Martina von Schaewen - Budschakenblut

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Bessarabien 1919 bis 1940: Im südlichen Teil Bessarabiens – dem Budschak – erregen weder die ausgefallenen Modeideen der jungen Olga, noch der Totschlag an einem stadtbekannten Säufer die Gemüter der Einwohner Saratas. Auch die darauf folgenden Morde sorgen für wenig Aufregung. Selbst an jenem Tag, als der Ortsvorsteher etwas zu Gesicht bekommt, das seine Vorstellungen bei weitem übertrifft. Eine Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse von 1919 bis zum Einmarsch der Roten Armee 1940.

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Gelächter machte sich im Raum bemerkbar, denn alle wussten, dass mit Arbuse die Wassermelone gemeint war.

Unsicher sprach Olga weiter: »Die beiden Modelle sind für den Winter gedacht. Tschainik soll aus schwerem Brokatgewebe sein und Arbuse aus dunkelrot eingefärbter Schafwolle. Die elegantere Variante auch in dunkelrotem Samt.« Das Gelächter war in der Zwischenzeit verebbt und Olga schaute in fragende Gesichter. »Ich meine, das mit dem Samt und dem Brokat ... Na ja, wenn es eben wieder welchen zu kaufen gibt.« Olgas Unsicherheit war wie weggeblasen und in ihrer augenblicklich aufflammenden Euphorie nahm sie die bedrückende Stille im Raum gar nicht wahr. Sie deutete die Ruhe als Zeichen der Bewunderung. Die boshaften Blicke, die sich die Frauen untereinander zuwarfen, bemerkte Olga genauso wenig wie das überhebliche Grinsen, das mancher Siedlersfrau im Gesicht stand.

Fest überzeugt von ihrem genialen Einfall des Haubenhutes machte sich Olga daran, das Modell vorzuführen.

Olga beugte ihren Oberkörper nach vorne und ließ ihre dicke Lockenmähne vorfallen. Sie umfasste ihre Haare mit einer Hand, während die andere nach einem Stoffband im Koffer griff. Kopfüber band sie die Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen.

Dann warf sie ihren Kopf wieder zurück und griff nach ihrem Haubenhut. Sie setzte sich das Drahtgestell auf den Kopf.

Mit der einen Hand hob sie den Hut fest, mit der anderen suchte sie nach dem Pferdeschwanz und zog ihn durch das Loch oben aus der Haube heraus. Dann griff sie nach dem Stoffsäckchen, in das Draht eingenäht war. Sie steckte ihr Haarbüschel hinein und befestigte das Ende des Drahtes an dem Haubengestell.

»Euer ganzer Kopf ist so geschützt vor Dreck, Staub und Sonne. Die langen Haare in dem Stoffsäckchen könnt ihr durch den Draht in die Form biegen, die ihr haben wollt. Ihr könnt ein Nestchen auf dem Kopf machen, alles als geraden Pferdeschwanz zu einer Seite oder nach hinten biegen. Ach, ihr habt so viele Möglichkeiten. Also ihr könnt jetzt den bessarabischen Haubenhut bei mir bestellen und ich mach mich sofort zu Hause an die Arbeit. Allerdings noch nicht die Modelle Tschainik und Arbuse. Aber Himmel und Erde auf jeden Fall.« Zufrieden nahm Olga das Drahtgestell wieder vom Kopf, befreite den Pferdeschwanz aus dem Säckchen und entfernte das Band. Sorgfältig legte sie alles zurück in den Koffer. »Was meint ihr, eure Männer ...«

»Unsere Männer schlagen uns so was ohne viel Worte vom Kopf, dann hat sich das mit dem Haubenhut erledigt.« Wohl ein ernstzunehmender Einwand, der von hinten kam.

»Olga, was glaubst du, was mein Alfred sagt, wenn ich mit Tschainik, Arbuse oder Himmel und Hölle auf dem Kopf nach Hause komme?«, fragte eine Siedlerfrau, die gegenüber von Olga am Tisch stand.

»Das Modell heißt Himmel und Erde«, verbesserte eine Andere.

Aus einer Ecke schrie eine Bäuerin durch den Raum: »Olga, da fehlen noch die Pfauenfedern oben drauf.«

Neben Olga ergriff jemand das Wort: »Haubenhut! So ein Blödsinn. Wer traut sich schon mit so einem Aufbau rumzulaufen und dann noch bei der Arbeit! Wenn wir so rumlaufen und die Fremdstämmigen sehen das, was meint ihr wohl, was die denken? Die halten doch alle Bessaraber für meschugge!«

Hinter Olga zischte ihr eine Frau böse ins Ohr: »Olga, vielleicht solltest du auch mal auf dem Feld arbeiten. Täte dir sicher gut. Dann hättest du nicht so unglaubliche Einfälle. Du solltest deine Zeit mit richtiger Arbeit ausfüllen. Näh Kleider, strick Pullover. Aber so was, ... Die bessarabische Bauersfrau mit Haubenhut!«

»Stellt euch vor, wir stehen auf dem Feld und haben diese Drahthauben auf dem Kopf. Und jetzt denkt an die schrecklichen Gewitter im Sommer. Da ist doch so ein Hut wie eine Todesfalle. Hast du das auch schon überlegt, Olga?«

Olga hörte nicht mehr hin. Sie hatte den Koffer bereits geschlossen und griff nach ihrem Tuch, das danebenlag. Eine kräftige Frau lehnte sich zu Olga über den Tisch und zischte böse: »Was kann man schon von einer Illg, die einen Idler zum Großvater hatte, erwarten. Die Mutter war immer so stolz.«

»Amalie hör auf«, wurde sie von der Küsterlehrersfrau aufgefordert.

