Ellen Händler - Problemzone Ostmann?

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Wendeverlierer, Abgehängte, Rechtspopulisten – mit diesen Schlagworten sehen sich Männer aus dem Osten Deutschlands konfrontiert. Ellen Händler und Uta Mitsching-Viertel blicken hinter die Klischees und geben den Ostmännern eine Stimme. Stück um Stück entsteht ein differenziertes, vielschichtiges Bild der Lebenswirklichkeiten in Ostdeutschland vor und nach der Wende. Die Autorinnen nehmen die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise durch achtzig Jahre deutscher Geschichte, warmherzig erzählt, zuweilen tragisch, immer aber lesenswert.

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Zu den vier Kindern aus der ersten Ehe versuchte ich immer Kontakt zu halten. Unser Sohn, unser erstes Kind, machte damals die Ausbildung zum Diplomingenieur für Kfz-Technik und hat also keinen kirchlichen Beruf. Von den drei Töchtern studierte die erste in Rostock Theologie, hat ihren Mann dort kennengelernt und in dieser Zeit das erste Kind bekommen. Die zweite Tochter hatte nach ihrer Berufsausbildung mit Abitur in einer Papierfabrik ebenfalls angefangen, in Berlin Theologie zu studieren, hat ihren Mann, ebenfalls einen Theologen, kennengelernt, geheiratet und ist mit ihm nach Mecklenburg gezogen. Später haben sie einen Ausreiseantrag gestellt und sind in die Schweiz gezogen, wo sie heute noch leben. Die dritte Tochter hat einen Bolivianer kennengelernt, der in Deutschland studierte. Sie hat 1981 an der EOS* gerade Abitur gemacht und hatte es natürlich am schwersten gemeinsam mit der Mutter. Später heiratete sie diesen Bolivianer, konnte so die DDR verlassen und lebt in Kiel. Sie bekam vier Kinder. Nach deren Geburt oder zu deren Taufe konnte ich einen Reiseantrag stellen, den ich genehmigt bekam.

Bis zum Grundlagenvertrag 1971 gab es keine Reisen in den Westen, ich konnte weder meine Eltern noch meine Schwester besuchen. Mit dem Grundlagenvertrag änderte sich das und man konnte in dringenden Familienangelegenheiten zu Besuch reisen. Zu meinen Eltern hielt ich immer Kontakt. Sie besuchten uns regelmäßig. Wir schrieben damals noch Briefe. Telefonieren war sehr aufwendig und teuer.

1983 fragte mich der Oberkonsistorialrat, ob ich wieder in den Pfarrdienst möchte und bot mir drei Pfarrstellen an. Wir wollten in der Nähe zu Polen bleiben und möglichst intakte Kirchen, da ich vorher schon mal eine abgebrannte Kirche wieder aufbauen musste. In den Jahren davor hatte ich angefangen, Polnisch zu lernen. Wir wollte näher an die Oder. Die Stelle lag aber im Braunkohlegebiet. Im Oktober sind wir hingefahren, es schien die Sonne noch so schön. Ich sagte zu. Den Ruß der Brikettfabriken in der Luft bemerkten wir erst im Winter, als der Schnee so schmutzig wurde. 1984 übernahm ich die Pfarrstelle in G. mit vier Predigtstellen. Meine Frau war inzwischen wieder schwanger und musste längere Zeit ins Krankenhaus. So brachte ich morgens unsere Tochter in die Krippe und holte sie am Nachmittag wieder ab. Es wurde ein Sohn, 1984 geboren. Da war ich schon 52 Jahre alt.

Am 1. März sollte ich in meiner Pfarrstelle anfangen, da setzten die Wehen ein. Ich brachte meine Frau nach Frankfurt zur Entbindung, aber das Kind kam noch nicht. Ich bin zurück und kam am nächsten Tag gerade rechtzeitig wieder hin, als er geboren wurde. Als ich ihn auf dem Arm hatte, kamen mir die Tränen, ich hatte wieder einen Sohn nach so vielen Töchtern. Die große, dreizehnjährige Tochter meiner Frau war an diesem Tag, ihrem ersten Schultag, gefragt worden, wie viele Geschwister sie habe, und sie hatte geantwortet: »Zwei oder drei«, als wüsste sie es nicht. Sie konnte es wirklich noch nicht wissen.

Im Pfarrkonvent wurde gefragt, wer bereit sei, eine Schweizer Delegation von Pfarrern und Kirchenleuten, eine Gruppe von fünf Leuten, für eine Woche aufzunehmen. Ich schrie sofort: »Hier!« Ich wollte Kontakte vermitteln. Der strukturbestimmende Betrieb war die Braunkohle. Da ließ sich aber nichts vereinbaren. Das ging also nicht. Natürlich nahm ich Kontakt mit der Bürgermeisterin auf, was gut ging. Auch mit dem LPG-Vorsitzenden führten wir ein Gespräch. Mehr so nebenbei, nicht ganz offiziell. Wir wollten ja nicht, dass das abgelehnt wird. Es gelang uns, einen Gegenbesuch zustande zu bringen. Organisiert wurde er durch den Ökumenischen Jugenddienst in Berlin, der Dienstreisen bei den staatlichen Stellen vermitteln konnte. Mit zwei Leuten konnten wir in die Schweiz reisen. So fuhren die Frau des Gemeindekirchenratsvorsitzenden und ich die erste Woche in die französische Schweiz, die zweite Woche nach Zürich. Wir fuhren mit dem Zug. Auf der Rückreise haben wir unsere Partnergemeinden in Pforzheim und Wuppertal besucht. Mit dem einem Pfarrer aus der Schweiz sind wir bis heute befreundet. Wir haben unsere Kinder nicht als Kleinkinder getauft, sondern erst im Kindesalter. Das hatte meine Frau schon so mit ihren Kindern gemacht, und unsere gemeinsame Tochter suchte sich von den zwei Paten, die sie wollte, diesen Schweizer Pfarrer aus.

