz mit ganz Anderem beschäftigt sind …

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Well, a true friend is hard to find * , röhrte Richard Bargel. Na ja, ist halt nicht nur traurig, der gute, alte Blues.

***

»Aber mal ernsthaft«, ließ Emerson nicht locker. Emerson lässt nie locker. Der hatte ja selbst sechs Jahre, nachdem ich angefangen hatte, ein paar Gitarrenakkorde zu lernen, nicht aufgegeben, mich in die Grundlagen der Harmonielehre einführen zu wollen, obwohl das ähnlich viel Sinn zu haben schien, wie mir die binomischen Formeln verständlich zu machen. »Wir sind nicht irgendeine Popkapelle, die von ihrer Firma nach Pöckensdorf geschickt wird, um sich beim alternativen Publikum einzuschleimen – wir sind Penner’s Radio. Ich finde, wir müssen was Passendes zum Thema von uns geben, ein Statement setzen.«

»Wat der für Wörter kennt …«, murmelte Veedelnoh und deutete müden Applaus an.

»Aber recht hat er«, rief Little Joe über die Schulter. »Also, warum tretet ihr ausgerechnet beim Paaf! auf? Wo es doch letztes Jahr noch hieß ›Wir haben keinen Bock mehr auf diese Scheiß-Festivals‹?«

»Seit wann interessiert uns unser Geschwätz vom letzten Jahr?«, wich Noh aus. Er hatte ganz offensichtlich ähnlich wenig Lust darauf wie ich, sich mit Inhalten zu beschäftigen, mit Begründungen für in unseren Augen eigentlich selbstverständliches Engagement., mit Politik und politischen Sprechblasen, Parolen und Appellen. »Auf dieser Bühne wird’s mehr Betroffenheitsgeblubber und Solidaritätsgegreine und ›Wir Guten hier unten und ihr Bösen da oben‹-Verbrüderungsschleimerei geben, als wir nüchtern ertragen können.« Dem folgten zwei Minuten Schweigen, wahrscheinlich weil jeder von uns gerade überlegte, wann unser Gitarrist denn das letzte Mal nüchtern auf einer Bühne gesehen worden war.

»Und – gehören wir zu den Guten oder nicht?«, fragte Emerson schließlich.

»Alles eine Frage des Standpunkts«, sagte ich.

»Ach. Und – haben wir einen?« Noh verdrehte die Augen.

»Joe – was hast du gesagt, wie viele Benefizkonzerte wir in den letzten zehn Jahren abgeliefert haben?«

»Zweihundertneun«, kam es wie aus der Pistole geschossen vom Fahrersitz.

»Also. Muss ich danach noch irgendjemandem meinen Standpunkt verklickern?«

»Warum nicht? Was stört dich so daran? Wieso sperrst du dich so dagegen?«

Ich sagte ja, Emerson ist ein hartnäckiger Knochen.

Und dabei hatte er heute noch nicht mal richtig angefangen zu kiffen.

Um es kurz zu machen: Natürlich gehörten wir zu den Guten. Natürlich waren wir nicht irgendeine x-beliebige Popkapelle. Und natürlich würden wir in Pöckensdorf nicht einfach eine halbe Stunde von unserem üblichen Programm runterspulen, als sei’s eine Schülerfete oder irgendein Dorffestival.

»Wir könnten ja – schließlich geht’s gegen Atomkraft und um alternative Energien – Nohs neuen Song spielen«, schlug ich vor und erntete kindisches Gekicher. Schon, weil das neue Stück gar nicht von ihm stammte – es war eine Cover-Version des Uralt-Schlagers Ja, der Sonnenschein von den Colombinos, aus dem Jahr 1924; im Original ein Stück von zwei Minuten, mit einer Minute Orchester-Intro, einer Gesangsstrophe, einem Klaviersolo und zwei weiteren Instrumentalstrophen. Der beneidenswert schlichte Text ging so:

Ja, der Sonnenschein, der Sonnenschein hat’s fein

Jedes Mägdelein liebt Sonnenschein allein

Kommt der Sonnenschein früh ans Kämmerlein

Lässt das Mägdelein den Sonnenschein herein.

