Dominique Manotti - Schwarzes Gold

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Neulich in Marseille 1973. Die großen Ölkonzerne halten den Daumen auf dem Erdölmarkt. Auch der transatlantische Drogenhandel blüht nicht mehr wie zuvor, die French Connection ist zerschlagen. Während Unterwelt und Polizei sich neu aufstellen, kämpft die Hafenstadt Marseille mit dem wirtschaftlichen Niedergang. Der junge Commissaire Daquin aus Paris stößt zu den Kriminalermittlern an der Côte. Sein erster Fall: Vor einem Casino in Nizza wird ein Marseiller Unternehmer mit zehn Schüssen niedergestreckt. Der Staatsanwalt vermutet eine Abrechnung im Milieu. Daquin zweifelt. Doch die Seilschaften vor Ort zu durchschauen ist einem Auswärtigen kaum möglich. Was für ein Spiel läuft hier? In diesem Roman (das französische Original erschien 2015 bei Gallimard) schickt Dominique Manotti ihren Protagonisten Théo Daquin in seine Vergangenheit – in eine Affäre, die nicht nur sämtliche unterirdischen Netzwerke von Marseille und Nizza umfasst, sondern vor allem die obskure Welt des Erdölhandels. Meisterhaft gestaltet die Wirtschaftshistorikerin das gigantische ökonomische und geopolitische Fresko einer hochkomplexen Epoche, die bereits das Gesicht des 21. Jahrhunderts erahnen lässt. Ausgezeichnet mit dem GRAND PRIX DU ROMAN NOIR 2016

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Delmas berichtet weiter: »In den Polizeiakten steht, dass Pieri nicht verheiratet ist, weder eine offizielle Geliebte hat noch Kinder.«

»Das kann ich bestätigen«, sagt Casanova.

»Bis in die Sechzigerjahre lebt er mit seiner Großmutter zusammen. Zu dieser Zeit kauft er ihr ein Häuschen in Calenzana, in das sie umzieht. Sie stirbt 1968. Ansonsten sind die Akten ausgesprochen diskret. Ein paar wenige Meldungen vom Zoll wegen Verdachts auf Zigarettenschmuggel, keine Festnahme, keine Verurteilung. 1959 notiert ein Polizist ein Gerücht, dem zufolge Pieri bei einer Abrechnung ums Leben gekommen sei, aber 1960 taucht er wieder auf der Bildfläche auf. Nichts über eine mögliche Beteiligung am Heroinhandel.«

Daquin unterbricht. »Dabei ist das doch die Zeit, als die Guérinis neben ihren vielen anderen Aktivitäten die French Connection organisieren. Hält sich Pieri aus den Drogen heraus?«

»Sicher nicht. Wir wussten, dass Pieri einer der treuesten Soldaten der Guérini-Brüder war, ehe er Antoine Guérinis Erster Kapitän wurde. Als solcher watete er in Heroin. Aber es war eine Zeit relativer Straflosigkeit. Und wenn ich relativ sage … Die Guérini-Brüder wurden ebenfalls nicht behelligt.«

Grimbert übernimmt wieder. »1962 gründet Pieri die Somar, die also sieben Jahre lang parallel zum voll funktionstüchtigen Guérini-Clan existiert. Gibt es Verbindungen zwischen der Somar und dem Clan?«

Casanova lächelt. »Spiel nicht den Unschuldigen, Englishman. Es ist ausgeschlossen, dass es keine Verbindung zwischen der Somar und den Guérinis gab, und das weißt du so gut wie ich. Als die Familie Guérini zu Fall kam, zwischen 1967 und 1969, hat man hier in Marseille und in Frankreich nicht viel Geld gefunden. Meine persönliche Meinung ist, dass ihnen die Somar von ihrer Gründung an dazu diente, es in Sicherheit zu bringen.«

