Ruprecht Günther - Das Bild der Zeit

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Was passiert mit einem Menschen, dessen Geist in einen anderen Körper ersetzt wird? Worauf gründet sich unser so sicher geglaubter Eindruck von Identität? Als Sigi Schnitzler, ein begnadeter Kunstmaler, und sein Freund Karl-Heinz in einem Berliner Keller eine mysteriöse Schwarze treffen, ahnen sie nicht, dass bald genau diese Fragen auf sie einstürmen werden. Ohne es zu wissen, sind sie Figuren in einem tödlichen Spiel, dessen Anfänge zurückreichen in das Berlin und Lissabon des Zweiten Weltkriegs. Auch Sigis brasilianische Frau Joana gerät unter die Schatten der Vergangenheit, während ihr Mann um ein Werk ringt, das die Protagonisten in seinen Sog zieht: Das Bild der Zeit. Sigi und Karl-Heinz werden innerhalb weniger Tage von Freunden zu Feinden. Einer von ihnen würde alles tun, um das Spiel weiterzuführen; der andere will es beenden; um jeden Preis …

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Seine Stimme wurde belegt. Er bemerkte, dass sich die Stirn seines Freundes in Falten zog und ließ den Rest des Satzes in der Schwebe.

Sigi blickte angestrengt auf sein halbleeres Glas. Auf der Fläche spiegelten sich Karl-Heinz’ geschlängelte Gliedmaßen und ein riesiger Kopf, dessen Inhalt in Schlieren über die Fläche strömte. Interessant, dachte er und wusste einen Augenblick nicht, ob er gerade selbst dachte oder von jemand anderem gedacht wurde. Kann man eigentlich das Denken malen? Er musste unbedingt Joana fragen.

Ohne dass es die beiden merkten, hatte sich ein weiterer Gast an ihren Tisch gesetzt: ein dürrer dunkelhäutiger Mann, der vor seinem Mineralwasser hockte und hineinstierte, als könne er in den aufsteigenden Perlen Schicksale lesen.

Ein Hund, der sich unter Sigis Stuhl zu einem Nickerchen niedergelegt hatte, winselte, stand auf und suchte sich einen anderen Platz.

Der Fremde schloss einen Moment lang die umschatteten Augen. Plötzlich richtete er sich gerade, wandte seinen stechenden Blick auf die Männer und sagte mit starkem Akzent: »Vielleicht … könnte ich Ihnen helfen …«

Die Freunde fuhren aus ihrem Schweigen hoch und betrachteten den ungebetenen Gast. Seine dunkle Haut wirkte durch die weiße Kleidung nur noch schwärzer. Er war so spindeldürr, dass ihm Hemd und Hose um den Leib flatterten wie eine Gebetsfahne. Sie wussten nicht recht, ob sein Anblick komisch wirkte, bedrohlich oder zum Gotterbarmen.

Karl-Heinz setzte sein geschäftsmäßiges Lächeln auf und erwiderte kühl: »Nein, vielen Dank, wir sind bereits bestens bedient.«

Der Mann fuhr fort, die beiden anzustarren und entblößte seine wirr stehenden Zähne. »Ich weiß genau, was Sie sich wünschen!«

Die ungleichen Freunde überfiel ein Frösteln. Nach einer Schrecksekunde riss Sigi sich zusammen und prostete dem Fremden zu. Unsicher winkte er nach Susi, bestellte ein weiteres Glas und schenkte es voll bis an den Rand.

Der Schwarze hob das Utensil hoch, senkte es langsam in die Schräge und musterte es wie eine sich hochräkelnde Schlange. Die Flüssigkeit weigerte sich beharrlich, den Gesetzen der Schwerkraft zu folgen und zu tropfen. Plötzlich rollte der Mann mit den Augen, legte das Glas an die Lippen und spülte den Wein in einem einzigen Zug herunter.

Sigi lag eine ironische Bemerkung auf der Zunge, doch als er sie aussprechen wollte, hatte er sie schon vergessen. Er schenkte ein weiteres Mal voll und blickte gebannt auf das Glas. Der Fremde hob es wie einen Kelch in die Höhe und hielt es sekundenlang in der Neige. Die Flüssigkeit darin verharrte, als sei sie zu Gelatine erstarrt. Augenzwinkernd wandte er sich seinen neuen Bekannten zu und flüsterte: »Magie …«

Dann schüttete er den Wein durch die Kehle und lachte, bis ihm die Tränen kamen.

Später verstanden die beiden nicht mehr genau, wie es eigentlich hatte kommen können: War es der kühle Weiße, der ihnen so wunderbar leicht durch die Kehlen rann? Vielleicht lag es auch an dem schwülwarmen Wetter, an ihrer merkwürdigen Verfassung oder dem seltsamen Benehmen des geheimnisvollen Fremden. Eine Viertelstunde später saßen sie jedenfalls zu dritt in Karl-Heinz’ Auto und brachen in halsbrecherischen Kurven durch den Kiez.

»Es ist gar nicht weit«, hatte der Mann versichert, »nicht einmal ein Kilometer. Dort wartet Valtinho auf euch – oder sollte ich sagen: Maria Mulambo?«

Er lachte kehlig, unterbrach sich brüsk und dirigierte Karl-Heinz in eine düstere Gasse, die aussah, als sei die Maueröffnung spurlos an ihr vorübergezogen: Ein Schild vor einem leerstehenden Haus pries in verrosteten Lettern Kolonialwaren an. Graue, rußverschmierte Fassaden warben für Produkte aus Plaste und Elaste; alte Sofas, Kinderwägen und halbe Autotüren warteten auf ein Sperrmüllfahrzeug, das wohl niemals kommen würde.

