Ernst Künzl - Achtung Lebensgefahr!

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Ernst Künzl wirft einen kritischen Blick auf die innere Sicherheitslage eines der verwaltungstechnisch perfekt durchstrukturierten und rechtlich fundierten Großreiche des Altertums und kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Im Römischen Reich des Altertums galt das Prinzip der Selbsthilfe. Öffentliche Sicherheit war kein Rechtsanspruch. Wer sein Haus unbewaffnet verließ, riskierte sein Leben. Öffentliche Sicherheit meinte das politische Gefüge des Staates, nicht aber die Sicherheit des Raumes oder gar des einzelnen Bürgers. Nachdem in der späten Republik bewaffnete Clubs im Dienste rivalisierender Politiker mit blutigem Terror in die Tagespolitik eingriffen, bemühte man sich zwar seit Caesar und Augustus das Vereinswesen genauer zu überwachen. Mit den allgegenwärtigen Straßenräubern wurde Rom aber auch in der Kaiserzeit nie fertig. Ein Gesetz des Kaisers Augustus erlaubte den Waffenbesitz für die Jagd und Reise, richtete sich aber gegen das Waffenhorten. Fazit: Das Römerreich war ein Reich voller Waffen, nicht nur in Heer und Flotte, sondern allenthalben: bei den Provinzverwaltungen, im Transportwesen, beim Zoll, beim Gefängnispersonal, im Gladiatorenmilieu, bei Jägern und Hirten, bei Räubern und schließlich bei unzähligen Privatleuten, die notgedrungen für ihre eigene Sicherheit sorgen mussten; eine Sicherheit des öffentlichen Raumes in modernem Sinne gab es nicht.

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Nach dem Tode Domitians (96 n. Chr.) erlebte das Reich in der Tat ein knappes Jahrhundert an Rechtssicherheit, bis zur erneuten Willkürherrschaft des Commodus (80 – 192 n. Chr.). Neben der Sicherheit wurden in der Agricolabiographie des Tacitus und in einem Brief des Jüngeren Plinius an Kaiser Traian die glücklichen Zeiten beschworen (Felicitas temporum), was unter anderem die Testamentsfreiheit umfasste. Diesen für uns exotischen Punkt versteht man nur, wenn man bedenkt, dass unter Domitian jeder unter der Drohung eines Majestätsprozesses leben musste, wenn er den Kaiser nicht in seinem Testament bedachte. Dies bedeutete in der Praxis, dass vor allem die senatorische Nobilität und reiche Bürger anderer Schichten unter einer permanenten Todesdrohung leben mussten. Nun garantierte der Kaiser Sicherheit nach außen durch die Bewahrung der Reichsgrenzen, eine von Traian noch offensiv, seit Hadrian immer mehr defensiv geführte Grenzpolitik; zudem galt der Kaiser als die integrierende Person, die aus einer gesicherten eigenen Stellung heraus (Securitas Augusti) die berechtigten Ansprüche der Bürger des Reiches auf ein stabiles Gemeinwesen (Salus publica) erfüllen konnte.

Den Begriff der Sicherheit verband man mit dem der Maiestas, einem von maius (größer) abgeleiteten Substantiv komplexen Inhalts: Größe und Würde in religiösem und politischem Sinn. Als Crimen maiestatis (Verbrechen gegen die Maiestas ) erklären die Digesten – die Gesetzessammlungen des römischen Rechts aus der Zeit Kaiser Justinians (6. Jh.) – alle Aktionen, die sich gegen das römische Volk und seine Sicherheit richteten (adversus populum Romanum vel securitatem eius). Darin waren die Tötung eines Magistrats sowie die Vorbereitung oder Ausführung eines bewaffneten Aufruhrs enthalten (Dig. 48,4,1,1).

Funde in den Vesuvstädten: Ein bewaffneter Portier

Wer durfte im antiken Römerreich Waffen tragen? Den allgemeinen Informationen aus den antiken Geschichtsquellen und anderen antiken Schriftquellen stehen die konkreten archäologischen Funde gegenüber, die jeweils einer genauen Analyse der Fundumstände bedürfen. Ein vereinzelter Waffenfund in einem Privathaus ist anders als ein Hortfund voller Waffen zu interpretieren.

Sucht man deshalb nach äußeren Dokumenten, so sind die Momentaufnahmen einer hoch entwickelten Siedlungslandschaft besonders hilfreich: In Campanien verschüttete im Jahr 79 n. Chr. der Vesuv die Städte Herculaneum, Pompeji, Stabiae und zahlreiche Villen, Landsitze und Landgüter; in einer blühenden Region wurde alles Lebende durch den Aschenregen, die Lavaströme und die pyroklastischen Lawinen getötet und vieles davon auch konserviert. In Pompeji und Herculaneum fanden sich etliche Waffen, für die man die Träger zu benennen hat. Waren es Soldaten auf Urlaub? Abkommandierte Soldaten? Städtische Milizen? Oder bewaffnete Zivilisten? In jedem Falle handelte es sich um Waffen, die man an jenem Orten wieder fand, an dem sie sich im August 79 n. Chr. befanden.