Jetzt ist Daquin an der Reihe, den Naiven zu spielen. »Es gab damals keine Ermittlung in Bezug auf diesen Aspekt der Geschichte?«

Casanova ist sichtlich verlegen. »Erst mal waren Finanzermittlungen damals noch nicht in Mode. Und dann wäre es ein Wunder, wenn die Somar nur mit dem Geld der Guérinis gearbeitet hätte, wenn Sie verstehen, was ich sagen will.«

Ein Moment Schweigen, dann spricht Delmas. »Von seinem Wiederauftauchen 1960 an finden sich in den Polizeiakten Notizen, dass Pieri regelmäßige Geschäftsreisen in die USA unternimmt, mindestens vier im Jahr. Mehr steht da nicht.«

Casanova erläutert: »Täuschen Sie sich nicht, er war bestimmt kein Drogenschmuggler. Er war zuständig für die Gesamtverhandlungen mit den New Yorker Familien. Die French war ein gut geführtes Unternehmen, die Aufgaben waren streng aufgeteilt. Keine Genremischung, so lautete die Regel. Damit Sie das richtig verstehen: Die Guérinis, die die Heroinbranche kontrollierten, besaßen auch das komplette Opernviertel hier in Marseille, Bars, Bordelle, Nachtclubs, alles. Drogenverkäufer wurden nicht geduldet, nicht ein einziges Gramm Pulver war dort im Umlauf. Keine Genremischung. Wir dachten damals, Pieri wäre der Mittelsmann zwischen den Guérinis und den amerikanischen Familien, die das Heroin in New York vertrieben. Sie waren eng verbunden, seit die Guérinis 1947 die Kommunisten und 1950 die Hafenarbeiter aufgemischt hatten, und auch die CIA fanden sie nach ihrem Geschmack. Die Guérinis und ihre Soldaten waren Meister im Kampf gegen den Kommunismus. Wir würden diese Harmonie doch nicht stören. Niemand hatte damals etwas daran auszusetzen. Auch nicht in den höheren Sphären, den französischen oder den amerikanischen.«

Noch ein kurzer Austausch, dann zieht Casanova sich zurück. »Ich lasse euch in Ruhe arbeiten.«

Grimbert legt den Artikel aus Info Éco Avenir , den er aus dem Archiv der Handelskammer »ausgeliehen« hat, auf Daquins Schreibtisch.

»Ein interessanter Beitrag über die Wirtschaftskrise in Marseille 1964, der mich zum Nachdenken gebracht hat, allerdings enthält er ein verblüffendes Porträt von Pieri, das ihn als Pionier der Wiederbelebung des Marseiller Unternehmertums darstellt.«

Daquin überfliegt den Artikel. Eine Ode auf Pieri. Seltsam in einer Wirtschaftszeitung, die normalerweise sehr zurückhaltend sind. Er legt ihn beiseite. Den muss er aufmerksam lesen, in Ruhe.

Grimbert fährt fort: »Ich war auch beim Finanzamt. Die Akte Somar wird von den Spezialisten für die Finanzmauscheleien der Stadt und deren Gravitationsfelder sehr aufmerksam bewacht. Das ist ein Alarmsignal.«

Daquin fasst zusammen: »Aus allem, was heute Vormittag hier gesagt wurde, scheint mir hervorzugehen, dass sich unser Ausgangsansatz bestätigt: die zentrale Rolle der Somar. Solange sich nichts Besseres findet, erstes Ziel: Informationen über Co Trade finden, das ist wichtig, damit ich morgen nicht mit leeren Händen zum Gespräch mit Frickx gehe. Die Abteilung für Finanzdelikte des SRPJ kann uns vielleicht helfen?«

»Die besteht nur aus zwei Personen, aber eine davon kenne ich gut, ich werd’s versuchen.«

»Ich kann auch unsere Kollegen beim französischen Konsulat in New York bitten, uns zu schicken, was sie über Co Trade und Frickx finden können. Was halten Sie davon?«