1989 hatte unsere Partnergemeinde in Wuppertal ein Jubiläum. Ministerpräsident Rau, der aus dieser Gemeinde stammte, nahm an den Feierlichkeiten teil. Meine Frau hat ihn in guter Erinnerung. Als Partnergemeinde hatte man uns eingeladen. Diesmal fuhren meine Frau und der Kirchgemeinderats-Vorsitzende. Nicht immer die Pfarrer sollten es sein. Sie fuhren noch zu Honeckers Zeiten und kamen nach seinem Rücktritt zurück. Es waren ihre ersten Westreisen. Dort hörte sie im Radio, dass Honecker in den nächsten Tagen zurücktreten werde. Als sie zurückkamen, waren die Grenzer deutlich freundlicher.

Der 9. November ist ein schicksalsträchtiges Datum. Wir haben erst bis zum Sonntag gewartet, ehe wir nach Berlin fuhren und in den Westteil gingen. Wir waren überwältigt. Bis dahin fühlten wir uns doch sehr eingeengt. Wir dachten, »Toll, wahnsinnig«, und sind gleich an einem der nächsten Wochenenden nach Österreich gefahren.

Abgesehen von Dienstreisen, die wir machten, haben wir privat so große Reisen in der DDR nicht gemacht, bis auf eine ganz große Reise mit meiner ersten Familie: Wir fuhren mit dem Pkw und einem Campinganhänger mit unseren drei Töchtern bis nach Jerewan. Das war ein Angebot vom DDR-Reisebüro. Leider mussten wir für drei Tage ins Krankenhaus. Da haben sie für uns eine ganze Station freigeräumt. Als wir wieder raus waren, brauchten wir eine neue Marschroute, weil ja die Übernachtungen um diese drei Tage verschoben waren. Das war und bleibt ein unvergessliches Erlebnis!

Wir haben in der Kirche im Unterschied zu nichtkirchlichen Berufen im Osten wenig Geld bekommen. Wir kamen finanziell mühsam über die Runden. Nach der Wende stieg das Pfarrgehalt schnell an, aber das von den Mitarbeitern blieb relativ niedrig. So liegt zum Beispiel mein Ruhegehalt dreimal höher als das meiner Frau. Während sie gearbeitet hat, war es besser, aber ihre Rente ist ziemlich gering.

Unterschiede zwischen Ost- und Westmännern fallen mir keine ein. Jedenfalls zu den Männern, die ich näher kenne. Ich weiß aber, dass ich die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der DDR viel mehr reflektiert habe, als ich dies im Westen getan hätte. Wir mussten uns immer überlegen, unter welchen Voraussetzungen wir in der Kirche arbeiten und wo wir Ansätze oder Wege zu einem Gespräch finden können. Wie kommen wir mit den staatlichen Vertretern zurecht? Das nahm mich alles sehr in Anspruch. Wir sind in der Kirche zum Dienst erzogen worden, nicht zur Karriere, auch nicht, um vielleicht Bischof zu werden. Es geht darum, Verantwortung wahrzunehmen. Unterschiede zwischen Ost und West bestanden wie gesagt im Einkommen. Nach der Wende habe ich keine Akzeptanzprobleme von westlichen Kollegen in der Kirche verspürt. Sie bestanden wohl in der Verwaltung, nicht aber in der eigentlichen Arbeit. Durch die wieder gesetzliche Kirchensteuer kam es zu vielen Austritten. In der DDR zahlte man einfach die Kirchensteuer nicht, und so ruhte mehr oder weniger die Kirchenzugehörigkeit. Es sei denn, man wurde in gewissen Berufen zum Austritt gezwungen.

Als ich 1995 in den Ruhestand ging, engagierte ich mich weiter mit Vertretungen. 1996 begann ich im Kreisseniorenbeirat mitzuarbeiten und wurde ein Jahr später für zehn Jahre dessen Vorsitzender, war später auch einige Jahre einer der stellvertretenden Vorsitzenden des Landesseniorenrates. So waren die jährlichen Seniorenwochen zu organisieren. Für die Eröffnungsveranstaltung im Kreis suchten wir Kontakt zum Theater. Dort wurde gerade das Seniorentheater gegründet. Und da machte ich gleich mit. Bis heute bin ich dabei. Abgesehen von eigenen Stücken waren wir Statisten in Faust I und II und sind mit auf Theaterreisen gegangen, unter anderem bis Südtirol.

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