Ruprecht Günther - Das Bild der Zeit

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Was passiert mit einem Menschen, dessen Geist in einen anderen Körper ersetzt wird? Worauf gründet sich unser so sicher geglaubter Eindruck von Identität? Als Sigi Schnitzler, ein begnadeter Kunstmaler, und sein Freund Karl-Heinz in einem Berliner Keller eine mysteriöse Schwarze treffen, ahnen sie nicht, dass bald genau diese Fragen auf sie einstürmen werden. Ohne es zu wissen, sind sie Figuren in einem tödlichen Spiel, dessen Anfänge zurückreichen in das Berlin und Lissabon des Zweiten Weltkriegs. Auch Sigis brasilianische Frau Joana gerät unter die Schatten der Vergangenheit, während ihr Mann um ein Werk ringt, das die Protagonisten in seinen Sog zieht: Das Bild der Zeit. Sigi und Karl-Heinz werden innerhalb weniger Tage von Freunden zu Feinden. Einer von ihnen würde alles tun, um das Spiel weiterzuführen; der andere will es beenden; um jeden Preis …

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Er stöhnte verhalten und unterdrückte eine scharfe Bemerkung an seine Sekretärin. Sie hatte wieder einmal alle Termine verwechselt, danach die Blumenvase umgeworfen und dabei einen unterschriftsreifen Vertrag besprenkelt. Wenn sie nicht hin und wieder zum Bumsen taugte, er hätte sie längst schon entlassen. Dazu kam ein renitenter Besitzer, der seine Bauerntruhe aus dem siebzehnten Jahrhundert partout nicht unter dem Preis verkaufen wollte. Heutzutage waren sogar schon die Landwirte clever. Wie sollte man da noch auf seine Kosten kommen? Doch Karl-Heinz jammerte auf hohem Niveau.

Er hatte seinerzeit die merkwürdig anmutende Fächerkombination von Kunstgeschichte und Informatik studiert. Nach zwei erfolgreichen Abschlüssen und im Gedenken an das exklusive Geschäft seines Vaters eröffnete er einen Antiquitätenvertrieb. Schon nach gut einem Jahr lief der Laden wie von allein. Karl-Heinz’ Riecher für ausgefallene Stücke, die er in der Regel zum Spottpreis erwarb, war berüchtigt. Dabei bewies er stets ein sicheres Gespür für Ausgefallenheit und Echtheit. In der Branche hatte er sich den Ruf eines knallharten Händlers erworben, der den wachsenden Speckgürtel Berlins mit exquisiten Nischenstücken versorgte. Sein Rezept war dabei so einfach wie erfolgreich: Er verzichtete auf eine teure Repräsentanz in Kuhdammnähe und bot seine Artikel stattdessen online an. Damit lag er immer deutlich unter den Preisen seiner Konkurrenz, die vor Wut schäumte. Das zweite Geheimnis waren seine Quellen: Im Auffinden seltener und kostbarer Stücke schien er über magische Hände zu verfügen.

Doch die Realität war so einfach wie banal. Er hatte in wenigen Jahren ein europaweites Netz von Nachlassverwaltern aufgebaut, die ihn gegen gelegentliche Einladungen mit Insider-Tipps versorgten …

Im Augenblick führte er zwei Telefongespräche gleichzeitig, was seinen Prioritäten-Grundsatz mit den Füßen stieß.

»Nein, Herr Roland!«

Er bemühte sich um eine nach wie vor freundliche Stimme. »Der Preis ist, wie ausgezeichnet, ex klusive Mehrwertsteuer und Versand. … Wie? Ja, bei Selbstabholung wird es natürlich billiger, das sagte ich ja gerade.«

In das Handy, das er an sein zweites Ohr hielt, bellte er: »Sabine, ich bin beschäftigt ! Ich weiß noch nicht, ob ich mit dir zu Mittag esse. Wie? … Nein, Herr Roland, das war nicht an Sie gerichtet! Wenn Sie möchten, können Sie die Truhe bis zwölf Uhr abholen. Aber das können Sie auch gerne mit meiner Sekretärin besprechen. Ich schalte das Gespräch mal um – einen Augenblick, ja?«

Gut eine Stunde später saß er mit seiner notdürftig zurechtgemachten Freundin bei einem angesagten Chinesen zu Tisch. Ihr sonst so gelungener Lidschatten war fahrig aufgetragen und verlieh ihr die Anmutung einer Nachteule. Das blond gefärbte Haar war nicht so gekonnt toupiert wie sonst, und zu allem Überfluss hatte sie auch noch das falsche Parfum gewählt.

Ihre smaragdgrünen Augen funkelten in einem einzigen Vorwurf. » Musst du mir eigentlich immer auf den letzten Drücker Bescheid sagen? Ich hatte dich pünktlich um halb elf angerufen, und du warst indisponiert wie so oft. Ein bisschen Zeit, um mich zurechtzumachen, musst du mir schon lassen!«

Karl-Heinz musterte ungerührt die Karte. »Ich würde es an deiner Stelle vorziehen, zu bestellen, ich habe jetzt nämlich noch genau«, er warf einen Blick auf sein Chronometer, »… zwanzig Minuten Zeit … Und du willst doch sicher nicht ohne Mittagessen wieder nach Hause?«

Der Blick seiner blassblauen Augen glitt durch sie hindurch und schien die Sekunden zu zählen, die ein imaginäres Pendel stur und vollkommen exakt aus der Zeit in den Raum lud.

