Uwe Schimunek - Rotlicht

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West-Berlin 1968: Die politischen Proteste vor allem von Studenten gegen den Vietnamkrieg und die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse erreichen ihren Höhepunkt. Auf den Straßen kommt es zu Massendemonstrationen, in der Freien Universität zu Streiks, Sit-Ins und schweren Auseinandersetzungen. Auch der Psychologiestudent und wissenschaftliche Assistent Peter Kappe sympathisiert mit der linken Studentenbewegung und der Kommune I um Fritz Teufel und Rainer Langhans. Bei Demonstrationen trifft Peter immer wieder auf den populären Schauspieler und Sänger Kurt Kannenhenkel. Als der eines Tages unter Verdacht gerät, die Prostituierte Monika Mönningsee in ihrer Wohnung erstickt zu haben, leitet die Presse eine regelrechte Hetzjagd auf den linksintellektuellen Künstler ein. Doch Kannenhenkel bestreitet die Tat vehement. Peter, der von der Unschuld des Gesinnungsgenossen überzeugt ist, beginnt heimlich mit Recherchen, um seinem Vater, dem mit dem Fall Kannenhenkel betrauten Kriminaloberkommissar Otto Kappe, entlastende Informationen liefern zu können. Dessen Ermittlungsarbeit gestaltet sich schwierig, denn sie steht unter dem Druck der Presseberichterstattung, die ihr Urteil über den bekannten Schauspieler bereits gefällt hat: Er sei der Mörder von Monika Mönningsee …

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Also los. Zuerst das Bett. Ich reiße Decke und Kissen aus dem Bezug. Es soll so aussehen, als seien hier die Fetzen geflogen. Können die Polizisten irgendwo meine Fingerabdrücke finden? Ach was, bestimmt sind in der ganzen Wohnung Fingerabdrücke von Dutzenden Männern verteilt. Also was soll’s!

Als Nächstes ziehe ich sie aus. Das Hemdchen, den viel zu kurzen Rock, das bisschen Stoff, das ihre Scham kaum bedeckt. Nun trägt sie ihre Berufsbekleidung: nichts. Ich werfe die Kleidung in den brennenden Ofen.

«Das ist gut!», ruft der Papagei wieder.

Ich öffne die Tür des Käfigs. Wenn ich weg bin, kommt das Vieh hoffentlich heraus und macht noch ein bisschen zusätzliche Unordnung. Apropos Unordnung. Ich reiße die Kommode und den Tisch um. Plunder ergießt sich über den Boden. Mit ein paar Tritten verteile ich das Zeug im Zimmer. Ein paar Bücher rutschen unter das Bett. Ich bücke mich, gucke ihnen hinterher und entdecke einen Koffer. Den kann ich auch noch ausschütten. Ich ziehe den Koffer unter dem Bett hervor und öffne ihn.

O mein Gott, der Koffer ist voller Banknoten! Zehner, Zwanziger, Fünfziger, auch Hunderter. Wie viel Geld kann das sein? Zehntausend Mark? Oder hunderttausend? Keine Ahnung. Das zähle ich zu Hause nach.

Ich blicke mich um. Vor dem Bett liegt ein Taschenkalender. Ich öffne ihn und blättere zum heutigen Datum. Den Eintrag soll niemand finden. Ich reiße ein paar Seiten heraus.

«Geh jetzt!», krächzt der Papagei.

Er hat recht.

EINS

Freitag, 22. März 1968

DIE BEIDEN KERLE grinsten wie Clowns. Josef Bolp beobachtete die zwei Kommunarden auf der Anklagebank und merkte, wie Wut in ihm aufstieg. Guntram Lauterbach lümmelte auf einem Sitz und zwirbelte mit zwei Fingern seine Locken. Hans Trenker saß daneben, hielt den Daumen seiner rechten Hand an die Nase und spielte Pinocchio. Bolp war vor Zorn kaum in der Lage, ein vernünftiges Wort auf seinem Block zu notieren. Dabei musste er die wesentlichen Aussagen des Richters für seinen Artikel vermerken.

«Zwar waren die Flugblätter mit Sicherheit geeignet, von einer unbestimmten Vielzahl unbefangener Leser als Aufforderung zur Brandstiftung in Kaufhäusern während der üblichen Öffnungszeiten aufgefasst zu werden …», erklärte der Richter.

Bolp machte sich Stichpunkte und rekapitulierte die Taten der beiden Angeklagten in Gedanken. Natürlich hatte das verbrecherische Studentenpack zu Brandanschlägen aufgerufen, da gab es für ihn keinen Zweifel. In Brüssel war im vergangenen Jahr tatsächlich ein Kaufhaus in Flammen aufgegangen. Danach hatte diese Berliner Bande eine Serie von Flugblättern gedruckt und getönt, dass die belgischen Freunde sehr wohl wüssten, wie die Bevölkerung am lustigen Treiben in Vietnam zu beteiligen sei. Heute müsse niemand mehr den Gräueltaten an dem armen vietnamesischen Volk tatenlos zusehen, man könne sich einfach eine Zigarette in einer Umkleidekabine im KaDe We, bei Hertie, Woolworth, Bilka oder Neckermann anzünden.

