Rich Schwab - Paaf!

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Juli 1986, zwölf Wochen nach Tschernobyl. Die Grünen und die Anti-Atom-Bewegung triumphieren: Das große Pöckensdorfer Anti-Atom-Festival, kurz Paaf!, kann stattfinden – alle behördlichem Hürden sind genommen. An die hunderttausend Protestpilger werden erwartet, und in dem beschaulichen Dörfchen in der Oberpfalz ist der Teufel los. Nicht nur dort – natürlich wollen etliche Geschäftemacher auf den Zug aufspringen, und nicht zuletzt versuchen diverse politische Gruppierungen – und der Verfassungsschutz – ihr eigenes Süppchen zu kochen.
Das könnte Büb Klütsch und seiner Band Penner´s Radio ziemlich wurscht sein, sie sind froh, dabei zu sein und geben natürlich alles, um vor dieser Kulisse ein denkwürdiges Konzert hinlegen – da macht es am dritten Festivaltag wirklich Paaf!, und hinter der Bühne gibt es einen Toten. Wieder einmal stolpert Schlagzeuger Büb, gewohnt selten nüchtern, in seinem vierten Abenteuer durch ein kaum durchschaubares Dickicht von politischen Ränken und kriminellen Machenschaften – und das, wo doch sein Kopf und sein Herz mit ganz Anderem beschäftigt sind …

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In Köln nahm der Konflikt zwischen Türken und Kurden neue Formen an. Vier bewaffnete und maskierte Männer mit kurdischem Akzent hatten letzte Nacht die Unterkunft des türkischen Kulturvereins in der Burgunder Straße überfallen. Fünf späte Gäste und das Bedienungspersonal mussten sich auf den Boden legen, dann wurden ihnen Geld, Uhren und Schmuck abgenommen. Daraufhin wurden sie in einen Keller gesperrt. Zum Schluss leerten die Eindringlinge alle Automaten und ließen einen Videorekorder mitgehen.

»Komisch«, kommentierte Emerson sarkastisch, »keine Rede von kiloweise Heroin, Opium, Haschisch, die verschwunden sind …?«

»In einem türkischen Kulturverein?«, fragte Noh scheinheilig. »In Kölle?«

Aber wo wir schon in Köln waren – Fortuna hatte im eigenen Südstadion keine Chance und verlor 1:6 im Lokalderby gegen den FC. Da würde »der Schäng« in seinem Stammlokal wohl etliche Trostrunden schmeißen müssen.

»Aber Tschernobyl ist unser Stichwort«, kam Emerson dann doch noch zum ernsteren Teil des Tages. »Pöckensdorf. Zigtausend vor der Bühne, die nicht einfach nur Konzertbesucher sind, sondern auch Demonstranten. Genau, wie das Paaf! nicht einfach nur ein Rockfestival ist, sondern vor allem eine politische Veranstaltung.« Allgemeines Gähnen. Bierdosenzischen. Zigarettenpapierrascheln. »Ja, ja, ich weiß, ihr Banausen. Aber wir werden nicht umhin kommen, uns was zum Thema zu überlegen. Und das nicht erst auf der Bühne. Oder bei irgendeiner Pressekonferenz, Männers.«

»Vergesst die Talkshow nich’«, kam es schläfrig von der Rückbank.

»Ach, du Scheiße«, stöhnte Noh, »die Scheiß-Talkshow in München …!«

»Das soll der kleine dicke Ritter übernehmen«, schlug ich vor und gewann eine Extradose Bier. Unser neuer Bassist redete an schlechten Tagen weniger als Buster Keaton und an guten nicht viel mehr als Marcel Marceau. Manchmal auch umgekehrt.

»Aber telegen isser ja«, meinte Noh.

Konnte man so sehen. Oblong trug, wie meistens unterwegs, seinen bequemen Touranzug – einen knallgrünen, selbst seinen hundertdreißig Kilo drei Nummern zu weiten Tankwart-Overall, ölverschmiert, als habe er sein freies Wochenende unter dem Setra verbracht, den rosa Reißverschluss offen bis zum Nabel. Darunter blendete einen in Neon-Orange der Totenkopf eines schwarzen Grateful Dead-T-Shirts, die Beine des Overalls steckten in knöchelhohen braun-karierten Filzpantoffeln, und gekrönt wurde das Outfit von einem zwei Nummern zu kleinen Pepita-Hütchen, in dessen Hutband ein paar rot-weiße FC-Wimpel steckten. »Wo lässt du eigentlich deine Garderobe, eh …, designen, Mann?«

Oblong klappte stolz grinsend die linke Klappe einer der aufgenähten Brusttaschen um. Chanel , leuchtete uns ein Etikett entgegen.

»Und die andere?«, fragte ich. Weingarten – Vater & Sohn, stand in seriösem Gold auf Schwarz unter der rechten. Ein Extra-Bier für den Bassmann.