Aber Amalie Müller kümmerte das wenig. »Das weiß doch jeder, dass sich die Katharina Illg immer für was Besseres gehalten hat.« Amalie kam mit ihrem Gesicht ganz nahe an Olga. Ihre Augen funkelten böse: »Ha, wie die immer durch Sarata stolziert ist.«

Olga konnte den schlechten Atem der Frau nicht ertragen und wich zurück.

Wieder war es die Frau des Lehrers, die sich einmischte: »Olga, wir wissen doch, ...«

Olga hörte ihre Worte nicht mehr. Sie rannte mit ihrem Koffer und ihrem Wolltuch in der Hand auf die Straße hinaus.

Ohne anzuhalten lief sie schnell nach Hause.

In der Bachstraße angekommen, stürzte sie keuchend in die Küche. Ihre Schwester Berta saß am Küchentisch und war gerade dabei, die restlichen Pfannkuchen vom Mittag zu essen. Als sie Olga so außer Atem mit verheultem Gesicht sah, schluckte sie, ein Stück Pfannkuchen im Mund, ohne zu kauen hinunter. »Mein Gott Olga, was ist denn passiert?«

Olga warf ihren Koffer in die Ecke und ließ sich auf einen Stuhl fallen. »Ich hätte auf dich hören sollen. Es war so, so schrecklich. Warum hab ich nicht auf dich gehört?« Olga rannen die Tränen über die Wangen. Vor lauter Wut weinte und schluchzte sie hemmungslos.

»Diese Amalie Müller, diese Maschka! Eine Baraska ist das, ein Durak!«

Berta verstand diese Schimpfworte gut. So bedeutete Maschka eine dicke Frau, Baraska eine in ihren Arbeiten langsame Frau und Durak einfach Dummkopf.

Berta versuchte ihre Schwester ein wenig zu trösten. »Olga, schon unsere Mutter hat sich in diesen Dingen bei den Frauen hier aufgerieben.«

»Die hätte mich verstanden.«

»Die Müller war schon immer ein Weibsbild mit einer lockeren Zunge. Aber im Grunde redet sie nur gerne und viel.«

»Die stinkt so aus dem Maul.«

»Olga, jetzt hör aber auf!«

»Tschort wosmi!« Olga wiederholte die zwei Worte noch einmal in Deutsch: »Hol’s der Teufel!«

Berta reichte ihrer Schwester ein Taschentuch. Olga wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. »Diese Weiber hier sind doch alle gleich. Ich hab’ das alles so satt, ich geh’ hier fort.«

»Ich versteh, dass du enttäuscht bist. Aber wo willst du denn hin? Du gehörst hierher. Du wirst sehen, wenn hier alles wieder in geregelten Bahnen läuft, kommen auch deine Ideen an. Die Menschen sind noch verwirrt vom Krieg. Bestimmt wollen sie bald ...«

»Trinken wir einen von Großvaters Weinen oder den Nussschnaps?«; unterbrach Olga.

Berta stand auf und füllte einen Krug mit Wein. Olga ging zum Küchenschrank und holte zwei Gläser. Berta zeigte auf die drei Pfannkuchen, die noch auf dem Teller lagen. Ihre Schwester schüttelte den Kopf. Sie konnte doch nach so einer Enttäuschung keine Pfannkuchen essen. Ihr war der Appetit vergangen. Berta hingegen stopfte die Mehlspeise genüsslich in sich hinein.

Seit dem Tod der Mutter nahm Bertas Körper von Woche zu Woche rundlichere Formen an. Während Olga stetig schmäler wurde und manchmal vergaß, dass sie noch nichts gegessen hatte, schaufelte sich Berta aus Kummer alles Essbare, das sie erwischen konnte, in den Mund.

Nach zwei Gläschen Wein ging Berta zu Bett. Olga blieb noch solange in der Küche sitzen, bis kein Tropfen von dem Wein mehr im Krug war. Dann stand sie auf und ging in die Kammer ihrer verstorbenen Mutter.

Jedes Mal, wenn sie diesen Raum betrat, war es, als bliebe ihr Herz einen kurzen Moment stehen. Sie sah dann vor sich auf dem Bett die tote Katharina liegen.

Weder Olga noch ihre Schwester hatten es bisher geschafft, in Katharinas Kammer etwas zu verändern.

Olga stellte die Petroleumlampe auf der Kommode ab. Sie griff zu einem gerahmten Foto das die Mutter und den Vater auf deren Hochzeitsreise zeigte. Olga nahm das Foto und blickte in den kleinen Spiegel, der über der Kommode hing. Sie begann, ihr Äußeres mit dem Katharinas zu vergleichen. Sie war das Ebenbild ihrer Mutter.

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