Bolp fragte sich, was an diesen Aussagen missverstanden werden konnte. Seiner Meinung nach war das eine genaue Handlungsanweisung für Brandstifter. Die Verbrecher auf der Anklagebank hatten die aufrührerischen Flugblätter verfasst und unters Volk gebracht. Wer wusste schon, wie viele Chaoten inzwischen in Berlin herumliefen und nur auf eine passende Gelegenheit warteten, einen Brand zu legen! Doch die Aufwiegler feixten auf der Anklagebank, als hätten sie Lachgas inhaliert.

Bolp richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den Richter, der gerade seine Ausführungen schloss: «… dass sie jedoch auch wollten oder nur billigend in Kauf nahmen, dass der Leser der hierzu geeigneten Flugblätter einen Entschluss zur Begehung von Brandstiftungen fasste, war den Angeklagten nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen.»

Der arme Mann gab sich alle Mühe, bei seinem Vortrag Würde auszustrahlen. Seine Worte wurden jedoch immer wieder von Kommentaren aus dem Zuschauerraum unterbrochen. «Bravo!», «Recht so!», riefen die Studenten, und obendrein johlten sie, als wären sie in einem Kabarett und nicht in einem Gerichtssaal. Wenn der Richter sie zur Ruhe mahnte, hielten sie für einen Moment inne, nur um ihn Augenblicke später wieder auszulachen.

Schon von Prozessbeginn an hatte das Studentenpack das Gericht verhöhnt. Bolp erinnerte sich daran, dass Trenker die Anklageschrift abgetippt und dem Richter als Satire für zwei Mark zum Kauf angeboten hatte. Er dachte auch an die albernen Verkleidungen, die die Angeklagten damals getragen hatten, die Fräcke, die bunten Popelinehosen – dagegen sahen Lauterbach und Trenker heute beinahe wie normale Menschen aus, von den ungekämmten Haaren einmal abgesehen. Ein Psychiater hatte Lauterbach sogar bescheinigt, er kompensiere seinen schwachen Bartwuchs durch übertrieben langes Haupthaar. Vielleicht hatte der Doktor da ein wenig übertrieben, doch an der ebenfalls diagnostizierten Abnormität der Persönlichkeit gab es für Bolp keinen Zweifel. Immerhin durften die beiden Gammler für ihr unflätiges Verhalten mehrere Ordnungshaftstrafen absitzen. Das freilich hatte Lauterbach und Trenker nur provoziert, den Psychiater zu fragen, welche Therapie er für den Richter empfehle, da dieser zwanghaft Ordnungsstrafen verhänge. Bolp kochte innerlich vor Wut bei der Erinnerung daran.

«Möglicherweise haben die Angeklagten nur bewusst fahrlässig gehandelt. Für eine Bestrafung aber ist zumindest ein bedingter Vorsatz erforderlich», fuhr der Richter fort. Damit sprach er die Angeklagten frei und erklärte das Verfahren für beendet. Die Studenten jubelten wie bei einem Rockkonzert. Es fehlt nur noch, dass diese Rotznasen «Zugabe» rufen, dachte Bolp.

Der Reporter war froh, dass er kein Jurist war und keinem Gericht vorstand. So musste er sich nicht mit solchen Kleinlichkeiten wie dem Unterschied zwischen bewusster Fahrlässigkeit und bedingtem Vorsatz herumschlagen. Er konnte diesen Kriminellen in seinem Artikel für den Berliner Blitz die Attribute verpassten, die sie verdienten. Und das würde er in der morgigen Ausgabe auch tun.

Kriminaloberkommissar Otto Kappe stieg aus dem Auto und sah auf die Uhr: 13.30. Und das am Freitagnachmittag! Ein Mord so kurz vor dem Wochenende hatte ihm gerade noch gefehlt. Auch sein Assistent Hans-Gert Galgenberg machte ein Gesicht wie nach drei Tagen Regenwetter. Dabei roch die Luft nach Frühling. Kappe warf einen Blick auf das kleine Ladenlokal in der Hobrechtstraße, vor dem ihr Wagen parkte. Karlheinz Efferts stand in großen Lettern über dem Schaufenster. Eigentlich hatte Kappe sich längst auf den Freitagseinkauf vorbereitet, aber Mörder hielten sich leider nicht an den Wochenrhythmus eines Familienoberhauptes.

Kappe und Galgenberg traten in den Hausflur und hörten schon von hier den Lärm im Obergeschoss – offenbar waren Staatsanwalt, Gerichtsmediziner und die Kollegen von der Spurensicherung bereits am Tatort. Kappe holte bei jeder Stufe, die er nahm, ein bisschen tiefer Luft, um den Beamten oben mit Gelassenheit entgegentreten zu können.

An der Wohnungstür empfing sie ein Beamter in Uniform und unterrichtete sie in kurzen Worten über die Lage. Bei der toten Frau handelte es sich mit aller Wahrscheinlichkeit um die Mieterin der Wohnung: Monika Mönningsee. Die Frau habe unter dem Künstlernamen Yvonne als Prostituierte gearbeitet. Augenscheinlich sei sie während oder nach ihrer Berufsausübung von einem ihrer Freier mit einem Kissen erstickt worden. In einem Taschenkalender, der neben dem Bett gelegen hatte, fehlten Seiten.

«Den Täter haben Sie noch nicht gefunden?», fragte Galgenberg mit grimmigem Gesicht.

«Nein, nein», erwiderte der Uniformierte eifrig. Er zögerte kurz und fügte dann hinzu: «Wir wollten Ihnen nicht die Arbeit wegnehmen.»

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