Das war der ganze Song. Veedelnoh, das alte Schlitzohr, hatte aus der flotten Polka einen bedrohlich vorwärts drängenden Midtempo-Rocker im guten alten Bo-Diddley-Groove gemacht, wobei Nohs Gitarrenriff mehr an Hendrix erinnerte als an Bo; ich spielte auf der Snare in einem swingenden Marschrhythmus darum herum, während die Bassdrum das Ganze stoisch die Viertel nach vorne kickte; Oblongs Bass hustete als Bindeglied zwischen uns beiden in der tiefen Lage keuchend auf die Bassdrum-Viertel, während in der oberen Lage Bo-Diddley-Synkopen drum herum hüpften, und Emerson ließ, passend zum Sonnenschein, auf seiner Orgel Wespenschwärme summen, Nachtigallen trällern und Spatzen schimpfen. Die Strophe hatten wir bei einer der letzten Proben sechsmal gesungen – erst ein-, dann zwei-, dann dreistimmig, und die letzten beiden sogar im Kanon; und gerade, wenn man dachte, nun reicht’s aber auch, legte Noh ein völlig wahnwitziges, schmutziges Gitarrensolo hin, das als Krönung von‘t Janze und um den Stilmix perfekt zu machen, in einem sechzehntaktigen, eigens von Emerson komponierten, komplizierten Unisono-Thema à la Mahavishnu Orchestra gipfelte. Und natürlich sang der Schweinepriester den ganzen Riemen auch noch im Falsett unisono mit. Völlig behämmerte Nummer – aber genau deswegen hatte sie was. Und natürlich musste ich nach fünf Minuten derart sturer Beinarbeit erst mal ein paar Runden um mein Schlagzeugpodest joggen, um keinen Wadenkrampf zu kriegen.

»Gute Idee«, befand unser Organist nun jedenfalls, und Noh guckte mich verdutzt an – hatte ich das nicht als Witz gemeint? Klar, sagten meine kurz gehobenen Augenbrauen.

»Find’ ich auch«, pflichtete Bruni von hinten bei. Oh. Womit die Nummer quasi so gut wie im Programm war – auf Brunis Urteil zu hören hatte sich schon des Öfteren gelohnt, beziehungsweise hatte es sich auch schon mehrmals als Fehler erwiesen, etwas zu spielen, bei dem ihr Daumen nach unten gekippt war.

»Okay. Aber lasst uns zum Programmablauf später kommen«, nahm Emerson seinen Faden wieder auf. »Schätze, das wird unser geringstes Problem sein.«

»Schon gar nicht, wenn ich mein Solo bei Sonnenschein ein bisschen ausbaue«, meinte Noh. »Soviel ich weiß, haben wir nur ’ne halbe Stunde.«

»Fünfundvierzig Minuten«, korrigierte Emerson. »Und wenn du dein Solo ausbaust, spiel’ ich nur schwarze Tasten.«

»Au, super!«, schrie Little Joe. »Kann ich zwei, drei von den weißen haben?« Und strahlte uns im Innenspiegel mit seiner Doppelzahnlücke an.

Zeit, ein neues Bier aufzumachen.

»Fangen wir bei den Fakten an«, machte Emerson weiter den Wortführer. »Was wissen wir über das Festival? Was wissen wir über die WAA? Was wissen wir über Tschernobyl? Was wissen wir über die deutsche Atompolitik? Was …«

»Was müssen wir darüber wissen?«, maulte Noh und spähte angestrengt aus dem Fenster, ob nicht bald das Schild Ausfahrt Erbelheim – 5 km auftauchte.

»Frage eins«, meldete sich Bruni. »Warum spielt ihr auf diesem Festival?«

»Gegenfrage«, sagte Noh. »Warum sollten ausgerechnet wir ausgerechnet dieses auslassen?«

»Nu’ komm, jetzt hör mal auf, so destruktiv zu sein«, sagte ich, und er warf mir einen langen Blick zu, der mich schwer an die Art erinnerte, wie ich früher unseren Klassenprimus betrachtet hatte, einen ziemlichen Streber.

»Genau«, sagte Bruni und kam nach vorne. Sie setzte sich auf den Sitz neben Noh, legte ihren Kopf an seine Brust, streckte ihre makellosen Beine über den Gang hinweg und legte ihre nackten Füße in meinen Schoß. »Werdet mal was konstruktiver. Du kraulst mir ein bisschen den Nacken, und der Büb massiert mir die Füße. Ich bin ein Kind der Savanne, ich komm’ mit den engen Schuhen von euch zivilisierten Weißen noch immer nicht so richtig zurecht.«

»Wie soll der Büb sich auf hochwichtige ernste Themen konzentrieren, wenn er deine Füße massieren muss?«, fragte Noh.

»Er ist Schlagzeuger«, antwortete sie. »Er kann mehrere Dinge gleichzeitig.« Also massierte ich ihr die niedlichen Zehen mit den noch niedlicheren dunkelrot lackierten Zehennägeln, die so winzig waren, dass man sich fragte, wie sie den Nagellack darauf gekriegt hatte, und Noh kraulte ihr den Nacken. Und natürlich schaffte unsere schwarze Prinzessin es wieder mal, der Atmosphäre zwischen uns eine friedlichere Note zu verleihen.

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