Abb 3 Pompeji Mysterienvilla Rekonstruktion der letzten Bauphase des Jahres - фото 5

Abb. 3

Pompeji. Mysterienvilla. Rekonstruktion der letzten Bauphase des Jahres 79 n. Chr.

Abb 4 Pompeji Mysterienvilla Der Gladius eines Türstehers aus dem Zimmer 35 - фото 6

Abb. 4

Pompeji. Mysterienvilla. Der Gladius eines Türstehers aus dem Zimmer 35 nahe dem Villeneingang. L. noch 54,2 cm. Soprintendenza Archeologica di Pompei.

Eines der Schwerter aus Pompeji stammt aus einem Haus vor den Mauern der Stadt. Westlich außerhalb der Stadtmauer liegt eine große Villa, genannt die Mysterienvilla, weil einer der Räume mit einem eindrucksvollen Gemäldezyklus geschmückt war, der sich auf die Mysterienreligion des Gottes Dionysos/Bacchus beziehen lässt (Abb. 3). In Raum Nr. 35 dieser großen Wohnanlage fand man ein Schwert, das in seiner Form vollkommen dem Gladius, dem Schwert der Legionäre, entspricht (Abb. 4). In diesem Fall ist der Fundraum ein Indiz für die Verwendung der Waffe: Es ist ein Raum im Nordteil der Villa nahe dem Eingang und nur wenige Meter von der Haustür entfernt. Im gleichen Raum fand man das Skelett eines Verschütteten. Auch wenn man nach der Fundbeschreibung nicht sagen kann, ob der Gladius direkt neben der Leiche lag, ist es erlaubt, hier das Zimmer eines bewaffneten Bediensteten nahe am Eingang zu sehen. Es wird kein Zufall sein, dass der Portier einer römischen vornehmen Villa dieser Größe eine Waffe griffbereit hatte. Dass man Angst vor Überfällen haben musste, wenn man nur die Tür öffnete, erwähnt Apuleius im Rahmen seiner ausführlichen Räuberpassagen, wo er auch erzählt, wie ein Pförtner (Ianitor) von einem Räuber niedergestochen wurde.

Grundsätzlich galt im Römerreich das Prinzip der Selbsthilfe. Wer überfallen wurde, konnte keine Polizeistreife zu Hilfe rufen sondern musste sich selbst helfen. Unterstützung erhielt er allenfalls noch von herbeieilenden Nachbarn oder von einem barmherzigen Samariter. Wer mit der Waffe in der Hand zur Selbsthilfe griff, hatte das Gesetz zumindest teilweise auf seiner Seite: Straflos blieb, wer einen Dieb tötete, wenn er befürchten musste, selbst ermordet zu werden; soweit war die Selbstjustiz gesetzlich gedeckt. Jemand, der einen Dieb umbrachte, obwohl er ihn hätte ergreifen können, beging freilich eine Straftat. Eigeninitiative konnte rasch in Lynchjustiz umschlagen. Umgekehrt galt der Besitz und der Einsatz einer Waffe durch einen Dieb als Anlass für eine verschärfte Strafe: Einbrecher, die sich mit einer Waffe der Festnahme widersetzten, wurden in die Bergwerke geschickt; diese Strafe ad metalla war fürchterlich und kam einem lang andauernden, qualvollen Todesurteil gleich.

Gewaltsames Eintreten gegen nächtliche Diebe hatte bereits Roms archaisches Zwölftafelgesetz von 450 v. Chr. erlaubt (8,12):

„Si nox furtum faxsit, si im occisit, iure caesus esto.“

„Hat jemand nachts einen Diebstahl begangen und hat man den Dieb getötet, so soll er zu Recht erschlagen sein.“

Abb 5 Darstellung eines Wachhundes im Mosaik eines Hauseingangsflurs Pompeji - фото 7

Abb. 5

Darstellung eines Wachhundes im Mosaik eines Hauseingangsflurs. Pompeji I 7,1 (Haus des Paquius Proculus). Um 70 n. Chr.

Abb 6 Pompeji Der Hund aus der Casa di Orfeo Haus des Vesonius Primus VI - фото 8

Abb. 6

Pompeji. Der Hund aus der Casa di Orfeo (= Haus des Vesonius Primus. VI 14,20). Gipsausguss. Der Wachhund war angekettet und konnte deshalb nicht fliehen. Gefunden 1874. Pompeji-Ausstellung 2007, Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim.

Die grundlegende Ursache für das Vorherrschen der Selbsthilfe war das Fehlen einer Staatsanwaltschaft; ohne einen Ankläger und Strafverfolger von Amts wegen kamen die Verfahren nur dann in Gang, wenn von privater Seite aus die Initiative ergriffen wurde. Dasselbe Prinzip der Selbsthilfe galt für den Schutz vor Diebstahl und Überfällen zu Hause. Kein Wunder, dass man auch auf dem Lande Waffen bereithielt. In einer der großen Domänenvillen am Vesuvabhang bei Boscoreale fanden sich zwei eiserne Stichwaffen. Außerdem konnten Waffen auch als Trophäen im Atrium eines Privathauses aufbewahrt werden, wenn dies auch eine mehr republikanische Sitte war, als die Hocharistokratie Roms Krieg und Politik bestimmte.

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