Sabine schnappte einen Moment lang nach Luft. Einen Augenblick lang überlegte sie sich, aufzustehen, Karl-Heinz eine zu kleben und zu gehen. Doch ihr Magen war anderer Meinung. Sie riss ihrem Freund die Karte aus der Hand und beschloss, aus Rache das teuerste Gericht zu nehmen. Sie befeuchtete ihren rosa lackierten Finger mit der Zunge und fuhr genüsslich über das edle Hochglanzpapier.

Karl-Heinz klopfte nervös auf das weiße Tischtuch. Mit dieser Ziege verlor er nur seine Zeit – so wie mit allen anderen, dachte er in einem Anflug von Selbstmitleid. Warum konnte er eigentlich nicht eine Frau wie Joana haben, die mit beiden Füßen auf der Erde stand und doch so exotisch wirkte wie eine seltene Orchidee; eine Frau, deren schwingende Hüften einen Mann vollkommen um den Verstand bringen konnten …«

»Karl-Heinz, hörst du mir überhaupt zu?«

Er zuckte zusammen und zwang sich zu einem schmalen Lächeln. Hoffentlich, dachte er, waren die achtzehn Minuten bald vorüber.

MONTAG

6. Die erste Begegnung

13. September 2010

Am heutigen Montag war das Wetter diesig. Über den Himmel spann sich eine transparente Wolkendecke, die ganz Friedrichshain in ein diffuses Licht tauchte. Gegenstände und Menschen wirkten schattenlos und schienen in einer merkwürdigen Verklärtheit über dem Boden zu schweben. Die Autos schienen leiser als sonst über den Asphalt zu rollen, die Straßenhunde winselten trübe, und die Gäste in der Kneipe redeten verhalten, so als könnten sie damit ein Unwetter, das von fern her anrollte, beschwichtigen und in eine andere Richtung lenken.

Auch die beiden Freunde waren in gedämpfter Stimmung. Karl-Heinz hatte Sigi einen Interessenten vermittelt, der jedoch abgesagt hatte. Seine Telefonrechnung war noch höher als sonst ausgefallen, und sein Konto so leer wie eine sibirische Steppenlandschaft. Susi, die hübsche Bedienung, bemerkte seine melancholische Verfassung, stellte einen Vorspeisenteller vor ihn hin und bestand darauf, dass er auf Kosten des Hauses ging.

Sigi ergriff ihre Finger, die heute hellblau lackiert waren, und drückte sie an sein Herz. »Ach«, sagte er und lächelte wehmütig, »was täte ich nur ohne dich!«

»Wenn du es nur tätest …«, formten ihre Lippen und lächelten zurück.

Auch Karl-Heinz hatte ein paar Gänge heruntergeschaltet. Seine Liaison mit Sabine war wohl endgültig beendet. Nachdem er so gut wie nie erreichbar war, hatte sie ihm auf den Anrufbeantworter gesprochen und sich unter Tränen aus seinem Leben verabschiedet. Obwohl er sie eigentlich nie sehr gemocht hatte, ging ihm das Ende doch etwas aufs Gemüt. Hätte sie nicht warten können, bis er von selber Schluss machte?

Die beiden waren bei der zweiten Flasche Wein angelangt und versicherten sich wohl schon zum vierten Mal ihrer Zuneigung.

»Du bist«, bekräftigte Karl-Heinz, »ein wahrer Freund. Wenn ich dich nicht hätte …«

»Prost, Alter! Wir beide sind wirklich ein gutes Team.« Sigis Hand fuhr in seine Gesäßtasche und stieß auf gähnende Leere. »Verdammt noch mal! Ich habe schon wieder meine Börse vergessen.«

Karl-Heinz winkte ab und warf dabei seinen Wein um. »Lass nur. Ich hab’s zum Glück ja wirklich dicke!« Er stellte vorsichtig das Glas senkrecht und schenkte mit unsicherer Hand nach. »Wenn nur diese Weiber nicht wären … Das heißt – du bist in der Richtung ja gut bedient … Deine Joana ist eine wunderbare Frau, habe ich dir das schon einmal gesagt?«

Sigi dachte einige Sekunden nach und nickte ernsthaft. »Das ist sie tatsächlich … Wenn ich ihr bloß ein besseres Leben bieten könnte. Nur ein paar Tage in eine andere Haut schlüpfen … zum Beispiel in deine. Diese Malerei ist doch total für die Katz.«

Sein Freund kniff die Augen zusammen und musterte ihn schräg.

»Weißt du was? Das ist eine gute Idee! Wenn du für einige Tage – oder sagen wir eine Woche – ich sein könntest, und ich du, das wäre …«

»Um Gottes willen! Der Satz war einfach nur so dahin gesagt.«

»Nein, tatsächlich, ich meine …« Karl-Heinz überlegte, was er mit seinem Gedanken eigentlich ausdrücken wollte. »Also, ich habe ja im Prinzip alles, was du brauchst – und du hast etwas, das ich …«

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