»Warum nicht? Schließlich ist das amerikanische Konsulat in Marseille hyperaktiv, wir können versuchen, es ihnen mit gleicher Münze heimzuzahlen …«

»Anschließend treiben Sie sich ein bisschen in der Nähe von Pieris Wohnung herum, klassische Nachbarschaftserkundung. Vielleicht könnten Sie bei unseren Freunden vom Zoll vorbeigehen, ihnen ein paar Fragen über die Somar stellen. Und gleich morgen müssen wir zur Somar und den Angestellten unter dem Vorwand, sie über die Umstände von Pieris Tod zu informieren, möglichst viele Auskünfte zu seiner Person und zur Funktionsweise des Ladens entlocken. Ich würde auch gern eine halbamtliche Rekonstruktion des Mordes durchführen, da der Staatsanwalt nichts Offizielles will. Haben Sie hier im Évêché einen guten Spezialisten für Anschläge mit Schusswaffen, einen diskreten Mann?«

»Einen Spezialisten sicher, einen diskreten Mann – man darf nicht zu viel verlangen. Wenden Sie sich an den Direktor, er ist sehr stolz auf die mobilen Einsatzkommandos der Polizei, die er gerade neu eingeführt hat, es wird ihm ein Vergnügen sein, einen Kontakt herzustellen, und es ist gut für die Beziehung zu unseren Vorgesetzten.«

»Und sagen Sie, Grimbert, woher haben Sie diesen Spitznamen, Englishman?«

»Ihnen entgeht aber auch nichts … Als ich in Marseille ankam, war ich fünf Jahre alt, und ich war Engländer. Ich bin auf Malta geboren. Die Insel war damals britisch. Aber ich spreche schlecht Englisch, meine Muttersprache ist Maltesisch. Ich spreche auch Deutsch, gar nicht mal schlecht, mein Vater war Deutscher. Deutscher Jude. Er ist 1938 geflohen und erst auf Malta zum Stillstand gekommen, wo er meine Mutter geheiratet hat, aber er konnte sich nie an die maltesische Mundart gewöhnen. Zu Hause haben wir Maltesisch und Deutsch gesprochen.«

Einen Teil des Nachmittags verbringt Daquin damit, das Dossier noch einmal zu lesen. Sich die Personen einprägen, die kleinsten Details, sich nichts entgehen lassen. Ebenso die Polizeiakte von Emily Frickx mit dieser Spur abgedrehten Leichtsinns und den Artikel aus Info Éco Avenir mit seinem Porträt eines Marseiller Banditen als Held des modernistischen Unternehmertums. Er weiß nicht, was wichtig ist und was nicht, man muss also alles in Betracht ziehen.

Er verlässt das Büro relativ früh, um Einkäufe zu machen und zu kochen, wobei er noch nicht über das Menü entschieden hat. Normal. Er erinnert sich kaum an Vincent, er weiß nicht, ob es ihm Freude macht, ihn wiederzusehen, oder eher nicht, er weiß nicht, warum er ihn zum Abendessen eingeladen hat. Wie soll man unter diesen Umständen ein Menü zusammenstellen? Er durchquert das Panier-Viertel, läuft am Vieux-Port vorbei, geht dann hoch zum Markt von Noailles, angezogen von den Farben, dem Lärm, den Menschen, die durch die Sonne bummeln, sich begegnen, einander zurufen, sich anblaffen, eine Stadt, die zu ihrem eigenen Vergnügen eine Show abzieht. Vor dem Obst- und Gemüsestand einer faltigen alten Marktfrau bleibt er stehen, sieht ihr zu, wie sie von einem Kunden zum anderen flattert, einen Wortstrom ausgießt, während sie aufmerksam jede Frucht, jedes Gemüse wählt, mit wachem Blick und präzisen Bewegungen. Sie muss Pieris Großmutter ähneln … Warum empfinde ich eine Art Zärtlichkeit für sie?

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