Als ich mich mit unserem neuen Bandmitglied im letzten Jahr ein wenig näher angefreundet hatte, bei dem einen oder anderen Bier nach Proben oder Auftritten, bei ausgiebigen gemeinsamen Frühstücken oder Stunden um Stunden, Kilometer um Kilometer im Bus eingesperrt – Schlagzeuger und Bassist, die Rhythmusgruppe, das Fundament jeder Band, müssen schließlich besonders gut zusammenpassen –, hatte er mir mal sein Zitatenbuch gezeigt. Eins einer ganzen Reihe von Zitatenbüchern – Oblong las eine Menge, schon seit seiner Kindheit, womit wir wieder etwas gemeinsam hatten, und hatte bei der Lektüre immer ein schwarzes Ringbuch griffbereit, in das er Dinge eintrug, die ihm besonders gefielen – oder eben nicht; die er auf jeden Fall für würdig hielt, festgehalten zu werden, wert, irgendwann mal, beim erneuten Lesen, beim wahllosen Durchstöbern der Zitatenbücher, noch einmal überdacht zu werden. Von diesen schwarzen, ordentlich durchnummerierten Ringbüchern hatte er einen ganzen Regalmeter voll, in fein säuberlicher, fast mädchenhafter Schrift, mit großen Kringeln auf den i’s und unter den Ausrufezeichen und drei zentrierten Asterisken unter jedem Zitat. Ich hatte einmal nach einem heftigen Besäufnis bei ihm übernachtet, und wir hatten zu zweit in der großen Wohnküche seiner Schwulen-WG gefrühstückt – jeder war mit einem Packen Zeitschriften versorgt, Chick Corea und Gary Burton duettierten im Kassettenrekorder, wir schlürften Gute-Laune-Tee aus dem Reformhaus, kauten an Käsebrötchen und Schokohörnchen und warfen uns gelegentlich bemerkenswerte Auszüge aus irgendwelchen Artikeln über den Tisch.

»Du musst Acht geben, wenn du ausgehst, Süßer«, brummte ich zum Beispiel. »In Sachen Handtaschenraub gibt’s in Köln ’ne Steigerung um dreißig Prozent.«

»Dann pass du gut auf bei deinem nächsten Frühschoppen«, entgegnete er. »Hier: ›Mit schweren Gesichtsverletzungen wurde ein Mann abends Ecke Mauenheimer und Merheimer Straße gefunden‹ – ist das nicht Nippes, dein altes Viertel? ›Der 34-Jährige erinnert sich, dass er gegen siebzehn Uhr eine Gaststätte im Bilderstöckchen verlassen habe, um heimzugehen – und das keineswegs betrunken. Kurz darauf seien ihm vier Personen entgegen gekommen, und er habe einen Schlag auf den Kopf gespürt. Mehr wisse er nicht mehr‹«.

»Warum sollte ich mittags um fünf schon heimgehen? Und noch nicht mal besoffen?«

»Ha!« Fünf Minuten später. »›Queen Elizabeth hat Bob Geldof für seine Verdienste um Live Aid zum Ehrenritter geschlagen. Der Popsänger und Krawattengegner hatte sich zu dem Anlass sogar eigens einen Frack gekauft – samt Schlips!‹«

»Der Schleimer!«

»Apropos«, griente Oblong und räkelte sich in einem wigwamförmigen Kaftan aus einem mit Ornamenten gemusterten Brokatstoff, wie ich ihn bloß von den Sesselbezügen in Oma Klütschs guter Stube kannte. »›Erst jetzt kam raus: Hinter dem Sprengstoffanschlag auf die JVA Celle 1978 steckte tatsächlich der Verfassungsschutz. Dessen Beamte verübten den Anschlag, um, Zitat: ›einen Spitzel in die Terroristen-Szene einzuschleusen‹. Ministerpräsident Albrecht sei, entgegen all seiner Dementis, in den Plan eingeweiht gewesen. Kanzler Schmidt hingegen bestreitet sein Wissen immer noch hartnäckig.‹«

»Du kannst ja richtig lange Sätze«, wunderte ich mich.

»Na ja«, tat er verlegen, »war ja abgelesen. Aber in kleinem Kreise schon.«

»In größeren ist manch einer der Meinung, du seist taubstumm.« Schulterzucken.

»Von mir aus.« Er stand auf, watschelte in sein Zimmer und kam mit einem der Ringbücher zurück. Blätterte kurz und hielt es mir dann vor die Nase.

Schweigsame Menschen sind grundsätzlich im Vorteil gegenüber Plaudertaschen , las ich. Man glaubt, sie wissen was. Je mehr man auf sie einschwätzen tut, desto alberner kommt man sich vor, desto mehr erscheinen sie einem als eine Art Buddha … Die Stillen, die wissen wirklich was. Sie wissen, dass sie den Mund halten müssen. Sie haben kapiert, dass man sich durch Reden längst nicht so interessant machen kann wie durch standhaftes vielsagendes Schweigen .

»Aha«, sagte ich. »Wer war denn so klug?«

»Allan Gurganus. Und seine Rebellenwitwe. Schönes Buch. Noch ’n Tässchen Tee?«

Als Bassist gab er sich ähnlich sparsam, aber immer auf den Punkt. Es hatte mir vierzehn Jahre lang großen Spaß gemacht, mit Eiermann zusammen die Rhythmusgruppe zu bilden – aber mit Oblong Fitz Oblongs schnörkellos präzisem, immer nach vorne marschierendem und trotzdem swingendem Spiel bekam das Bild vom Rückgrat der Band doch noch einmal eine ganz neue Qualität. Sein Humor gefiel mir auch ausnehmend gut, und seine Ringbücher waren eine wahre Fundgrube.

Und man konnte auch prima mit ihm versacken. Den Spätabendspruch »Komm, wir trinken noch ein paar, und dann geh’n wir bald« hatten wir schon astrein unisono drauf.

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