Der Wagen rauschte durch ein efeubewachsenes Tor und gelangte in einen gepflasterten Hof. Schwere Seilwinden hingen nutzlos aus den Speichern und kündeten von Zeiten, als hier noch Getreide und Mehl gelagert wurden. Aus den Fenstern schälten sich hohlwangige Gesichter, die misstrauisch auf das Cabriolet hinunteräugten. Karl-Heinz fuhr in den zweiten und schließlich dritten Hinterhof, der noch trister wirkte als seine Vorgänger. Vor einer brökkelnden Kellertreppe und spinnwebenverhangenen Scheiben blieb der Wagen stehen. Ein Rabe stürzte vor Schreck aus einem Baum, landete auf einem rostigen Fensterbrett und putzte verstimmt seine Krallen.

Ihr Führer flitzte aus dem Wagen, öffnete die Tür und dirigierte die Gäste in den Keller. Benommen stolperten sie an zwei rotschwarzen Figuren vorbei nach innen. Sie befanden sich in einem Vorhof der Hölle. Oder war es das Paradies? Die beiden sahen sich nicht mehr in der Lage, solch feine Unterscheidungen zu treffen. Sie standen in einem stickigen Kabuff, das erfüllt war vom Duft nach Räucherstäbchen und einem anderen undefinierbaren Geruch, der ihnen fast den Atem raubte. Der Raum war durchdrungen von einem rötlichen Licht, das mit dem blutroten Vorhang im Hintergrund korrespondierte. Davor stand ein zerschlissener Sessel, in dem eine Frau von fast überirdischer Schönheit thronte.

Sie war so dunkel wie die Nacht. Ihre blauschwarzen Locken kringelten sich über die kräftigen Schultern. Die schwarzen Augen mit den vergrößerten Pupillen schillernden, als seien es Eilande hinter den Grenzen dieser Welt. Über den langen Wimpern malten sich rot und blau changierende Schatten. Die glänzenden, hochstehenden Wangen überzog zarter Silberstaub. Ihre kräftige, arrogante Nase stand darin wie ein Fanal. Darunter wölbte sich die sinnliche und anmaßende Linie des Mundes.

Die Frau trug lange weiße Handschuhe, die bis zur Hälfte ihrer Finger reichten; die Glieder lugten daraus hervor wie schwarze, in blutiges Licht getauchte Krallen. Sie trug ein rotes, mit schwarzen Rüschen abgesetztes tailliertes Kleid. Ihr nach innen gerichteter Blick irrlichterte durch den Raum und blieb an den Freunden hängen. Lächelnd entblößte sie ihre blitzenden Zähne und wies auf zwei windschiefe Stühle. Die Männer torkelten darauf zu und sanken nieder.

»I give you, what you like«, sagte sie in fürchterlich akzentuiertem Englisch.

»Aber ich …« Karl-Heinz versuchte kraftlos, den Nebel vor seinen Augen zu verscheuchen. »Ich will gar nicht …« Plötzlich kam er sich vor wie ein Junge, der zu Gast bei einem Freund ist und sieht, dass dessen Mutter eine Suppe gekocht hat, die ihm nicht bekommt.

Die dunkelhäutige Frau streichelte ihre Locken und flüsterte: »Für zwei Liebende scheint eine Woche ein ganzes Leben. Für einen zu Tode Verurteilten ist sie wie ein Sturz in den Abgrund.« Sie lachte heiser. »Aber keine Angst, es ist alles nur ein Spiel … Ihr müsst bloß noch unterschreiben!«

Sie nahm einen Zug aus ihrer Zigarettenspitze und blies den Rauch mit Kussmund auf die Männer. Geschickt fischte sie aus ihrem Kleid ein winziges Messer und reichte es an Karl-Heinz weiter.

Er lachte, als habe er jetzt erst verstanden, dass es sich bei ihrem Besuch um ein amüsantes und prickelndes Tete-a-Tete handelte. Tollpatschig hielt er den Perlmuttgriff in der Hand, strich mit der flachen Klinge darüber und pikste sich in den Finger. Das Blut pulste auf seiner Haut und wuchs zu einer glitzernden roten Perle. Dann wurde die Flüssigkeit zu schwer, die Oberflächenspannung platzte auf, und der Tropfen fiel zu Boden.

Die Augen der Zigeunerin hatten sich völlig verdreht. Es war der Blick einer Blinden; dennoch hatte Karl-Heinz das Gefühl, sie starrte ihm unmittelbar ins Gesicht.

Vor ihm befand sich ein Tisch mit einer fadenscheinigen, ehemals wohl weißen Decke. Darauf lag ein Stapel Spielkarten, ein Bündel farbiger Ketten und eine Handvoll Muscheln. Karl-Heinz hob vorsichtig das Tischtuch an. Er blickte auf hunderte von ovalen, rostroten und braunen Tupfern. Seine Augen versanken in den milchigen Blick Maria Mulambos. Plötzlich bekam er eine Gänsehaut, und ihn schauderte von all den Leben, die ihr Schicksal in ihre goldberingte und willige Hand gelegt hatten …

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